Wi-Fi 8: Nächster Standard setzt sich "Ultra High Reliability" zum Ziel

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Wi-Fi 8: Nächster Standard setzt sich "Ultra High Reliability" zum Ziel
Quelle: Qualcomm

Statt noch mehr Topspeed verspricht Wi-Fi 8 vor allem zuverlässige Verbindungen: Der kommende IEEE-802.11bn-Standard soll Datenpakete selbst in überfüllten Netzen sicher ans Ziel bringen.

Bisher definierte sich jede WLAN-Generation über höhere Nominalgeschwindigkeiten. Mit Wi-Fi 8 wechselt die Branche jedoch den Fokus: Unter dem Schlagwort "Ultra High Reliability" (UHR) sollen Latenz, Paketverlust und Reichweite um jeweils rund 25 Prozent verbessert werden, ohne die physikalische Maximalrate von 23 Gbit/s anzuheben.

Diese Kurskorrektur folgt dem Bedarf moderner Anwendungen von Cloud-Gaming bis Industrieautomatisierung, bei denen stabile Lieferzeiten wichtiger sind als Rekordwerte in Laborumgebungen, wie Qualcomm - einer der Mitwirkenden am neuen Standard - in einem neuen Ausblick schreibt.

Technische Grundlagen: Was bleibt, was sich ändert

Obwohl Wi-Fi 8 weiter auf 2,4-, 5- und 6-GHz-Bändern sowie 4096-QAM und 320-MHz-Kanälen aufsetzt, bringt der Standard mehrere neue Mechanismen ins Spiel:

  • Coordinated Spatial Reuse (Co-SR) reduziert Störsignale, indem benachbarte Access Points (AP) ihre Sendeleistung dynamisch aneinander anpassen.
  • Coordinated Beamforming (Co-BF) bündelt Strahlungsenergie mehrerer APs auf einzelne Endgeräte, was Durchsatz und Reichweite steigert.
  • Dynamic Sub-Channel Operation (DSO) teilt einem Client nur so viel Spektrum zu, wie er tatsächlich nutzen kann, und schont so Bandbreite für weitere Geräte.

Der Entwurf sieht außerdem feinere Modulation-Coding-Schemes (MCS) vor. Durch kleinere Abstufungen soll die Datenrate weniger abrupt einbrechen, wenn sich die Funkbedingungen verschlechtern.

Herzstück aller Neuerungen ist die Multi-AP-Koordination. Anders als heutige Mesh-Systeme, die hauptsächlich Routing-Entscheidungen treffen, dürfen Wi-Fi-8-Knoten künftig auch physischen Zugriff auf das Medium abstimmen (c-TDMA) oder sogar gleichzeitige Übertragungen mit reduzierter Leistung orchestrieren.

Der IEEE-Zeitstrahl sieht die finale Verabschiedung der Spezifikation für 2028 vor; erste Draft-Geräte könnten jedoch bereits früher in Pilotprojekten auftauchen. Angesichts der langen Lebensdauer von Routern empfiehlt sich ein Upgrade ohnehin erst, wenn das eigene Netz heute schon unter Latenzproblemen leidet oder viele IoT-Geräte parallel funken.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Incredible Alk
        Das fasst den springenden Punkt der breiten Masse super zusammen.
        Zitat von Incredible Alk
        Router nur wegen der Funkversion zu upgraden ist meiner Erfahrung nach nur in seltenen Fällen sinnvoll.
        Ich upgrade das auch eher so passiv. Bin aber mit allen Geräten, die ich nutze, trotzdem immerhin schon bei Wi-Fi 6 angekommen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Incredible Alk
        Das fasst den springenden Punkt der breiten Masse super zusammen.
        Zitat von Incredible Alk
        Router nur wegen der Funkversion zu upgraden ist meiner Erfahrung nach nur in seltenen Fällen sinnvoll.
        Ich upgrade das auch eher so passiv. Bin aber mit allen Geräten, die ich nutze, trotzdem immerhin schon bei Wi-Fi 6 angekommen.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von KnaTTerMaxe
        Und ich wollte gerade komplett auf Wi-Fi 7 umsteigen mit allem Gedöns, da warte ich dann doch lieber...
        Ach nee, das hatte ich ja bei Wi-Fi 5 auch schon gesagt
        Und Wi-Fi 6 ...
        Das fasst den springenden Punkt der breiten Masse super zusammen.

        Du kannst dir den dicksten WiFi7 (oder dann 8) Router hinstellen den du finden kannst und trotzdem...
        - gibt es kaum Endgeräte die den Standard können und
        - noch weniger Endgeräte die einen spürbaren Nutzen von der Geschwindigkeit haben. Zusätzlich
        - haben die allermeisten Endverbraucher keinen Internetanschluss der schneller ist als der WLAN-Standard und
        - nahezu immer keine Anzahl an Geräten im Netzwerk die WLAN älterer Standards vor Probleme stellen. Und am Ende
        - haste dann doch wieder Geräte die den WiFi4 Fallback brauchen weil sie nix neueres können

        Die ganzen realen Probleme, die Leute mit ihrem WLAN haben (es geht nicht weit genug, es geht nicht gut durch ne dicke Wand, die gesammelten Nachbaren funken alle Bänder zu, etc.) können die neuen Standards nur sehr begrenzt angehen (zumindest ist ein 6 GHz-Band üblicherweise noch nicht crowded...).

        Nicht falsch verstehen: Natürlich ist die Entwicklung sinnvoll und nötig - nur wird insbesondere in unserer Nerdblase da oft viel zu viel erwartet. Die Realität ist, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen und Geräte zu Hause nach wie vor auf 2,4 GHz im WiFi4 Standard von 2009 funken - und das noch immer locker schnell genug ist (und die größte Reichweite hat!).

        Router nur wegen der Funkversion zu upgraden ist meiner Erfahrung nach nur in seltenen Fällen sinnvoll. Was ich viel eher erlebe ist, dass ein uralter Router kaputt geht, man einen neuen installiert der VIEL moderner ist und viel mehr könnte - und am Ende alle Geräte wieder aufm 2,4 GHz-Band liegen. Einzige Ausnahme sind mittlerweile Smartphoines da die häufiger ersetzt werden und heute ja alle WiFi 5/6(/7) können.
      • Von Nanchatte Komplett-PC-Käufer(in)
        Wi-Fi ist kein Standard, Wi-Fi ist der Marketing-Begriff der Wi-Fi Alliance. die alleine für die Bezeichnung bezahlt werden wollen.
      • Von KnaTTerMaxe Freizeitschrauber(in)
        ... schneller und stabiler - das ist doch mal was

        Und ich wollte gerade komplett auf Wi-Fi 7 umsteigen mit allem Gedöns, da warte ich dann doch lieber...
        Ach nee, das hatte ich ja bei Wi-Fi 5 auch schon gesagt
        Und Wi-Fi 6 ...
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Alex1231985
        Stabiler bedeutet für mich im Umkehrschluss schneller. Also meiner Meinung nach endlich mal ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.
        Ja, die Bruttobandbreiten sind ja schon länger ziemlich weit von den Nettobandbreiten weg. Weniger Paketverluste und weniger Latenz bedeuten auch automatisch schnellere Übertragungen. Gerade heute, wo so viele kabellose Geräte unterwegs sind, ist es schon eine sehr gute Idee, zu versuchen, sich den Limitierungen des Shared Mediums anzunehmen.
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