"Nicht für Konsole" - Warum WoW auch in der Microsoft-Ära auf dem PC daheim ist

Lange wurde gemunkelt, Gerüchte häuften sich, dann galt es als praktisch sicher: WoW kommt auf die Xbox - NICHT! Wir erklären euch, warum.

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"Nicht für Konsole" - Warum WoW auch in der Microsoft-Ära auf dem PC daheim ist
Quelle: Blizzard

Ihr schleppt euren vom Kapitalismus gebeutelten Handwerker-Kadaver die letzten Schritte in eure Wohnung, duscht kurz und versackt dann auf der Couch. Licht dimmen, Kaltgetränk öffnen und Füße hochlegen; die Hälfte der Woche ist schonmal rum. Wollt ihr heute noch World of Warcraft zocken? Euer Blick wandert zum Gaming-PC, scannt den teuren Drehstuhl, den kalten Schreibtisch ... und dann rollt ihr eure Augäpfel, begleitet vom leisen Knirschen trockener Tränendrüsen, wieder zur Couch zurück. Haha, nope! Jetzt ist erst mal Gemütlichkeit angesagt.

Anstatt durch die verschiedenen Erweiterungen Azeroths zu hüpfen, schlendert ihr lieber durch eine andere offene Welt, denn immerhin locken auch diverse Titel von Nintendo, Ubisoft und Bethesda mit dem Sirenengesang gechillten Gamings. Dafür braucht ihr freilich keine Konsole, es reicht bereits aus, mit einem Tastendruck den Steam-Link anzuschmeißen und mit eurem Controller in der Hand die gesamte Bedienung sowie das Gameplay selbst zu regeln - aber ohne eine umfassendere Unterstützung ist WoW in dieser Hinsicht einfach zu mühselig.

In einer anderen Zeitlinie kommt ihr vielleicht von der Schule nach Hause und habt richtig Lust darauf, irgendetwas mit euren Freunden gemeinsam zu zocken. World of Warcraft wäre jetzt echt nice ... aber eure Kumpel besitzen keine Gaming-PCs. Stattdessen steht bei vier von ihnen eine Xbox Series X neben dem Fernseher und bei dem Rest eine PS5. Auch nett, aber WoW ist damit hinfällig. Egal, dann zockt ihr eben eine Runde Elder Scrolls Online!

Das Ding kostet inzwischen so wenig wie zwei Tafeln Schokolade und kann über Konsolengenerationen hinweg miteinander gespielt werden. Für einen kurzen Moment verharrt euer Blick, etwas sehnsüchtig, auf dem gut gepflegten PC unter eurem Schreibtisch ... dann drückt ihr auf den Power-Button der Xbox.

Bereits mehr als 21 Jahre lang erfreut World of Warcraft die arbeitende, lernende, aufwachsende, stillende, spielende, und alternde Gesellschaft gleichermaßen. Freundschaften, Abenteuer, Wipes, World Firsts, brutale PvP-Niederlagen und grandiose Erfolgserlebnisse auf Retail, Classic, SoD, Plunderstorm, Remix ... und immer noch keine Konsolenversion. Aber warum? Liegt es an der alternden Engine? Der Serverarchitektur? Den geheimen Plänen der globalen PC-Snobs?

Wieso gönnt Blizzard den armen Konsolen-Kindern nicht die Freude, Azeroth zum ersten Mal zu erkunden, wenn doch scheinbar alles dafür bereit ist? Aha, aber vielleicht kann Ion Hazzikostas selbst dazu Stellung nehmen! Vielleicht ist noch nicht alles verloren! Lasst uns nur kurz das aktuelle Interview durchlesen und ... Oh. Tja, vielleicht könnt ihr euren Freunden ja einen günstigen Gaming-Laptop empfehlen, denn das Konsolen-Thema legen wir erst einmal zu den Akten.

Holly Longdale ist immer für ein Lächeln zu haben und besitzt einen makellosen Modegeschmack ... aber ihr Interview auf der Blizzcon 2023 sorgte für heilloses<br>Konsolen-Chaos. Quelle: Blizzard Holly Longdale ist immer für ein Lächeln zu haben und besitzt einen makellosen Modegeschmack ... aber ihr Interview auf der Blizzcon 2023 sorgte für heilloses
Konsolen-Chaos.

Kein World of Wohnzimmer - auch nicht auf der neuen Xbox

Microsoft konnte Blizzard bereits seit Langem ins Sammlerregal seiner hochkarätigen Anschaffungen stellen, der Gamepass fährt damit fort, ein Franchise nach dem anderen zu schlucken, und die nächste Xbox wird die Grenze zwischen PC und Konsole so weit verschwimmen lassen, dass sie kaum noch sichtbar ist - und trotz allem wird World of Warcraft felsenfest auf dem PC bleiben!

Anfang November erhielten wir die Bestätigung aus dem Mund von Ion Hazzikostas selbst, der in einem Interview mit der Website unshackledfury.com, die Frage nach einer Konsolenversion verneinte. Wir präsentieren die Antwort hier in ihrer vollen, sehr eindeutigen Pracht: "Das ist nicht der Fall. Um ganz offen zu sein: Es gibt für uns keinen Grund, irgendetwas darüber zu verheimlichen [...] Wenn wir aktiv daran arbeiten würden, World of Warcraft auf Konsolen oder eine Reihe anderer Plattformen zu bringen, würden wir sagen: 'Wir arbeiten aktiv daran. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber das ist ein Ziel, das wir erreichen wollen.' Unser Fokus liegt weiterhin auf dem PC-basierten Erlebnis."

Eindeutiger geht es in der Tat nicht mehr: Es wird, zumindest auf absehbare Zeit, definitiv keine Konsolenversion von World of Warcraft geben. Dabei war die Idee bisher nicht ganz abwegig, denn neben einigen technischen Ausrutschern gab es auch von Blizzards Seite, über die Jahre hinweg, immer wieder vorsichtige Annäherungen an das Thema. Anfang 2025 machte eine fehlerhafte E-Mail mit WoW und der Prägung "Tritt dem Gamepass bei" die Runde, die später von Blizzard korrigiert wurde, während Executive Producerin Holly Longdale selbst auf der Blizzcon 2023 in einem Interview mit der Website gamesradar.com auf die Frage nach einer WoW-Konsolenversion hin antwortete: "Natürlich! Ja, wir reden ständig darüber."

Bereits mit Patch 9.0.1 erhielt WoW eine nativen Controller-Support, der sich zwar sehen lassen konnte, aber immer noch hinter dem Add-on Console-Port zurück hing. Quelle: Blizzard Bereits mit Patch 9.0.1 erhielt WoW eine nativen Controller-Support, der sich zwar sehen lassen konnte, aber immer noch hinter dem Add-on Console-Port zurück hing. Einfachere Spezialisierungen, eine 1-Button-Rotation, eine Add-on-Anpassung und größere, auch auf die Entfernung lesbare Nameplates, integrierte Controller-Unterstützung und eine PC-Light-Xbox: Eigentlich deutete so viel auf ein Konsolen-WoW hin, dass Hazzikostas Äußerung bei vielen Spielern leichtes Unverständnis auslöst. Warum gibt es kein WoW auf der neuen Xbox und vor allem warum nicht gerade jetzt? Wäre das nicht eine gute Idee für Blizzard und Microsoft gleichermaßen?

Nun, nicht ganz. Wir gehen in diesem Artikel ein weiteres Mal auf die ewige Konsolenfrage ein und widmen uns diesem Themenbereich noch einmal deutlich intensiver, als wir es in unserer Exkursion "Wenn Raid-Add-ons sterben gehen: Die Zukunft von WoWs High-End-Content" taten. Dazu beginnen wir mit dem Hintergrund der WoW-Konsolenversion und warum sich das Gerücht selbst jetzt standhaft weigert, zu sterben. Danach gehen wir zur erbarmungslosen Mathematik geschäftlicher Realität über, erklären wie Abonnementkonzepte auf unterschiedlichen Plattformen funktionieren, und warum ein Gamepass-WoW, entgegen landläufiger Meinung, keine gute Idee für Microsoft wäre.

Uh, oh ... ist das ein Xbox-Symbol, das unter einer WoW-Meldung prangt? Die Gamepass-Ankündigung<br>bescherte Blizzard eine Menge Ärger, weil sie, für eine Falschmeldung, wirklich SEHR umfassend World of Warcraft auf der Konsole UND dem Gamepass gleichermaßen bewarb! Kein Wunder, dass die Spieler falsche Schlüsse zogen. Quelle: Blizzard Uh, oh ... ist das ein Xbox-Symbol, das unter einer WoW-Meldung prangt? Die Gamepass-Ankündigung
bescherte Blizzard eine Menge Ärger, weil sie, für eine Falschmeldung, wirklich SEHR umfassend World of Warcraft auf der Konsole UND dem Gamepass gleichermaßen bewarb! Kein Wunder, dass die Spieler falsche Schlüsse zogen.

Auch die alltäglichen operativen Probleme eines gemischten Konsolen-PC-Fahrplans, die Gestaltungsschwierigkeiten des Marketingmaterials, die technischen Hürden und die Patch-Geschwindigkeit von Blizzard stehen auf dem Speiseplan. Danach beschäftigen wir uns mit den üblichen Verdächtigen wie Final Fantasy XIV und The Elder Scrolls Online, auf die immer wieder aufgeregt mit dem Finger gezeigt wird, wenn die Sprache auf eine Konsolenvariante von WoW kommt, denn hier klappt es ja schließlich auch! MMORPG ist aber leider nicht gleich MMORPG; wir nennen euch die Gründe, warum man ESO und FFXIV nicht uneingeschränkt als Beispiel hernehmen kann.

Als Letztes gibt es einen besonderen Leckerbissen, denn wir gehen noch einmal sehr genau auf die "PC-Xbox" ein, warum auch hier ein Konsolen-Port eine schlechte Idee wäre, und decken das Endziel des Tech-Riesen Microsoft auf (Spoiler: Windows. Es ist immer Windows). Setzt euch also die ganz dünn geschliffene Juwelierslupe auf die Nase und folgt uns, während wir uns gemeinsam durch die Feinheiten des PC-Konsolen-Ökosystems vorarbeiten.

Controller Support und "Natürlich [...] wir sind jetzt Microsoft!"

Wie wir bereits angedeutet haben, gab es bisher eine so große Menge an Hinweisen, die auf eine Konsolenversion von WoW hindeuteten, dass es selbst jetzt noch sehr schwer ist, Teile der Community vom Gegenteil zu überzeugen. Die erste Saat des Wunsches nach einem Konsolen-WoW wurde in dem Moment gelegt, in dem Final Fantasy XIV auf der E3 2009 als ein PS3-exklusives Onlinerollenspiel angekündigt wurde. Spieler sahen sich das Gameplay an, informierten sich über die Mechaniken und kamen zu dem Schluss, dass es sich hierbei um ein klassisches Tab-Targeting-MMORPG handelte. Keine Action-Komponenten, ein durchaus komplexes Gameplay und ganz normale Raid-Bosse? Aha, es ging also doch!

Dabei wird gerne außer Acht gelassen, dass mit Final Fantasy XI auf der PS2 bereits im Jahr 2002 ein vollumfängliches Onlinerollenspiel auf den Markt kam, das nicht nur per Controller gezockt werden konnte - FFXI erschien sogar zwei Jahre vor World of Warcraft! Im Jahr 2013 folgten mit A Realm Reborn die tatsächlich spielbare Variante von FFXIV (sind wir mal ehrlich) sowie Elder Scrolls Online, das jedoch mit deutlich erkennbaren Action-Kampf-Elementen versehen war. Auch wenn es andere MMOs wie DC Universe, Black Desert, TERA und Neverwinter gab, waren es vor allem die großen Lizenzen Final Fantasy und Elder Scrolls, welche WoW-Spieler aufhorchen ließen.

Kein Wunder, denn der Drang, von der gemütlichen heimischen Couch aus Azeroth zu erkunden, schien mit den Jahren immer mehr zuzunehmen. Das Add-on "Console Port" erschien im Jahr 2015 und findet bis heute großen Zuspruch, denn es zeigt, dass World of Warcraft nicht nur mit einem Controller gespielt werden kann - es macht auch eine Menge Spaß!

Elder Scrolls Online bleibt, selbst mit der etwas komplexeren Subclass-Erweiterung, problemlos auf Konsole spielbar, den sechs Skills pro Actionbar sei Dank. Quelle: Blizzard Elder Scrolls Online bleibt, selbst mit der etwas komplexeren Subclass-Erweiterung, problemlos auf Konsole spielbar, den sechs Skills pro Actionbar sei Dank. Im April 2020 folgte dann eine kleine Sensation, denn in der Shadowlands-Alpha wurde zum ersten Mal durch Datamining ein nativer Controllersupport für WoW entdeckt, welcher wenig später, im Oktober desselben Jahres, offiziell auf den Servern landete. Console Port bot immer noch eine bequemere, durchdachtere Alternative, doch mit Patch 9.0.1 konnten Spieler ihre Keybinds, die Kamera sowie den Cursor, auf Wunsch ganz offiziell, per Gamepad steuern.

Im Oktober 2023 schloss Microsoft erfolgreich den Blizzard-Deal ab, sodass ab diesem Zeitpunkt in der Theorie die gesamte Spielbibliothek der Kalifornier für den Gamepass infrage kam - inklusive World of Warcraft. Eine Überlegung, die einen Monat später, durch Executive Producerin Holly Longdales inzwischen berüchtigtes Blizzcon-Interview mit der Website Gamesradar.com, Flügel erhielt. Auf die Frage des Journalisten nach einer Konsolenversion hin, antwortete Longdale mit folgendem Zitat. Lasst euch das hier auf der Zunge zergehen: "Natürlich! Ja, wir reden ständig darüber [...] Es wäre sehr unaufrichtig zu sagen, dass wir das nicht tun, [...] natürlich sprechen wir darüber. Wir sind jetzt Microsoft".

Noch wilder wird es, wenn wir uns Hollys Antwort auf eventuelle technische und logistische Probleme anschauen: "Nun, das hängt davon ab, wen man fragt. Ich glaube ehrlich gesagt nicht,[dass wir Probleme hätten]. Ich denke, wir sind ziemlich gut aufgestellt, weshalb wir auch darüber sprechen." Tja, dann wäre das ja geklärt! Wann geht es denn los, mit dem Xbox-Express? Kann ja nicht mehr lange dauern!

Die korrekten Puzzleteile, falsch zusammengesetzt

Als im März 2024 Diablo IV im Gamepass auftauchte, schien die Sache klar zu sein: Blizzard würde seine größten Geldmacher in die Vermarktungs-Strategie Microsofts einfügen; alles andere ergäbe keinen Sinn. In dem Moment, in dem der Zeiger auf Januar 2025 umschlug, explodierten die Konsolen-News schlagartig, denn eine Marketing-Email des "Offiziellen Xbox Gamepass" kündigte WoW nicht nur als Teil der Microsoft-Familie an, sondern machte zusätzlich Werbung für Plunderstorm, erwähnte WoW namentlich als Teil des Gamepasses sowie "Activisions größten Hits" und wies sogar das Xbox-Symbol im Header auf!

Wenig später stellte sich heraus, dass es sich um einen Flüchtigkeitsfehler handelte und World of Warcraft in der Tat weder im Gamepass noch für die Xbox erschien, doch das führte nur zu Spekulationen, wie einer "verfrühten Veröffentlichung" der Xbox-Kompatibilität. Egal wie oft der offizielle Xbox-Account uns auf diversen Diskussionsplattformen versicherte, dass es sich um einen Fehler handelte, die Spieler hielten an dem Konsolengedanken fest.

Im September und Oktober dieses Jahres wurden drei große Dinge bekanntgegeben, die das Konsolenfieber zusätzlich anheizten: Erstens würden mit Midnight alle externen Kampf-Add-ons entwertet, indem ihnen wichtige Informationen per "Blackbox-Methode" vorenthalten werden. Zweitens werden diese Add-ons durch Blizzard-eigene Varianten ersetzt, die ausnahmslos direkt in das Spiel integriert sind und auch Interface-Verbesserungen wie Nameplates beinhalten.

Mike Ybarra befeuerte die Konsolen-Gerüchte zusätzlich, indem er auf X (ehem. Twitter) öffentlich die Vorstellung eines Konsolen-WoW verbreitete. Quelle: Blizzard Mike Ybarra befeuerte die Konsolen-Gerüchte zusätzlich, indem er auf X (ehem. Twitter) öffentlich die Vorstellung eines Konsolen-WoW verbreitete.

Drittens werden alle Klassen mit Midnight generalüberholt, indem die "Kognitive Last verringert und [...] erzwungene Macro-Fähigkeiten entfernt" werden. Damit wird das Spiel viel zugänglicher, die Bosse nutzen besser sichtbare und verwertbare Angriffe, alle wichtigen Add-ons sind ab Werk in WoW verbacken und die Anzahl und Komplexität der Spielerfähigkeiten werden drastisch verringert. Zufälligerweise ist das exakt der Weg, den auch FFXIV ging, um eine einfache Controllersteuerung zu ermöglichen und das Spielfeld zwischen PC und Konsole auszugleichen, sodass wir heutzutage Crossplay zwischen Xbox, PlayStation, PC und Mac genießen können. Also kann das nur eines bedeuten, und zwar, dass die Ankündigung einer Konsolenversion von WoW kurz bevorsteht!

Noch besser: Ende Oktober kündigte Sarah Bond, die Präsidentin von Xbox an, dass die neuen Xbox-Konsolen (Wichtig: Plural) mittels Windows funktionieren und "nicht auf einen einzigen Store beschränkt" wären. Es folgte, aus vollem Lauf, der größte anzunehmende Unfall für jeglichen rationalen Umgang mit der Situation, denn niemand anderer als Mike Ybarra, der ehemalige Blizzard-Präsident selbst, gab auf X (ehem. Twitter) Folgendes von sich: "Zunächst einmal sind die nächsten 'Xbox-Konsolen' einfach PCs [...] vielleicht ist das der Grund, warum sie Add-ons abschaffen. Casual WoW Inc." Dann kam der November - und Ion Hazzikostas schlug die Konsolen-Tür mit Anlauf zu und nagelte einen Sicherheitsriegel davor. All die Andeutungen, eindeutigen Hinweise und logischen Schlussfolgerungen? Falsch. Willkommen zurück in der Realität.

Warum nur PC, warum gerade jetzt?

"Aber", hören wir euren Einwand, "das alles kann doch pure Verschleierungstaktik sein! Es ergibt zu diesem Zeitpunkt schlicht und ergreifend Sinn, WoW auf der Xbox herauszubringen!" Leider nicht. Hazzikostas Verneinung liegt keineswegs an der standhaften Weigerung eines verkrusteten alten PC-Elitisten, die stinkenden Massen ludditisch verklärter Konsolen-Bauern zu bedienen, sondern an mehreren wirtschaftlichen und konzerninternen Überlegungen. Wir beginnen direkt mit einer frohen Botschaft: Auf der Games Developers Conference 2025 wurde bekannt gegeben, dass im Schnitt 80 Prozent aller Spieleentwickler derzeit im PC-Sektor arbeiten und die Zahl steigt immer noch!

Der exakte Grund dafür ist derzeit unklar und wird in der Hauptsache auf Handheld-Optionen wie das Steam Deck und die ROG Xbox Ally zurückgeführt. Auch der leichte Zugang zum PC-Markt, die unglaubliche Vielfalt an Spielen und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten eines günstigen PCs gehören mit zu den Gründen. Wer ohnehin etwas aufs Geld achten muss, wird sich derzeit ganz bestimmt keine PS5 neben den Fernseher stellen - ein Indie-Spiel mit mäßigen Grafikanforderungen ist aber immer drin, wenn man ohnehin einen PC oder Laptop zur Datenverarbeitung besitzt.

Alles in allem stellt der zuvor als "Sterbende Gattung" bezeichnete PC die inzwischen, mit weitem Abstand, dominante Core-Gamingplattform dar (der Gelegenheitsspieler-Mobile-Markt ist natürlich immer noch größer). Warum sollte man also Zeit und Ressourcen in eine Xbox-Variante investieren, wenn die nächste Xbox ohnehin auch als Haushalts-PC fungiert, günstig ist und die eben genannten Budget-PCs ersetzen könnte? Microsoft wurde für diese Entscheidung auf diversen Diskussionsplattformen ausgelacht, je mehr man aber über die Branche erfährt, desto leiser wird das Gelächter.

Hinzu kommt, dass "Blizzard gehört zu Microsoft" nicht bedeutet "es ist egal, wie Blizzard das Geld reinholt". Wie in anderen Megakonzernen auch, werden die Angestelltenzahl, Budgets, Boni und Projektzahl an dem Erfolg der Marke festgemacht. Auch wenn Blizzard einen Teil Microsofts ausmacht, muss es, um nur einige zu nennen, mit Halo Studios, Obsidian Entertainment, Rare, Mojang, Bethesda, Zenimax, id Software, Activision und King um interne Ressourcen konkurrieren.

Der PC-basierte Microsoft-Store nimmt einen Verkaufsanteil von 12 Prozent, während der Xbox-Store satte 30 Prozent einstreicht - alles Geld, das Blizzard hinterher auf ihrem Microsoft-Verdienstschein fehlt, um neue Gelder und Projekte bewilligt zu bekommen. Noch schlimmer: In dem Moment, in dem World of Warcraft auf dem Gamepass auftaucht, ist das zwar für die Spieler und die Gamepass-Abteilung gut, Blizzard und Microsoft würden jedoch Verluste machen: Blizzard, weil ihnen mit einem Mal ein gigantischer Teil der Abogebühren durch die Finger rinnt, und Microsoft, weil die Spieler auf einmal nicht mehr zwei Abos bezahlen müssen, sondern nur noch eines. Das Gamepass-WoW würde das Microsoft-interne Abonnenten-Ökosystem kannibalistisch aushöhlen, ohne dass es einen angemessenen Mehrwert bietet.

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