AIDA64: AVX512-Benchmark für Cannon Lake, optimierte Tests für Pinnacle Ridge
Finalwire hat seiner AIDA64-Software ein Update auf die Version v5.97 verpasst, dessen Changelog Anmerkungen zu Intels unveröffentlichten Prozessoren der Cannon-Lake-Generation enthält. Unter anderem wurde das Tool mit einem AVX512-Benchmark versehen, der Cannon-Lake-CPUs unterstützt. Im Falle von AMDs Raven- und Pinnacle Ridge (Ryzen 2000) wurden die bestehenden Tests verbessert.
AIDA64 dient hauptsächlich zum Auslesen zahlreicher Sensoren auf dem Mainboard, im Prozessor und auf der Grafikkarte beziehungsweise in der GPU. Darüber hinaus enthält das Tool Benchmarks, zum Beispiel zum Testen von Übertragungsraten und Cache-Latenzen. Das Benchmark-Aufgebot hat Finalwire mit dem Update auf Version v5.97 erweitert, um die AVX512-Befehlssatzerweiterungen zu unterstützen, die Intel mit Skylake-SP, dem Desktop-Ableger Skylake-X, der Micro-Server-Version Skylake-W sowie den Xeon Phi Knights Landing und dessen Nachfolger Knights Mill eingeführt hat.
Darüber hinaus erwähnt Finalwire allerdings auch Cannon Lake und wärmt damit Informationen vom Oktober 2017 auf, als Intel selbst andeutete, dass kommende Cannon-Lake-Prozessoren AVX512-Befehlssätze unterstützen werden. Damals war explizit von AVX512F, AVX512CD, AVX512DQ, AVX512BW und AVX512VL die Rede, die auch in die kleineren Mainstream-CPUs und nicht nur die großen Server-Dies integriert werden sollten. Später kamen jedoch Zweifel auf, ob Intel Cannon Lake überhaupt noch mit mehr als zwei Kernen (CNL-U) auflegen wird. Der 10-nm-Prozess läuft offensichtlich noch nicht rund, sodass der Chiphersteller den Fokus direkt auf die zweite 10-nm-Generation Ice Lake legen könnte - ähnlich machte es Intel mit Broadwell-H und Skylake-S im Sommer 2015.
Als Erinnerung: Bei den AVX-Einheiten handelt es sich um sogenannte SIMD-/Vektor-Rechenwerke, welche dieselben Instruktionen auf mehrere Daten anwenden - daher auch der Name Advanced Vector Extensions. Grob vereinfacht gesagt spart man damit Steuerungslogik und kann auf deren Kosten den Durchsatz erhöhen - die Floating-Point Operations per Second (FLOPS) steigen. Bei AVX128, welches seit den Sandy-Bridge-CPUs der auch von AMD seit Bulldozer mitgetragene Standard ist, lag der Durchsatz pro Recheneinheit bei 16 FLOPS in Single- und 8 FLOPS in Double-Precision-Genauigkeit (FP32 respektive FP64). AVX2(56) verdoppelte den Durchsatz durch 256-bittige Fused-Multiply-Add-Befehle auf 32 SP- oder 16 DP-FLOPS und AVX512 verdoppelt ihn abermals, sodass Skylake X nun bis zu 32 DP- oder 64 SP-FLOPS pro Kern und Taktschritt an Durchsatz erreicht.
Im Falle von Cannon Lake kann AIDA64 jetzt auch "detaillierte Informationen" zum Speicher-Controller und kommenden Cannon-Lake-PCHs (Platform Controller Hubs) anzeigen. Abseits des AVX512-Benchmarks nennt Finalwire im AIDA64-Update optimierte Testverfahren für AMDs Ryzen-2000-Generation mit den Codenamen Raven Ridge und Pinnacle Ridge, darunter Tests für den Cache, den RAM und die Systemstabilität.
Mich würden ja nun am meisten interessieren, wie sich AVX512 auf die Performance auswirken wird, wenn eine Software es voll unterstützt.
Interessant finde ich das Thema auch bezüglich der aktuell erhältlichen CPUs (Intel Coffeelake und AMD Ryzen) mit den aktuellen AVX-Versionen, bei denen sich die CPUs der beiden Hersteller wohl leider noch etwas voneinander unterscheiden.