Wi-Fi 7 im Golem-Test: Wird das LAN-Kabel überflüssig? (Update)
Jetzt aktualisiert: Statt LAN-Kabel durch die Wohnung zu legen, um Online-Games spielen zu können, schickt sich Wi-Fi 7 an, drahtlos die Verbindung zum Router herzustellen. Die Frage ist jedoch, ob man wirklich keine LAN-Kabel mehr braucht - ein erster Praxistest.
Update vom 24.05.:
Nach zahlreichen berechtigten Fragen in den Kommentaren zur Latenzmessung, haben wir den bei den Kollegen von Golem nachgefragt. Um die Latenz zu messen, wurde ein anderes Gerät im LAN angepingt, was die Latenz der Netzwerk Stacks beider Geräte ebenfalls addiert. Zu bedenken ist jedoch, dass die gemessene Latenz dadurch höher ausfällt, als wenn man wirklich nur die Latenz zwischen den Netzwerkadaptern misst. So oder so bleibt festzuhalten, dass bei Wi-Fi 7 die Latenz höher als bei LAN ausfällt. Zwar ist die Durchschnittslatenz mit 12ms gemessen worden, doch kam es vereinzelt zu Peaks um die 60ms, die sich etwa bei Online-Spielen bemerkbar machen können.
Egal, ob man auf Wi-Fi 4, 5 oder 6 setzt, all diese Standards senden wahlweise im 2,4-GHz- oder 5-GHz-Bereich. Erst Wi-Fi 6E beherrscht auch den 6-GHz-Bereich. Eine höhere Datentransferrate verspricht jedoch erst Wi-Fi 7, das erst seit diesem Jahr in ersten PCs und Laptops verfügbar ist. Hierzu dient die 14. Generation der Intel Core-CPUs alias Reptor Lake Refresh als Startpunkt für viele Hersteller. Beispielsweise nutzt das Mainboard Asus Maximus Z790 Dark Hero eine Wi-Fi-7-Karte und bietet damit den neuen Standard. So sollen sich angeblich Datentransferrate von bis zu 5,8 Gbit/s erreichen lassen. Doch was bleibt von dieser theoretischen Übertragungsrate in der Praxis übrig? Die Kollegen von Golem haben es bereits getestet.
Wi-Fi 7 ist schneller als LAN, aber...
Für den Test wird ein Gaming-PC mit dem rund 700 Euro teuren Asus Maximus Z790 Dark Hero samt aktueller Intel-CPU ausgerüstet. Als Verbindung fungiert hierbei der TP-Link BE-65 Access Point, den es für 370 Euro zu kaufen gibt. In den Büroräumen in Berlin-Mitte wurden nicht nur größere Distanzen, sondern auch Szenarien mit mehreren Zwischenwänden überprüft. Gerade für Online-Gamer stellt sich die Frage, ob man auf Wi-Fi 7 umsteigen oder doch lieber bei einem LAN-Kabel als Verbindung zum Internetrouter bleiben sollte. Durch den Umweg über einen WLAN-Repeater kommt es direkt zum ersten Problem. Zwar erreicht man 300 MByte/s Übertragungsrate bei einem Transfer des Steam-Back-ups auf den PC mit Wi-Fi 7, doch der verwendete WLAN Access Point kann nur mit einem 2,5-Gigabit-LAN-Port dienen. Erst mit einem zweiten angeschlossenen System ist es möglich, die volle WLAN-Geschwindigkeit zu nutzen. Bei direkter Sichtverbindung zwischen den Geräten wird eine maximale Datenrate von 2,7 Gbit/s, also 330 Megabyte pro Sekunde erreicht. Damit wird tatsächlich der im Mainboard verbaute 2,5 Gigabit-LAN-Port geschlagen.
Problematisch bleibt es jedoch, sobald keine direkte Sichtverbindung herrscht. So sinkt die Datentransferrate dann auf 1,5 Gbit/s, wenn die Tür geschlossen und die WLAN-Antenne an einer Ecke positioniert ist. Sollte statt einer Tür eine Wand dazwischenkommen, dann sinkt die Datenrate weiter. Gerade Rigipswände "schlucken" WLAN-Performance. Obwohl die Distanz zwischen den Geräten nur etwas mehr als zwei Meter beträgt, bleiben von den anfänglich gemessenen 2,7 Gbit/s nur 1,8 Gbit/s übrig, jede weitere Wand schluckt nochmals rund 700 Mbit/s.
Wie steht's um die Latenz?
Ein Vorteil von Wi-Fi 7 ist das Handling von Datenmengen, wenn mehrere Geräte im gleichen WLAN-Netz Daten hin- und herschicken. So hat es praktisch keine Auswirkung, wenn Smart-Home-Geräte à la Amazon Echo oder smarte Leuchten im 2,4-GHz-Frequenzband angemeldet sind. Wenn etwa der Gaming-PC mit Asus-Mainboard und ein MacBook Air M2 parallel im WLAN sind, erreicht der Asus-PC immer noch bis zu 2,2 Gbit/s und das MacBook währenddessen 970 Mbit/s via Wi-Fi 6E. Eine Herausforderung bleibt allerdings weiterhin die Latenzzeit. Durchschnittlich werden 12 ms gemessen, während LAN rund 11 Millisekunden Reaktionszeit aufweist. Zusammenfassend schreibt Golem, dass Wi-Fi 7 tatsächlich das Gigabit-LAN eingeholt hat und 2,5-Gigabit-Ethernet teilweise übertreffen kann. Neben der passenden WLAN-Karte im PC ist auch ein Wi-Fi-7-Router notwendig, etwa eine AVM Fritzbox 6670 Cable , die es derzeit bei Amazon für 241,14 Euro zu kaufen gibt.
Preis, Daten und Fakten zu Wi-Fi 7
- Mit dem neuen Standard Wi-Fi 7 sollen theoretisch bis zu 5,8 Gbit/s als Transferrate möglich werden, versprechen die Hersteller.
- Im ersten Praxistest zeigt sich, dass der Standard, um drahtlos mit dem Router verbunden zu sein, tatsächlich das LAN-Kabel schlagen kann. Bei direkter Sichtverbindung zwischen den Geräten wird eine maximale Datenrate von 2,7 Gbit/s, also 330 Megabyte pro Sekunde erreicht.
- Allerdings ist die tatsächlich erzielte Datentransferrate abhängig von vielen Faktoren, darunter der Sichtverbindung, Positionierung der Antenne sowie der Umstand, ob Wände zwischen Geräten stehen. So verschlucken insbesondere Rigipswände bis zu 900 Mbit/s an Übertragungsrate.
- Dafür stört es Wi-Fi 7 offensichtlich weniger, wie viele Geräte gerade parallel im WLAN aktiv sind. Wenn etwa der Gaming-PC mit Asus-Mainboard und ein MacBook Air M2 parallel im WLAN sind, erreicht der Asus-PC immer noch bis zu 2,2 Gbit/s und das MacBook währenddessen 970 Mbit/s via Wi-Fi 6E. Aktuell kostet ein Wi-Fi-7-Router wie die AVM Fritzbox 6670 Cable 241,14 Euro. Neben dem Router ist natürlich auch noch ein PC mit WLAN-Karte erforderlich, der Wi-Fi 7 beherrscht.

Wieso nicht einfach mal nen vernünftiges 20mm Loch in die Wand gerammelt und Kabel durch....
Also bei Wifi 6 kommt nach 13m Wohnlänge erheblich weniger an mit türen offen und um 2 Ecken, von dem bisschen was überhaupt ankommt. Und dann noch ein Repater? Halbe Bandbreite bei hin und zurück? Dann kann ich nicht mal mehr telefonieren (VoIP) wenn mein Schatz in der Mediathek etwas schaut. (getestet) beides geht nicjt mit 40mbits am hauptrouter
Lieber Kabel und KEIN WLAN dauerhaft eingeschaltet.
Die Leistung im 2,4GHz Band wird ebenfalls verbessert und auch ansonsten geht es weiter. Der "Mesh Kram" wird auch weiterentwickelt.