Hacknect: USB-Kabel mit ESP32-S3 und Wi-Fi wirft Sicherheitsfragen auf
Hacknect sieht aus wie ein normales USB-Kabel, soll aber per Wi-Fi Payloads auslösen und Eingaben simulieren. Die Technik ist interessant, zugleich bleiben beim Kickstarter-Projekt mehrere Details offen.
Ein USB-Kabel gehört normalerweise zu den unauffälligsten Zubehörteilen am Schreibtisch, und genau diese Unauffälligkeit macht ein neues Crowdfunding-Projekt interessant und gleichzeitig problematisch: Das sogenannte Hacknect-Kabel von Little Gadgets soll äußerlich wie ein gewöhnliches USB-Kabel wirken, intern aber deutlich mehr Technik beinhalten.
Konkret steckt laut Kampagnenseite ein ESP32-S3-Mikrocontroller im Kabel. Dazu kommen Wi-Fi-Funktionalität und TF beziehungsweise MicroSD-Speicher. Damit soll Hacknect nicht nur Strom und Daten übertragen, sondern auch drahtlos gesteuert werden können. Beworben werden unter anderem HID-Eingaben, Mausautomatisierung, Payload-Slots, ein browserbasiertes Control Panel und Remote-Ausführung per Wi-Fi. Oder anders gesagt: Ein Kabel, das auf den ersten Blick wie Zubehör wirkt, soll sich in bestimmten Szenarien wie ein ferngesteuertes Eingabegerät verhalten können.
HID-Automation: Warum das Kabel zum Risiko werden kann
Genau an dieser Stelle wird das Projekt sicherheitsrelevant. Denn bei HID-Automation gibt sich ein Gerät gegenüber dem Betriebssystem als Tastatur oder Maus aus. Etwas, das dem einen oder anderen Leser schon bekannt vorkommen dürfte, immerhin gibt es ähnliche Konzepte bereits seit Jahren. Dabei ist es egal, ob es sich nun um BadUSB oder Keystroke Injection handelt, denn das Prinzip ist das gleiche.
Das Gerät erkennt in diesem Fall zunächst kein verdächtiges Programm, sondern lediglich ein normales Eingabegerät, und genau das macht das Hacknect-Kabel so problematisch. Eine Tastatur darf Befehle eintippen, Tastenkombinationen auslösen und Fenster öffnen. Wenn diese Eingaben automatisiert und sehr schnell erfolgen, kann ein entsperrtes System innerhalb weniger Sekunden Aktionen ausführen, die für den Nutzer kaum nachvollziehbar sind.
Auf der Kampagnenseite wird ausdrücklich mit einem unauffälligen Alltagsdesign geworben. Das ist aus Bastlersicht clever, aus Sicherheitssicht aber der kritische Punkt: Viele Nutzer prüfen bei USB-Zubehör im Alltag Steckerform, Kabellänge, Ladeleistung und vielleicht noch den Hersteller. Ob im Stecker ein Mikrocontroller, Speicher und ein Funkmodul sitzen, lässt sich äußerlich kaum zuverlässig erkennen.
Little Gadgets richtet sich mit Hacknect nach eigener Darstellung an Maker, Entwickler, Automatisierungsnutzer und Cybersecurity-Lernende. Das ist als Zielgruppe plausibel, denn solche Geräte können bei Schulungen, Laboraufbauten oder autorisierten Sicherheitstests einen legitimen Zweck erfüllen. Gleichzeitig entsteht aus denselben Funktionen ein Missbrauchspotenzial.
Offenheit und Transparenz?
Auch wenn die Kampagne Offenheit und Transparenz verspricht, bleiben mehrere Punkte unklar. Die Firmware, Beispiel-Payloads, Dokumentation und Demo-Projekte sollen nach Angaben der Kampagnenseite zwar veröffentlicht werden. In den sichtbaren Antworten der Projektverantwortlichen heißt es jedoch, dass die genaue Lizenzstruktur noch geprüft werde. Damit ist bislang nicht abschließend klar, welche Bestandteile tatsächlich offen bereitstehen, unter welchen Bedingungen sie genutzt werden dürfen und ob die Community den Code vor der Auslieferung prüfen kann.
Unklar ist zudem, wie breit Hacknect am Ende tatsächlich kompatibel sein wird. In den Kommentaren wird unter anderem nach MacOS, Android und iOS gefragt. Little Gadgets verweist darauf, dass mobile Geräte je nach Betriebssystem, OTG-Unterstützung, Berechtigungen und Verbindungsmethode unterschiedlich reagieren können. iOS sei bei HID-bezogenen Interaktionen grundsätzlich stärker eingeschränkt als Android.
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Quelle: Little Gadgets

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