Die Xbox One X im Hands-On: Lohnt sich die neue Konsole von Microsoft?
Am 07. November wird der Mid-Gen-Refresh der Microsoft Konsole offiziell mit dem Erscheinen der Xbox One X vollzogen. Dann soll laut Microsoft natives 4K bei 60 Bildern pro Sekunde an den heimischen TV-Geräten möglich sein. PC Games Hardware hatte die Möglichkeit, die neue Spielebox in einem Hands-On anzutesten.
Dank der Xbox One X bekommt die aktuelle Konsolengeneration bald ein Leistungsplus spendiert, das eher an einen ganzen Generationensprung erinnert, als an das was es ist: Ein Mid-Gen-Update. Ganze 6,0 Teraflops werfen die Entwickler der neuen Spielkiste in die Waagschale - mehr das Vierfache der eigentlichen Leistung einer Xbox One, die gerademal 1,31 Teraflops stemmen kann. HDR- und 4K-taugliche Hardware für gerademal 499 Euro - geht das?
Die Xbox One X im Hands-On: Hardware Specs
Microsofts in dezentem schwarz gehaltene neue Konsole wirkt unglaublich unscheinbar, bedenkt man die Hardware, die unter der Haube werkelt. Das Design ist klassisch, unaufdringlich und stylisch gehalten - ganz anders als die Legacy One, die von vielen zurecht mit einem Videorekorder verglichen wurde. Die neue Box besitzt ein integriertes Netzteil und wurde mit einer speziell für die Redmonder angefertigten Accelerated Processing Unit (APU) von AMD ausgestattet: Ein Prozessorkonzept, das GPU, CPU und weitere wichtige Video- und Hardwarebeschleuniger auf einem Die vereint.
Der Prozessor wird von einem übertakteten Jaguar Octacore gestellt, der mit einer Taktfrequenz von 2,3 Gigahertz betrieben wird - in der Xbox One lief die CPU noch mit 1,75 GHz. Auch das grafische Kraftwerk wurde aufgebohrt, denn nun kommt die vierte Generation von AMDs Graphics Core Next (GCN) zum Einsatz (Arctic Islands), eine auf der Polaris-Architektur basierende Einheit, die beispielsweise in den für sich alleine stehenden GPUs der Radeon RX 570 oder RX 580 Karten Verwendung findet. Ausgestattet mit 40 Compute Units und einem maximalen GPU-Takt von 1.172 MHz erinnern die Specs stark an ein Low- bis MIttelklasseensembel, die so eine SP-Rechenleistung von sechs Teraflops ermöglichen können. Der Zwischenspeicher mit 12 GiByte GDDR5 RAM und einer Frequenz von 3.400 MHz unterstreicht das, auch wenn nur 9 GiByte von Spielen genutzt werden können und die restlichen drei vom System reserviert werden. So ist es also kein Wunder, dass vier Jahre nach dem Release der aktuellen Konsolengeneration die Xbox One X der stärkste Vertreter seiner Art ist.
Genau wie das Mid-Gen-Update der Playstation 4, ermöglicht die verbesserte Hardware ein Bild mit höherem Dynamikumfang und wird anders als die Konkurrenz mit nativen 4K beworben. Durch Downsampling können Nutzer eines Full-HD-TV-Gerätes von der verbesserten Grafik profitieren, indem das Kantenflimmern reduziert wird. Dank einer ein Terabyte großen Festplatte, die durch eine externe erweitert werden kann, haben die hochauflösenden Texturen genug Platz. Mittels UHD-Blu-Ray-Laufwerk und einem HDMI-In-Eingangs für Kabelboxen, sowie allen gängigen Streamingdiensten, ist auch für ein Unterhaltungsprogramm mit der Xbox One X gesorgt. Einen Anschluss für die Kinect-Bewegungsteuerung sucht man glücklicherweise vergebens, da Microsoft Ende letzten Monats das Produktionsende für dieses Produkt bekannt gab.
| Xbox One X | Xbox One S | Xbox One | Vergleich: PS4 Pro | |
|---|---|---|---|---|
| Grafikeinheit | ||||
| Architektur | AMD GCN Gen 4+ | AMD GCN Gen 2+ | AMD GCN Gen 2+ | AMD GCN Gen 4+ |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten | 2.560/40/160 | 768/12/48 | 768/12/48 | 2.304/36/144 |
| Rasterendstufen (ROPs) | 32 | 16 | 16 | 32 |
| maximaler GPU-Takt (MHz) | 1.172 | 914 | 853 | 911 |
| SP-Rechenleistung (TFLOPs) | 6 | 1,4 | 1,31 | 4,198 |
| Prozessor | ||||
| Architektur | AMD Jaguar | AMD Jaguar | AMD Jaguar | AMD Jaguar |
| Kernanzahl | 2 × 4 | 2 × 4 | 2 × 4 | 2 × 4 |
| maximaler CPU-Takt (GHz) | 2,3 | 1,75 | 1,75 | 2,1 |
| Fertigungsprozess | 16 nm FinFET TSMC | 16 nm FinFET TSMC | 28 nm TSMC | 16 nm FinFET TSMC |
| Die-Size | 360 mm² | 240 mm² | 363 mm² | ? |
| Speicher | ||||
| Typ | 12 GiByte GDDR5 | 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM | 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM | 8 GiByte GDDR5 (+ 1 GiB DDR3) |
| Für Spiele nutzbar | 9 GiByte | 5 GiByte | 5 GiByte | 5,5 GiByte |
| Frequenz (MHz) | 3.400 | 1.067 + 914 | 1.067 + 853 | 3.400 |
| Interface (parallele Bit) | 384 | 256 + 1.024 | 256 + 1.024 | 256 |
| Datentransferrate (GB/s) | 326 | 68,3 + 219 | 68,3 + 204 | 218 |
| Festplatte | ||||
| Typ | HDD | HDD (5.400 RPM) | HDD (5.400 RPM) | HDD (5.400 RPM) |
| Insgesamte Kapazität | 1 TByte | 500 GByte | 500 GByte | 1 TByte |
| Verfügbare Kapazität | unbekannt | etwa 400 GByte | etwa 400 GByte | etwa 900 GByte |
| Wechsel | nicht erlaubt, Garantieverlust | nicht erlaubt, Garantieverlust | nicht erlaubt, Garantieverlust | erlaubt |
| Sonstiges | ||||
| Anschlüsse | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0b Out, HDMI 1.4 In, IR Out | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 Out, HDMI 1.4 In, IR Out | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 1.4 Out, HDMI 1.4 In, Kinect, IR Out | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 Out, IR Out |
| Konnektivität | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) |
| Ausmaße (mm, B×H×T) | 300 × 60 × 240 | 295 × 65 × 230 | 343 × 80 × 263 | 295 × 55 × 327 |
| Netzteil | 245 Watt, intern | 120 Watt, intern | 220 Watt, extern | 300 Watt, intern |
| Laufwerk | 4K UHD Blu-ray | 4K UHD Blu-ray | Blu-ray | Blu-ray |
| Gewicht (kg) | 3,81 | 2,9 | 3,54 | 3,3 |
Die Xbox One X im Hands-On: Das Dashboard
Der Aufbau des Xbox OS, das sogenannte Dashboard, wurde durch die Einführung der neuen Konsole in das Xbox-Ökosystem erheblich verändert: Das Menü wirkt übersichtlicher und aufgeräumter. So findet man nun im oberen Bildschirmbereich Content-Reiter, die einen direkten Link in den Store oder zur Xbox-Community bieten. Außerdem hat man die Gelegenheit gleich genutzt, um die neue Windows-Designsprache "Fluent Design" zumindest in Teilen zu implementieren. Ein neues Feature des überarbeiteten Menüs sind die "Blocks", die man bereits in ähnlicher Form als Kacheln im Startmenü von Windows vorfindet. Dadurch das man für jeden Punkt im System einen solchen Block erstellen kann, kann man sein Nutzererlebnis auf der Startseite nach eigenem Gusto personalisieren. Bestimmte Events, wie die monatlichen Spiele des Games-for-Gold-Abomodells, bleiben so stets im Blick.
Das Hauptaugenmerk liegt aber nicht nur auf der Personalisierung, sondern auch zu einem fixeren Zugang zu Stellen im Betriebssystem. Mit dem Schnellmenü, welches nach dem Drücken des Xbox-Buttons am Controller erscheint, kann eine Vielzahl in Tabs organisierter Menüpunkte, wie etwa Achievements, Freunde oder Benachrichtigungen, in kürzester Zeit angewählt werden.
Die Xbox One X im Hands-On: Und lohnt sich nun die Box?
Aus Sicht der gebotenen Hardware die man für 499 Euro bekommt, ist das System für Konsolen-Neueinsteiger durchaus interessant. Die Box ist im Handumdrehen eingerichtet und dank des überarbeiteten Dashboards findet man sich auch recht schnell zurecht. Verglichen mit der Legacy Xbox One oder der Konkurrenz aus dem Hause Sony, ist die Xbox One X den Mitstreitern durch die verbaute Hardware klar überlegen, was sich natürlich in Frameraten und/oder einer verbesserten Auflösung niederschlägt. Außerdem ist die kleine schwarze Box unheimlich leise: 0,5 Sone während eines Grafik-intensiven Spiels sind eine ganz andere Geräuschkulisse als bei einer PS4 Pro.
| Status | Lautstärke (dB) | Lautheit (Sone) | Leistungsaufnahme |
|---|---|---|---|
| idle | 19 | 0,1 | 44 |
| Benutzung des OS | 20-23 | 0,2 | 45 |
| Spiel | 28-32 | 0,5 | 114 |
| 4K-Blu-Ray | 32-36 | 1,3-2,1 | 50-60 |
| ausgeschaltet | 0 | 0 | 0,3-0,4 |
Mehr Leistung und das UHD-Laufwerk machen die Konsole vor Allem für Besitzer eines HDR- und 4K-Gerätes interessant, sofern bisher keine anderen Abspielmöglichkeiten vorhanden sind. Mit knapp 70 zu Release verbesserten Spielen für die Xbox One X ist auch erstmal für ordentlich Content gesorgt, auch wenn einige Titel wohl nie in nativen 4K gerendert werden, sondern mit Checkerboarding auf UHD skalieren. Das zusätzliche "Play Anywhere"-Feature gibt einerseits die Möglichkeit Titel im Cross-Play am PC spielen zu können, beraubt die Konsole aber teilweise ihrer Exklusivtitel. Damit ist die Konsole für PC Gamer im oberen Leistungsbereich eher uninteressant, im unteren Bereich könnte eine Anschaffung dennoch Sinn machen, da man auch eine Vielzahl an optimierten Spielerfahrungen für die nächsten Jahre für sein Geld bekommt - ohne selber an den Stellschrauben drehen zu müssen.
Was halten Sie von der Xbox One X? Würden Sie sich die Konsole kaufen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!
Da wurde gerade durch die Konsolen etwas wieder aufgestockt wo man im PC Bereich mehr Vram dann brauchte. Klar verwenden die gemeinsamen Speicher aber es reicht aus wie man an Forza 7/Horizon 3 oder Gears 4 sieht.
Sehr hohe Qualität lässt sich da schon bietet.
Mir wäre es auch lieber anstatt Auflösung und GPU Aufrüstung würde man mehr CPU Power in die Konsole bekommen.
Problem dürfte nur gewesen sein dass AMD erst jetzt mit den Ryzen APU was im Angebot hat.
Spezielle Fertigungen Heute zu kostspielig sind wenn eine Konsole nicht über 399-499,- kosten soll.
Die nächste Gen wird dann zeigen wie ausgewogen das Verhältnis dann ist.
Ich finde, das ist verschenktes Potential: Sowohl die Playstation wie auch hier die XBox one x sind beide in meinen Augen krampfhaft darauf fixiert, 4K Bildausgabe zu bieten. Bei Filmen mag das durchaus verständlich sein, besonders wenn man einen 4K Fernseher besitzt. Aber bei Spielen hingegen werden die bereits existierenden Defizite gegenüber dem PC nur größer. zwar werden durch die höhere Auflösung Kanten besser geglättet, aber dadurch werden Texturen, Tesselation und andere Effekte in mitleidenschaft gezogen. Heißt soviel, dass hier Leistung in relation zur Optik verschenkt wird. In meinen Augen wäre es daher doch grundsätzlich sinnvoller sämtliche Spiele, die für die one x erscheinen so zu optimieren, dass die genannten Punkte (saubere knackige Texturen, anständige Kantenglättung, detaillierte Tesselation, sowie Schatten, Partikeleffekte usw.) so optimiert werden, dass sie in FullHD auf augenhöhe mit der vollausgereizten PC-Variante des Spiels ist, da im Falle von der XBox one X alle Titel eh auf den PC unter win10 spielbar sind, und somit der PC meist immer die bessere Wahl ist. das Hochskalieren auf 4k das können ja ohnehin die meisten 4 k fernseher, wodurch die Bildqualität bei Ihnen steigt und es besonders im Fall der PS4 Pro, keinen unterschied machen würde.
Wie steht Ihr dazu? In welchen Punkten stimmt ihr mir da zu?
Willst du bessere Effekte gibt´s wieder nur 30FPS
HDMI 2.1: Spezifikationen erst zum Jahresende, Xbox One X wohl erstes Gerat mit der Schnittstelle |
heise online
Lg