Made in Germany: Quantencomputer läuft live an der Steckdose

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Made in Germany: Quantencomputer läuft live an der Steckdose
Quelle: SaxonQ

SaxonQ hat auf der Hannover Messe 2026 mit den QC2026 Dual Core den ersten mobilen Dual-Core-Quantencomputer der Welt vorgestellt, welcher sich live und ohne Speziallabor einfach direkt an der Steckdose betreiben lässt.

Es gibt Momente, in denen Technologiegeschichte nicht in sterilen Laboren und Reinräumen geschrieben wird, sondern inmitten des Messetrubels - vor staunenden Ingenieuren, Industrievertretern und Journalisten. Genau so ein Moment ereignete sich am 21. April auf der Hannover Messe 2026: Das Quantencomputing-Start-up SaxonQ aus Leipzig hat dort seinen neuen QC2026 Dual Core erstmalig öffentlich im Betrieb präsentiert und das unter besonderen Umständen.

Wir haben einen weiteren Schritt zur Miniaturisierung von Multi-Core-Quantensystemen gemacht und den Quantencomputer einer Realisierung im Chipmaßstab näher gebracht.

— Prof. Marius Grundmann, Mitgründer und Geschäftsführer von SaxonQ

Der SaxonQ QC2026 Dual Core (PDF), dessen neuartige Dual-Core-Architektur eine Gesamtleistung von bis zu 10 Qubit erreicht, wurde unter Bedingungen vorgestellt, die kaum unspektakulärer klingen könnten: Der Dual-Core-Quantencomputer lief schlicht an einer gewöhnlichen Steckdose. Kein flüssiges Helium, keine abgeschotteten Supraleiterlabore, keine Kühlung, die ganze Hallen in Beschlag nimmt.

Zwei Quantenprozessorkerne für unbegrenzte Skalierung

Der QC2026 Dual Core ist die dritte Generation der mobilen Quantencomputer von SaxonQ und markiert einen technologischen Generationensprung. Das System arbeitet mit zwei vollständig unabhängig steuerbaren Quantenprozessoren, sogenannten QPUs ("Quanten Processing Units"), mit jeweils 5 Qubits.

SaxonQ QC2026 Dual Core (1) Quelle: SaxonQ Die beiden Kerne können simultan parallele Quantenoperationen ausführen - ein Konzept, das an den historischen Sprung von Single-Core- zu Multi-Core-CPUs in der klassischen PC-Welt erinnert. Diese Parallele ist kein Zufall: SaxonQ demonstriert mit dem Dual-Core Quantencomputer, dass ihre Technologie prinzipiell auf beliebig viele Kerne skalierbar ist. Multi-Core-Quantencomputing auf Chip-Niveau und damit im breiten Industrieeinsatz ist das erklärte Ziel des Unternehmens aus Leipzig.

Stecker rein, Quantencomputer läuft

Genau das ist der Knackpunkt, der SaxonQ von vielen seiner Wettbewerber unterscheidet. Während andere Anbieter ihre Quantensysteme unter extremsten Bedingungen nahe dem absoluten Nullpunkt betreiben müssen, setzt das Leipziger Unternehmen auf Diamant-basierte Qubits, die auch bei Raumtemperatur stabil funktionieren. Keine Kryotechnik, keine Millionen Euro für Infrastruktur. Der Quantencomputer ist "mobil, robust und praxistauglich". Die maximale Leistungsaufnahme des QC2026 Dual Core beträgt nur 600 Watt.

SaxonQ QC2026 Dual Core (2) Quelle: SaxonQ SaxonQ QC2026 Dual Core (3) Quelle: SaxonQ

Hinzu kommt eine komplett überarbeitete Auslesetechnologie, die die Rechengeschwindigkeit des Systems gegenüber der Vorgängergeneration spürbar nach oben treiben soll. Auch Qubit-Genauigkeit und Systemstabilität wurden nach Unternehmensangaben nochmals deutlich verbessert.

Beim Rennen um den ersten industriell breit nutzbaren Quantencomputer ist die Skalierung der entscheidende Faktor. Unsere Qubits in Diamant laufen bereits seit Jahren stabil in jeder Umgebung.

In der neuen Generation haben wir nicht nur die Rechenleistung deutlich erhöht, sondern auch die Genauigkeit der Qubits und die Stabilität des gesamten Systems noch einmal signifikant verbessert.

— Prof. Marius Grundmann, Mitgründer und Geschäftsführer von SaxonQ

Mitgründer und Geschäftsführer Prof. Marius Grundmann macht keinen Hehl aus der Tragweite des Moments: Beim Rennen um den ersten industriell breit nutzbaren Quantencomputer sei die Skalierung der entscheidende Faktor.

Allein, dass wir im fünften Jahr der Firmengeschichte schon die dritte Generation Quantencomputer vorstellen, ist ein enormer Erfolg unseres Teams. Wir sprechen hier nicht über Theorie oder Geräte, die nur in perfekter Laborumgebung funktionieren.

Wir zeigen, dass die Technologie schon bald in der Energieversorgung, der medizinischen Forschung, bei Künstlicher Intelligenz und vielen anderen Industrien den entscheidenden Vorteil bringen wird.

Der Weg zum Quantencomputer auf dem Chip und damit in der breiten industriellen Anwendung ist mit dem Dual-Core-System ein ganzes Stück kürzer geworden.

— Dr. Frank Schlichting, Geschäftsführer von SaxonQ

Keine Theorie, keine Laborexoten - sondern Hardware, die heute schon unter realen Bedingungen funktioniert. Konkrete Anwendungsfelder sieht Schlichting vor allem in der Energieversorgung, der medizinischen Forschung, bei Künstlicher Intelligenz und in zahlreichen weiteren Industrien, betonte Geschäftsführer Dr. Frank Schlichting.

Leistungsdaten und Spezifikationen

Laut dem technischen Whitepaper (PDF) des SaxonQ QC2026 Dual Core teilt sich die Leistung wie folgt auf:

SaxonQ QC2026 Dual Core Quelle: SaxonQ

  • Prozessorkerne: 2 parallel arbeitende Quantenprozessoren ("QPUs").
  • Qubits: Bis zu 5 Qubits pro Kern, die entweder getrennt für unterschiedliche Aufgaben oder gekoppelt genutzt werden können.
  • Rechengeschwindigkeit: Mehr als 10-mal schneller als die erste Generation von SaxonQ.
  • Gatter-Fidelität (Genauigkeit):
    • Single-Qubit-Gates: Bis zu 99,92 %.
    • Two-Qubit-Gates: 97,0 % (simuliert werden künftig über 99 % angestrebt).
  • Infrastruktur & Verbrauch: Benötigt keinerlei kryogene Kühlung. Die Leistungsaufnahme liegt bei gerade einmal 600 Watt an einer herkömmlichen Steckdose.

Proof of Concept mit Ansage

Wer Quantencomputing noch immer als ferne Zukunftsvision betrachtet, sollte mal einen Blick nach Leipzig riskieren. SaxonQ liefert mit dem QC2026 Dual Core keinen Prototyp für die Vitrine, sondern ein System, das an der Steckdose hängt und schon rechnet. Das ist kein Marketing - das ist ein Proof of Concept mit Ansage.

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Quelle: SaxonQ

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rigoinio Schraubenverwechsler(in)
        Viel wichtiger die Frage:
        Can it run Crysis?
      • Von Rigoinio Schraubenverwechsler(in)
        Viel wichtiger die Frage:
        Can it run Crysis?
      • Von Ulathar Freizeitschrauber(in)
        Alles schön und gut, bzw. technisch beeindruckend aber was heißt das konkret?
        Wie schnell kann das Ding bestimmte Aufgaben rechnen im Vergleich zu aktuellen CPUs? 600 Watt ist jetzt auch nicht wenig im Vergleich zu Ner klassischen CPU.
        Mir als Laie fehlt da komplett der Bezug zum das einordnen zu können.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        KI und Quantenmechanik werden sich irgendwann nicht mehr gegenseitig ausschließen, sondern als Einheit funktionieren. Beides steckt noch in den Kinderschuhen und diese Nachricht zeigt, daß sich hier doch etwas bewegt, was auf den ersten Blick banal, allerdings in meinen Augen wie eine kleine Revolution aussieht. Ähnlich den Hausgrossen Röhren Computer der 50er Jahre zur Transistoren Generationen in Schrankgrösse. Bis zum Desktop ist noch ein weiterer Sprung nötig.

        Am Rande, chinesische Firma in Deutschland zeugt beeindruckend, wie weit sich bisherigen Regeln verschoben haben.
      • Von wakey PC-Selbstbauer(in)
        Aja, hab mich schon gewundert was aus Quantencomputing geworden ist, wurde ja auch komplett vom KI-Boom überschattet.
        Aber ich möchte jetzt auch mal Wissen was bis jetzt tatsächlich praktisch nutzbares damit berechnet worden wäre.
        Große Durchbrüche scheints ja diesbezüglich in letzter Zeit nicht gegeben zu haben.
        Wobei ich lustig fand, dass das Designen von Algorithmen für Quantencomputer ironischerweise zu neuen mathematischen Lösungen für Binärcomputer geführt haben soll.
        Lohnt sich wohl, sich hin und wieder mal in angrenzenten Bereichen umzusehen.
      • Von Tamrocko Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Weckt mich auf wenn irgendein Quantencomputer mal irgendwas nützliches gemacht hat. Bisher sind die Fehlerquoten Größenordnungen zu hoch um irgendwas sinnvolles damit machen zu können. Und es ist auch nicht absehbar dass sich das in den nächsten Jahren oder auch Jahrzehnten ändert.
        Aber der Finanzierung willen werden wir natürlich weiter regelmäßig von "Durchbrüchen" lesen die nichts an der Nutzlosigkeit dieser Produkte ändern.
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