Gaming-Markt in der Krise: Ubisoft und Microsoft Xbox wohl mit massiven Entlassungen

17
News Norman Wittkopf Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gaming-Markt in der Krise: Ubisoft und Microsoft Xbox wohl mit massiven Entlassungen
Quelle: .Ubisoft

Ubisoft soll kürzlich zwei seiner Entwicklerstudios geschlossen haben und auch bei Microsofts Xbox-Sparte könnten massive Entlassungen drohen.

Der französische Publisher Ubisoft befindet sich bekanntlich bereits seit geraumer Zeit in einer Krise und arbeitet an umfangreichen Umstrukturierungen, in deren Folge schon diverse Spiele eingestellt worden sein sollen. Dem sollen nun mit Ubisoft Winnipeg und Ubisoft Belgrad zwei Studios des Konzerns zum Opfer gefallen sein, mit entsprechenden Entlassungen zahlreicher Mitarbeiter, heißt es aus Branchenkreisen.

Mitarbeiter vom kanadischen Ubisoft Winnipeg sollen am Mittwochmorgen in einer Besprechung mit der Geschäftsleitung davon erfahren haben, berichtet Insider Gaming. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 65 Mitarbeiter entlassen worden sind. Dies soll auch Auswirkungen auf mehrere in Entwicklung befindliche Projekte bei Ubisoft sowie auf andere Studios innerhalb des Unternehmens haben, darunter Ubisoft Montreal.

Es wird außerdem berichtet, dass 120 Mitarbeiter, die an Rainbow Six Siege arbeiteten, sowie etwa 50 Mitarbeiter, die an Rainbow Six Siege Mobile und einem noch nicht angekündigten Projekt arbeiteten, entlassen wurden. Dabei soll es sich laut den Quellen jedoch derzeit nicht um zusätzliche Entlassungen handeln. Mehrere Mitarbeiter haben laut dem Bericht inzwischen auf LinkedIn bekannt gegeben, dass sie entlassen wurden.

Zu den Entlassungen soll eine Quelle bei Ubisoft geäußert haben, dass Rainbow Six Siege "eine starke Marke" bleibe. Da Projekte aber verschiedene Entwicklungsphasen und den Live-Betrieb durchlaufen, sei es gängige Praxis, "die Teamgröße und die Ressourcenzuweisung an sich ändernde Prioritäten und betriebliche Anforderungen anzupassen." Ubisoft Winnipeg war 2018 in erster Linie als Support-Studio mit Schwerpunkt auf der Entwicklung offener Welten gegründet worden und arbeitete seither an Spielen wie Rainbow Six Siege, XDefiant, Far Cry 6 und Assassin's Creed Valhalla.

Neben Ubisoft Winnipeg auch Belgrad betroffen

Kurze Zeit später berichtete Insider Gaming zudem, dass mit der serbischen Niederlassung in Belgrad ein weiteres Ubisoft-Studio offenbar zeitgleich seine Pforten geschlossen hat. Alle Mitarbeiter des Studios, insgesamt rund 100 Personen, wurden demnach entlassen. Ubisoft Belgrad wurde 2016 mit nur 10 Mitarbeitern gegründet und arbeitete als Support-Studio an Spielen wie Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint und Wildlands, The Crew 2, Rainbow Six, Skull & Bones und weiteren Titeln. Den Quellen von Insider Gaming nach werden projektübergreifende Prozesse bei Ubisoft mit neuen Strategien "überarbeitet", was Studioschließungen, Entlassungen und die Abordnung von Mitarbeitern von bestimmten Projekten zur Folge hat.

Auch Microsoft Xbox soll zusammenstreichen

Unterdessen berichtet Bloomberg, dass die Xbox-Sparte von Microsoft für den kommenden Monat ebenfalls einen umfangreichen Stellenabbau plant, da die neue Geschäftsführerin Asha Sharma den Geschäftsbereich Videospiele umstrukturiert, um den Umsatzrückgang aufzuhalten. Die Entlassungen, deren genaues Ausmaß noch nicht feststehen soll, werden voraussichtlich kurz nach Abschluss des Geschäftsjahres von Microsoft am 30. Juni erfolgen, heißt es aus unternehmensnahen Quellen. Xbox plane zudem, die Budgets für Marketing und einige andere Geschäftsbereiche deutlich zu kürzen, heißt es.

Mitmachen und kommentieren

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

Quelle: Insider Gaming (1), (2), Bloomberg

17
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ToZo1
        Was haben alle börsennotierten Unternehmen mittlerweile alle gemein?
        Richtig: der Wasserkopf spart an der Substanz (Maschinenwartung, Facharbeiter, Techniker und Ingenieuren), kostet es was es wolle, nur um die "Anleger" zu befriedigen, damit die auch noch mehr Kohle rausziehen können. Und da die Spiele"industrie" durch das sich Aufkaufen-Lassen der kleinen und feinen Studios mit flacher Hierachie durch durch bürokratische Monster mittlerweile genauso strukturiert ist und genauso funktioniert, läuft es da ähnlich. Die, die was können und den Laden am Laufen halten (Softwarentwickler, Geschichtenschreiber, Designer, also das gesamt Crunchpersonal), werden von denen, die nichts können und den Laden mit ihrer Bürokratie, Erbsenzählerei, Marktanalysengeschwalle, Kürzungen und hinter Regel- und Compliencewust versteckter Kreativlosigkeit ersticken, angeblich nicht mehr gebraucht und rausgehauen. (...)
        Nein, nicht alle: Nehmen wir mal, um einen aktuellen Buhmann zu wählen, Nvidia: Die haben keine geplanten Entlassungen gehabt, sondern ihr Personal behalten und sind einfach gewachsen. Das Personal war auch stets enorm stark eingebunden in die finanziellen Erfolge des Unternehmes --- so stark, dass die These aufkam, dass die Blackwell-Treiber-Desaster damit zusammenhängen, dass die Treiberentwickler ihre Arbeit nicht mehr ernst nehmen, weil sie jetzt in Geld schwimmen.

        Um mal keinen Buhmann zu nehmen, sondern eine Firma, die Teil meines Nicknames ist: Schau Dir mal die Quartalsberichte von CDProject an; hier z.B. auf Seite 7:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Seit FY23 zeigen die die Zahlen der beschäftigten Entwickler, seitdem wachsen sie...
        ...entsprechend passt die These nicht.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ToZo1
        Was haben alle börsennotierten Unternehmen mittlerweile alle gemein?
        Richtig: der Wasserkopf spart an der Substanz (Maschinenwartung, Facharbeiter, Techniker und Ingenieuren), kostet es was es wolle, nur um die "Anleger" zu befriedigen, damit die auch noch mehr Kohle rausziehen können. Und da die Spiele"industrie" durch das sich Aufkaufen-Lassen der kleinen und feinen Studios mit flacher Hierachie durch durch bürokratische Monster mittlerweile genauso strukturiert ist und genauso funktioniert, läuft es da ähnlich. Die, die was können und den Laden am Laufen halten (Softwarentwickler, Geschichtenschreiber, Designer, also das gesamt Crunchpersonal), werden von denen, die nichts können und den Laden mit ihrer Bürokratie, Erbsenzählerei, Marktanalysengeschwalle, Kürzungen und hinter Regel- und Compliencewust versteckter Kreativlosigkeit ersticken, angeblich nicht mehr gebraucht und rausgehauen. (...)
        Nein, nicht alle: Nehmen wir mal, um einen aktuellen Buhmann zu wählen, Nvidia: Die haben keine geplanten Entlassungen gehabt, sondern ihr Personal behalten und sind einfach gewachsen. Das Personal war auch stets enorm stark eingebunden in die finanziellen Erfolge des Unternehmes --- so stark, dass die These aufkam, dass die Blackwell-Treiber-Desaster damit zusammenhängen, dass die Treiberentwickler ihre Arbeit nicht mehr ernst nehmen, weil sie jetzt in Geld schwimmen.

        Um mal keinen Buhmann zu nehmen, sondern eine Firma, die Teil meines Nicknames ist: Schau Dir mal die Quartalsberichte von CDProject an; hier z.B. auf Seite 7:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Seit FY23 zeigen die die Zahlen der beschäftigten Entwickler, seitdem wachsen sie...
        ...entsprechend passt die These nicht.
      • Von Th3o PC-Selbstbauer(in)
        Ubisoft wird sich kaputt sparen, irgendwann sind alle guten Leute weg und dann können sie die Bude dicht machen. Das liegt schon an dem fehlenden Mut zum Risiko. Wer stehen bleibt, wird überholt.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Es gibt genügend Unternehmen, denen es aktuell gut gut geht, weil sie halt nicht auf Schrottkonzepte wie Microsoft oder Ubisoft setzen.
        Wieso ist das Konzept von Microsoft bescheuert? Das Gesamtunternehmen hätte genügend Reserven gehabt, um Sony nach der wieder (wie schon bei der PS4 Pro, wenngleich nicht ganz so extrem) recht peinlich gemachten PS5 Pro absolut vorzuführen. Sie haben sich dagegen entschieden; das ist ein strategischer Fehler. Außerdem haben sie massig Studios gekauft, diese dann aber nicht genutzt. Abermals: Sie haben die Ressourcen, das auszusitzen!
        Ubisoft hat superstarke Marken herumgammeln. Sie scheitern aber seit Jahren daran, daraus etwas zu machen. Selbst einen eigenen Nightdive-Konkurrenten aufzubauen, der bloß sämtliche Ubisoft-Klassiker neu auflegen würde, würde mehr Sinn ergeben als diese Strategie, die totalen EA-Stil ausstrahlt. (nur ist EA halt bekanntlicherweise durch Sportspiele leider effektiv unsterblich...)
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von EM_EN
        Ich sehe die Krise nicht ganz, es kommen immer wieder Spiele auf den Markt und ich bin selbst geneigt mehr in Spiele zu investieren, als in Hardware - aktuell.
        Meine Befürchtung ist eher der Zusammenhang zwischen KI Generierung und Personalkosten, hier kann man eine Menge Geld sparen.
        Da gebe ich Dir absolut Recht.

        Ich sehe hier auch nicht den "Gaming-Markt" an sich in der Krise.
        Es ist das Zeitalter der Indies.

        Wer in der Krise steckt, ist die große Monetarisierungs-Maschinerie der maximal-gewinn-ausbeutenden Mega-Publisher aus der Altvorderenzeit.
        Diese brechen unter ihrer Schwerfälligkeit, ihrer eigenen Masse und den Steifen IP-Milking-Praktiken zusammen.

        Wie bei sterbenden großen Gestirnen, die unter ihrer eigenen Gravitation implodieren und vorher noch stoßweise Materie ins All schleudern, ist dieser Materieauswurf Grundlage für allerlei Neues.

        Ich find's gut.
      • Von Quake2008 Volt-Modder(in)
        Im Grunde gibt es viel zu viel Angebot. Die Käuferschicht die sich noch Spiele zum Vollpreis gekauft hat wird älter und auch bei mir nimmt das intresse an den heutigen Games ab.

        Dann kosten die Konsolen mit dem Lebenszyklus immer mehr.

        Die Hardware Revisionen in dem optimiert wird, PS5 - 300g Kühler, Kühler nur geklebt , platine dünner, usw.

        Der Preis bleibt gleich.

        Gebrauchtmarkt verschwindet immer mehr.

        Die Jugend ballert Millionen in Kostenlose Games.

        Zu Ubisoft: EIn neues Rayman wäre super gewesen, das Remake nehm ich mit aber da ginge mehr.
        Die Mobilen Ableger wollte ich nicht am Tablet zocken.


        Zitat"Dreimal darfst du raten, wen es mit Sicherheit nicht treffen wird: die da oben.".

        Warum auch, die Aktionäre haben die da Oben installiert, um Profit zu generieren.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk