Logitech will die ewige Maus: Doch die Finanzierungsmodelle dürften nicht gefallen
Ist es eine Utopie oder mögliche Realität: Logitech will die ewige Maus. Doch, wenn Eingabegeräte so produziert werden, dass sie ewig halten, wie finanziert man das? Das ist die große Frage und sie wird nicht jedem gefallen.
Logitech hat einen neuen CEO - Hanneke Faber. Und die verspricht in einem Interview nicht nur eine Justierung der Marke und ihrer Produkte, sondern auch, dass die nächste gekaufte Logitech-Maus ewig hält. Das klingt nicht nach dem, was man von einem neuen CEO erwarten würde, der Logitech wieder zu Wachstum führen soll, nachdem man zwar vom Corona-Boom profitiert hatte, aber ebenso wieder ausgespuckt wurde. Faber kommt wie ihr Vorgänger von Procter & Gamble, aber sie hat genaue Vorstellungen, wie die Marke Logitech aufgestellt sein sollte und wie die Produkte aussehen müssen.
Nachdem man sich am KI-Block vorbeigearbeitet hat, wird es noch einmal interessant: "The mouse built this house", sagt sie und will damit unterstreichen, dass Logitech im Kern wieder auf Peripherie setzen will. Es ist nicht ihr Sprichwort, aber sie macht es sich zu eigen, denn Logitech soll in Zukunft wieder primär Eingabegeräte, Konferenz-Produkte und alles Verwandte anbieten, aber keine markenuntypische Ausflüge mehr in Smart Things machen. "Dann, wenn man sich die Bausteine anschaut, werden die großen Bereiche im B2B-Videokonferenzbereich und bei Produkten für persönliche Arbeitsplätze, im Gaming und bei PWS-Produkten liegen."
Und sie legt im späteren Verlauf noch einmal nach: "Es geht wirklich um persönliche Arbeitsplätze, Videokonferenzen und Gaming." Kunden, die Geräte von Logitech gekauft haben, die auf Cloud-Services angewiesen sind, müssen sich aber nicht sorgen, denn die sollen weiter unterstützt werden. Zumindest fürs Erste.
Logitech arbeitet an der "ewigen Maus"
"Was ich mir eigentlich erhoffe, ist, dass dies [Softwaresupport mit KI] zur Langlebigkeit unserer Produkte beiträgt, dass wir mehr Premium-Produkte haben, die länger halten, weil sie überlegen sind und weil wir sie im Laufe der Zeit weiterhin aktualisieren können." Dabei möchte sie das Versprechen einhalten, bis 2050 Logitechs Geschäft zu verdoppeln und den CO₂-Abdruck zu halbieren. "Die Langlebigkeit ist wirklich wichtig", sagt Faber und führt weiter aus: "Neulich zeigte mir in Irland, in unserem Innovationszentrum dort, ein Teammitglied eine 'Forever Mouse' im Vergleich zu einer Uhr. Das ist eine schöne Uhr, keine super teure Uhr, aber ich habe nicht vor, diese Uhr jemals wegzuwerfen. Warum sollte ich also meine Maus oder meine Tastatur wegwerfen, wenn es sich um eine hochqualitative, gut gestaltete, softwareunterstützte Maus handelt? Die 'Forever Mouse' ist eines der Dinge, die wir erreichen möchten."
Finanzierungsfrage könnte missfallen
Die ewige Maus wäre laut Faber etwas schwerer als im Moment üblich und hätte Softwaresupport. Aber sie gibt auch zur, dass das Geschäftsmodell eine Herausforderung ist: "Das Geschäftsmodell stellt dort natürlich die Herausforderung dar. Daher ist Software umso wichtiger, wenn man darüber nachdenkt. Können wir ein Servicemodell entwickeln? In unserem Videokonferenzgeschäft ist das jetzt ein sehr wichtiger Teil des Modells, die Dienstleistungen, und es ist entscheidend für unsere Firmenkunden."
Das dürfte insbesondere bei Endkunden nicht unbedingt besonders beliebt sein - auch wenn immer mehr Anbieter versuchen, Kunden in Abo-Modelle zu locken. Da dürfte auch nicht der Vergleich zu einer Rolex helfen: Viele Kunden werden nicht bereit sein, Rolex-Geld für Eingabegeräte auszugeben, auch wenn man das Produkt wie von Faber angedeutet "liebt".
"Wir werden es selbstverständlich herausfinden und das passende Geschäftsmodell entwickeln müssen. Wir sind heute noch nicht bei der 'Forever Mouse', aber der Gedanke fasziniert mich." Die Frage ist, ob der Markt an solchen Produkten interessiert ist. Produkte von früher, etwa IBM-Tastaturen, werden heute noch eingesetzt - trotz technischer Hürden. Ob aber moderne Peripherie kein Wegwerfmarkt ist, das wäre auszuloten.
Letztlich sieht aber auch der neue Logitech-CEO nur drei Optionen, solche Geschäftsmodelle zu monetarisieren: Abo-Modelle, Werbung oder das altbekannte Upgrade-System, das den Austausch der Hardware erfordert, was bei der ewigen Maus keine Option ist.
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Quelle: The Verge


"Viele Kunden werden nicht bereit sein, Rolex-Geld für Eingabegeräte auszugeben, auch wenn man das Produkt wie von Faber angedeutet "liebt".
Wie von "Faber" angedeutet...
Da kam mir sofort "Faber-Castell" in den Sinn...
Wird es auch einmal den Abo-Bleistift geben?
Was also soll der Unfug? Ein Abo für PC-Zubehör? 😂🤣🤣
Bei einem Abozwang werden sie mit mir kein Geld verdienen.
Tja das ist das Problem.
Jeder sieht es ander was Sinn hat und was nicht.
Der eine wird sich über ein Maus-Abo freuen (?) und sich nie (wieder) ein Youtube Premium, Amazon Prime usw.
Abo zulegen.
Man (also min. ich) kann nur hoffen das das Abo für ne Maus genauso scheitert wie das mit den Druckern(tinte) von HP.
Problem ist das so was Schule machen kann. ABO für CPU, MoBo, GPU....
Der war richtig gut
Und selbst wenn, warum muss diese verdammte Software immer so riesig sein und am besten auch dauernd aktualisiert werden zu wollen?
Da würde kein 5 MB Programm reichen?
Bei der Frau wäre es schon ein guter Anfang wenn sie Ihre Kleidung nicht nur deine Mode Saison tragen würde sonder die aufträgt bis die Verschleißt ist anstatt sich alle paar Monate neue Klamotten und Schuhe zu kaufen.
Die Haltbarkeit ist auch eine Frage des Wollens/Könnens. Das Gummi an meinem Mouse Man Wheel war nach 9 Jahren Nutzung zwar etwas speckig (und fettet seit dem richtig nach, solange sie im Schrank liegt), aber kaum abgenutzt. Das Mausrad der nachfolgenden MX610 (sonst kein Gummi – was ohne Frage die sicherere Lösung ist) hat sogar 11 Jahre Nutzung überstanden und die G700s ist jetzt in ihrem siebten Jahr. Und Akku? Letztere beiden arbeiten schlichtweg mit AA. Es geht also. Umgekehrt kenne ich aber auch z.B. die Tastenbeschriftung der damals sündhaft teuren G15, die teilweise keine 6 Monate gehalten hat.