Wissenschaft: Ist das Universum älter als gedacht?

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Wissenschaft: Ist das Universum älter als gedacht?
Quelle: inqnet/A. Mueller (Caltech)

Aktuellsten wissenschaftlichen Theorien zufolge könnte unser Universum älter sein als es bisher angenommen wurde. Laut modernen kosmologischen Modellen ist das Universum mit einem Alter von 13,8 Milliarden Jahren bestimmt worden. Die jüngsten Aufnahmen des James Webb Weltraumteleskops lassen nun aber Zweifel an der Zahl aufkommen.

Das Universum ist 13,8 Milliarden Jahre alt. So lautete bislang die gängige Antwort auf die Frage nach dem Alter unseres Universums. Die Zahl beruht auf modernen kosmologischen Modellen, welche die Expansionsrate des Universums beobachten. Dabei wird die sogenannte Rotverschiebung des Lichts von entfernten Galaxien beobachtet, welche anzeigt, dass sich Galaxien mit einer bestimmten Geschwindigkeit von uns wegbewegen. Die Erkenntnisse des Hubble-Weltraumteleskops in den 90er Jahren haben anhand dieser Rotverschiebung dann das Alter des Universums auf 13,8 Milliarden Jahre bestimmt.

Wissenschaft: Physiker setzt auf Hybrid-Modell

Jedoch gibt es hier nun ein Problem: mit dem Einsatz des jüngsten Weltraumteleskop James Webb wurden neue Galaxien entdeckt, die es laut dem bisherigen Modell gar nicht geben sollte. Der kanadische Physiker Rajendra P. Gupta hat sich die neuesten Erkenntnisse daher angesehen und ein neues Modell aufgestellt. Das vereint mehrere Theorien miteinander, welches die Zeit der Galaxienentstehung deutlich vergrößert. Das neue Hybrid-Modell besteht aus dem Standardmodell der Kosmologie und der Theorie des müden Lichts.

Letztere beschreibt ein statisches Universum, bei dem Photonen auf dem Weg zum Beobachter sozusagen altern. Allerdings gibt es hier ein Problem: die Theorie des müden Lichts erklärt die Rotverschiebung von Supernovae beispielsweise nicht ausreichend. Nichtsdestotrotz würde das neue Alter gemäß diesem Hybrid-Modell auf 26,7 Milliarden Jahre kommen. Nun bleibt abzuwarten, ob weitere Modelle das Licht der Welt erblicken werden.

Quelle: Oxford Academic

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        Wenn der Ursprung des Universums weiter weg ist als wir sehen können kann das Universum auch älter sein wie gedacht.
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        Wenn der Ursprung des Universums weiter weg ist als wir sehen können kann das Universum auch älter sein wie gedacht.
      • Von ichthys88 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von emp1
        Mathematisch wurde bisher nicht der Beweis erbracht und die bisherigen Untersuchungen sind wissenschaftlich nur eine verdichtete Indizienkette, aber kein Beweis.
        Am Ende ist, wissenschaftlich gesehen, sowieso etwas nur so lange gültig wie es nicht widerlegt wurde. Man kann es natürlich auch anders formulieren: Etwas ist erst dann erwiesenermaßen verkehrt, wenn die Verkehrtheit wissenschaftlich belegt wurde.
        Ohnehin wird, meinem Verständnis nach, in diesem Bereich mit Annahmen gearbeitet, welche durch das aktuelle Wissen/Theoreme etc. bestätigt werden bzw. innerhalb dieser formulierten Gesetze gültig sind.
        Zitat von emp1
        Die Datenmengen und Qualitäten, die das JWT derzeit liefert, sind so oder so nur noch bedingt mit der heutigen Modellvorstellung des Universums kompatibel.
        Und sobald neues Material auftaucht, wird eben alles wieder hinterfragt. Ein im Prinzip unendliches Spiel, sehr faszinierend und mit offenem Ausgang. Eigentlich seid ihr zu beneiden. ?

        Zitat von emp1
        Ob das Alter des Universums in den Lehrbüchern "angepasst" werden muss, liegt durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen.
        Ob es dann 300-500 Mio. Jahre oder gleich 10 Mrd. Jahre sein werden, lasse ich mal an der Stelle offen.
        Eine prinzipiell ohnehin nur philosophisch zu beantwortende Frage, meiner Meinung nach. Ich denke, dass das Alter des Universums sich an gewissen Zuständen/Definitionen knüpft. Wenn man es von der Existenz von sich bewegenden Atomen abhängig macht, so lässt sich eventuell ein Ausgangspunkt definieren. Aber sobald die Frage nach der Quelle kommt, wird es schwierig. Meiner Ansicht nach benötigen wir Menschen Ausgangspunkte, um etwas ergreifen zu können. Unendlich liegt, von der Einsteinschen Definition mal abgesehen, nicht unserer Natur.
        Selbst wenn wir zu dem Schluss kommen, dass das Universum mindestens 26,7 Milliarden Jahre alt ist, so ist der nur die aktuelle Theorie, welche wahrscheinlich irgendwann wieder widerlegt wird. Vielleicht gibt es in 20 Jahren ein Albert-Einstein-Teleskop, welches Universen in unvorstellbaren Entfernungen zeigt, welche mindestens 30 Milliarden Jahre alt sind usw.
        Ich bezweifle, dass wir eine entgültige Antwort auf diese Frage erleben werden.
      • Von emp1 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Threshold
        Es wurden wiederholt Hypothesen des müden Lichts vorgelegt und sie wurden alle widerlegt.
        Das wurde selbstverständlich wissenschaftlich widerlegt, wie auch sonst.
        Das ist weiterhin nicht richtig.
        Ich arbeite am Max-Plank für Quantenoptik in Garching und wir beschäftigen uns u. a. genau mit diesem Thema.

        Mathematisch wurde bisher nicht der Beweis erbracht und die bisherigen Untersuchungen sind wissenschaftlich nur eine verdichtete Indizienkette, aber kein Beweis.

        Im Übrigen existiert nur eine zentrale Hypothese über "müdes Licht", auf der dann Derivate aufbauen bzw. ergänzende Beihypothesen aufgestellt wurden. So auch in dem Fall von Herrn Gupta.

        Der von ihm beschriebene Effekt und zeitliche Neuorientierung für das Universum beruht im Wesentlichen auf einer durchaus kleinen Sensation, in dem sein Team in wochenlanger Arbeit das Standardmodell erneut hat durchrechnen lassen und etwas entdeckt hat.
        Das wird derzeit weltweit überprüft, so auch von uns.
        Für konkrete Gegenargumentationen ist es aber noch zu früh, das ist sehr komplex und benötigt gewaltige Rechenkapazitäten.

        Die Datenmengen und Qualitäten, die das JWT derzeit liefert, sind so oder so nur noch bedingt mit der heutigen Modellvorstellung des Universums kompatibel.
        Aber hey, ich bin nur einer von Zehntausenden von Wissenschaftlern weltweit, die das gerade auswerten.
        Ob das Alter des Universums in den Lehrbüchern "angepasst" werden muss, liegt durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen.
        Ob es dann 300-500 Mio. Jahre oder gleich 10 Mrd. Jahre sein werden, lasse ich mal an der Stelle offen.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von emp1
        Korrekter wäre, alle bisherigen Untersuchungsindizien sprechen dagegen.
        Wissenschaftlich widerlegt ist was anderes.
        Es wurden wiederholt Hypothesen des müden Lichts vorgelegt und sie wurden alle widerlegt.
        Das wurde selbstverständlich wissenschaftlich widerlegt, wie auch sonst.
      • Von emp1 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Threshold
        Die Theorie des müden Lichts ist Unsinn. Wurde wiederholt widerlegt.
        Korrekter wäre, alle bisherigen Untersuchungsindizien sprechen dagegen.
        Wissenschaftlich widerlegt ist was anderes.

        Der Erklärungsversuch von Herrn Gupta ist in der Tat nicht wirklich überzeugend.
      Direkt zum Diskussionsende
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