Logitech will die ewige Maus: Doch die Finanzierungsmodelle dürften nicht gefallen

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Logitech will die ewige Maus: Doch die Finanzierungsmodelle dürften nicht gefallen
Quelle: Foto von Milad Fakurian auf Unsplash

Ist es eine Utopie oder mögliche Realität: Logitech will die ewige Maus. Doch, wenn Eingabegeräte so produziert werden, dass sie ewig halten, wie finanziert man das? Das ist die große Frage und sie wird nicht jedem gefallen.

Logitech hat einen neuen CEO - Hanneke Faber. Und die verspricht in einem Interview nicht nur eine Justierung der Marke und ihrer Produkte, sondern auch, dass die nächste gekaufte Logitech-Maus ewig hält. Das klingt nicht nach dem, was man von einem neuen CEO erwarten würde, der Logitech wieder zu Wachstum führen soll, nachdem man zwar vom Corona-Boom profitiert hatte, aber ebenso wieder ausgespuckt wurde. Faber kommt wie ihr Vorgänger von Procter & Gamble, aber sie hat genaue Vorstellungen, wie die Marke Logitech aufgestellt sein sollte und wie die Produkte aussehen müssen.

Nachdem man sich am KI-Block vorbeigearbeitet hat, wird es noch einmal interessant: "The mouse built this house", sagt sie und will damit unterstreichen, dass Logitech im Kern wieder auf Peripherie setzen will. Es ist nicht ihr Sprichwort, aber sie macht es sich zu eigen, denn Logitech soll in Zukunft wieder primär Eingabegeräte, Konferenz-Produkte und alles Verwandte anbieten, aber keine markenuntypische Ausflüge mehr in Smart Things machen. "Dann, wenn man sich die Bausteine anschaut, werden die großen Bereiche im B2B-Videokonferenzbereich und bei Produkten für persönliche Arbeitsplätze, im Gaming und bei PWS-Produkten liegen."

Und sie legt im späteren Verlauf noch einmal nach: "Es geht wirklich um persönliche Arbeitsplätze, Videokonferenzen und Gaming." Kunden, die Geräte von Logitech gekauft haben, die auf Cloud-Services angewiesen sind, müssen sich aber nicht sorgen, denn die sollen weiter unterstützt werden. Zumindest fürs Erste.

Logitech arbeitet an der "ewigen Maus"

"Was ich mir eigentlich erhoffe, ist, dass dies [Softwaresupport mit KI] zur Langlebigkeit unserer Produkte beiträgt, dass wir mehr Premium-Produkte haben, die länger halten, weil sie überlegen sind und weil wir sie im Laufe der Zeit weiterhin aktualisieren können." Dabei möchte sie das Versprechen einhalten, bis 2050 Logitechs Geschäft zu verdoppeln und den CO₂-Abdruck zu halbieren. "Die Langlebigkeit ist wirklich wichtig", sagt Faber und führt weiter aus: "Neulich zeigte mir in Irland, in unserem Innovationszentrum dort, ein Teammitglied eine 'Forever Mouse' im Vergleich zu einer Uhr. Das ist eine schöne Uhr, keine super teure Uhr, aber ich habe nicht vor, diese Uhr jemals wegzuwerfen. Warum sollte ich also meine Maus oder meine Tastatur wegwerfen, wenn es sich um eine hochqualitative, gut gestaltete, softwareunterstützte Maus handelt? Die 'Forever Mouse' ist eines der Dinge, die wir erreichen möchten."

Finanzierungsfrage könnte missfallen

Die ewige Maus wäre laut Faber etwas schwerer als im Moment üblich und hätte Softwaresupport. Aber sie gibt auch zur, dass das Geschäftsmodell eine Herausforderung ist: "Das Geschäftsmodell stellt dort natürlich die Herausforderung dar. Daher ist Software umso wichtiger, wenn man darüber nachdenkt. Können wir ein Servicemodell entwickeln? In unserem Videokonferenzgeschäft ist das jetzt ein sehr wichtiger Teil des Modells, die Dienstleistungen, und es ist entscheidend für unsere Firmenkunden."

Das dürfte insbesondere bei Endkunden nicht unbedingt besonders beliebt sein - auch wenn immer mehr Anbieter versuchen, Kunden in Abo-Modelle zu locken. Da dürfte auch nicht der Vergleich zu einer Rolex helfen: Viele Kunden werden nicht bereit sein, Rolex-Geld für Eingabegeräte auszugeben, auch wenn man das Produkt wie von Faber angedeutet "liebt".

"Wir werden es selbstverständlich herausfinden und das passende Geschäftsmodell entwickeln müssen. Wir sind heute noch nicht bei der 'Forever Mouse', aber der Gedanke fasziniert mich." Die Frage ist, ob der Markt an solchen Produkten interessiert ist. Produkte von früher, etwa IBM-Tastaturen, werden heute noch eingesetzt - trotz technischer Hürden. Ob aber moderne Peripherie kein Wegwerfmarkt ist, das wäre auszuloten.

Letztlich sieht aber auch der neue Logitech-CEO nur drei Optionen, solche Geschäftsmodelle zu monetarisieren: Abo-Modelle, Werbung oder das altbekannte Upgrade-System, das den Austausch der Hardware erfordert, was bei der ewigen Maus keine Option ist.

The Verge: "Ich werde jetzt ganz direkt fragen. Können Sie sich eine Abonnement-Maus vorstellen?"

Hanneke Faber: "Möglich."

The Verge: "Und das wäre dann die 'Forever Mouse?'"

Hanneke Faber: "Ja."

The Verge: "Also zahlt man ein Abonnement für Software-Updates für die Maus."

Hanneke Faber: "Ja, und man muss sich nie wieder darum kümmern, ähnlich wie bei unseren heutigen Videokonferenzdiensten."

The Verge: "Aber es ist eine Maus."

Hanneke Faber: "Aber es ist eine Maus, ja."

The Verge: "Ich denke, Verbraucher könnten diese Dinge als sehr unterschiedlich wahrnehmen."

Hanneke Faber: "[Lacht] Ja, aber sie ist wunderschön. Stellen Sie sich eine Maus mit Diamanten besetzt vor."

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Quelle: The Verge

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    • Kommentare (95)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Die Abo-Maus...klar...man muss CEOs nur lang genug im Büro alleine lassen, dann kommen die auf die urigsten Ideen.

        "Viele Kunden werden nicht bereit sein, Rolex-Geld für Eingabegeräte auszugeben, auch wenn man das Produkt wie von Faber angedeutet "liebt".

        Wie von "Faber" angedeutet...
        Da kam mir sofort "Faber-Castell" in den Sinn...
        Wird es auch einmal den Abo-Bleistift geben?
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Die Abo-Maus...klar...man muss CEOs nur lang genug im Büro alleine lassen, dann kommen die auf die urigsten Ideen.

        "Viele Kunden werden nicht bereit sein, Rolex-Geld für Eingabegeräte auszugeben, auch wenn man das Produkt wie von Faber angedeutet "liebt".

        Wie von "Faber" angedeutet...
        Da kam mir sofort "Faber-Castell" in den Sinn...
        Wird es auch einmal den Abo-Bleistift geben?
      • Von mitchthehit Schraubenverwechsler(in)
        Der 1. April ist schon einige Monate her und der nächste kommt erst in über einem halben Jahr.
        Was also soll der Unfug? Ein Abo für PC-Zubehör? 😂🤣🤣
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von Pu244
        Mit einem Produkt, das die Leute garnicht kaufen, hätte man nichts verdient. Ich persönlich werde mir kein kostenpflichtiges Abo holen, da habe ich schon mit Dingen, die Sinn ergeben (Youtube Premium, PCGH+, Amazon Prime usw.) so meine Probleme. Ein Abo für meine Maus oder Tastatur werde ich nicht abschließen,. es sei denn, es gibt mir irgendeinen ultimativen Bonus, den ich mir heute nicht vorstellen kann.

        Bei einem Abozwang werden sie mit mir kein Geld verdienen.

        Tja das ist das Problem.
        Jeder sieht es ander was Sinn hat und was nicht.
        Der eine wird sich über ein Maus-Abo freuen (?) und sich nie (wieder) ein Youtube Premium, Amazon Prime usw.
        Abo zulegen.
        Man (also min. ich) kann nur hoffen das das Abo für ne Maus genauso scheitert wie das mit den Druckern(tinte) von HP.
        Problem ist das so was Schule machen kann. ABO für CPU, MoBo, GPU....
      • Von Neo1972 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Pu244
        da habe ich schon mit Dingen, die Sinn ergeben (Youtube Premium, PCGH+, Amazon Prime usw.) so meine Probleme.
        😏😁😂🤣🤣🤣👍
        Der war richtig gut
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Krabonq
        Hat mal jemand grad ein Besoffenen Emoji parat?


        Zitat von Da_Obst
        Und wie sieht so ein Service bei einem Eingabegerät wie einer Maus aus?
        Für den Anfang würde ich eine Möglichkeit vorschlagen, Ersatz-Batteriefachdeckel und Ersatz-Mausfüße für die G700(s) zu verkaufen (erstere ggf ohne die Sollbruchstelle des ursprünglichen Designs). Alternativ respektive noch lieber nehme ich auch Ersatz-Sender/-Platinen für die MX610.

        Zitat von XT1024
        Grundfarben, Farbeffekte, DPI-Profile (braucht wirklich irgendwer Abstufungen im 100 DPI Bereich?) lassen sich bei meiner so einstellen, per Tastenkombination.

        Und selbst wenn, warum muss diese verdammte Software immer so riesig sein und am besten auch dauernd aktualisiert werden zu wollen?
        Da würde kein 5 MB Programm reichen?
        Sobald es mehr als 4-5 Tasten sind, muss man für viele Programme Profile anlegen und die dafür permanent mitlaufende Software macht früher oder später Ärger, gerade wenn sich das Betriebssystem ändert. Das zu monetarisieren stelle ich mir aber auch schwierig vor – die Abstände sind zu groß und man kann ja schlecht den Preis einer neuen Maus verlangen.

        Zitat von Hackatron
        Ob die Maus ewig hält, hat nur nichts mit der Software zu tun. Ein Abbo Model für Software Updates für eine Maus, ist absoluter Unfug. Eine Maus hat auch ohne zusätzliche Software zu Funktionieren. Das Problem ist der Verschleiß. Bei meiner MX Master 3 löst sich bereits die Gummibeschichtung auf und sieht verranzt aus. Reinigung unmöglich. Auch die Gleitet lösen sich bereits. Ist vermutlich auch nur noch eine Frage der Zeit bis die Tasten das prellen anfangen oder irgendwann auch der Verbaute Akku mit den Jahren den Geist aufgibt. Auch die Art des Anschlusses hält nicht ewig. Früher PS2, dann irgendwann USB A, USB C, Bluetooth oder proprietärer USB Dongel,... Die Software bei einer Maus interessiert doch keinen wirklich und niemand, wirklich niemand wird für die Software einer Maus ein Abo abschließen.

        Bei der Frau wäre es schon ein guter Anfang wenn sie Ihre Kleidung nicht nur deine Mode Saison tragen würde sonder die aufträgt bis die Verschleißt ist anstatt sich alle paar Monate neue Klamotten und Schuhe zu kaufen.
        Gerade die Sender-/Empfänger bei Funkmäusen wären eine Möglichkeit, Zubehör nachträglich zu verkaufen. Wieso nicht für alte Modelle einen neuen Sender verkaufen? Wieso nicht für alte Sende eine neue Tastatur? Ich als Retro-Fan würde es auch richtig geil finden, wenn ich den PS/2-Empfänger der alten Maus mit einer neue paaren könnte. Idealerweise KVM-Switcht-Style zusätzlich zum normalen.

        Die Haltbarkeit ist auch eine Frage des Wollens/Könnens. Das Gummi an meinem Mouse Man Wheel war nach 9 Jahren Nutzung zwar etwas speckig (und fettet seit dem richtig nach, solange sie im Schrank liegt), aber kaum abgenutzt. Das Mausrad der nachfolgenden MX610 (sonst kein Gummi – was ohne Frage die sicherere Lösung ist) hat sogar 11 Jahre Nutzung überstanden und die G700s ist jetzt in ihrem siebten Jahr. Und Akku? Letztere beiden arbeiten schlichtweg mit AA. Es geht also. Umgekehrt kenne ich aber auch z.B. die Tastenbeschriftung der damals sündhaft teuren G15, die teilweise keine 6 Monate gehalten hat.
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