Epic Games vs. Apple: Vergleich mit US-Bürgerrechtsbewegung von Tim Sweeney

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Im AppStore ist der beliebte Battle-Royale-Shooter Fortnite nicht mehr verfügbar.
Quelle: Epic Games/ Montage: Areamobile

Bei einem Online-Event hat sich der Chef von Epic Games Tim Sweeney zum Rechtsstreit mit Apple geäußert und einen Vergleich mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gezogen.

Epic Games mit Beteiligung von Unternehmen aus China sowie von Sony aus Japan steht seit einiger Zeit im Konflikt mit Apple aus den USA. Wie die Webseite Techcrunch berichtet, hat sich nun der Chef von Epic Games, Tim Sweeney auf einem digitalen Event zum aktuellen Streit mit Apple geäußert. Er vergleicht die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Bei den Kämpfen der Bürgerrechtsbewegung, "gab es tatsächlich Gesetze in den Büchern, und die Gesetze waren falsch. Und die Menschen gehorchten ihnen nicht, und es war nicht falsch, ihnen nicht zu gehorchen, denn mit ihnen zusammenzuarbeiten wäre eine Absprache, um sie zum Status quo zu machen." Zudem ließ sich Sweeney wie folgt zitieren: "Es ist nicht nur eine Option, die die Anwälte von jemandem entscheiden, sondern es ist eigentlich unsere Pflicht, dagegen anzukämpfen." Sweeney meinte mit dem Vergleich zur Bürgerrechtsbewegung, dass es richtig gewesen sei, die Regeln zu missachten, weil sie unrechtmäßig waren, so wie es nun beim Zweikampf Epic Games vs. Apple der Fall sei.

Eigene Bezahloptionen für Apps im Apple App Store sind verboten

Diese öffentliche Stellungnahme sorgt jedoch für reichlich Kritik im Internet. Schließlich ist der von Sweeney gezogene Vergleich regelrecht obszön. Im Endeffekt geht es bei beiden Konzernen nur ums Geld. App-Entwickler müssen eine Lizenzgebühr in Höhe von 30 Prozent der Einnahmen an Apple beziehungsweise Google bei jeder kostenpflichtigen App beziehungsweise bei kostenpflichtigen In-App-Käufen zahlen. So verdient etwa Apple mehrere Millionen Dollar pro Jahr. Es gibt immer wieder Versuche von App-Anbietern, sich dieser Zahlung der Provision zu entziehen. So verstieß jüngst Epic Games gegen diese Nutzungsbedingungen, als man kurzerhand eine eigene Bezahlmöglichkeit mit Echtgeld für die virtuelle Währung V-Bucks in den beliebten Battle-Royale-Shooter Fortnite integrierte, dabei die V-Bucks mit 20 Prozent Rabatt im Vergleich zum App Store angeboten hatte und so versuchte, die Provisionszahlung an Apple und Google zu umgehen. Wenige Stunden, nachdem die neue Spielversion im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar war, wurde diese Version wieder offline genommen von den Store-Betreibern.

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Schlussendlich ist der Streit zwischen Apple und Epic Games vorm Gericht gelandet. Der Ausgang ist noch völlig offen. Richterin Yvonne Gonzales Rogers erklärt, dass der Ausgang dieses Rechtsstreits auch Auswirkungen für andere digitale Stores, wie etwa von Sony, Nintendo und Microsoft haben könnte. Schließlich dienen nicht nur iPhones, sondern auch die Nintendo Switch sowie Gaming-Notebooks, Tablets usw. zum Spielen unterwegs, sodass die von Epic Games getroffene Einschränkung auf iOS-Geräte unzutreffend sei.

Niedrigere Lizenzgebühr für Exklusivpartner wie Amazon und bald auch für kleine Unternehmen

Fakt ist, dass Apple versucht, erste Schritte einzuleiten, um auf Entwickler zuzugehen. Ab 01.Januar 2021 gibt es das neue App Store Small Business Program, bei dem die fällige App-Store-Provision nur noch 15 Prozent statt wie üblich 30 Prozent beträgt. Allerdings gilt dieser niedrigere Satz nur für kleine App-Entwickler, die im Kalenderjahr 2020 weniger als eine Million US-Dollar Umsatz mit ihren Apps auf Apple-Geräten erzielt haben.

Auch für Apps von Amazon wie etwa die kindle-App zum Lesen von E-Books, Amazon Music, Prime Video & Co. gewährt Apple eine niedrigere Provisionszahlung von nur noch 15 Prozent, wenn man dafür die Amazon-Apps immer auch auf alle Apple-Geräten veröffentlicht, mit Updates versorgt und Sonderfunktionen wie etwa eine Unterstützung von Siri und Airplay einbaut.

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Ebenfalls lesenswert: Epic Games vs. Apple: Rechtsstreit könnte Auswirkungen für Sony, Nintendo und Microsoft haben
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Sammlung zum Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple:

  • Der Chef von Epic Games, Tim Sweeney, hat sich auf einem Online-Event zum derzeitigen Rechtsstreit zwischen seinem Unternehmen und Apple geäußert. Sweeney vergleicht die Streitigkeiten mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
  • Wie auch bei der Bürgerrechtsbewegung in den USA sei es auch im aktuellen Fall seiner Meinung nach richtig, die geltenden Regeln zu missachten, da diese unrechtmäßig seien, so Sweeney.
  • Epic Games verstieß gegen die Nutzungsbedingungen im Apple App Store und im Google Play Store, als man die virtuelle Währung V-Bucks mit Rabatt kurzerhand innerhalb des Spiels Fortnite verkaufte und so nicht nur die Währung günstiger als im jeweiligen Online-Shop von Apple und Google angeboten hat, sondern sich auch die notwendige Provisionszahlung sparte.
  • Ab 01. Januar 2021 wird Apple eine reduzierte Provision in Höhe von 15 statt 30 Prozent pro verkaufte App verlangen, wenn der jeweilige Entwickler nur 1 Million US-Dollar Umsatz mit den Apps für iOS im Kalenderjahr 2020 erzielt hat.

Quellen: Techcrunch, Twitter, Apple, Finanzen.net

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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1748380205
        Im Endeffekt geht es doch nur darum wer von beiden mehr verdient. Selbst im eigenen Store waren die V-Bucks nur 20% billiger als bei Apple. Ergo steckt sich EPIC einfach 10% mehr Gewinn ein. Verkaufen sie im Applestore für 11% mehr hat EPIC die gleiche Marge. Und der kunde würde sehen, was Apple kostet.
      • Von Gast1748380205
        Im Endeffekt geht es doch nur darum wer von beiden mehr verdient. Selbst im eigenen Store waren die V-Bucks nur 20% billiger als bei Apple. Ergo steckt sich EPIC einfach 10% mehr Gewinn ein. Verkaufen sie im Applestore für 11% mehr hat EPIC die gleiche Marge. Und der kunde würde sehen, was Apple kostet.
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Das ändert doch nichts an der Zwangsabgabe, wenn man diese künstlich in die Höhe treibt?!? Fakt ist, man kommt an iOS nicht vorbei, wirtschaftlich gesehen und Apple nutzt das aus und "zwingt" zu horrenden Zwangsabgaben auf den "Umsatz", bei solchen Dauereinnahmen und das ist moderne Wegelagerei, da gibt es auch nichts schön zu reden, auch wenn man Epic und Sweeny abgrundtief hasst. Aber anscheinend können das nicht wenige hier nicht von einander trennen. Es führt "kein" Weg vorbei an dieser Zwangsabgabe und deswegen ist die Kritik daran auch berechtigt. Es gibt einige namenhafte Anbieter die das im gleichen Maße kritisieren, Epic sind die ersten die sich dagegen stemmen, immerhin mit dem Erfolg, dass das jetzt verhandelt wird.

        MfG
      • Von Gast1748380205
        Zitat von DaStash
        Den gibt es bei Windows auch nicht und dennoch wurde MS dazu verpflichtet eine Browserauswahl anzubieten.

        MfG
        Nur ist EPIC ja kein Endkunde dem man eine Wahl bei einer essentiellen Funktion nimmt, sondern nur ein Contentabieter, der sich über die Bedingungen der Plattform aufregt. Wenn EPIC also die App und die ingame Käufe um die genannten 43% teurer macht, dann hat man die volle Marge, nur kostet dann die APP auf der Platform mehr. Was aber imho sinnvoll wäre, denn das merkt der Kunde.
      • Von Basileukum Software-Overclocker(in)
        Zitat von Kondar
        ....daher schrieb ich auch => oder

        Somit bekenne ich mich der Leseunfähigkeit / geistigen Trägheit für schuldig und ziehe die Hälfte meiner Aussage zurück!
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von seahawk
        Es gibt keinen Zwang ein Applegerät zu kaufen, zu nutzen oder auf deren Plattform ein Angebot zu erstellen.
        Den gibt es bei Windows auch nicht und dennoch wurde MS dazu verpflichtet eine Browserauswahl anzubieten.

        MfG
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