Konsole rettete AMD vor Bankrott: Der Pitch mit der Playstation 4

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Konsole rettete AMD vor Bankrott: Der Pitch mit der Playstation 4
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Ausgerechnet Konsolen retteten AMD einst vor dem Bankrott. Dank Playstation 4 und Xbox One profitieren auch PC-Spieler von der Wiederauferstehung eines Unternehmens, das manche schon auf der Todesliste hatten.

Die meisten Tech-Interessierten werden wissen, dass es AMD einmal gar nicht so gut ging. Die Zen-Architektur war noch nicht geboren, Nvidia dominierte bereits den Markt der Grafikkarten, eine Wirtschaftskrise grassierte um den Globus und die AMD-Aktie ist um 2 Euro wert. Keine guten Aussichten für das Unternehmen, das rund zwei Jahre zuvor noch ATI übernommen hatte und sich mit Bulldozer einen "kompletten Fehlschlag" leistete.

PS4-APU
8 Jaguarkerne aus zwei 4-Kern-Modulen mit 1,6 GHz (Pro 2,13 GHz) Takt und 32 KiB L1- sowie 2 MiB L2-Cache. IGP mit 36 Compute Units und 800 MHz (Pro 911 MHz) Takt.

Die Rettung kommt ausgerechnet von Konsolen, vor allem einer Konsole - der Playstation 4. AMDs Senior Director of Consumer and Gaming Client Business, Renato Fragale, erinnert sich an die Zeit, als man Sony eine AMD-Technik als Pitch für die Playstation 4 vorgestellt hat und die Japaner angenommen haben. Die Jaguar-APU landete letztlich auch in der weniger erfolgreichen Xbox One, doch beide und insbesondere die PS4 sind dafür mitverantwortlich, "AMD vor dem Bankrott" gerettet zu haben.

"2008 brachte uns in eine äußerst schwierige Lage"

Offenbar ist das auch nicht Fragales Einzelmeinung: "Die globale Finanzkrise von 2008 brachte uns in eine äußerst schwierige Lage, insbesondere nach Intels Erholung mit Merom/Conroe/Woodcrest und Nehalem. Wir verkauften mehrere geistige Eigentumsrechte wie Adreno, um Bargeld zu beschaffen. Die meisten von uns mussten vorübergehende Gehaltskürzungen in Kauf nehmen", resümiert Phil Park, Memory Systems/Infinity Fabric Performance Engineer bei AMD.

In dieser schwierigen Situation ist der Auftrag für die damalige Konsolengeneration Gold wert, denn er ermöglicht vor allem auch einen planbaren Zustrom an Umsätzen über einen längeren Zeitraum. Ab 2010 ist die Semi-Custom-Sparte von AMD ein stabiler Lieferant von Geld, das man ansonsten woanders zusammenkratzen muss. 2013 ist AMD weiterhin nicht profitabel, doch mit diesem Geld wird unter anderem Zen entwickelt.

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Ein Glückstreffer war laut Park auch Bobcat zusammen mit der steigenden Nachfrage bei Netbooks, die mal der letzte Schrei gewesen sind. 50 Millionen Bobcat-APUs soll AMD losgeworden sein. Für Gamer komplett irrelevant, aber eine weitere Rettungsleine für AMD.

Wirtschaftlich mittelfristig wohl noch wichtiger ist gewesen, dass durch den erfolgreichen Konsolen-Pitch mit schlussendlich 117 Millionen Playstation 4 und 58 Millionen Xbox One auch die Nachfolgegeneration stete Umsätze bringt - nicht selbstverständlich, aber es ist immer gut, wenn man den Fuß schon in der Tür hat.

Wer damals Aktien gekauft hat, kann sich über eine Verbesserung des Wertes von fast 1.300 % freuen. Und hätte man die Grafikkartensparte besser im Griff, wäre wohl noch mehr drin. Umso interessanter wird werden, ob AMD das Kunststück bei Zen wiederholen kann und bei RDNA-Radeons ein großer Wurf gelingt - KI ist schließlich die treibende Kraft auf dem Markt.

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    • Kommentare (37)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Zitat von Nuallan
        Kepler war wirklich der KO für AMD (und Maxwell das Nachtreten). Ich hatte auch mal gelesen, dass irgendein Patent das ermöglicht haben soll, worauf AMD einfach keinen Zugriff hat, aber weiß nicht ob das damit gemeint war
        Kepler fand ich gar nicht so dermaßen gut bis auf die Titan und GTX 780 (nur 3 GB, später auch selten mit 6 GB). Die reine Hardware der R9 290 war interessanter.
        Kepler hatte Auslastungsprobleme und konnte die Shader weniger gut nutzen als gedacht, die Präsenz des ehemaligen Zugpferds "PhysX" schwand, zudem war Asynchronous Compute ein Fremdwort. Die GTX 770 war nur ein Aufguss der 680.
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        Maxwell war umso besser, die Speicheranbindung der GTX 970 ausgenommen.
        Meintest du Tile Based Rasterization?
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      • Von belle Volt-Modder(in)
        Zitat von Nuallan
        Kepler war wirklich der KO für AMD (und Maxwell das Nachtreten). Ich hatte auch mal gelesen, dass irgendein Patent das ermöglicht haben soll, worauf AMD einfach keinen Zugriff hat, aber weiß nicht ob das damit gemeint war
        Kepler fand ich gar nicht so dermaßen gut bis auf die Titan und GTX 780 (nur 3 GB, später auch selten mit 6 GB). Die reine Hardware der R9 290 war interessanter.
        Kepler hatte Auslastungsprobleme und konnte die Shader weniger gut nutzen als gedacht, die Präsenz des ehemaligen Zugpferds "PhysX" schwand, zudem war Asynchronous Compute ein Fremdwort. Die GTX 770 war nur ein Aufguss der 680.
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        Maxwell war umso besser, die Speicheranbindung der GTX 970 ausgenommen.
        Meintest du Tile Based Rasterization?
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      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Gemar
        Ich sah zu dieser (zum Glück weit zurückliegender Zeit) eigentlich keine Grafikkarte mehr zum Kauf. Weder vom Preis noch zur Verfügbarkeit. Da war es egal ob rot oder grün. Die waren alle Sch***e.
        Das was Du da ansprichst gilt wohl eher für den Firmenbereich und der professionellen Nutzung, oder?
        Nein, was ich ansprach waren die Verteilungen bei Stückzahlen zwischen AMD und Nvidia. Die waren davon beeinflusst, dass AMD weniger produzieren lassen konnte.
      • Von Hannesjooo BIOS-Overclocker(in)
        Mein Fehler, das war aus dem letztem Preis/Leistungs Vergleich von PCGH.
        Auch richtig hoher Idle verbrauch, aber der Verbrauch ist an sich noch ok, aber bei weitem nicht gut.
        Allerdings sind die Low FPS und Frametimes wirklich klasse mit der 750, auf der 770 ist es auch noch
        Praktisch egal ob 1440p oder 1080p und kann man noch die meisten aktuellen Spiele in
        4k auf der Karte spielen, mit 30 FPS, allerdings mit XeSS und die Tech ist wirklich gut.
      • Von Gemar PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Hannesjooo
        Intel ist momentan klarer Preisleistungssieger
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        Und die Arc A770 für 330-350€ macht der 7600XT und in Teilen der 4060 Konkurrenz.
        Ich bin mehr als zufrieden mit der Leistung meiner Intelkarte.
        Aber AMD hat sich wirklich gut entwickelt. Intel schläft allerdings auch nicht mehr sooooooo tief.
        Hatte am We ein i5 14600f in der Hand. Nette CPU und wirklich sparsam, wenn man möchte.
        Ich mag Intel zwar nicht so, aber die Konkurrenz ist aktuell dennoch zu begrüßen.

        Allerdings hast Du einfach nur ein Bild ohne Quelle eingebunden, welches einfach nur ein paar Balken zeigt. Die Balken dort könnten alles mögliche bedeuten.

        Ich habe z.B. bei Computerbase recherchiert und dort schneidet die RX 6600 in der Rohleistung besser ab als die Arc A580. Ich vermute das sind Ergebnisse mit RT, wo die Arc vorne liegen könnte oder doch irgendwelche Gesamt-Fazit-Werte? Ich bin da auch nicht jeden Monat auf dem laufenden, vor allem nicht bei den Preisen.

        Der Preis der Arc ist in den letzten Monaten sicherlich noch gesunken, da sie wohl nur wenige Abnehmer findet. Gut für den Kunden. Die Preise bei AMD blieben dagegen stabil, wie bei NVidia auch.

        Bei den Treibern bin ich mir dann nicht mehr so sicher. Klar Intel ist dort sehr bemüht, aber auf dem Niveau der Konkurrenz ist man in vielen Lagen wohl noch nicht. Ist ja nicht schlimm, das braucht seine Zeit.

        Die Idle Leistungsaufnahmen der Intel Arc liegen allerdings sehr hoch, das wäre auch ein Punkt gegen die Arc. Ich weiß nicht ob sie da mittlerweile ausgebessert haben. Die Idle Zeiten überwiegen ja die PC Laufzeit und sind somit sehr wichtig. Aber auch bei Last liegen die Intel eher hinten. Daher frage ich mich erst recht woher dieses Balkendiagramm kommt und was es ausdrücken soll.

        Allerdings nutze ich sehr viel Linux und dort sind die Intel Arc Grafikkarten nicht zu gebrauchen. Gut das betrifft nur Leute mit Linux und AMD hat dort ja sowieso die Nase vorn und für mich noch ein guter Grund AMD zu nutzen.

        Jedes System läuft anders und wenn Du mit der Arc zufrieden bist, dann passt es doch.
        Jedenfalls hast Du mal etwas neues probiert, abseits von grün oder rot und es hat sich für Dich wohl gelohnt.
        Es ist bei Hardware leider immer noch so, nur Konkurrenz belebt das Geschäft.

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Zu der Zeit kam allerdings noch etwas anderes hinzu: Lieferbarkeit. Was halfen den Usern Karten, die sie gar nicht kaufen konnten? Im Mining-Boom-2.0 wurde alles abverkauft und Nvidia konnte in dem Schrottnode, den niemand sonst (auf Herstellerseite) haben wollte, einfach mehr produzieren.
        Ich sah zu dieser (zum Glück weit zurückliegender Zeit) eigentlich keine Grafikkarte mehr zum Kauf. Weder vom Preis noch zur Verfügbarkeit. Da war es egal ob rot oder grün. Die waren alle Sch***e.
        Das was Du da ansprichst gilt wohl eher für den Firmenbereich und der professionellen Nutzung, oder?

        Aber aktuell ist eine RX 6600 für die meisten vom Consumer-Markt sicher am besten zu gebrauchen. Gute Leistung, guter Preis, hohe Kompatibilität (Linux).
        Was nützt es den Käufern eine RTX 4060 zu einem hohen Preis unterzuschieben, wenn sie die Features (für die sie offensichtlich draufzahlen) sowieso nicht nutzen oder nicht nutzen können? Diese Features werden von Nachfolgemodellen leistungstechnisch ja sowieso bald überrollt. Das ganze befindet sich ja immer in Entwicklung. Jedenfalls möchte ich kein Raytracing unter 30 FPS. Dafür benötige ich so eine Karte doch gar nicht und trotzdem bieten sie es an (fast rein für Werbezwecke und Betatester), obwohl es eigentlich Schwachsinn (sry) ist. Ich sehe das dann doch lieber pragmatisch.

        Wenn wir mal ganz ehrlich sind, haben die meisten PC Nutzer wenig Ahnung von der Hardware. Das erfahre ich immer wieder. Die Starten das Spiel und gut ist es. Die gehen nicht, wie ein PCGH-Leser erst einmal in das Optionsmenü.

        Ist aber keine Anspielung auf Dein Kommentar. Das Thema hast Du ja nicht direkt angesprochen. Das meine ich nur allgemein.
      • Von sterreich BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Don-71
        Schau dir die Situation 2016 mit Intel bei CPUs an.
        Schon James Bond sagte, "Sag niemals nie".
        Allerdings hat sich Intel anders als Nvidia wirklich extrem auf ihren Lorbeeren ausgeruht.
        Fixe 5% Performanceverbesserungen jedes Jahr mit Entwicklung auf Sparflamme, konstant steigende Preise (selbst für alte Produkte) speziell in der HEDT-Schiene und unnötiges Sparen am falschen Ende (EUV Anlagen nicht gekauft)

        Während ich selbst kein Fan von Nvidia bin, ihre Innovationsleistung und Geschick im Marketing muss man anerkennen.
        Zitat von Mazrim_Taim
        ...kann mich immer noch in den Ar*** beissen das ich nicht bei ~1,50€ massivst zugeschalgen hatte.
        I feel ya. Ich wollte eigentlich knapp 1000€ bei ~4$ investieren, bevor Zen rauskam, brauchte dann aber das Geld anderweitig.
        Zitat von Crypty
        I'm GPU Markt ist AMD anteilsmäßig zwar weit weit weg von Nvidia, aber ehrlich gesagt leistungstechnisch fehlt gar nicht so viel. Vor allem in Anbetracht dessen wie viel mehr Geld und Ressourcen Nvidia hier aufwendet. Bin eigentlich jedes Mal aufs neue wirklich erstaunt wie viel die Ingenieure bei AMD hinbekommen mit dem was ihnen zur Verfügung steht. Hut ab.
        Nvidia hat halt das Halo-Produkt und du hast Fanboys die auf den "Schwächen" von AMD GPUs vom Jahre Schnee rumreiten. Davon lassen sich viele Käufer beeinflussen.
        Und was Marketing angeht ist AMD eindeutig im Nachteil gegenüber Nvidia.

        Allerdings bin ich gespannt wie die nächste Gen preismäßig und von der Verfügbarkeit her aussieht da man mit AI Chips derzeit einfach mehr Geld macht.
      Direkt zum Diskussionsende
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