Wissenschaft: Neue Karte des Universums erstellt
Mithilfe von Deep Learning und Daten des Icecube Neutrino Observatory konnten Forscher eine Neutrino-Strahlungskarte des Universums erstellen. Dabei zeigen sich sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Galaxie auffällige Häufungen.
Während der Mensch selbst von der Galaxie nur das sichtbare Licht sieht, können mit Messgeräten noch zahlreiche andere Arten von Teilchen und Strahlungen nachgewiesen werden. Dazu zählen beispielsweise auch Neutrinos, nach denen das Icecube Neutrino Observatory in der Antarktis sucht. Seit 2013 wird dort mit Cherenkov-Detektoren hochenergetische, komische Neutrinostrahlung nachgewiesen.
Strahlungskarte dank Deep Learning
Jetzt, zehn Jahre später, wurden die so gesammelten Daten in einer wissenschaftlichen Arbeit ausgewertet. Laut Wired wird in einem auf Science veröffentlichten Paper beschrieben, wie die Forscher mithilfe von Deep Learning die Daten auswerten konnten. Die Suche nach Strukturen erfolgte also offenbar nicht von Hand, sondern wurde - mit Vorgaben der Forscher - selbstständig von einem Server angelernt.
Quelle: Merrill Sherman / Quanta Magazine / IceCube Collaboration
In zwei Karten werden Neutrinos aus unserer und anderen Galaxien dargestellt.
Die so gefundenen Muster wurden unter anderem in zwei Karten in Aitov-Projektion dargestellt, die die Herkunft der Neutrinos zeigt. Diese Abbildungen des Universums zeigen beispielsweise eine Häufung der Neutrinostrahlung im Bereich des galaktischen Zentrums. In einer weiteren Karte wird außerdem die Neutrinostrahlung von außerhalb der Milchstraße dargestellt, die in der Nordhalbkugel der Erde auftrifft. Dort fallen sofort zahlreiche kleine und größere Strahlungsquellen ins Auge.
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Die Quellen können dabei offenbar auch konkreten Himmelskörpern zugeordnet werden. Bei den beiden stärksten Neutrino-Strahlern, die auf der Karte gesondert markiert wurden, handelt es sich beispielsweise um die Galaxie NGC 1068 (Messier 77) und den Blazar TXS 0506+056. Da Neutrinos wesentlich schwerer von interstellarer Materie abgeschirmt werden, dürften sich auf der Karte zudem vermutlich auch Strahlungsquellen befinden, auf die ein Blick mit anderen Messinstrumenten kaum bis gar nicht möglich ist.
Quelle: Wired


Starke kosmische Neutrinostrahler sind z. B. galaktische Kerne oder besondere Sterne.
Der interessanteste Satz im Miniartikel ist der:
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Sprich, wir bekommen Informationen von intergalaktischen (Groß-) Strukturen, die wir bisher nicht ein mal beobachten konnten, einfach, weil davor andere Galaxien oder sonst was waren.
Neutrinos haben prinzipiell immer irgendwas mit Energie zu tun.
Energie definiert jedoch Ausdehnung und letztlich Form des Universums.
Über die Relativmenge dedektierter Neutrinos kann man also Rückschlüsse über das Alter, Masse, Energie und Struktur des Universums ziehen und in weiterer Kaskade als empirische Hochrechnungen Informationen bekommen, wann und wie unser Sonnensystem entstand.