Speicherkrise: DRAM-Verdopplung bis 2030 reicht nicht aus
Die Speicherhersteller bauen ihre DRAM-Produktion massiv aus, SK Hynix plant bis 2030 die Verdopplung auf 1 Million Wafer im Monat. Weil Kunden das Vier- bis Fünffache fordern, winkt bei den RAM-Preisen kaum vor 2029 Entlastung.
Die seit dem vierten Quartal 2025 ausufernde weltweite Speicherkrise hat die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher auf historische Höchststände getrieben, und erst kürzlich hat SK Hynix das "schlimmste Jahr" der Branchengeschichte sogar erst für 2027 prognostiziert und Engpässe bis 2030 und weit darüber hinaus vorhergesagt.
Wer derzeit einen RAM-Neukauf oder eine Aufrüstung plant, blickt daher wohl mit Spannung auf die Ausbaupläne der drei großen Speicherhersteller Samsung, Micron und SK Hynix, denn diese geben den besten Anhaltspunkt dafür, wann das Angebot und die Nachfrage möglicherweise wieder halbwegs zueinanderfinden. Doch die Aussichten auf eine baldige Besserung trüben sich aktuell noch weiter ein.
Der Analyst @zephyr_z9 vom Marktforschungsunternehmen Citrini hat eine Aussage von SK-Group-Chairman Chey Tae-Won aufgegriffen, die aufhorchen lässt und selbst das jüngste Horrorszenario der US-Investmentbank Jefferies in ein neues Licht rückt. Die exorbitant hohe Nachfrage aus dem KI-Segment bestimmt alles.
DRAM: Warum eine Verdopplung bis 2030 kaum ausreicht
Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix hat seinen Zulieferern bereits im Juni konkrete Pläne vorgelegt, die eigene DRAM-Fertigung von derzeit 550.000 Wafern pro Monat bis zu den Jahren 2030/31 auf rund 1 Million Wafer pro Monat zu verdoppeln, wie die bekannte koreanische Branchen-Website The Elec berichtete.
In den heutigen Zahlen stecken dabei etwa 200.000 Wafer aus dem chinesischen Werk in Wuxi. Das Gros des Zuwachses soll aber der neue Halbleiter-Cluster in Yongin liefern: Die erste Fabrik ist in sechs Reinräume unterteilt, die im Halbjahrestakt jeweils 60.000 Wafer pro Monat beisteuern sollen, in Summe also rund 360.000 Wafer. Der Einzug der ersten neuen Fertigungsanlagen wurde inzwischen von Mai auf den Februar 2027 vorgezogen. Doch das sind Tropfen auf den heißen Stein.
Hinzu kommt die M15X in Cheongju, welche noch im zweiten Halbjahr 2026 mit insgesamt 40.000 Wafern pro Monat startet und 2027 auf rund 80.000 Wafer klettern soll. Samsung zieht Berichten zufolge Investitionen in die Fabrik P4 in Pyeongtaek vor, während der chinesische Herausforderer CXMT laut SemiAnalysis bis Ende 2026 auf zirka 350.000 Wafer pro Monat kommt und 2027 mit rund 420.000 Wafern bereits etwa 17 Prozent der weltweiten DRAM-Kapazität stellen könnte.
Quelle: 3DCenter.org
Die prognostizierten DRAM-Fertigungskapazitäten heute und im Jahre 2030.
Die Website 3DCenter.org hat die Angaben des Marktforschers in einer übersichtlichen Tabelle zusammengetragen.
Kunden fordern das Vier- bis Fünffache an DRAM
Chey Tae-Won, Chairman des SK-Mutterkonzerns, beziffert den Kundenbedarf auf das Vier- bis Fünffache der heutigen DRAM-Liefermengen, während das Wafer-Angebot bis 2030 bestenfalls auf das Doppelte wächst. Auf diese große Diskrepanz weist Citrini-Analyst @zephyr_r9 in einem viel beachteten Beitrag auf X hin, welchen zwischenzeitlich auch die Kollegen von 3DCenter aufgegriffen haben.
Die Aussage fiel im Umfeld des Nasdaq-Börsengangs von SK Hynix am 10. Juli: Dort erklärte Chey Tae-Won gegenüber CNBC, auf die angekündigte Verdopplung der Kapazität hätten die Kunden schlicht mit der Forderung nach mehr reagiert.
Schon im Rahmen der Computex Anfang Juni hatte der Manager eingeräumt, dass das aktuelle Wafer-Angebot branchenweit rund 20 Prozent unter dem Bedarf liegt.
Warum die RAM-Preise trotz Ausbau hoch bleiben
Vor 2029 dürfte aus den neuen DRAM-Fabriken kaum zusätzliches Angebot im Markt ankommen. Der Umbau eines bestehenden Standorts nimmt laut Tae-Won Chey noch mindestens drei Jahre in Anspruch, ein kompletter Neubau auf der grünen Wiese mehr als fünf Jahre.
SK-Hynix-CEO Kwak Noh-Jung erwartet daher für 2027 aus Angebotssicht das schlimmste Jahr der Branchengeschichte, die Knappheit selbst könnte über 2030 hinausreichen. Ins gleiche Horn stößt die Schweizer Großbank UBS, welche für 2027 einem Angebotszuwachs von 19,3 Prozent einen Bedarfszuwachs von 36,2 Prozent gegenüberstellt.
Solange diese Schere geöffnet bleibt, dürfte auch die Verdopplung der Fertigungskapazitäten den DDR5-Preisen im Einzelhandel bestenfalls die Spitze nehmen.
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Quelle: @zephyr_z9 via 3DCenter.org

Was ich meine? Wie die aufgeblähten Goldgräber-Stunts am Ende Geld einbringen sollen (also Firmen, die keinen Speicher verkaufen). Ideen?
MfG
Raff
Was ich meine? Wie die aufgeblähten Goldgräber-Stunts am Ende Geld einbringen sollen (also Firmen, die keinen Speicher verkaufen). Ideen?
MfG
Raff