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  • Radeon R9 Fury im PCGH-Test: AMDs Angriff auf die Geforce GTX 980 [Fury Tri-X jetzt im Handel]

    Wenige Wochen nach der Radeon R9 Fury X geht nun ihre kleine Schwester Fury an den Start: "Klein" ist dabei weder die Leistung noch das Kühlsystem, denn im Gegensatz zur Fury X gibt AMD das Design für seine Partner frei und erlaubt eine werkseitige Übertaktung. Vorhang auf für die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X, die erste Fury-Karte im PCGH-Testlabor.

    Update: Wie von AMD versprochen hat es unter anderem die Sapphire Radeon R9 Fury (non X) Tri-X jetzt in den Preisvergleich geschafft. Der Preis wurde auf 590 Euro nach unten hin korrigiert, die OC-Version für 650 Euro erscheint damit ziemlich unattraktiv. Die Auslieferung soll laut verschiedener Händlerangaben in den kommenden Tagen beginnen, spätestens Ende des Monats sollten die abgespeckten Fijis verfügbar sein. Weitere Infos zu Fury-Herstellerkarten finden Sie in einer separaten News.

    Mit der Radeon R9 Fury X gelang AMD der Wiedereintritt in die Oberliga der Grafikkarten, das neue Flaggschiff kann sich erfolgreich mit Nvidias Geforce GTX 980 Ti anlegen. Das als Sahnehäubchen gedachte Kühldesign, eine wartungsfreie Fluidkühlung, entpuppte sich jedoch schnell als Fluch und Segen in einem: Unter Last vergleichsweise unauffällig, kostet das Pumpenfiepen im Leerlauf viele Nerven. AMD gelobt zwar Besserung für alle folgenden Chargen der Fury X, das Image bleibt jedoch angekratzt und führt indessen zu waghalsigen Bastelarbeiten.

    Mit der Radeon R9 Fury soll vieles besser werden. Im Gegensatz zur Fury X, welche ausschließlich mit der Flüssigkeitskühlung erhältlich ist, erteilt AMD seinen Partnern bei der Fury "Non-X" grünes Licht für eigene, luftbasierte Kühldesigns. Damit wird nicht nur Pumpenfiepen jeder Art umgangen, auch die Not, einen Radiator im Gehäuse unterzubringen, fällt weg. Und natürlich wird die Fury als abgespeckte Fury X etwas günstiger vermarktet - eine offizielle Preisempfehlung gibt es noch nicht, wir gehen jedoch von rund 600 Euro für die günstigste Version aus. Damit tritt die Radeon R9 Fury in direkte Konkurrenz zu Nvidias bewährter Geforce GTX 980. Zuletzt wurde die GTX 980 durch die Radeon R9 390X "von unten" angenagt, nun folgt der Angriff von oben. Ob er von Erfolg gekrönt ist, klären wir im Folgenden.

    05:19
    Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC: Der flüsterleise GTX-980-Killer im Video

    AMD Radeon R9 Fury im Test: Spezifikation

          

    Die Spezifikation der Radeon R9 Fury ist schnell erläutert: Fury X minus X. Das X steht für einen Schnitt durch die Fiji-GPU, welche um acht ihrer 64 Rechenmodule, sogenannte Compute Units, beraubt wurde. Nach dem Eingriff wird aus Fiji XT mit seinen 4.096 Shader-ALUs und 256 TMUs ein Fiji Pro mit 3.584 ALUs und 224 TMUs. Das Defizit von 12,5 Prozent wird von einem gesenkten Kerntakt flankiert, die Fury muss mit 1.000 MHz auskommen (Fury X: 1.050). Nicht von dem Einschnitt betroffen sind alle anderen leistungsrelevanten Komponenten: Neben 64 Raster-Prozessoren (ROPs) verfügt die Radeon R9 Fury weiterhin über die volle 4.096-Bit-Speicherschnittstelle und den daran angebundenen, 4.096 MiByte großen High Bandwidth Memory (HBM). Insgesamt 16,7 Prozent weniger Rechenleistung bei voller Transferrate zum Speicher lässt auf einen geringen Abstand zur Fury X hoffen - wie groß, werden wir in den anschließenden Benchmarks sehen. Weitere Informationen zur Fiji-GPU und dem neuen Hochleistungsspeicher HBM finden Sie in unserem Launchtest der Radeon R9 Fury X, an dieser Stelle widmen wir uns ganz der praktischen Vorstellung von AMDs Radeon R9 Fury.

    ModellR9 280XR9 290XR9 390XR9 FuryR9 Fury XGTX 980 TiGTX 980GTX 970GTX 780 Ti
    CodenameTahiti XTLHawaii XTHawaii XTFiji ProFiji XTGM200-310GM204-400GM204-200GK110-425
    DX-12-Feature-Level11_112_012_012_012_012_112_112_111_0
    Chipgröße (reiner Die)352 mm²438 mm²438 mm²596 mm²596 mm²601 mm²398 mm²398 mm²550 mm²
    Transistoren Grafikchip (Mio.)4.3136.2006.2008.9008.9008.0005.2005.2007.100
    Shader-/SIMD-/Textureinheiten2.048/32/1282.816/44/1762.816/44/1763.584/56/2244.096/64/2562.816/22/1762.048/16/1281.664/13/1042.880/15/240
    Raster-Endstufen (ROPs)326464646496646448
    GPU-Basistakt (Megahertz)950727 (inoffz.)unbekanntunbekanntunbekannt1.0021.1261.050876
    GPU-Boost-Takt (Megahertz)1.0001.0001.0501.0001.0501.0751.2161.178928
    Rechenleistung SP/DP (Mrd./s)3.891/9735.632/7045.914/7397.168/4488.602/5386.054/1894.981/1563.920/1235.345/223
    Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s)30,4/121,664,0/176,067,2/184,864,0/224,067,2/268,894,6/189,277,8/155,761,3/122,537,1/222,7
    Takt Grafikspeicher (MHz)3.0002.5003.0001.0001.0003.5063.5063.5063.506
    Speicheranbindung (Bit)3845125124.0964.096384256224+32**384
    Speicherübertragung (GB/s)288320384512512336,6224,4196+28,8**336
    Übliche Speichermenge (MiB)3.0724.0964.0964.0964.0966.1444.0963.584+512**3.072
    PCI-Express-Stromanschlüsseje 1× 6-/8-pol.je 1× 6-/8-pol.je 1× 6-/8-Pol2× 8-polig2× 8-poligje 1× 6-/8-pol.2× 6-polig2× 6-poligje 1× 6-/8-pol.
    Typische Leistungsaufnahme*250 Watt250 Watt275 Watt275 Watt275 Watt250 Watt165 Watt145 Watt250 Watt


    *Angabe bei Standard-Boosttakt, abhängig vom automatischen GPU-Boost fallen die tatsächlichen, theoretischen Durchsatzwerte höher aus. **RAM-Segmentierung; siehe PCGH 04/2015 und hier.

    AMD Radeon R9 Fury im Test: Lautheit und Kühlung

          

    Wie erwähnt, ist die Radeon R9 Fury Sache der Boardpartner, ein Referenzdesign ist nicht erhältlich. Zum Launch sind sowohl Asus als auch Sapphire mit ihren Designs am Start. Sowohl die Asus Radeon R9 Fury Strix als auch die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X basieren auf den jeweils neuesten Kühldesigns der beiden Hersteller. Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC (8)Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC (8)Quelle: PC Games HardwareSapphire führt seine Fury sowohl mit werkseitiger Übertaktung als auch ohne; die Frequenzen betragen entweder 1.000/1.000 MHz (GPU/HBM; Referenztakt) oder 1.040/1.000 MHz (+4/0 % OC). Für diesen Test haben wir zwar auf ein Muster der Tri-X OC zurückgegriffen, dieses jedoch auf Referenzwerte heruntergetaktet. Ein Sample von Asus stand uns noch nicht zur Verfügung, ist aber unterwegs.

    Das Kühldesign der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X (OC) hinterlässt schon auf den ersten Blick einen mächtigen Eindruck - am besten, Sie sehen sich das oben verlinkte Video in Ruhe an. Da Sapphire eine AMD-Referenzplatine verwendet, ragt der Tri-X-Kühler deutlich über das 19-Zentimeter-PCB hinaus und verlängert die Grafikkarte auf stattliche 30,5 Zentimeter. Das ist nicht die einzige Maßangabe, die Interessenten der Karte im Auge haben sollten, denn auch die Höhe des Kühldesigns ist ausufernd: 4,4 Zentimeter entsprechen effektiv drei Einbauplätzen auf dem Mainboard, die unter dem primären PCI-Express vorhandenen Slots müssen freigeräumt werden.

    Im Test mit unveränderten Frequenzen - die Sapphire Fury arbeitet mit 1.040 MHz Kerntakt - entschädigt der Kühler für seinen großen Platzbedarf: Mit einer Lautheit von schlimmstenfalls 1,5 Sone (~1.337 U/Min.) und einer maximalen Kerntemperatur von 76 °C ist diese Karte ein angenehmer Spielpartner. Im Leerlauf schneidet die Karte sogar deutlich besser ab als die Fury X, da weder Fiepen noch aktive Lüfter die Stille stören (semi-aktive Belüftung).

    AMD Radeon R9 Fury im Test: Leistungsaufnahme

          

    Beachten Sie bitte, dass unser Fokus bei den Lautheits- und Temperaturmessungen auf Anno 2070 und Risen 3 liegt. Dabei handelt es sich um Spiele, die sich in unzähligen PCGH-Tests als die anspruchsvollsten Titel in Sachen Heizpotenzial und Ausfüllung des Powerlimits erwiesen. Wir sind der Meinung, dass diese Werte, die aus dem normalen Spielbetrieb stammen, insgesamt wertvoller zur Einschätzung einer Grafikkarte sind als Low-Power-Tests, denn Erstens lässt sich anhand dieser Werte das nötige Netzteil zuverlässig abschätzen und in Sachen Lautheit wird die Spreu vom Weizen bestmöglich getrennt - Sie als Interessent erfahren, welche Grafikkarte leise bleibt, wenn sie wirklich gefordert wird. Crysis 3, Skyrim, Wolfenstein TNO oder generell mit aktiven Framelimits fallen Verbrauch und Geräuschentwicklung geringer aus als in Risen 3 und Anno 2070 als Vertreter der Hochlastspiele. Aufgrund der vielen Leserfragen haben wir die Messungen dennoch um Crysis 3 ergänzt, das mittelschwere Lasten erzeugt und somit die Betrachtung nach unten abrundet. Natürlich ist noch niedrigerer Verbrauch möglich, beispielsweise mittels Framelock auf 30 Fps, in reinen 2D-Spielen et cetera.

    LautstärkeR9 Fury (Sapphire Tri-X OC)R9 Fury XGTX 980 TiGTX 980GTX 780 TiR9 290X 'Uber'
    Leerlauf (Windows-Desktop)0,0 Sone1,4 Sone0,3 Sone0,3 Sone0,6 Sone0,6 Sone
    Anno 2070 (3.840 × 2.160)1,5 Sone1,7 Sone4,5 Sone3,0 Sone4,3 Sone9,6 Sone
    Risen 3 (3.840 × 2.160)1,5 Sone1,7 Sone4,5 Sone2,7 Sone4,6 Sone9,6 Sone
    Leistungsaufnahme      
    Leerlauf (Windows-Desktop)15 Watt21 Watt15 Watt12 Watt16 Watt21 Watt
    Crysis 3 (1.920 × 1.080)249 Watt250 Watt230 Watt165 Watt–--
    Anno 2070 (3.840 × 2.160)301 Watt313 Watt234 Watt163 Watt245 Watt289 Watt
    Risen 3 (3.840 × 2.160)320 Watt329 Watt236 Watt160 Watt248 Watt269 Watt


    Offensichtlich: Die Radeon R9 Fury hat den großen Stromdurst von ihrer Schwester geerbt. Das ist nicht verwunderlich, da AMD auch für die R9 Fury eine typische Leistungsaufnahme von 275 Watt angibt und die werkseitige Übertaktung natürlich ebenfalls Energie kostet. Die Geforce GTX 980 (Referenzdesign) punktet im Vergleich mit der eindeutig höchsten Effizienz, hier sind beide Furien chancenlos. Noch ein paar Worte zur Leerlauf-Leistungsaufnahme der Fury X: Wir haben auch mit der zweiten uns vorliegenden Karte, einem Alternate-PC entstammend, rund 21 Watt Verbrauch ermittelt und vermuten, dass die Differenz zur in dieser Disziplin sparsamen Sapphire Fury Tri-X OC von der Pumpe verursacht wird.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Radeon RX 480 (8 GiByte) im Test: Preisbrecher mit 14-nm-Technik
      • Von Gimmick Freizeitschrauber(in)
        Zitat von amer_der_erste
        Naja, mein System ist jetzt ein gutes Jahr alt. Eigentlich bin ich auch sehr zufrieden aber es könnte halt "ein wenig" mehr sein
        Wenn es nichts konkretes gibt was nicht gut läuft, würde ich warten bis sich HBM etabliert hat. Bzw. bis zum nächsten Spiel warten, was gesuchtet wird und nicht gescheit läuft ^^.
      • Von amer_der_erste Software-Overclocker(in)
        Zitat von Gimmick
        Bisher ja.

        Aber wer kann schon in die Zukunft sehen. Ich würde mir momentan keine Karte mehr mit 4GB kaufen. Ich rüste aber auch nur selten auf und daher sollte die bei mri auch länger halten.
        Naja, mein System ist jetzt ein gutes Jahr alt. Eigentlich bin ich auch sehr zufrieden aber es könnte halt "ein wenig" mehr sein
      • Von Gimmick Freizeitschrauber(in)
        Zitat von amer_der_erste
        Im Fazit steht:
        Was die Speicherfrage angeht, so liegen R9 Fury und GTX 980 ebenfalls auf Augenhöhe: 4 GiByte sind 4 GiByte, in der Praxis konnten wir keine Vorteile für HBM gegenüber GDDR5 feststellen, bei Speicherüberlauf haben beide Grafikkartenmodelle mit Stocken zu kämpfen. Das ist in dieser Leistungsklasse aber nicht weiter problematisch, beide Modelle eignen sich sehr gut für WQHD (1440p) und hier sind Spieler mit 4 GiByte optimal ausgestattet. Erst ab Ultra HD wird es langsam eng.

        Laut Benchmarks kommt die Karte in WqHD fast nie über FPS in den getesteten Games
        Daher meine Frage: Reicht die Karte wirklich für WqHD ??
        Bisher ja.

        Aber wer kann schon in die Zukunft sehen. Ich würde mir momentan keine Karte mehr mit 4GB kaufen. Ich rüste aber auch nur selten auf und daher sollte die bei mri auch länger halten.
      • Von amer_der_erste Software-Overclocker(in)
        Im Fazit steht:
        Was die Speicherfrage angeht, so liegen R9 Fury und GTX 980 ebenfalls auf Augenhöhe: 4 GiByte sind 4 GiByte, in der Praxis konnten wir keine Vorteile für HBM gegenüber GDDR5 feststellen, bei Speicherüberlauf haben beide Grafikkartenmodelle mit Stocken zu kämpfen. Das ist in dieser Leistungsklasse aber nicht weiter problematisch, beide Modelle eignen sich sehr gut für WQHD (1440p) und hier sind Spieler mit 4 GiByte optimal ausgestattet. Erst ab Ultra HD wird es langsam eng.


        Laut Benchmarks kommt die Karte in WqHD fast nie über FPS in den getesteten Games
        Daher meine Frage: Reicht die Karte wirklich für WqHD ??
      • Von Lios Nudin Software-Overclocker(in)
        Zitat von Löschzwerg
        Du hast das "cd" (Change directory) Kommando vergessen Also cd Fiji_Unlock\AtiFlash
        Habs am 9.10. dann doch noch hinbekommen. Trotzdem danke.

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        R9 Fury @Wakü @4096 Shader +Benchmarkvergleich +Bilder
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AMD Radeon
Radeon R9 Fury im PCGH-Test: AMDs Angriff auf die Geforce GTX 980 [Fury Tri-X jetzt im Handel]
Wenige Wochen nach der Radeon R9 Fury X geht nun ihre kleine Schwester Fury an den Start: "Klein" ist dabei weder die Leistung noch das Kühlsystem, denn im Gegensatz zur Fury X gibt AMD das Design für seine Partner frei und erlaubt eine werkseitige Übertaktung. Vorhang auf für die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X, die erste Fury-Karte im PCGH-Testlabor.
http://www.pcgameshardware.de/AMD-Radeon-Grafikkarte-255597/Tests/Radeon-R9-Fury-Test-Review-1164156/
14.07.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/07/Sapphire_Radeon_R9_Fury_Tri-X_OC_7-pcgh_b2teaser_169.jpg
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