WoW Classic: Techniktest, Grafik-Tuning und Benchmarks - Willkommen im Jahr 2005!
WoW Classic im Benchmark-Test: Rund 15 Jahre, nachdem der erste WoW-Server hochgefahren wurde, schickt uns Blizzard erneut in die alte World of Warcraft. Man sagt, alte Liebe roste nicht, doch 3D-Grafik tut das durchaus. Welche Hardware Sie für WoW Classic mit "Classic-Preset" und die optionale Maximalqualität benötigen, klärt PC Games Hardware im Benchmark-Test von WoW Classic.
In diesem Artikel
Tempus fugit, Zeit verfliegt. Gerade hatte man noch unzählige Flausen im Kopf (und war offiziell mit dem Abitur beschäftigt), nun wollen Beruf, Frau und Kind unter einen Hut gebracht werden. Ungefähr so lassen sich die vergangenen 15 Jahre aus Sicht eines typischen WoW-Spielers zusammenfassen, der aus aktuellem Anlass zurückblickt. World of Warcraft ist ein Phänomen, das es so kein zweites Mal gibt. Der Blizzard-Titel fesselte Millionen, erwirtschaftete Milliarden, beendete Beziehungen, schrieb Geschichte. Ursächlich dafür ist eine ganz spezielle Komposition aus Gameplay, der darin eingebetteten Motivationsspirale und einzigartiger Atmosphäre.
Wie alles andere, polarisiert auch World of Warcraft. Vor allem jedoch polarisiert das moderne World of Warcraft, das vielen alten WoW-Hasen zu aufgeweicht vorkommt. Tatsächlich melden sich nicht bloß ein paar verirrte Schreihälse mit dieser Meinung, es gab eine regelrechte Bewegung, die ein "WoW Classic" forderte. Was lag da näher, als den Fans genau das zu geben? Entwickler Blizzard hat die Fans erhört und am 27. August 2019 genau das wiederbelebt, was Millionen ehemaliger WoW-Spieler mit wohligen Erinnerungen verbinden. Egal, ob Sie WoW lieben oder verabscheuen: Sie haben diesen Artikel angeklickt und sind somit mittendrin!
Wir bei der PC Games Hardware begleiten World of Warcraft seit der Beta-Phase mit Artikeln. Jedes der nunmehr sieben Addons erhielt einen eigenen Techniktest zum Start. Das Hauptspiel hingegen ist so alt, dass tatsächlich noch kein zeitgenössischer Benchmark-Artikel auf der PCGH-Website existiert - allerdings viele Beiträge und Tuning-Tipps im gedruckten Monatsheft. Zeit, diesen Missstand aus der World of Warcraft zu schaffen. Sie lesen gerade den Techniktest zu WoW Classic, der Wiedergeburt von WoW.
World of Warcraft Classic: Die Technik 2004 ...
In den Vereinigten Staaten von Amerika öffneten die WoW-Server bereits am 23. November 2004 ihre Tore, weshalb man etwas vorauseilend von "15 Jahre WoW" spricht. Die EU-Server wurden erst am 11. Februar 2005 hochgefahren, sofern man die großangelegten und bereits hochgradig süchtig machenden Beta-Phasen ausklammert. Da sich ein Mammutprojekt wie WoW nicht über Nacht entwickelt, ist klar: Im Kern ist World of Warcraft steinalt. Dennoch wusste die In-house-Engine bei Release mit einem durchaus gefälligen Mix aus Optik und Performance zu gefallen, immerhin wurde eine gigantische Welt voller Spieler und Nichtspielercharaktere weitgehend ohne Ladezeiten dargestellt. Dass dabei nicht der Techlevel von Far Cry, ebenfalls 2004 erschienen, erreicht werden konnte, ist plausibel. Vermutlich wäre WoW mit High-End-Grafik niemals so erfolgreich geworden, da ein Großteil der Spieler sich vor lauter Ruckeln abgewendet hätte.
Wie alt World of Warcraft wirklich ist, wird mit dem folgenden Satz klar: Der Autor dieser Zeilen hat WoW zeitweise mit einer Voodoo 3 gespielt.
Wie alt und kompatibel World of Warcraft - das echte "Classic", welches noch nicht "Classic" hieß - wirklich ist, wird mit dem folgenden Satz klar: Der Autor dieser Zeilen hat WoW zeitweise mit einer Voodoo 3 gespielt. Diese 3dfx-Grafikkarte feierte im Frühling ihren 20. Geburtstag, bringt 16 MiByte SDR-SDRAM mit und beherrscht eine maximale Farbtiefe von 16 Bit bei bestenfalls 256×256 Pixel großen Texturen. Das spricht nicht nur für eine große Leidensfähigkeit des Spielers, sondern auch für große Gnade seitens der Engine. Denn ausgelegt war WoW auf wesentlich stärkere Hardware mit einer hardwareseitigen Transformations- und Beleuchtungseinheit (T&L), um die weitläufigen Welten ruckelfrei darzustellen. Tatsächlich unterstützte WoW sogar Pixel-Shading, wenngleich die Effekte eher rudimentär ausfallen, beispielsweise für Glanzeffekte bei Mondlicht.
Zum US-Release von WoW aktuell waren Nvidias Geforce 6800 Ultra und, kurz nach dem Start der Server, Atis Radeon X850 XT-PE. Unter Spielern verbreiteter waren indes Modelle der Vor-Vorgänger-Serien, beispielsweise Radeon 9800 Pro und Geforce FX 5700 Ultra. 3dfx gehörte schon damals in die Retro-Ecke, wenngleich ein paar eiserne Voodoo-5-Nutzer mit reduzierter Sichtweite ebenfalls Spaß haben konnten. Prozessorseitig waren Ende 2004 noch Single-Core-Chips an der Macht, mit einem bevorstehenden Umbruch. Wer einen AMD Athlon 64 FX-53 oder Intel Pentium 4 Gallatin mit 3,4 GHz sein Eigen nennen konnte, gehörte zur Elite. Eher anzutreffen waren Modelle wie der Athlon XP 2500+ oder Pentium 4 Northwood mit 2,8 GHz. Diese genügten für WoW abseits sporadischer Raids auch vollkommen. Doch das ist lange her.
... und im Jahr 2019
Für WoW Classic haben die Entwickler alle alten Assets wiederbelebt und laut eigener Aussage an exakt dieselben Koordinaten gestellt. Alte Sounds, das alte User-Interface, alles ist wie damals - mit einer wichtigen Ausnahme: den Hardware-Anforderungen. Das damalige Niveau wird um mehrere Faktoren und Generationen überboten, vermutlich auch um Support-Anfragen zu entgehen. Mit einem Gigahertz-Athlon und Geforce-2-Grafikkarte startet WoW Classic nicht mehr. Das war zu erwarten, denn Blizzard hat das alte Spiel im neuen Technik-Grundgerüst nachgebaut, welches unzählige Modernisierungsmaßnahmen hinter sich hat. Seit einem der letzten Addons gehört beispielsweise die Befehlssatzerweiterung SSE2 zur Grundvoraussetzung, was die allermeisten Retro-Systeme aussperrt, und auch Windows XP wird nicht mehr unterstützt. WoW Classic an einem zeitgenössischen PC? Eine naheliegende Idee, die mit dem offiziellen Client nicht umsetzbar ist. Wie World of Warcraft noch vor sechs Jahren auf einer Voodoo-Grafikkarte lief, demonstriert das folgende Video:
Zurück zur Gegenwart. Die offiziellen Systemvoraussetzungen für WoW Classic bestehen aus einem Core 2 Duo E6600 (Baujahr 2006) nebst Geforce 8800 GT (Baujahr 2007), während als Betriebssystem mindestens Windows 7 x64 installiert sein muss. Das dürfte alt genug sein, um jeden ernsthaften Interessenten abzuholen. Wir steigen für diesen Techniktest nicht ganz so tief herab, werden aber ein paar ältere Grafikkarten als üblich mittesten.
"Classic"-Preset oder mehr
Alle technischen Verbesserungen aufzuzählen, die WoW im Laufe der Jahre durchlebt hat, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, daher beschränken wir uns auf die wichtigsten Errungenschaften. Mit der Zeit wurde die Engine nicht nur mehrkernfähig und 64-Bit-tauglich, sondern machte auch die Schritte Richtung DirectX 11 und schließlich DirectX 12. Neben dramatisch erhöhter Objektdichte fanden auch erweitertes Pixel-Shading inklusive Ambient Occlusion und God-Rays sowie verbessertes Shadow-Mapping ihren Weg in den Renderer - neben deutlich verbesserten Texturen für die hinzugekommenen Welten. All das haben die Entwickler bei Blizzard mit echten PC-Gimmicks wie zahlreichen verschiedenen Anti-Aliasing-Modi und auch einer veränderlichen Render-Skalierung (zwecks Downsamplings) garniert. Wer sich genauer für die Änderungen im Laufe der Zeit interessiert, liest diese am besten in den zeitgenössischen PCGH-Artikeln nach.
Im Gegensatz zu WoW 8.x - Battle for Azeroth - lässt sich WoW Classic nicht unter DirectX 12 spielen, es steht lediglich DirectX 11 zur Verfügung. Auf die mit DX12 verbundene Prozessorentlastung kann folglich nicht zurückgegriffen werden. Das ist auf modernen PCs auch nicht notwendig, WoW Classic läuft zumindest mit dem Classic-Preset wie die sprichwörtliche Butter in der Sonne. Apropos.
WoW Classic lässt sich mit der gleichen Grafik spielen wie das alte WoW. Dafür haben die Entwickler ein spezielles "Classic"-Preset in den Grafikoptionen bereitgestellt: Stufe 3 entspricht Classic. Alles, was darüber hinaus geht, ist hübscher als Classic. Dabei gilt es anzumerken, dass die Classic-Voreinstellung beispielsweise keinen Anti-Aliasing-Modus einstellt und den anisotropen Filter nur auf 2x setzt. Beides konnten WoW-Spieler damals nach Gusto hochsetzen. 6× MSAA und 16:1 AF waren auf damaligen High-End-Grafikkarten kein Problem. Die damals übliche Auflösung war jedoch noch nicht Full HD, sondern 1.680 × 1.050 Pixel und darunter.
Die folgenden Vergleiche zeigen das Classic-Preset im Vergleich mit "all in", also allen möglichen Verbesserungen sowie höherer Auflösung. Deutlich zu erkennen sind unter anderem die höhere Objektdichte bzw. Detaildarstellung, die Ambient Occlusion sowie die wesentlich verbesserte Schattendarstellung. Der generelle Look ist unangetastet, was von Entwicklern und Fans gleichermaßen gewünscht ist:
Gigantische Verbesserungen gab es hingegen über die Jahre bei den neu hinzugekommenen Welten. Hier sieht man deutlich, dass die Entwickler Gebrauch von den neuen Möglichkeiten (64 Bit Adressraum, Mehrkernnutzung und zuletzt DirectX 12) gezogen haben. Vergleichen wir einmal Dun Morogh aus WoW Classic mit der neuen Welt aus Battle for Azeroth - vor allem die Polygonzahl dürfte sich vervielfacht haben:
World of Warcraft Classic: Grafiktuning
Aus den genannten Erkenntnissen ergeben sich viele Ansatzpunkte, um die Grafik von WoW Classic zu verbessern. Echte Nostalgiker spielen mit dem Classic-Grafikpreset, alle anderen erfreuen ihre Augen mit den möglichen Zusatzeffekten, maximaler Kantenglättung und, im Falle moderner Grafikhardware, erhöhter Auflösung mittels Renderskalierung ("Downsampling"). All das erhält den ursprünglichen Look, reduziert aber Flimmern und Texturbrei und wird von jeder halbwegs modernen Grafikkarte gestemmt. Im eingebetteten Video gehen wir noch etwas genauer auf die Effekte und das spielinterne Supersampling ein. WoW endlich flimmerfrei - davon konnten Spieler 2005 nur träumen.
Da WoW Classic die DX11-Schnittstelle verwendet, ist es theoretisch ein dankbarer Kandidat für Shader-Injektionen im Stile von Reshade. Gerade die vielfältigen Nachschärfungsmöglichkeiten bieten sich an, um den WoW-Texturen etwas höhere Kontrastwerte zu spendieren. Wir raten jedoch ausdrücklich davon ab, WoW mithilfe einer derartigen Software zu bearbeiten, da das als Cheating oder unerlaubte Dateimodifikation angesehen werden und somit zu einer Accountsperrung führen kann. Die Anwendung erfolgt somit ausdrücklich auf eigene Gefahr! Frischgebackene Nutzer einer Radeon RX 5700 (XT) haben zumindest theoretisch eine potente Alternative im Treiberlieferumfang: Radeon Image Sharpening, kurz RIS. Das Problem dabei ist, dass RIS derzeit nur unter DX12, DX9 und Vulkan nutzbar ist, ausgerechnet das weitverbreitete und von WoW Classic genutzte DX11 fehlt. RIS kann jedoch im modernen WoW, Battle for Azeroth, ausprobiert werden. Möglicherweise implementiert AMD bereits im Dezember-Treiber, bekannt für neue Funktionen, RIS für DX11.

Ich brauche kein WoW2, die Wahrscheinlichkeit, daß es die Erwartungen nicht erfüllen kann ist einfach zu groß, genau deswegen läßt Valve auch die Finger von HL3, kann man nur mit scheitern, der Hype wäre einfach zu groß. Ich genieße erst mal weiter Classic.
Und ein Eintopf schmeckt auch am nächsten Tag oft sogar besser als am ersten
2006 war Ragnaros einfach ein unfassbar geiler Raidboss, nicht unbedingt von den Mechaniken, aber von der Präsentation, der Machart, alleine der Größe. 2019 ist das stumpf, damals war das ein echtes Erlebnis.
Da stand ich dann im Raum und der Executor wurde angesprochen. Dann spawnte Ragnaros und mir klappte die Kinnlade runter. Ich war so beeindruckt das ich gleich mal vergessen hatte aus irgendeinem Effekt zu laufen, jedenfalls war ich ziemlich schnell tot und mir war das ziemlich peinlich. Da es aber eh einen Wipe gab fiel das glücklicherweise nicht weiter auf. Im zweiten Versuch wurde ich mit einem anderen zusammen so hoch geschleudert das man uns nicht rezzen konnte. Da haben wir gelacht. Im dritten Versuch lag er dann. Und es droppte die "Klinge des Verderbens". Und der "Chef" der Schurken im Raid, der wie ich mit Dolchen gespielt und Anrecht darauf gehabt hätte passte einfach für mich. Meine, ich bräuchte die dringender als er. Ich wusste echt nicht was ich sagen sollte. Ich war neu udn der überläßt mir einfach diese Waffe. Der dritte Schurke im Raid war auf Schwert und hatte auch keinen Einwand. Und dann dauerte es viele Runs bis der Dolch nochmal droppte.
Dieses ganze Erlebnis hat mich nachhaltig geprägt, ich war dann sehr lange in dieser Gilde und bin mir ihr durch Höhen und Tiefen gegangen, habe klaglos unzählige Wipes miterlebt, auch in späterer Zeit nie einen Termin geschwänzt, immer mein Wort gehalten. Bis zu den Anfängen von Naxxramas sind wir gekommen. Es war eine tolle Zeit von der ich nicht mal zu hoffen wage, daß ich sie jetzt mit Classic reproduzieren kann, daher versuche ich es erst gar nicht, ich versuche neue Erfahrungen jetzt zu machen. Seit BC war ich Paladin (bis einschließlich Dreanor Heiler, in Legion Tank, BfA habe ich nciht mehr gespielt), weil mich die Klasse immer interessiert hatte, ich mich damals aber als Neuling nicht drangetraut hatte.
Jetzt spiele ich daher einen Paladin im "Masochisten-Modus" (auch in der Questphase voll auf Heilung geskillt und nur sporadische Instanzruns). Der bringt mir auf diese Weise Gelassenheit, Umsicht und das Auge für meine Mitspieler bei und ich genieße es wirklich sehr. Er ist bereits auf Level 32 ein echt zäher Kerl, der zwar langsam seine Gegner niederringt, aber erstaunlich viel aushält. Ich habe sogar schon Quests solo machen können, an denen andere Klassen trotz höherem Level gescheitert sind. Es ist ein völlig anderes Spielerlebnis als damals mit dem Schurken und doch auch vertraut. Ich bin einfach begeistert
2006 war Ragnaros einfach ein unfassbar geiler Raidboss, nicht unbedingt von den Mechaniken, aber von der Präsentation, der Machart, alleine der Größe. 2019 ist das stumpf, damals war das ein echtes Erlebnis.
Die 3 Level hättest du dich durchbeißen sollen.
Dann wäre der Frust auch nicht so groß wie jetzt.
Das Spiel ist gut gealtert. Einige Texturen waren aber vor 15 Jahren schon Matsch. Schade das Blizzard da nicht mal die Texturen ausgetauscht hat. Dürfte doch nicht so schwer sein?