Wolfenstein 2 im ersten Technik-Test: Shooterfest mit Vega-Stärke, Vulkan only! [Update mit GTX 1070 Ti]
Update mit GTX 1070 Ti: Die in Wolfenstein 2 genutzte id Tech 6 (Doom) macht Nägel mit Köpfen und setzt voll auf die moderne Vulkan-API - Open GL hat offenbar ausgedient. Und mit der neuen API unterstützt Wolfenstein 2 außerdem ein fettes optionales Feature-Paket moderner Rendertechniken. Async Compute, Rapid Packed Math und eine Vielzahl schicker Effekte inklusive.
Update vom 03. November: Über Nacht fand ein weiterer Patch für Wolfenstein 2 seinen Weg auf Steam. Dieser soll unter anderem die Grafikfehler am Himmel beseitigen, welche erst mit dem vorhergehenden Patch Einzug hielten, und außerdem die Leistung steigern. Beides können wir bestätigen: Die Skybox wird nun wieder sauber dargestellt (siehe Bildvergleich unter diesem Text) und bei unserer Stichprobe mit einer Radeon RX Vega 56 läuft das Spiel etwas besser als mit der Patchversion zuvor - in Ultra-HD-Auflösung steigt die Bildrate von 48,9 auf 50,4 Fps. Zugänglich ist der neue Code über den Beta-Tab von Steam: Rechtsklick auf Wolfenstein 2 - Eigenschaften - Betas - publicbeta.
Update vom 02. November: Sie finden nun auch die Leistungswerte einer Geforce GTX 1070 Ti (Test) im Benchmark von Wolfenstein 2. Beim getesteten Modell handelt es sich um eine Asus GTX 1070 Ti ROG Strix Advanced, welche mit einem Boost von rund 1,9 GHz ans Werk geht. Die Karte ist farblich hervorgehoben.
Update vom 27. Oktober: Zahlreiche weitere Grafikkarten haben den Weg in den Benchmark gefunden. Da Wolfenstein 2 nach Grafikspeicher giert - obwohl wir "nur" mit dem Ultra-Preset und nicht etwa maximalen Details testen - haben wir, wie zuletzt bei Mittelerde: Schatten des Krieges, einige Grafikkartenmodelle zweimal getestet. Die eine Variante kennen Sie aus allen PCGH-Benchmarks, die zweite verfügt über die doppelte Speicherkapazität. Betroffen sind die Radeon R9 280X und die Geforce GTX 780. Sie werden sehen, dass sich 6 anstelle von 3 GiByte enorm auszahlen - eventuell ein Anreiz, beim nächsten Grafikkartenkauf etwas weiter nach vorne zu schauen?
Wir konnten den Tag kaum abwarten, so gespannt waren wir auf den neuen Shooter der altgedienten Wolfenstein-Reihe. Dieser ist eine direkte Fortsetzung von Wolfenstein The New Order aus dem Jahre 2014. Sie übernehmen die Rolle des Serien-Haudegens B.J. Blazkowicz und ballern sich in der Einzelspielerkampagne durch vielfältige Umgebungen, darunter enge Korridore, geheime unterirdische Basen oder an Bord von Luftschiffen wie U-Boote. Diese Umgebungen sind dabei häufig recht offen gestaltet, können also erkundet und auf verschiedene Weisen in Angriff genommen werden, und erinnern sowohl an Wolfenstein The New Order, als auch an Doom von 2016. Dazu kommen jedoch auch einige recht große, offene Szenarien, darunter das zerstörte New York, das Wüsten-Städchen Roswell oder das sumpfige New Orleans.
Wolfenstein 2 The New Colossus - id Tech 6 mit neuen Features, Vulkan only
Für den technischen Unterbau kommt die id Tech 6 in der aktuell modernsten Ausbaustufe zum Einsatz - intern trägt die Version die Bezeichnung id Tech 6.5.0. Die Engine setzt voll auf die Vulkan-API, einen alternativen Renderpfad bietet zumindest unsere Testversion nicht an. Wir sagen: Gut so, denn so können alte Open-GL-Fäden abgetrennt, und die gesamten Ressourcen bei der Entwicklung in die neue API gesteckt werden. Und einen wirklichen Grund, Open GL vorzuziehen, gibt es im Prinzip nicht. Dass Vulkan bei sachgemäßer und kundiger Handhabung gegenüber Open GL Performance-Vorteile bringen kann, die zum Teil sehr beträchtlich ausfallen können, wurde schon unzählige Male anhand Doom dokumentiert.
Wolfenstein 2 The New Collossus ist sogar noch etwas moderner und bietet im üppigen Grafikmenü diverse Render-Techniken. Einige darunter sind Vulkan- und Direct-X-12-spezifisch, etwa Asynchronous Compute oder GPU-Culling. Eine Option, den Renderer vom auch in Doom genutzten Forward-Deferred-Hybid-Ansatz komplett auf Deferred-Rendering zu wechseln, existiert obendrein. Dazu nutzt Wolfenstein 2 viele der bereits aus Doom bekannten Effekte und Techniken, darunter physikbasierte Materialien - die nun offenbar einen etwas anderen Ansatz bei der Texturierung nutzen, die für die Engine typischen Megatextures liegen nun als deutlich kleinere Dateibündel vor - eine Globale Beleuchtung, schicke volumetrische Licht- und Nebeleffekte samt interagierendem Lighting-Modell, sehr ansehnliche Partikeleffekte samt beeindruckendem Kollisionsmodell, feine Screen-Space-Reflections, eine sehr saubere Bokeh-Tiefenschärfe sowie die hochqualitative Bewegungsunschärfe.
Dazu kann die anisotrope Filterung für gleich vier unterschiedliche Texturtypen definiert werden, neben FXAA, SMAA sowie temporaler Varianten dieser Post-Processing-Verfahren steht außerdem ein reguläres TAA zur Verfügung sowie das hocheffiziente und extrem sauber arbeitende Temporale Supersampling (TSAA) der id Tech 6. Die von uns während mehrerer Preview-Events noch bemängelte Überschärfung des Bildes ist nun optional und kann mittels Regler angepasst werden, cineastische Filter wie Chroma-Abweichung und Filmgrain können obendrein deaktiviert werden. Und außerdem verfügt Wolfenstein 2 über eine Auflösungsskalierung, die auf Wunsch auch adaptiv wirkt - die Auflösung wird also je nach Leistung dynamisch angepasst - wie man es von den Konsolen kennt. Das Optionsmenü ist dermaßen dick gepackt, dass wir in diesem ersten Test bei Weitem nicht auf alle interessanten Optionen eingehen können. Ein Nachfolgeartikel, der sich mit diesen Einstellungen sowie Performance-Tuning beschäftigt, ist für die kommenden Tage bereits eingeplant.
Wolfenstein 2 - Sehr gute Performance, sowohl mit Nvidia als auch AMD
Für unsere Benchmarks haben wir uns eine fortgeschrittene Spielszene ausgesucht. Die ersten Spielstunden verbringen Sie weitestgehend in Gebäuden und Komplexen, deren größere Hallen mit engen Gängen vernetzt sind. Erst nach etwa zwei bis drei Stunden gelangen Sie in das erste der offeneren Szenarien. Das zerstörte Neu York wartet mit einer für die id Tech 6 sehr hohen Weitsicht auf, dazu strotzt das Level von komplexer Geometrie, praktisch sämtliche Effekte von Screen-Space-Reflections bis volumetrischem Nebel kommen zum Einsatz. Um in Ruhe Messungen anfertigen zu können, haben wir das Areal zuvor von Gegnern gesäubert. Wir laufen 20 Sekunden den Pier entlang, die Treppe hinauf und durch die verwinkelten, von Schutt und Geröll bedeckten Gassen, während sich die stählernen Skelette der Wolkenkratzer um uns herum in den Himmel recken und dort schicke Godrays aus der volumetrischen Beleuchtung schälen.
Wir messen mit Ultra-Details, dieses funktioniert in Zusammenhang mit 4-GiByte-GPUs noch gut - wobei es in höheren Auflösungen schon zu Rucklern und Aussetzern kommen kann. Es existieren zwei darüberliegende ("Extrem" und "Mein Leben!"), welche die Schattenauflösung sowie die Texturdarstellung in Form eines höheren Streaming-Budgets verfeinern. Dies kostet allerdings neben reichlich Leistung außerdem Speicher - und spätestens im offenen Szenario von Neu York bricht die Performance mit diesen Voreinstellungen kräftig ein. Aufgrund der Vulkan-API nutzen wir für die Benchmarks nicht etwa Fraps, welches die Zusammenarbeit verweigert, sondern greifen auf das von AMD im Rahmen des "GPU Open"-Programms vorangetriebene Tool OCAT zurück. Deshalb gilt zu beachten:
Wir nutzen mit dem Tool OCAT eine Software, die nicht (!) wie etwa von Fraps gewohnt Minimum-Fps ausgibt, sondern die 99th-Percentile Frametime. Aus diesem Wert haben wir den Min-Fps-Wert kreiert (1.000/Frametime = Frames pro Sekunde).
Wolfenstein 2 The New Colossus - GPU's
|
|
|
-
Resolution/AA (1 von 4)
-
0 von 20 Produkten sichtbar
Die Grafikkarten-Testmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.
Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks.
Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen. Auch die Radeon RX Vega 56 ist derzeit nur in Referenzbauweise verfügbar, sodass wir ein solches Modell testen, bis OC-Versionen der Hersteller erscheinen.
Wolfenstein 2 The New Colossus - Vorläufiges Fazit
Das neue Wolfenstein hat definitiv das Zeug dazu, der beste Teil der Reihe zu werden. Bei der Evaluation der Benchmarkszene, bei der wir die ersten 2-3 Stunden des Spiels erkundeten, hatten wir nicht nur sehr viel Spaß, sondern staunten gleichermaßen über Optik und Performance. Dass nun erstmals in einem Mainstream-PC-Titel ausschließlich auf die Closer-To-The-Metal-API Vulkan gesetzt wird, kann außerdem als Fortschritt gewertet werden - alter API-Balast muss nicht weiter verschleppt werden, die Engine kann die vollen Vorzüge der Schnittstelle nutzen, sofern die Hardware diese Features unterstützt. Einige Kleinigkeiten störten bei unserer Testversion noch, so kam es beim Benchen mehrfach zu Abstürzen, was offenbar auf zu wenig Videospeicher oder zu häufigen Auflösungswechsel zurückging. Während dem regulären Spielen lief Wolfenstein 2 dagegen vollkommen stabil und sehr geschmeidig. Es bietet sich außerdem noch an, Wolfenstein 2, dessen Performance und Features noch etwas genauer auf den Grund zu gehen. Das werden wir, bis es soweit ist, können Sie sich aber in den kommenden Tagen zuerst einmal auf weitere Grafikkarten-Benchmarks freuen.