Soft-SIM im Kommen - Apple als Vorreiter?
Sogenannte Soft-SIMs sind bereits seit ein paar Jahren ein Thema und könnten als Provider-unabhängige Module für den Netzzugang eine Revolution auf dem Mobilfunkmarkt mit sich bringen. Apple hatte für eine entsprechende Umsetzung bereits 2010 ein Patent angemeldet und zumindest in den Niederlanden bereitet eine vor Kurzem erfolgte Gesetzesänderung scheinbar den Weg für die Technik.
Bisher müssen sich Kunden vor oder nach dem Kauf eines mobilfunkfähigen Endgeräts für einen
Quelle: http://www.vz-nrw.de
Soft-SIM im Kommen - Apple als Vorreiter? - im Bild: die "klassische" Mini-SIM
Provider entscheiden, sich womöglich sogar vertraglich fest an diesen binden und erhalten dann eine SIM-Karte. Diese wird in Smartphone und Co. eingelegt, was die Grundlage für den Netzzugang darstellt. Eine Alternative für diese Verfahrensweise wäre die sogenannte "Soft-SIM": Ein fest im Gerät verbautes Modul, das sich beliebig auf unterschiedliche Netzbetreiber ausrichten lässt.
Voraussetzung hierfür ist, dass sich Gerätehersteller verstärkt als Anbieter für Tarife in den Vordergrund stellen und ihre Geräte auch gezielt mit solchen vertreiben. Apple könnte hier die Rolle des Vorreiters einnehmen, hatte das Unternehmen doch bereits 2010 ein Patent für eine "virtuelle" SIM-Karte angemeldet. Seither wird erwartet, dass ein iPhone-Modell alsbald auf die Technik setzen könnte, jedoch stehen dem in vielen Ländern die gesetzlichen Bestimmungen entgegen, welche eine Entkoppelung von SIM-Karte und Mobilfunkanbieter nicht vorsehen. In den Niederlanden gab es hierzu im März ein Urteil, das explizit den Vertrieb von SIM-Karten mit nachträglicher Provider-Wahl erlaubt.
Kunden hätten dadurch unter anderem den Vorteil, dass die Gerätehersteller mit den Providern andere Konditionen für Tarife aushandeln könnten, wobei wiederum auch die Gefahr marktschädigender Absprachen bestünde. Aus technischer Sicht wären hingegen Roaming oder eine vom jeweiligen Netzbetreiber abhängige Mobilfunkabdeckung keine Problematik mehr. Aus Sicht der Provider steht diese Umsetzung jedoch in zweifelhaftem Licht, da sie die Beziehung zum Kunden verlören und nunmehr auf den Status des reinen Netzbetreibers degradiert würden. Abzuwarten bleibt, ob andere Staaten dem Beispiel der Niederlande über kurz oder lang folgen werden und damit quasi eine Revolution auf dem Mobilfunkmarkt auslösen.
Quelle: mobile-zeitgeist.com
