Microsoft gegen PC Fritz: Erste Verhaftungen und weiteres belastendes Beweismaterial
Die Staatsanwaltschaft Halle und das Zollfahndungsamt Dresden haben drei Hauptverantwortliche des Onlineshops PC Fritz verhaftet, deren Namen aktuell noch unbekannt verbleiben. Zugrunde liegen Haftbefehle, die wegen einer möglichen Wiederholungsgefahr erteilt wurden. Bei den Hausdurchsuchungen wurde zugleich Beweismaterial sichergestellt, das den Händler weiter belastet.
Lange Zeit wurde es wieder still rund um den Fall Microsoft gegen PC Fritz. Im Herbst des vergangenen Jahres hat Microsoft auf Verdacht der Softwarefälschung, insbesondere bei Windows 7, eine Ermittlung gegen den Onlinehändler einleiten lassen - PC Fritz dementierte die Vorwürfe umgehend und bezeichnete die Vorwürfe von Microsoft als "rufschädigend und verleumderisch". In den letzten Monaten wurde es daraufhin wieder ziemlich still: Zuletzt berichteten wir im Oktober über Wechsel in der Chefetage, die seitdem noch öfters durchgeführt worden sind. Nun hat die Staatsanwaltschaft Halle in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt Dresden drei der Hauptverantwortlichen verhaftet, wobei man die Namen bisher noch nicht nannte.
Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld die Haftbefehle beantragt, da man einen Wiederholungsfall im banden- und gewerbsmäßigen Betrug gegeben sieht. Der Onlineshop von PC Fritz, dessen Startseite weiterhin prominent von einem Windows-7-Angebot geziert wird, kann nach wie vor aufgerufen werden. Aktuell denke man über eine mögliche Beschlagnahmung der Domain nach. Weitere Details können aufgrund der laufenden Ermittelungen noch nicht publiziert werden. In den Hausdurchsuchungen wurde derweil weiteres Beweismaterial in Form von schriftlichen Unterlagen sowie elektronischen Speichermedien sichergestellt, das die Betreiber von PC Fritz weiter belasten soll.

Und es würde auch diejenigen treffen die es völlig unwissentlich getan haben - die meisten Kunden des PC-Fritzen glauben wahrscheinlich noch dass sie eine legale Software besitzen denn "schließlich hab ich ja bezahlt".
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Ich glaube da kann man aber vielen Kunden keinen Vorwurf machen. Die wenigsten kennen sich mit der Materie aus und so einfach sind die unterschiedlichen Lizenssysteme auch nicht zu durchschauen. Insbesondere, wenn man noch die Sonderfälle OEM, system builder und student Versionen betrachtet. Windows 7 und vor allem 8 hat sich m. M. nach auch deswegen gut verkauft, weil es relativ günstig angeboten wurde. Die Leute sind schon bereit zu bezahlen, die Frage ist halt wieviel.
Im Gegenteil, ich glaube es war Win7 (oder Vista?), wo M$ jedem "Schwarzkopierer", dessen Windows beim Update-Check als Kopie erkannt wurde, das Angebot machte Windows zu einem besonders günstigen Vorzugspreis zu erwerben. Nicht wenige Besitzer gekaufter Versionen installierten sich damals xtra eine "Schwarzkopie" nur um das Angebot von M$ zu erhalten.
Für Laien heutzutage kaum noch beurteilbar. Solange nicht allgemein festgelegt wird, dass Softwareimporte verboten sind (vergl. Keyhändler) muss man auch nicht Betrug ausgehen, nur weil der Preis mal niedriger ist. Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber iirc hat M$ zur Jahrtausendwende mal Preise um die 3$ in Indien und Russland genommen, weil sonst eh nur kopiert worden wäre. Für 40€ wird es sicherlich irgendwo auf der Welt legale Windows-Lizenzen geben. (Volumenlizenzen sowieso)
Was stimmt denn an dem Preis nicht?
Für diesen Preis werden sogenannte "System-Builder"-Versionen verkauft. Das sind Windowslizenzen und Datenträger, die eigentlich für Computergeschäfte gedacht sind die für ihre Kunden einen neuen PC mit Windows verkaufen und sie dann beilegen.
Diese Versionen unterscheiden sich funktionell in keinster Weise von den "normalen" Versionen - ausser das Microsoft für diese Versionen keinen Kundendienst anbietet.
- Wann hast du den MS-Kundendienst (vor allem als Privatmensch) das letzte Mal un Anspruch genommen?
Ich jedenfalls noch nie (und ich benutze Windows seit Win 95). Updates und Service Packs gibts ohne Einschränkung.
Microsoft sieht es zwar nicht gerne, dass diese Versionen verkauft werden (da sie weniger Geld einnehmen) - aber in Deutschland dürfen diese Lizenzen vollkommen legal verkauft werden. Wer die Windows Versionen in den hübschen Verpackungen kauft (und da DEUTLICH) mehr zahlt ist selber schuld.
Übrigens, es ist VÖLLIG legal sich WIndows aus dem Internet herunter zu laden (da gibt es sogar z.B. mit easytopia eine offizielle Seite von MS) - solange bei diesem Download keine Lizenzen (also Keys) beiliegen und der Anbieter die images kostenlos anbietet.
Bei PC Fritz geht es - soweit ich es verstehe - eben nur darum, das sie scheinbar gefäkschte Lizenzen verkauft haben.