Epic Games vs. Apple: Rechtsstreit könnte Auswirkungen für Sony, Nintendo und Microsoft haben

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Im AppStore ist der beliebte Battle-Royale-Shooter Fortnite nicht mehr verfügbar.
Quelle: Epic Games/ Montage: Areamobile

Im schwelenden Streit zwischen Epic Games und Apple geht es um viel mehr, als nur um den Kampf zweier App Store-Betreiber. Ein Gerichtsurteil hat wohl Auswirkungen auf alle digitalen Store-Anbieter.

Seit der Apple App Store im Jahr 2008 erstmals auf iPhones die Türen geöffnet hat, gibt es zahlreiche Apps von verschiedenen Anbietern. Für fast alles gibt es eine App und Apple verdient kräftig dabei mit. Schließlich müssen App-Entwickler bei jeder kostenpflichtigen App beziehungsweise bei kostenpflichtigen In-App-Käufen eine Lizenzgebühr in Höhe von 30 Prozent der Einnahmen an Apple zahlen. So verdient Apple mehrere Millionen Dollar pro Jahr. Es gibt immer wieder Versuche von App-Anbietern, sich dieser Zahlung der Provision zu entziehen. Zuletzt ist etwa der Streit zwischen Epic Games, dem Entwickler hinter beliebten Spielen wie Fortnite und der Grafikengine Unreal Engine, die zahlreiche Videospiele und Animationsfilme antreibt, und Apple eskaliert. Letztlich befasst sich nach dem Entfernen von Fortnite aus dem Apple App Store ein Gericht mit dem Fall. Der Ausgang wird wohl auch Auswirkungen auf andere digitale Stores etwa von Nintendo, Sony und Microsoft haben, wie Richterin Yvonne Gonzales Rogers erklärt.

Epic Games klagt gegen Apple App Store - Auswirkungen auch auf hauseigenen Epic Games Store denkbar

Das aus Raleigh, North Carolina, USA stammende Unternehmen Epic Games, an dem unter anderem Sony und der chinesischen Konzern Tencent Anteile halten, argumentiert, dass Spielkonsolen und Computer zwingend Steckdosen und separate Bildschirme benötigen und daher keine Möglichkeit für mobiles Spielen bieten. Die Richterin jedoch sieht dies anders, denn auch Gaming-Notebooks, Tablets, die Nintendo Switch und Co. bieten die Option, unterwegs spielen zu können. Diese Geräte könnten "in Bezug auf den Endverbraucher erhebliche Überschneidungen mit der iOS-Plattform haben.", so Richterin Yvonne Gonzales Rogers.

"Allerdings enthält die Aufzeichnung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wiederum nicht genügend Informationen, um festzustellen, ob solche anderen Geräte (Gaming-Notebooks, Tablets, Spielekonsolen) wirtschaftliche Substitute sind oder lediglich eine Ergänzung zu den iOS-Geräten darstellen". - Yvonne Gonzales Rogers, Richterin.

Epic Games will für seine in-App-Käufe keine Provision in Höhe von 30 Prozent an Apple abdrücken und hatte kurzerhand eine neue Version von Fortnite veröffentlicht, bei der man zwischen verschiedenen direkt bei Epic Games hinterlegten Bezahlmöglichkeiten für In-App-Käufen wählen kann. Hiermit hat man aber nicht nur versucht, die Provisionszahlung an Apple zu umgehen, sondern verstößt auch gegen die Richtlinien des Apple App Stores für Entwickler, sodass der iPhone-Hersteller Fortnite aus dem offiziellen App Store geworfen hat. Konkurrent Google hat Fortnite aus den gleichen Gründen aus dem hauseigenen Play Store auf Android-Geräten geworfen. Im Gegensatz zu Apple iPhones kann man auf Android-Geräten Fortnite aber noch herunterladen, in dem man einfach einen anderen Appstore benutzt.

Amazon findet Lösung um Provisionszahlung an Apple zu umgehen

Amazon versucht die geltenden Regeln des Apple App Stores immer wieder zu umgehen. So hatte der Online-Versandhändler einmal in der Kindle-App E-Books nicht direkt zum Kaufen angeboten. Vielmehr wurde man in den Web-Browser geschickt, musste sich dann mit seinem Amazon-Konto anmelden und konnte dann E-Books kaufen, um diese innerhalb der Kindle-App lesen zu können. Mit dieser Idee hatte es Amazon einmal geschafft, die Provisionszahlungen zu umgehen, ehe man schließlich ein spezielles Abkommen mit Apple schloss, um nur 15 Prozent Umsatzbeteiligung zu erwirken.

Hierbei hat sich Amazon dazu verpflichtet, alle eigenen Apps zu Streamingdiensten oder zu Online-Shops auf alle Geräte von Apple zu bringen. Im Gegenzug gewährt Apple nun Amazon eine niedrigere Provisionszahlung in Höhe von nur noch 15 Prozent statt der sonst im Apple App Store üblichen 30 Prozent.

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Ebenfalls lesenswert: Fortnite-Konflikt - Apple fürchtet bei Niederlage um Geschäftsmodell

Sammlung zum Provisionsstreit zwischen Apple und Epic Games:

  • Für fast alles gibt es eine App fürs iPhone und Apple verdient kräftig dabei. Schließlich müssen App-Entwickler eine Lizenzgebühr in Höhe von 30 Prozent der Einnahmen an Apple zahlen bei jeder kostenpflichtigen App beziehungsweise bei kostenpflichtigen In-App-Käufen.
  • Epic Games wehrt sich dagegen, in dem man etwa bei Fortnite alternative Bezahlmethoden anbietet. Hiermit verstößt das Unternehmen jedoch gegen die Richtlinien des Apple App Stores, was dazu geführt hat, dass Fortnite nicht mehr für iPhones verfügbar ist.
  • Letztlich befasst sich nun eine Klage mit dem Streit beider IT-Firmen. Die Richterin Yvonne Gonzales Rogers ist jedoch der Auffassung, dass der Provisionsstreit nicht nur für Appstores auf Smartphones, sondern genauso für digitale Stores auf anderen Geräten gilt.

Quellen: VGC, Apple, Finanzen.net, Google

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Wollen wir doch mal daran erinnern, wie Nintendo mit Entwicklern umgesprungen ist und sie früher regelrecht erpresst hat. Oder Sony und seine Erpessungsversuche hinsichtlich Importspielen grad auch zu PSX Zeiten. Die Konsolenhersteller haben sich alle nicht mit Ruhm bekleckert und wenn Epic denen in den Arsch kriecht und in Schutz nimmt, aber zeitgleich sich über Apple beschwert, ist das einfach nur noch lächerlich.
        Sweiny sollen seinen Kopf aus Sony's A... ziehen. Wenn er wirklich was ändern wollte, würde er gegen ALLE solche Plattformen vorgehen und kein Cherry Picking betreiben. Ohja, Steam und Apple sind die Bösen und Sony, MS, Nintendo und Epic die Guten...

        Ich hoffe die Gerichte geben Epic gegen Apple Recht, aber zwingen auch die anderen Plattformen zur Öffnung. Hätte für uns Kunden Vorteile und ob es wirklich Nachteile geben würde, müsste sich noch zeigen. Außerdem würde ich mal davon ausgehen, dass Sweinys geliebtes Sony dann stinksauer auf ihn sein wird. xD
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Wollen wir doch mal daran erinnern, wie Nintendo mit Entwicklern umgesprungen ist und sie früher regelrecht erpresst hat. Oder Sony und seine Erpessungsversuche hinsichtlich Importspielen grad auch zu PSX Zeiten. Die Konsolenhersteller haben sich alle nicht mit Ruhm bekleckert und wenn Epic denen in den Arsch kriecht und in Schutz nimmt, aber zeitgleich sich über Apple beschwert, ist das einfach nur noch lächerlich.
        Sweiny sollen seinen Kopf aus Sony's A... ziehen. Wenn er wirklich was ändern wollte, würde er gegen ALLE solche Plattformen vorgehen und kein Cherry Picking betreiben. Ohja, Steam und Apple sind die Bösen und Sony, MS, Nintendo und Epic die Guten...

        Ich hoffe die Gerichte geben Epic gegen Apple Recht, aber zwingen auch die anderen Plattformen zur Öffnung. Hätte für uns Kunden Vorteile und ob es wirklich Nachteile geben würde, müsste sich noch zeigen. Außerdem würde ich mal davon ausgehen, dass Sweinys geliebtes Sony dann stinksauer auf ihn sein wird. xD
      • Von fire2002de Software-Overclocker(in)
        Zitat von Kondar
        Eine Idee wäre ja auch das Epic einfach Android nimmt und ein eigenes Smartphone inc. deren Shop auf dem Markt bringt.
        Könnten dann sogar damit werben nur 12% in deren Shop zu nehmen...
        Na ja Epic will ja an die bestehende Kundschaft von Apple. die sind ja nicht gerade klein. leider haben sie es auf dem falschem weg versucht. aber Recht hast du, so könnten sie selbst einen Shop "günstig" anbieten aber wir wissen ja Epic macht das nicht um dem Kunden etwas günstig zu verkaufen grüße
      • Von BrollyLSSJ PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von WoFNuLL
        Wir errinern mal dran: Apple bietet KEINE alternativen eines Downloads, was sie von der Plattform schmeißen ist alternativlos nichtmehr installierbar.
        Das ist so nicht richtig. Man kann auch Geld in die Hand nehmen und selber Apps hosten. Machen diverse Firmen. Und Sideloaden geht auch. Ist für den normalen User zwar umständlich, weil der das alle 7 Tage wiederholen muss, damit die App wieder neu signiert ist und für weitere 7 Tage nutzbar ist, aber es geht. Mit einer Developer Lizenz (99 EUR im Jahr) kann man die Signierung sogar für 1 Jahr gültig machen. Unsere Firma hat z.B. die Zeiterfassung zum Stunden buchen geschrieben, damit man seine Stunden auch buchen kann, wenn man nicht gerade im VPN ist und kein Notebook zur Hand hat um die Website aufzurufen. Dazu musste man nur ein entsprechendes Zertifikat im iPhone installieren. Wie teuer das für unsere Firma ist und wie lange die App gültig ist, weiß ich allerdings nicht. Es war aber auf jeden Fall länger als die 7 Tage mit nur einem normalen Account.
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von fire2002de
        Viele vergessen das epic die Bedingungen des Vertrages zugestimmt hat! Und sie im nachinein gebrochen hat! Wenn epic das nicht passt... Das sollen sie doch fern bleiben.... Aber im nachinein einen Vertrag dann auch noch bewusst brechen, gehört einfach mal bestraft! Was anderes wäre es wenn epic vor dem Eintritt in den appstore mir Apple ein "öffentliches geplänkel" gestartet hätte! Zumal es epic nicht um die User geht sie aber schon mit einspannt... "Kämpft ihr doch für uns"...
        Eine Idee wäre ja auch das Epic einfach Android nimmt und ein eigenes Smartphone inc. deren Shop auf dem Markt bringt.
        Könnten dann sogar damit werben nur 12% in deren Shop zu nehmen...
      • Von Hills1975 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von DaStash
        Warum sollte das eigentlich für alle gelten? Bei Sony kann man ja alternativ retail kaufen, bei MS auch, da muss man die shops nicht nutzen?!?

        MfG
        Na ich sage mal Lizenz, Sony Nintendo MS usw verlangen eine Gebühr dafür das du auf deren Platform (Xbox PlayStation usw) was anbieten darfst. Egal ob jetzt online oder im Laden die Gebühr wird fällig.
        Zitat von fire2002de
        Viele vergessen das epic die Bedingungen des Vertrages zugestimmt hat! Und sie im nachinein gebrochen hat! Wenn epic das nicht passt... Das sollen sie doch fern bleiben.... Aber im nachinein einen Vertrag dann auch noch bewusst brechen, gehört einfach mal bestraft! Was anderes wäre es wenn epic vor dem Eintritt in den appstore mir Apple ein "öffentliches geplänkel" gestartet hätte! Zumal es epic nicht um die User geht sie aber schon mit einspannt... "Kämpft ihr doch für uns"...
        So sieht es aus, erst Vertrag abschließen Kunden locken, Vertrag brechen und weinen das die Kunden ihr Produkt nicht mehr nutzen Können.

        Ich schließe ja auch keinen Vertrag mit SAP ab wo ich gebunden bin bei jeder Transaktion Summer x an SAP zu zahlen um nur nach gewissen Kundenstamm (den ich durch SAP bekommen habe) den Vertrag zu brechen und mich beschwere das ich kein Support von SAP mehr bekomme.
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