Handelskrieg: China verbannt AMD, Intel und Microsoft

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Handelskrieg: China verbannt AMD, Intel und Microsoft
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China reagiert auf die durch die USA verhängten Sanktionen in den Bereichen der Hochtechnologie und KI und verbannt CPUs von AMD und Intel aus Computersystemen in Regierungsstellen. Das ist aber nur der Anfang, wie ein Bericht nahelegt.

Die USA, allen voran das Kabinett Biden ("The Biden-Harris Administration"), befürchten, dass der große Widersacher China ihnen im weltweiten KI-Wettrüsten davonziehen und so den derzeit tobenden Handelskrieg letztlich zu seinen Gunsten entscheiden könnte. Die Regierung um den 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Joe Biden, reagierte darauf im Oktober 2023 mit noch euinmal deutlich verschärften Sanktionen, die insbesondere auf KI-Chips von Nvidia abzielten. Daraufhin hat nun wiederum die chinesische Regierung reagiert und CPUs von AMD und Intel aus Computern in Regierungsstellen gestrichen, wie Financial Times berichtet.

Nachdem die US-Regierung bereits im Juli 2023 neue harte Sanktionen für den Export von Hochtechnologie nach China beschlossen und im August hatte in Kraft treten lassen, legt die Administration der Vereinigten Staaten im Hinblick auf das zukunftsträchtige Thema Künstliche Intelligenz noch einmal nach.

Das wiederum hat bereits im vergangenen Jahr die chinesische Regierung auf den Plan gerufen, denn die neuen Sanktionen, welche gegen die US-Unternehmen verhängt wurden, gelten laut dem Bericht der Financial Times schon seit dem 26. Dezember des vergangenen Jahres. Eine durch die chinesische Regierung vorgegebene Liste besagt, dass nur noch chinesische Produkte angeschafft werden dürfen. Dieser "Einkaufsführer" listet insgesamt 18 Prozessoren auf, welche von den einheimischen Herstellern Zhaoxin, Huawei und Phytium stammen.

Vorgaben China Quelle: itsec.gov.cn Während die Prozessoren der US-Hersteller AMD und Intel nicht mehr vertreten sein sollen, finden sich genannte chinesischen Hersteller wiederum auf der schwarzen Liste der US-Regierung. Chinas Sanktionen sind damit als "Retourkutsche" zu bewerten und waren in dieser Form zu erwarten. Doch nicht nur CPUs sind mittlerweile auf der weitreichenden Streichliste Chinas zu finden.

Linux soll Windows vollständig ersetzen

Angefangen mit den Computersystemen in Regierungsstellen, soll auch kein Betriebssystem von Microsoft mehr zu Einsatz kommen. Wenngleich Microsoft seit jeher eine für den chinesischen Markt angepasste Version von Windows bereitstellt, sollen heimische Linux-Distributionen wie Galaxy Kirin Linux, das auf Debian GNU basierende Tongxin OS und Fangde OS das OS aus Redmond ersetzen.

Durch die jetzt bekannt gewordenen Sanktionen soll der chinesische Regierungsapparat bis in Jahr 2027 vollkommen frei von Hardware und Software von US-Unternehmen sein, eine Ausweitung auf das private Umfeld chinesischer Bürger ist zudem nicht auszuschließen. Der Handelskrieg geht also in die nächste Runde und eine Deeskalation ist nicht am Horizont auszumachen.

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Quelle: Financial Times, Chinesisches Ministerium für Staatssicherheit

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    • Kommentare (49)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1772925001
        Zitat von Poulton
        Wenn man nicht gerade "VMware by Broadcom" ins Spiel bringt, halte ich es für fraglich, ob sich die Preise für Windows Server mitsamt CAL und/oder "External Connector" auf der einen und SUSE (sei es nun Desktop, Server oder Server für SAP) oder Red Hat wirklich so viel nehmen.
        An ganz vielen Stellen laufen da halt Debian, Ubuntu und früher auch CentOS, ganz ohne Verträge.
      • Von Gast1772925001
        Zitat von Poulton
        Wenn man nicht gerade "VMware by Broadcom" ins Spiel bringt, halte ich es für fraglich, ob sich die Preise für Windows Server mitsamt CAL und/oder "External Connector" auf der einen und SUSE (sei es nun Desktop, Server oder Server für SAP) oder Red Hat wirklich so viel nehmen.
        An ganz vielen Stellen laufen da halt Debian, Ubuntu und früher auch CentOS, ganz ohne Verträge.
      • Von Poulton Volt-Modder(in)
        Zitat von DJKuhpisse
        Da Linux gerade im professionellen Umfeld oft genutzt wird (schon aus Preisgründen), ist auch das interessant.
        Wenn man nicht gerade "VMware by Broadcom" ins Spiel bringt, halte ich es für fraglich, ob sich die Preise für Windows Server mitsamt CAL und/oder "External Connector" auf der einen und SUSE (sei es nun Desktop, Server oder Server für SAP) oder Red Hat wirklich so viel nehmen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Guck dir die Gewinnzahlen von TSMC und ASML an. Wenn man deren Dienste gar nicht erst in Anspruch nimmt, setzt das einige Ressourcen frei – nicht genug um eine teure Fertigung zu erforschen, aber durchaus um diese in großem Maßstab einzusetzen, wenn man sie zum Beispiel für das Militär ohnehin entwickeln musste. Und der Vernehmen nach hat der chinesische Staat ein Interesse daran, dass jeder Bürger [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] ein Smartphone hat auf dem er seinen gesamten Medienkonsum und Alltag erledigen kann und dem nie der Akku ausgeht.^^
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Ich bin bei deinen Ausführungen durchaus bei dir, ich sehe das ähnlich.

        Bei deiner Spekulation gehe ich auch für sehr wichtige Chips, z.B. Server CPUs mit, aber für Handy und Privatrechner CPUs wäre das massiv viel Geld an Subventionen, denn der "Normalo" Chinese will ja auch nicht unendlich für sein Handy oder PC bezahlen.
        China hat im Moment auch einen Haufen wirtschaftlicher Probleme, auch Arbeitslose und das Geld sitzt da auch nicht mal eben so locker, sowohl beim Staat, als auch der "Mittelschicht".

        Man darf gespannt sein, was sie aus dem DUV Prozess heraus holen und wie weit sie bereit sind (finaziell) zu gehen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Vermutlich muss man für die gleiche Anzahl funktionierender Exemplare dann zwei- bis dreimal so viele Wafer jeweils drei- bis viermal so oft bearbeiten und außerdem werden mindesten N2 und 18A auf dem Markt sein, ehe aus der aktuellen Forschung überhaupt ein reales Produkt wird. Aber wie gesagt: In einem abgeschotteten Markt ist das egal. Die Leute kaufen halt den besten Prozessor, den sie kriegen können.
        Wenn die Yieldraten überhaupt so viel schlechter sind. Drei- bis Viermal würde ja einen maximalen Yield von 25-33% bedeuten. Ich glaube auch nicht, dass es eine Rolle spielt, was die Leute kaufen. Es geht darum, dass die Infrastruktur und Behörden unabhängig und sicherer werden.
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