"Swarm Biotactics": Deutsches Start-up verwandelt Kakerlaken in "Cyborg"-Spione
Das deutsche Start-up Swarm Biotactics stattet Madagaskar-Fauchschaben mit winzigen Rucksäcken aus. Diese könnten Kameras und Mikrofone in Bereiche tragen, die für Menschen unzugänglich sind.
Das deutsche Start-up Swarm Biotactics arbeitet an einer ungewöhnlichen Idee: Kakerlaken als mobile Sensoren-Träger. Das dahinterstehende Prinzip lässt sich einfach vermitteln, schließlich sind die hierfür genutzten Madagaskar-Fauchschaben (Gromphadorhina portentosa) durch Millionen Jahre an Evolution perfekt an ihre Umgebung angepasst, wie CEO Stefan Wilhelm gegenüber dem US-amerikanischen Portal CBS News erklärt.
Mit Elektroden gesteuert: So funktioniert die Kakerlaken-Kontrolle
Swarm stattet zu diesem Zweck seine "Cyborg-Kakerlaken" mit Elektroden an den Antennen aus. Diese stimulieren das natürliche Navigationsvermögen der Insekten. Die Lenkung erfolgt entweder manuell über Controller oder durch autonome Algorithmen, die ganze Schwärme koordinieren können sollen.
Wilhelm erklärt das Prinzip wie eine "Kakerlake mit Rucksack, die wir in die richtige Richtung lenken." Die Rucksäcke selbst wiegen derzeit bis zu 15 Gramm; Swarm arbeitet indes daran, das Gewicht auf 10 Gramm zu reduzieren. Diese Rucksäcke können mit verschiedenen Sensoren bestückt werden, etwa mit Kameras für Bildaufnahmen, Mikrofonen für Audioaufzeichnungen oder Radaren für die Erkundung.
- Ein entscheidender Vorteil der Kakerlaken liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit. Sie können extremen Umgebungsbedingungen standhalten, denen Menschen oder Drohnen nicht ausgesetzt werden können - beispielhaft nennt der CBS-Bericht Chemikalien, intensive Hitze und sogar Strahlung. Wilhelm beschreibt diese Eigenschaft als "Low-Signature"-Technologie, die "super energieeffizient" und "fast unentdeckbar" im Einsatz ist.
- Darüber hinaus ist das Prinzip beliebig skalierbar. Die Forscher können ganze Schwärme von Kakerlaken koordinieren, vom kleinen Team bis zu einer Armada von hundert Insekten und mehr. Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Kakerlakenarten testen, da einige schneller sind oder mehr Gewicht tragen können.
Zusammenarbeit mit der Bundeswehr
Swarm Biotactics arbeitet bereits mit der Bundeswehr zusammen, um die Fähigkeiten der Kakerlaken im Feldtest zu erproben. Der aktuelle Fokus liegt auf Aufklärung und Aufklärungsmissionen, nicht auf offensiven Anwendungen wie Sprengstoffträgern. Wilhelm betont jedoch, dass sich dies in Zukunft ändern könnte: "Das müsste natürlich im rechtlichen Rahmen bleiben. Das ist etwas, das wir über die Zeit entwickeln müssen."
Das Start-up wurde vor dem Hintergrund europäischer Sicherheitsbedenken gegründet, die durch den Krieg in der Ukraine verschärft wurden. Wilhelm sieht die Technologie als Lösung für Aufgaben, die mit herkömmlicher Drohnentechnologie nicht bewältigt werden können. Die ersten größeren Einsätze von Kakerlaken-Schwärmen könnten laut Wilhelm in 18 bis 24 Monaten erfolgen.

Wenn der Akku dann für 5 Minuten reicht... Dann kann man auch ein Optiwand nutzen , denn eine Kakerlake legt in 5 Minuten sicherlich keine hunderte Meter oder gar Kilometer zurück, bis der Akku schlapp macht.
Erprobung mit der Bundeswehr? Man schleppt die Kakerlaken also über offenes Gelände bis an die Eingangstür eines feindlichen Bunkers, schaltet den Akku ein, schiebt sie unter der Tür durch und hofft, dass man in 5 Minuten alles gesehen hat?
Wie gesagt: Verstehe mit der heutigen Akkutechnik nicht, was das bringen soll, da man die Kakerlake selbst erst bis direkt an den Einsatzort schleppen muss. Daher: Optiwand. Gibt es schon. Problem gelöst.
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