Umweltschutz: EU plant USB-C-Pflicht für iPhones & Co.
Die EU-Kommission macht Ernst in Sachen Umweltschutz und hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Apple & Co. dazu verpflichtet, USB-C als Ladeanschluss in iPhone & Co. einzubauen.
Im Global Waste Monitor, der unter anderem von den Vereinten Nationen mitgeschrieben wurde, lässt sich nachlesen, dass der Elektroschrott ein immer größeres Problem wird. In der aktuellen Ausgabe vom Juni 2020 ist zu lesen, dass der Berg an Elektroschrott weltweit in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent auf das neue Rekordhoch von 53,6 Millionen Tonnen für das Jahr 2019 angewachsen ist. Die EU-Kommission versucht gegenzusteuern und möchte beispielsweise einheitliche Ladeanschlüsse für alle Elektrokleingeräte vorschreiben. Nun hat die Europäische Kommission einen Gesetzesentwurf präsentiert, der Gerätehersteller zum Einsatz von USB-C verpflichtet.
Für diese Geräte soll USB-C künftig der Standardanschluss zum Laden werden
Bereits seit Jahren kämpft die EU erfolglos darum, einen einheitlichen Ladeanschluss bei Mobilgeräten verpflichtend zu machen. Im Jahr 2009 einigten sich viele Gerätehersteller auf Mikro-USB als Kabelstandard, bis auf Apple. Mit dem nun vorgelegten Gesetzesentwurf sollen alle Gerätehersteller verpflichtet werden, innerhalb der kommenden 24 Monate bei allen neuen Mobilgeräten USB-C, als Ladeanschluss zu verbauen. Die Zielsetzung ist es, dass Verbraucher mit einem USB-C-Ladekabel all ihre mobilen Geräte aufladen können. Zudem sieht der Entwurf vor, auch Schnelllade-Technologien zu standardisieren, damit nicht findige Hersteller auf die Idee kommen, nur spezifische Kabel vorzuschreiben, mit denen geladen werden kann. Allerdings sollen die Hersteller - laut dem Gesetzesentwurf - auf ein beiliegendes Netzteil verzichten, damit nicht mehr Netzteile in Umlauf geraten, sondern Verbraucher mit eventuell bestehenden USB-C-Kabeln ihre Geräte mit Strom versorgen können. USB-C kann - aktuell - maximal 100 Watt liefern, sodass es beispielsweise bei Gaming-Notebooks mit dediziertem Nvidia-/AMD-Grafikchip weiterhin proprietäre Netzteilanschlüsse geben wird. Für folgende Elektrogeräte soll USB-C zum Standard-Ladeanschluss werden:
- Smartphones,
- Tablets,
- Fitnesstracker, Smartwatches etc.,
- Kameras,
- Kopfhörer und Headsets,
- Portable Lautsprecher,
- Tragbare Videospielkonsolen
Zunächst muss noch das Europäische Parlament und der Europäische Rat das Gesetz absegnen, ehe es dann in Kraft treten kann und die 24 Monate Übergangsfrist für die Gerätehersteller beginnt. Nicht alle Hersteller zeigen sich einverstanden mit dem Gesetzesentwurf.
Apple wehrt sich gegen die USB-C-Pflicht für iPhone & Co.
Apple beispielsweise behauptet, dass eine derartige Standardisierung Innovationen verhindern würde und es zu einer höheren Umweltbelastung kommt, weil ja die Lightning-Kabel dann nicht mehr gebraucht werden. Der Hersteller des iPhones setzt seit jeher auf proprietäre Ladeanschlüsse bei seinem Smartphone. Bevor es den aktuell verbauten Lightning-Port gab, wurde ein 30-poliger-Anschluss verbaut. Sämtliches Zubehör muss speziell fürs iPhone zertifiziert sein und den hauseigenen Apple-Anschluss unterstützen, was die Kompatibilität mit anderen Smartphones einschränkt.
Apple argumentiert, dass man bereits über 900 Millionen aktive iPhones weltweit habe und diese ja auf Apple-eigenen Ladeanschluss setzen. Diesen nicht mehr verbauen zu dürfen, würde Innovationen ersticken, als sie zu fördern, so der Konzern. Falls der Lightning-Anschluss nicht mehr verbaut werden darf, würden Millionen Geräte inkompatibel, so Apple. Unklar ist, ob Apple die Richtlinie erfüllen würde, wenn einfach ein Lightning-auf-USB-C-Adapter jedem neuen iPhone beigelegt wird.
Ebenfalls lesenswert: Apples Plädoyer gegen USB-C von EU abgeschmettert
Sammlung zur geplanten USB-C-Pflicht für Smartphones & Co.:
- Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der USB-C zum Standard-Ladeanschluss macht. Zudem sollen einheitliche Schnelllade-Technologien definiert werden und kein Gerätehersteller soll ein Netzteil in den Karton legen.
- So will die EU den wachsenden Berg an Elektroschrott reduzieren und etwas für den Umweltschutz tun.
- Die USB-C-Pflicht soll nicht für Gaming-Notebooks oder ähnliche tragbare Geräte gelten, die ein Netzteil mit über 100 Watt benötigen. Vielmehr soll die Pflicht für alle Smartphones, Tablets, Kopfhörer/Headsets, Lautsprecher und Handhelds gelten.
- Noch muss der Gesetzesentwurf aber vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat abgesegnet werden, ehe dann eine Übergangsfrist von zwei Jahren eintritt.
Quellen: Europäische Kommission, Global Waste Monitor

MfG
Auch über längere Zeit.
Siehe die Thinkpad Carbon Reihe. Hochwertig, dünn, leicht und ordentlich Power und alles Austauschbar. Solle keiner sagen es ginge nicht.
MfG
Das ist aber Marketing, dass wird den Leuten nur suggeriert das sie das brauchen, denn von der Logik her, hat das nur Nachteile bis hin zu der Tatsache, dass man von diesen Rückseiten eh nichts hat, weil diese mit billig-silicon-cases verdeckt werden müssen, damit sie nicht kaputt gehen. Das ist ja die Ironie daran. Die User kaufen für viel Geld hochwertige Materialien, die Sie danach so einpacken, dass man sie nicht mehr sieht, dass verstehe mal einer...
MfG