Physiker glauben: Wettrennen um ersten Warp-Antrieb läuft an

79
News Norman Wittkopf Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Physiker glauben: Wettrennen um ersten Warp-Antrieb läuft an
Quelle: Paramount

Mittels Warp-Antrieb und Raumzeitkrümmung schneller durchs Weltall reisen - das klingt nach Science-Fiction, doch soll nur noch eine Frage der Zeit sein.

Der aus einem internationalen Team von Physikern bestehende Think Tank Applied Physics (AP) hat bereits mehrere Warp-Antriebskonzepte vorgestellt, darunter erst vor Kurzem das erste Modell, das ohne exotische Materie auskommt. In einem Interview mit The Debrief wurde nun erklärt, dass dahin gehende Durchbrüche dafür sorgen, dass sich die Weltmächte schon bald in einem Wettlauf wie zu Zeiten des Kalten Krieges befinden würden, um den Bau des ersten funktionierenden Warp-Antriebs zu erreichen.

"Wir befinden uns in einem aufkommenden Weltraumrennen", so Gianni Martire, Gründer des Think Tanks und Mitautor zweier demnächst erscheinender Forschungsarbeiten zum Warp-Antrieb gegenüber dem Online-Magazin. "Es gibt noch eine Menge zu entdecken und zu erfinden, aber wir haben jetzt die nächsten Schritte, die wir vorher nicht kannten."

Warp-Antrieb: Neue Materialien benötigt

Laut dem Interview habe es seit dem ersten beschriebenen Warp-Modell in den 1990er-Jahren signifikante Fortschritte geben. Die Gesetze der Physik würden definitiv funktionierende Warp-Antriebe mit Unterlichtgeschwindigkeit ermöglichen, aber keine mit Überlichtgeschwindigkeit, so Martire. "Unsere Warp-Lösung mit konstanter Geschwindigkeit ist zwar ein vielversprechender Schritt, doch liegen noch viele technische und materialwissenschaftliche Herausforderungen vor uns, sodass der Zeitplan ungewiss ist, aber letztlich von der Menschheit abhängt, nicht von der Physik".

Hinsichtlich der Materialwissenschaft benötige man "mehr als nur Kunststoff und Aluminium", sondern beispielsweise flüssigkeitsähnliche Materialien mit ultrahoher Dichte. Es handele sich jedoch nicht um exotische Materie, sondern um Teilchen, die bereits in unserem Universum existieren. "Um diese extremen Dichten zu erreichen, sind jedoch neue Fortschritte erforderlich", heißt es.

"Erstes praktikables und realisierbares Warp-Antriebskonzept"

Das AP-Team hat abseits dessen auch die "Warp Factory" geschaffen, eine Ansammlung von Entwicklungs- und Simulationswerkzeugen, die es anderen Forschern in dem Bereich ermöglichen soll, die Physik ihrer eigenen Modelle zu bewerten, was die Qualität und Lebensfähigkeit des Modells erheblich verbessern könne.

Das AP-Team, das aus über 30 Physikern und Wissenschaftlern verwandter Disziplinen besteht, hat sich laut dem Bericht in der Gemeinschaft der Warp-Theoretiker durch seine angesehenen, von Fachleuten begutachteten Arbeiten zu zahlreichen Warp-Antriebskonzepten einen Namen gemacht. Das eingangs erwähnte "Konstantgeschwindigkeits-Warp-Antriebsmodell" soll große Aufmerksamkeit erregt und viele Forscher und Wissenschaftler dazu inspiriert haben, es als das erste praktikable und realisierbare Warp-Antriebskonzept zu bezeichnen, das jemals vorgeschlagen wurde.

Ihre Meinung ist gefragt!

Was sagen Sie zu dem Thema? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

79
    • Kommentare (79)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Das ist "in den Griff bekommen" ist keine Verständnissfrage, sondern eine rein physikalische: Gravitation breitet sich unendlich aus, Gravitation von sehr großen Massen hat über große Entfernungen relevante Auswirkungen und Gravitation lässt sich nicht abschirmen. Solange Warp-Phantastereien mit einigen Quadrilliarden Tonnen Materieäquivalent rechnen ist tatsächlich nicht nur die benötigte Energiemenge weit jenseits alles menschenmöglichen (wir reden beim Alcubierre Drive wortwörtlich davon, ein Gebilde in der Größenordnung von 1.000 Erden auf Knopfdruck zu schaffen und wieder verschwinden zu lassen.), sondern rein astronomisch schlicht erst im interestellaren Raum verwendbar. Den wir mit anderen Antrieben aber derzeit nicht innerhalb eines akzeptablen Anteils eines Menschenlebens erreichen können. Wenn man von einem inneren Planeten ein Jahrhhundert und eine günstige Swing-By-Situation braucht, um zum Warp-Startpunkt zu gelangen (und am Zielsystem vergleichbares nach dem Ende der Warp-Phase), dann ist die Geschwindigkeit dazwischen komplett egal.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Das ist "in den Griff bekommen" ist keine Verständnissfrage, sondern eine rein physikalische: Gravitation breitet sich unendlich aus, Gravitation von sehr großen Massen hat über große Entfernungen relevante Auswirkungen und Gravitation lässt sich nicht abschirmen. Solange Warp-Phantastereien mit einigen Quadrilliarden Tonnen Materieäquivalent rechnen ist tatsächlich nicht nur die benötigte Energiemenge weit jenseits alles menschenmöglichen (wir reden beim Alcubierre Drive wortwörtlich davon, ein Gebilde in der Größenordnung von 1.000 Erden auf Knopfdruck zu schaffen und wieder verschwinden zu lassen.), sondern rein astronomisch schlicht erst im interestellaren Raum verwendbar. Den wir mit anderen Antrieben aber derzeit nicht innerhalb eines akzeptablen Anteils eines Menschenlebens erreichen können. Wenn man von einem inneren Planeten ein Jahrhhundert und eine günstige Swing-By-Situation braucht, um zum Warp-Startpunkt zu gelangen (und am Zielsystem vergleichbares nach dem Ende der Warp-Phase), dann ist die Geschwindigkeit dazwischen komplett egal.
      • Von ShirKhan Software-Overclocker(in)
        Zitat von emp1
        Man pflügt also mit einem künstlichen Masseschwerpunkt, der gewaltiger als die Masse von Jupiter ist, einfach so durch das Sonnensystem.
        Was genau sagen denn da all die netten kleinen Planetnmurmeln dazu, welche die Sonne umkreisen?
        Schönes Bild. Ist man zu so was in der Lage, sollten aber selbst die Gravitationseinflüsse eines Jupiter in den Griff zu kriegen sein. Solche Berechnungen hat Newton ja schon weitestgehend korrekt vorgenommen (bloß nicht beim blöden Merkur IIRR). Und mit welchen Mitteln im physikalischen Weltbild des 17./18. Jh. der arbeiten musste, wissen wir ja.
      • Von emp1 Software-Overclocker(in)
        Liest man sich die papers genauer zu dem Thema durch, wird man sehr schnell feststellen:
        Gut + schön, funktioniert theoretisch.
        Macht es aber Sinn einen nicht existierenden Energieerzeuger zu bauen, der die Stahlungsenergie der Sonne von einem ganzen Jahr produziert, nur damit man für wenige to an Nutzlast auf 10 oder 20% der LG kommt?
        Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, dafür gibts realitischere Modelle, wie z. B. Daedalus-Triebwerke.

        Funfakt:
        Man spielt hier mit dem Gedanken von Gravitationswellen, obwohl die Natur der Gravitation völlig unklar ist.
        Man pflügt also mit einem künstlichen Masseschwerpunkt, der gewaltiger als die Masse von Jupiter ist, einfach so durch das Sonnensystem.
        Was genau sagen denn da all die netten kleinen Planetnmurmeln dazu, welche die Sonne umkreisen?

        Will sagen:
        So ein Warpantrieb würde ich erst mal gaaanz weit draussen, außerhalb des Sonnensystems testen, bevor der von mir eine TÜV-Plakette bekommen würde.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Sobald es echte(!) KIs gibt, die Zugriff auf alle Informationen der Menschheit, wie der Physik, Chemie, ect. haben und diese als "Super-Intelligenz" in ihrer Gesamtheit ohne jemals müde zu werden an 24/7/365 analysieren und neue Erkenntnisse und Forschungen daraus generieren kann, wird sich das Problem von alleine lösen.
        Ja, es gibt Warp-Faktoren unter 1,0.
        Man kann damit auch UL-Reisen.
        Oft in Star Trek gezeigt.

        1-20% (3000-60000 km/s) der Lichtgeschwindigkeit würden uns das Sonnensystem komplett erschließen und sogar nahe Sterne in REichweite bringen.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Threshold
        Das hat er so auch nie gesagt. Er glaubte schon an die Quantenphysik, weil sie eben was erklären konnte. Er konnte sich nur nicht vorstellen, dass das alles nur Zufall, bzw. unbestimmt ist.
        Doch das hat er gesagt:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk