Mondlandung: iPhone hat millionenfache Rechenleistung des Bordcomputers

44
News Valentin Sattler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mondlandung: iPhone hat millionenfache Rechenleistung des Bordcomputers
Quelle: Piece of Magic

Passend zum 50-Jährigen Jubiläum der Mondlandung hat Graham Kendall, Professor an der Universität Nottingham, den Bordcomputer der Apollo 11 mit aktuellen Smartphones und älteren Taschenrechnern verglichen. Die Ergebnisse verdeutlichen den immensen technischen Fortschritt in den letzten 50 Jahren.

Graham Kendall, Professor für Computerwissenschaften an der Universität Nottingham, hat in einem Artikel für The Conversation die Rechenleistung aktueller Smartphones mit der des Apollo Guidance Computer (AGC) verglichen. Dieser war 1969 an Bord der Apollo 11 und unterstützte den Flug zum Mond.

Gewaltige Unterschiede bei Speicher und Rechenleistung

Der technische Sprung innerhalb der letzten 50 Jahre ist riesig. Wie riesig, das zeigen die Berechnungen von Kendall. Als Vergleichs-Smartphone dient ein aktuelles iPhone, das dem alten AGC in jeder Hinsicht weit überlegen ist. Zum Vergleich: Der AGC hatte einen Arbeitsspeicher von 32.768 Bits beziehungsweise 4.096 Byte. Bei aktuellen iPhones sind derzeit 4 Gibibyte RAM üblich, das entspricht 34.359.738.368 Bits und damit etwas mehr als dem millionenfachen des Apollo-Computers.

Auch beim Festspeicher sind die Unterschiede riesig. Der AGC konnte auf 72 Kibibyte ROM (Read Only Memory) zugreifen, was 589.824 Bits entspricht. Im Vergleich zu aktuellen Smartphones mit mittlerweile 512 Gigabyte oder sogar einem Terabyte internen Speicher ist das geradezu winzig. Zum Vergleich: 512 Gigabyte sind rund sieben Millionen mal mehr als die 72 Kibibyte des AGC.

Auch interessant: Mit GTX 980 und Unreal Engine 4: Nvidia will die Mondlandung beweisen

Zuletzt vergleicht Kendall auch die Rechenleistung. Im Apollo Guidance Computer lief ein Prozessor mit 0,043 MHz, wohingegen das aktuelle iPhone laut Schätzungen mit 2.490 MHz arbeitet. Laut Apfeleimer soll das iPhone 6 bereits 120 Millionen mal schneller gewesen sein als der AGC.

Das die Unterschiede zwischen einem 50 Jahre alten Computer und einem modernen Smartphone riesig sind, war bereits vorher zu erwarten. Aus diesem Grund hat Kendall auch die beiden älteren grafischen Taschenrechner TI-73 (1998) und TI-84 (2004) mit dem AGC verglichen, und auch diese sind in den meisten Punkten überlegen. Bei der Rechenleistung liegen die Taschenrechner beispielsweise um den Faktor 140 beziehungsweise 350 vorne.

44
    • Kommentare (44)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von AchtBit Software-Overclocker(in)
        Ich würde mein Leben auch jetzt noch dem alten Modell anvertrauen. Einmal fertig gestellt, ist es ohne Werkzeug kaum zu zerstören. Auf mein Smartphone trau ich mich kaum draufzusetzen. Zudem hat man sich, im Gegensatz zu damals, im gleichen Maß wie man Speicher - und Leistungskapazitäten in die Höhe getrieben hat, von der Maschine entfernt. Wenn es um so hohe Risiken geht, würde ich lieber direkt an der Maschine sitzten- Eine Ebene darüber reicht bereits aus, dass Fehler zw. Schnittstelle und Benutzer unbehandelt sind und erst sichtbar werden, wenn es bereits zu spät ist. Dem alte Ding vertrau ich blind und ohne Backup.

        Fakt ist, dass zur damaligen Zeit zwar die Elektronik in den Kinderschuhen steckte aber dafür wurde im 'muss man nur einmal kaufen' Denken produziert. Die würden selbst nicht mit Erklärung verstehen, was in 'Update Zyklen' Denken, bedeutet.
      • Von AchtBit Software-Overclocker(in)
        Ich würde mein Leben auch jetzt noch dem alten Modell anvertrauen. Einmal fertig gestellt, ist es ohne Werkzeug kaum zu zerstören. Auf mein Smartphone trau ich mich kaum draufzusetzen. Zudem hat man sich, im Gegensatz zu damals, im gleichen Maß wie man Speicher - und Leistungskapazitäten in die Höhe getrieben hat, von der Maschine entfernt. Wenn es um so hohe Risiken geht, würde ich lieber direkt an der Maschine sitzten- Eine Ebene darüber reicht bereits aus, dass Fehler zw. Schnittstelle und Benutzer unbehandelt sind und erst sichtbar werden, wenn es bereits zu spät ist. Dem alte Ding vertrau ich blind und ohne Backup.

        Fakt ist, dass zur damaligen Zeit zwar die Elektronik in den Kinderschuhen steckte aber dafür wurde im 'muss man nur einmal kaufen' Denken produziert. Die würden selbst nicht mit Erklärung verstehen, was in 'Update Zyklen' Denken, bedeutet.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von AchtBit
        @Topic, dafür ist aber die Ausfallwahrscheinlichkeit des Apollo Rechner millionenfach geringer als die eines aktuellen Smartphones. Sogesehen ist die Technik vom Smartphone, für eine Mondlandung völlig inadäquat.
        Was zu damaligen Zeiten gestimmt hat (da gab es auch noch keine Smartphones) zeigt für die heutige Zeit die Videoserie ja eindrucksvoll. Mich wundert rückblickend eher, dass alleine der Drahtverhau des "Rom" im AGC den Start damals unbeschadet überlebt hat. Aber vieelicht sah der nur bei der Rom-Simulation so "chaotisch" aus und das Originalmodul mit dem echten Rom war einfacher aufgebaut.

        Schön auch im Rückblick zu sehen, wie schlecht die Fehlercodes der Software damals dokumentiert waren.
      • Von AchtBit Software-Overclocker(in)
        @Topic, dafür ist aber die Ausfallwahrscheinlichkeit des Apollo Rechner millionenfach geringer als die eines aktuellen Smartphones. Sogesehen ist die Technik vom Smartphone, für eine Mondlandung völlig inadäquat.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von ich558
        Wieso sollte man es heute nicht mehr schaffen? Es gibt nur keinen Grund mehr den Mond zu besuchen.
        Es gibt aktuell keine Raketen, die mit entsprechender Nutzlast bis zum Mond fliegen können.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von ich558
        Ich les mir das nicht durch aber zumindest steht schon in der ersten Zeile, dass Sinn bezweifelt wird.
        BLOSS nicht was lesen müssen. Noch dazu aus einem bekannten renommierten Magazin das man sogar für wissenschaftliche Arbeiten zitieren darf
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk