[Update nach Video-Report] PC Fritz: Über Hintermänner und wilde Marketingkampagnen mit angeblich Krebskrankem
Die Staatsanwaltschaft Halle bemüht sich derzeit darum, den Dumpingpreisen bei PC Fritz auf den Grund zu gehen, nachdem Microsoft Anzeige erstattet hatte. Vor Kurzem wurde der angebliche Gründer, Millionär und an Krebs erkrankte Mike Mahlow in Kassel festgenommen. Der packt nun aus über Hintermänner und wilde Marketingkampagnen.
Update vom 21.05.2014
Mittlerweile ist die Spiegel-TV-Reportage über PC Fritz und die Machenschaften des Software-Discounters auch online verfügbar. Der im Fokus der Öffentlichkeit stehende Maik Mahlow ist demnach weder krebskrank noch reich. Die ganze Story war wie schon im Original-Artikel erwähnt eine Marketingkampagne, die einen Mitleidsbonus erzeugen sollte. Heute soll Mahlow von ALG2 leben. Zudem hat es den Anschein, dass Mahlow nur die Gallionsfigur des Geschäftes war. Die beiden Drahtzieher, einer davon in Haft und der andere angeblich auf die Krim geflohen, seien die wahren Geschäftstreiber. Sie sollen die illegalen Datenträger in Asien und der Ukraine fertigen haben lassen. Als ihnen die Ware ausging, soll im Namen von Microsoft bei einem weiteren Presswerk bestellt worden sein.
Microsoft stellte zunächst eigene Ermittlungen an, übergab das dann aber an die Staatsanwaltschaft. Die stellte bei einer Razzia bei PC Fritz 100.000 illegale Datenträger sicher. Bei Microsoft zeigt man sich von der Dreistigkeit der Bande überrascht. Insbesondere die Bestellung unter falschen Namen von 1,5 Millionen Datenträgern zu einem regulären Verkehrswert von 30 Millionen Euro lässt in der Niederlassung der Redmonder staunen. Man darf nun gespannt sein, wie sich der Prozess entwickeln wird. Mahlow will bis zum Beginn untertauchen. Den Berichten zufolge neigen seine ehemaligen Partner zur Gewalt.
Original-Artikel vom 19.05.2014
Ganz koscher waren die Geschäfte bei PC Fritz nicht, wie man nun kaum noch abstreiten kann - immerhin wurde die Webseite mittlerweile abgeschaltet. Zwar wurde noch kein Urteil über das Geschäftsgebaren gefällt, aber die Aktivitäten der Staatsanwaltschaft lassen kaum Gutes ahnen. Gründer Maik Mahlow soll jüngst in Kassel verhaftet worden sein, nachdem er angeblich untergetaucht ist. Man habe ihn verpfiffen, als er seine Schwester besuchen wollte, heißt es. Mahlow ist nicht nur Gründer, sondern auch die marketingtechnische Speerspitze der Softwarehändler, doch offenbar stimmte von der gesponnenen Geschichte um den ostdeutschen Aufsteiger nicht viel.
Maik Mahlow wurde als ausgeflippter Ossi positioniert, der sich von einem unheilbaren Krebsleiden nicht aufhalten lässt und mit billiger Software zum Millionär wurde. Garniert wurde das Ganze mit so manchem B- und C-Promi aus den deutschen Fernsehlanden, die die Produkte von PC Fritz bewarben. Alleine für einen Auftritt in Leipzig sollen im Sommer 2013 mehr als 10.000 Euro an Oliver Pocher geflossen sein. Dschungelkönig Joey Heindle wird etwas günstiger gewesen sein. Doch zurück zu Mahlow, der als permanente Gallionsfigur vor den Softwarediscounter geschnallt wurde.
Die Werbemaßnahme vom krebskranken Software-Millionär, der im Übrigen zumindest an Diabetes erkrankt sein soll, lief ordentlich: Auftritte in Fernsehsendungen, Gespräche mit Zeitungen, VIP-Schlangen von Partys. PC Fritz wurde binnen kürzester Zeit sehr bekannt und durch die extrem günstigen Preise auch bei den Kunden beliebt. Microsoft indes war das nicht geheuer: Erste Ermittlungen übernahm eine Detektei, bevor man den Fall der Polizei und der Staatsanwaltschaft überließ. Im Rahmen der Ermittlungen wurde Mahlow festgenommen und der soll laut Spiegel TV nun ausgepackt haben. Die Sendung dürfte im Laufe der Woche hier verfügbar sein.
Mahlow habe dem Magazin ebenso von Hintermännern und Vertriebswegen berichtet, wie von seiner Rolle als Strohmann. Die Story um den Krebs habe der angebliche Drahtzieher Firat Cagac als PR-Maßnahme vorgeschlagen. Mahlow wäre eigenen Angaben gerne vor Monaten ausgestiegen, doch Cagac habe ihm auf einer Geschäftsreise mit dem Tod gedroht, sollte er sich absetzen. Der wiederum bestreitet die Vorwürfe, er sei der Hintermann bei PC Fritz. Abgetaucht sei Mahlow, weil zwei der drei Geschäftspartner wieder auf freiem Fuß sind. Die Staatsanwaltschaft Halle hatte diese im April festsetzen lassen, um die Ermittlungen aufzunehmen.

Die besten Krimis schreibt halt das Leben selber...
Holt schon mal das Popcorn! Jetzt wird schmutzige Wäsche gewaschen! Bin schon gespannt auf die pikanten Details
Außerdem ist diese Meldung 3 Jahre alt und geht um Gebrauchtsoftware. Die Regelung mit Gebrauchtsoftware hat sich in den letzten Jahren zunehmend verändert. Somit würde ich deine Quelle nicht als Referenz nehmen.
Unser Rat an die Käufer gefälschter CD´s von PC Fritz - WBS-LAW
Fakt ist: Du kannst belangt werden, auch wenn du nicht wusstest, ob die Lizenz/Kopie gefälscht ist. Denn du musst dich vor Installation absichern, dass du überhaupt ein Nutzungsrecht hast, z.B. indem du MS anschreibst bzw. die CD zur Überprüfung einschickst. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. ;D
Und ja, wenn deine Mutter sich einen Key bei PCFritz gekauft hätte, könnte MS Rechte gegen sie geltend machen. Dabei ist völlig unerheblich, ob sie es wusste oder nicht.
Ich meine, viele können froh sein, dass MS von derlei Geschichten absieht und lediglich Keys sperrt. Somit ist das Lehrgeld eher gering und die Betroffenen müssen sich nur um neue echte Lizenzen bemühen.
Das MS die Geschichte eh nie gefiel war doch klar da Profite nicht in deren Taschen versickerten. Auf der einen Seite wird der Apostel rausgekehrt aber in anderen Gebieten die 1. sein wenn man für Kleinstgeld einkauft.
Generell war deren Preis auf dem üblichen Ebay Niveau also dürften dort auch keine Lizenzen angeboten werden. Ich denke zwar auch das dort irgendwann mehr Lizenzen verkauft wie im Pool waren nur ohne Beweise halte ich meine Meinung hinter dem Berg
Außerdem ist diese Meldung 3 Jahre alt und geht um Gebrauchtsoftware. Die Regelung mit Gebrauchtsoftware hat sich in den letzten Jahren zunehmend verändert. Somit würde ich deine Quelle nicht als Referenz nehmen.
Bitte was? Was für einen "Braten von weitem" riechen. Würde zum Beispiel meine Mutter sich Windows kaufen wollen und wäre nicht wie wir hier die "pseudo" IT-Experten
Leute die behaupten, man hätte es wissen müssen, sind leicht Überheblich. Genauso gut könnte Amazon solche Lizenzen verkaufen und wir würden es vielleicht Jahre später merken. Wie soll man da "den Braten riechen". Einfach nur lächerlich.
Ich will hier PCFritz nicht schützen, dass was da passiert (ist), ist natürlich eine Schweinerei und bin genauso wie ihr dafür, dass diese Leute bestraft werden. Aber hört auf Leuten zu unterstellen, welche sich dort Lizenzen gekauft haben, dass diese selber Schuld seien!