Immer öfter wird in Zeiten von Stromsparmaßnahmen und Umweltschutz bei Netzteilen mit 80 Plus geworben. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Anmerkung: Der Artikel wurde um Informationen zum Titanium-Standard aktualisiert. Diese Aktualisierung sollte eigentlich schon vor Monaten geschehen. :-)
In Zeiten von "Green IT" und Klimawandel legen viele Anwender besonderen Wert auf sparsame Rechner und Netzteile. Die vom Unternehmen EPRI-Solutions hervorgerufene 80-Plus-Initiative zeigt, welche Stromversorger sowohl bei 20 als auch bei 50 und 100 Prozent Last eine Effizienz von mehr als 80 Prozent erreichen. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass die Belastungstests nicht exakt der ATX-Spezifikation entsprechen und unter den Bedingungen des amerikanischen Stromnetzes erfolgen. Deshalb sind die Resultate nicht direkt auf unser Versorgungsnetz übertragbar, wo die Effizienz oftmals etwas höher ausfällt.
80 Plus: Platin, Gold, Silber, Bronze bei Netzteilen
Mittlerweile wurde das Konzept erweitert und ein Bronze-, Silber-, Gold- und Platin-Zertifikat eingeführt, was die Effizienz weiter kategorisiert. Mit "80 Plus Gold" oder "Platin" ausgezeichnete Netzteile verfügen über einen besonders hohen Wirkungsgrad und waren anfangs noch eher selten am Markt vertreten. Mittlerweile hat sich die Situation aber geändert. Ganz neu sind die Platin-Netzteile, die zumindest Anfang 2011 noch keine große Rolle spielten. Mittlerweile sieht die Situation anders aus.
Zudem muss bedacht werden, dass die reale Energieersparnis beispielsweise eines Silber- im Vergleich zu einem Gold-Netzteil recht gering ist. Zwischen beiden Zertifikaten besteht ein Effizienzunterschied von nur zwei Prozentpunkten. Allerdings nähern sich die Preise der Netzteile mit unterschiedlichen Effizienzklassen immer weiter an.
80 Plus Titanium
Die 80-Plus-Zertifizierung für PC-Netzteile erfolgt im Gegensatz zu Server-Netzteilen mit 115-Volt-Wechselspannung. Spannungswandler für den professionellen Einsatz werden hingegen mit 230-Volt-Eingangsspannung durch die 80-Plus-Organisation getestet. Da sich nicht nur die Spannung, sondern auch die Netzfrequenz unterscheidet, arbeiten alle Netzteile im deutschen Stromnetz – also mit 230 Volt – messbar effizienter. Die Vorgaben für beispielsweise 80 Plus Platin für Desktop und Server unterscheiden sich daher um ein bis zwei Prozent. Für 80 Plus Titanium liegen aktuell nur Anforderungen für das 230-Volt-Netz vor. Diese liegen bei 10, 20, 50 sowie 100 Prozent Auslastung bei einem Wirkungsgrad von mindestens 90, 94, 96 beziehungsweise 91 Prozent. Damit gibt es erstmals auch Vorgaben für zehn Prozent Auslastung. Wenn man der bisherigen Logik der 80-Plus-Organisation folgt, müsste dann ein 80-Plus-Titanium-Netzteil im 115-Volt-Test bei 20, 50 sowie 100 Prozent Auslastung einen Wirkungsgrad von 92, 94 beziehungsweise 91 Prozent erreichen.
Wie effizient ist ein Netzteil: Beispielrechnung
Ein Beispiel soll die Bedeutung der Effizienz verdeutlichen: Nehmen wir an, ein System verbraucht 200 Watt nominell. Bei einer durchschnittlichen Netzteil-Effizienz von 80 Prozent müssten also 250 Watt aus dem Netz gezogen werden, um die 200 Watt zu erreichen. Hätte das Netzteil nun 90 Prozent Effizienz, wären es 222 Watt. Der Anschaffungspreis von hocheffizienten Netzteilen liegt dabei deutlich höher als die vergleichbare Energieeinsparung. Die 28 Watt Einsparung in unserem Beispiel kosten mindestens 50 Euro bei der Anschaffung eines Netzteils.
Die Effizienz ist also mit Vorsicht zu genießen und auch andere Faktoren sollten bei der Auswahl des Gerätes eine Rolle spielen. Im Zweifel ist der Griff zum günstigeren 80-Plus-Bronze-Netzteil empfehlenswerter als der Kauf überteuerter Produkte allein aus Effizienzgründen. Nur Enthusiasten mit großem Budget sollten eine höherwertige Auszeichnung berücksichtigen.
Die folgende Tabelle zeigt die benötigten Effizenzwerte bei entsprechenden Lasten. Diese müssen erfüllt werden, um ein entsprechendes Zertifikat zu bekommen.
| 20 Prozent | 50 Prozent | 100 Prozent | |
|---|---|---|---|
| 80 Plus | 80 Prozent | 80 Prozent | 80 Prozent |
| 80 Plus Bronze | 82 Prozent | 85 Prozent | 82 Prozent |
| 80 Plus Silver | 85 Prozent | 88 Prozent | 85 Prozent |
| 80 Plus Gold | 87 Prozent | 90 Prozent | 87 Prozent |
| 80 Plus Platin | 90 Prozent | 92 Prozent | 89 Prozent |
| 80 Plus Titanium | 92 Prozent | 94 Prozent | 91 Prozent |
Netzteile: Hintergrundinformation zum Wirkungsgrad
Während der Leistungsfaktor mehr die Wirtschaftlichkeit des Arbeitsaufwands beschreibt, ist der Wirkungsgrad eine feste physikalische Größe. Der Wirkungsgrad (auch als Effizienz bezeichnet) zeigt auf, wie viel von der aufgenommenen Energie an das System ausgegeben wird. In einem Netzteil treten Verlustleistungen an den unterschiedlichen Bauteilen auf, die in Wärme umgewandelt werden. Die ermittelte Prozentzahl gibt Aufschluss darüber, wie viel von der Eingangsleistung beim Rechner ankommt - und somit auch darüber, wie viel Energie in Form von Wärme verpufft. Ein effizienteres Netzteil hat somit den Vorteil, dass weniger Wärme erzeugt wird und der Lüfter leiser drehen kann.
2008 gab es einen Wissensartikel, der Ihnen erklärt, wie Sie guten von schlechten Netzeilen unterscheiden. Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der offiziellen Homepage von 80 Plus.
Das war nicht aufgewärmt, sondern aktueller Anlass. Wie bereits gesagt gehts um das Titanium Update, auf welches ich mich auch beziehe.