Neben Klimawandel und Artensterben: Sauerstoffverlust könnte eigene planetare Belastungsgrenze bekommen

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Neben Klimawandel und Artensterben: Sauerstoffverlust könnte eigene planetare Belastungsgrenze bekommen
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT

Ozeane, Seen und Flüsse verlieren Sauerstoff. Ein neues Review ordnet die Folgen nun in das Modell der planetaren Grenzen ein und schlägt vier Messgrößen für eine mögliche zusätzliche Grenze vor.

  • Ozeane, Seen und Flüsse verlieren zunehmend gelösten Sauerstoff.
  • Ein neues Review verknüpft die Entwicklung mit allen neun planetaren Grenzen.
  • Forscher schlagen deshalb eine eigene Grenze vor - doch entscheidende Fragen sind offen.

Ozeane, Seen, Flüsse und andere Gewässer verlieren zunehmend gelösten Sauerstoff. Ein internationales Forschungsteam schlägt deshalb vor, die sogenannte aquatische Desoxygenierung künftig als eigene planetare Belastungsgrenze zu behandeln. Der Sauerstoffverlust würde damit neben Prozessen wie Klimawandel, Artensterben, Ozeanversauerung und Veränderungen der Süßwassersysteme stehen.

Keine neue Entdeckung des Sauerstoffverlusts

Dass der Sauerstoffgehalt in vielen Gewässern sinkt, ist durchaus schon eine Weile bekannt. Nach Angaben des europäischen Meeresdienstes Copernicus hat der globale Ozean seit den 1950er-Jahren knapp zwei Prozent des in sich gelösten Sauerstoffs verloren. Und bis zum Jahr 2100 könnten dann je nach Entwicklung bis zu sieben Prozent hinzukommen. Regional könnten die Veränderungen sogar noch deutlich stärker ausfallen.

Eine zentrale Ursache soll dabei die Erwärmung des Gewässers sein. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen als kaltes. Zeitgleich verstärkt die Erwärmung häufig die Schichtung des Wassers, wodurch dann noch weniger Sauerstoff aus oberflächennahen Bereichen in tiefere Schichten gelangen.

Neben den sinkenden Sauerstoffwerten gibt es aber auch hohe Einträge von Stickstoff und Phosphor durch Landwirtschaft und Abwasser. Diese Nährstoffe sollen das Wachstum von Algen fördern, und werden diese abgestorbenen Organismen anschließend von Mikroben zerfressen, verbraucht der Prozess wiederum zusätzlichen Sauerstoff. Übrigens können auch Veränderungen bei Strömungen und der Durchmischung von Gewässern den Sauerstofftransport einschränken.

Die neun planetaren Belastungsgrenzen

Das Modell der planetaren Grenzen beschreibt neun Prozesse, die für die Stabilität des Erdsystems relevant sind:

• Klimawandel
• Integrität der Biosphäre, etwa Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen
• Veränderungen der Landnutzung und der Landsysteme
• Veränderungen der Süßwassersysteme
• Eingriffe in biogeochemische Kreisläufe, vor allem Stickstoff und Phosphor
• Versauerung der Ozeane
• Abbau der stratosphärischen Ozonschicht
• Belastung der Atmosphäre durch Aerosole
• Eintrag neuartiger Stoffe, darunter Chemikalien und Kunststoffe

Sauerstoffverlust beeinflusst andere Belastungsgrenzen

Soweit der schon bekannte Stand. Neu ist allerdings die planetare Grenze. Nach Ansicht der Autoren des am 30. Juni 2026 im Fachjournal Limnology and Oceanography veröffentlichten Review-Papers lässt sich die Desoxygenierung nicht vollkommen isoliert betrachten. Sie beeinflussen unter anderem den Klimawandel, die biologischen Kreisläufe von Stickstoff und Phosphor, die Artenvielfalt sowie die Versauerung der Ozeane.

In sauerstoffarmen Gewässern verändern sich beispielsweise mikrobielle Prozesse. Dabei kann vermehrt Lachgas entstehen, das als Treibhausgas wirkt und zugleich zum Abbau der Ozonschicht beitragen kann. Sauerstoffmangel verkleinert zudem den bewohnbaren Raum für Fische und andere Wasserorganismen. Zusammen mit steigenden Temperaturen und einem sinkenden pH-Wert entsteht damit eine Mehrfachbelastung für aquatische Ökosysteme.

Vier Messgrößen für eine mögliche Grenze

Damit der Sauerstoffverlust als planetare Grenze aufgenommen werden könnte, wäre eine global verwendbare Kontrollgröße erforderlich. Das Forschungsteam nennt dafür vier mögliche Ansätze: die Konzentration des gelösten Sauerstoffs und die Ausdehnung sauerstoffarmer Gebiete, den prozentualen Sättigungsgrad des Wassers, Veränderungen bei besonders sauerstoffempfindlichen Arten sowie den sogenannten metabolischen Index.

Der metabolische Index setzt das verfügbare Sauerstoffangebot ins Verhältnis zum Sauerstoffbedarf eines Organismus. Er soll damit besser abbilden, ob ein Lebensraum für eine bestimmte Art unter den jeweiligen Temperatur- und Sauerstoffbedingungen noch bewohnbar ist. Für eine weltweite Anwendung fehlen allerdings Daten zum Stoffwechsel zahlreicher Arten. Auch die anderen vorgeschlagenen Messgrößen weisen regionale Unterschiede und Lücken bei der Erfassung auf.

Noch keine offizielle zehnte Grenze

Eine konkrete globale Grenze legt das Paper dementsprechend nicht fest. Der Sauerstoffverlust ist aber auch noch nicht offiziell als zehnte planetare Grenze anerkannt. Die Autoren argumentieren bislang lediglich, dass sich die Entwicklung einem unsicheren Bereich nähere und einige Folgen auf menschlichen Zeitskalen nur schwer rückgängig zu machen sein könnten.


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Quelle: Ferrer et al. (2026), Rose et al. (2024)

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Unsere tägliche Portion "German Angst", danke dafür. Ist schon erstaunlich wie einfache Physik "Wissenschaftler" in erstaunen versetzt. Ja, warmes Wasser speichert weniger Sauerstoff als kaltes. Und jetzt? Es gab in der Vergangenheit immer warm und kaltphasen. Und nur weil über hunderte Millionen von Jahren keine "Wissenschaftler" mit schnappatmung vorm Thermometer gehockt und mitgeschrieben haben werden wir auf einmal sterben. Wie können bis heute nicht das Wetter verlässlich für 3 Wochen vorhersagen, aber andere maßen sich an dies für hunderte von Jahren zu können....natürlich nur mit dem ausgesuchten Klimamodell, was zum Weltuntergang passt.
        Zitat von Da_Obst
        Irgendwie fehlt mir hier völlig der thematische Bezug zu Spielen und/oder Hardware?
        Keine, ist das jährliche (Klimawandel)Sommerloch.
        Zitat von Tolotos66
        Der gelöste Sauerstoff entströmt in die Athomphäre und reichert diese an. Wo ist das Problem? Dann gibt es endlich wieder Dinos und Libellen mit 70cm Flügelspannweite. Ist e schon viel zu lange her Ach ja, Waldbrände könnte es auch mehr geben.
        Gruß T.
        Ohgott fang doch nicht mit sowas an. Behaupte nicht sowas gab es schon auf dem Planeten. Du könntest Menschen in selbst gehäkelten Strickjacken verstören.
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Unsere tägliche Portion "German Angst", danke dafür. Ist schon erstaunlich wie einfache Physik "Wissenschaftler" in erstaunen versetzt. Ja, warmes Wasser speichert weniger Sauerstoff als kaltes. Und jetzt? Es gab in der Vergangenheit immer warm und kaltphasen. Und nur weil über hunderte Millionen von Jahren keine "Wissenschaftler" mit schnappatmung vorm Thermometer gehockt und mitgeschrieben haben werden wir auf einmal sterben. Wie können bis heute nicht das Wetter verlässlich für 3 Wochen vorhersagen, aber andere maßen sich an dies für hunderte von Jahren zu können....natürlich nur mit dem ausgesuchten Klimamodell, was zum Weltuntergang passt.
        Zitat von Da_Obst
        Irgendwie fehlt mir hier völlig der thematische Bezug zu Spielen und/oder Hardware?
        Keine, ist das jährliche (Klimawandel)Sommerloch.
        Zitat von Tolotos66
        Der gelöste Sauerstoff entströmt in die Athomphäre und reichert diese an. Wo ist das Problem? Dann gibt es endlich wieder Dinos und Libellen mit 70cm Flügelspannweite. Ist e schon viel zu lange her Ach ja, Waldbrände könnte es auch mehr geben.
        Gruß T.
        Ohgott fang doch nicht mit sowas an. Behaupte nicht sowas gab es schon auf dem Planeten. Du könntest Menschen in selbst gehäkelten Strickjacken verstören.
      • Von IguanaGaming Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Nconstract
        Langsam wünsche ich mir Zensur von existenziellen Nachrichten, so viel negatives nimmt einen jede Hoffnung auf die Zukunft.
        ahjo wie wäre es mal damit die eigene Lebensweise im täglichen Überfluss hier zu reflektieren, entsteht nicht alles aus Luft, dementsprechend wird auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen alles seinen Gang gehen,

        nicht nur aus ökologischer Sicht, wenn weitere 8.2 Milliarden auf selbige dicke Hose leben und konsumieren wollen, die Party ist bald auf allen Ebenen vorbei, aber sieht man schon etwas länger als nur diesen Sommer, happy life noch...

        ansonsten hier noch einige Beiträge zum Thema

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      • Von Tolotos66 Lötkolbengott/-göttin
        Der gelöste Sauerstoff entströmt in die Athomphäre und reichert diese an. Wo ist das Problem? Dann gibt es endlich wieder Dinos und Libellen mit 70cm Flügelspannweite. Ist e schon viel zu lange her Ach ja, Waldbrände könnte es auch mehr geben.
        Gruß T.
      • Von Da_Obst BIOS-Overclocker(in)
        Irgendwie fehlt mir hier völlig der thematische Bezug zu Spielen und/oder Hardware?
      • Von Nconstract Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Langsam wünsche ich mir Zensur von existenziellen Nachrichten, so viel negatives nimmt einen jede Hoffnung auf die Zukunft.
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