Microsoft mit Rolle rückwärts: KI-Copilot wird App in Windows 11

Nach Tests im Windows Insider Program baut Microsoft den KI-Copiloten doch nicht in Windows 11 ein. Die Rolle rückwärts hat dabei einen anderen Grund.

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Microsoft mit Rolle rückwärts: KI-Copilot wird App in Windows 11
Quelle: Microsoft

Seit Februar 2023 gibt es Microsoft Bing mit KI-Chat. Hierbei setzt Microsoft auf die Technologie hinter ChatGPT. Inzwischen hat das Kind einen Namen und wird Copilot genannt. Es gibt die generative KI als Microsoft Copilot in Microsoft 365 und in Windows 11. Der Redmonder Konzern hatte vor, den KI-Assistenten in Windows 11 Version 24H2 zu integrieren und ihn auf Windows Copilot zu taufen. Innerhalb des Windows Insider Programs sind bereits seit Monaten Tests zur Integration gelaufen. Doch nun erfolgt die Rolle rückwärts, wie Microsoft selbst in einem Nebensatz im Blogpost erwähnt. So wird aus dem Copilot eine separate App, die man nutzen kann, insofern man die App aus dem Microsoft Store heruntergeladen und aktiviert hat.

Der Copilot auf Basis von ChatGPT und neue Copilot+ PCs

Warum baut Microsoft den eigenen Copilot wieder aus Windows 11 aus, um ihn als eigenständige App zu veröffentlichen? Der Hintergrund hierzu liegt im Digital Markets Act der EU. Speziell für Nutzer in der EU wird Microsoft künftig beispielsweise auch die Wahl der Standardsuchmaschine innerhalb von Windows vereinfachen. So lässt sich die Suchleiste in der Taskleiste künftig auch von Bing auf z. B. Google umstellen. Nun wird dies auch auf den KI-Assistenten Copilot ausgeweitet. Schließlich gibt es den Microsoft Copilot bislang nicht innerhalb der EU, lediglich via Webseite im Browser lässt sich die generative KI auf ChatGPT-Basis nutzen.

Nun hat sich Microsoft mit der EU geeinigt und baut die Windows-Integration wieder aus. Wie auf der Entwicklerkonferenz Build 2024 vorgestellt, wird der Copilot zur eigenen App, die etwa im Fenstermodus verwendet werden kann. Vom Design her orientiert man sich sehr an ChatGPT von OpenAI, bei dem man als großer Investor auftritt und die Technik nutzt. Neben der Möglichkeit, Texte und Bilder generieren zu lassen, steht auch ein Notebook zur Verfügung sowie der Plugin-Store, um Erweiterungen für den Copilot/ChatGPT installieren zu können. Noch mehr KI-Features bieten die kommenden Copilot+ PCs, die neben Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo und Samsung auch direkt von Microsoft kommen. Los geht die Preisliste bei 1.199 Euro, wobei man dabei das Surface Laptop mit 16 GiByte RAM und austauschbarer 256 Gigabyte PCI-Express 4.0 SSD bekommt. Wer möchte, kann auch das 2-in-1-Tablet Surface Pro kaufen, das in seiner 11. Edition auf einen Qualcomm-Chip setzt. Laut Microsoft soll das Surface Pro mit Snapdragon X Elite um 90 Prozent schneller zu Werke gehen als das Surface Pro 10 mit Intel Core i7-1255U aus der 12. Generation der Core-i-Reihe. Am 18.06. kommen beide neuen Surface-Geräte auf den Markt.

Durch den Snapdragon X können alle neuen Surface-AI-PCs spezifische KI-Funktionen in Windows 11 nutzen. Hierzu gehört etwa das fotografische Gedächtnis namens Recall, bei dem sich der komplette PC durchsuchen lässt, indem man etwa nach dem letzten Urlaub fragt und dann die dazu passenden Bilder und Dokumente angezeigt bekommt. Sämtliche Berechnungen finden dabei ausschließlich lokal auf den KI-PCs statt, da die NPU der Qualcomm-Chips genutzt wird. Nach bis zu drei Monate alten Inhalten kann dabei der Microsoft Copilot suchen. Wer möchte, kann Recall aber auch einschränken oder deaktivieren.

Preis, Daten und Fakten zu neuen Copilot+ PCs und KI-Integration in Windows 11

  • Innerhalb von Windows 11 soll mit Version 24H2 KI in Form des Copilot integriert werden, so der ursprüngliche Plan. Doch innerhalb der EU konnte der KI-Assistent bislang nicht ins Betriebssystem integriert werden - aufgrund des Digital Markets Act.
  • Wie Microsoft im Rahmen der Entwicklerkonferenz Build bekannt gegeben hat, wird der Copilot künftig als eigenständige App in Windows 11 verfügbar. Nutzer können diese App auf Wunsch kostenlos im Microsoft Store herunterladen und nutzen.
  • Mit dem Copilot auf Basis von ChatGPT lassen sich Texte, Bilder und Co. generieren. Noch mehr KI-Features können die neuen Copilot+ PCs, etwa das Microsoft Surface Laptop 7 und das 2-in-1-Tablet Surface Pro mit Qualcomm Snapdragon X. Das neue KI-Laptop und Tablet kommen ab dem 18.06. in den Handel und kosten mindestens 1.199 Euro.

Quellen: Windowscentral, Microsoft (1), Microsoft (2), Amazon

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von KleinerLoeschZwerg PC-Selbstbauer(in)
        Viele Windows Benutzer wissen überhaupt nicht das es zwei oder sogar mehr Stränge des Windows Installation Medium gibt. Nun, bin in den letzten Tagen der Schul und Uni Installation mal nachgegangen und was hier alles anders ist, da bekommt der ein oder andere nochmal einen Wutausbruch gegnüber was der normale Nutzer in der Scheiss Home / Prof. ISO vorfindet. Fängt schon damit an das hier die Installation ohne ein Online Konto noch vollzogen werden kann bis hin welche APPS nach der Installation überhaupt im Start Menü sich befinden.

        Tschau, ihr Gurken.
      • Von KleinerLoeschZwerg PC-Selbstbauer(in)
        Viele Windows Benutzer wissen überhaupt nicht das es zwei oder sogar mehr Stränge des Windows Installation Medium gibt. Nun, bin in den letzten Tagen der Schul und Uni Installation mal nachgegangen und was hier alles anders ist, da bekommt der ein oder andere nochmal einen Wutausbruch gegnüber was der normale Nutzer in der Scheiss Home / Prof. ISO vorfindet. Fängt schon damit an das hier die Installation ohne ein Online Konto noch vollzogen werden kann bis hin welche APPS nach der Installation überhaupt im Start Menü sich befinden.

        Tschau, ihr Gurken.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Nur weil etwas auf dem System liegt, musst du es doch nicht nutzen. Das kann ein Linux User wahrscheinlich nicht verstehen, aber, jetzt halt dich fest: Auch Windows kommt standardmäßig mit einer Konsole daher und 99,9% aller User nutzen sie nie und sehr viele wissen gar nicht dass es sie gibt. Ebenso verhält es sich mit dem Copilot.

        Also deinen grundsätzlichen Einwand, warum etwas installieren was man nicht braucht, verstehe ich vollkommen. Nur ist das halt überall so. Schau dir 90% der Linux Distributionen an. Die kommen mit Thunderbird und Firefox. Ich bin aber Nutzer von Edge und Outlook. Für mich ist das aufgezwungener Quark, aber dieser Quark steht eben auch für Open source und dient als grundsätzliche Möglichkeit. Ebenso sehe ich das bei Windows mit dem ganzen Quatsch der da mitkommt. Ich bekomme ein kostenloses rundum sorglos Angebot und akzeptiere dafür, dass ich es mir erst anpassen muss, nach der Installation.
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von XT1024
        Kommt bei dir echt alle paar Tage jemand vorbei und zwingt dich mit der Pistole zur Nutzung?
        Ach komm! Du weißt schon wie ich das gemeint habe, oder ? Ich rede von der Allgemeinheit!
        Wenn etwas nicht abgeschaltet werden kann und sich einmischt, ist es ein Zwang für alle, die Windows nutzen möchten.

        Mich zwingt sowieso keiner, wie man an meiner Signatur erkennen kann!
        Genau aus den genannten Gründen!
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Mir wäre der gute alte Installations-Dialog, den Microsoft früher mal hinbekommen hat, lieber als ein Betriebssystem, bei dem alle nicht zwingend zu nutzenden Funktionen erst aus dem Store heruntergeladen werden müssen.
        Gerade bei optionalen Komponenten wär es doch eine Idee, diese eben nicht auf dem Installationsmedium mitzuliefern.
        Das spart Platz auf diesem und bei einer möglichen Installation sind sie dann auch aktuell.

        Zitat von Zik7
        Warum sollte mir jemand wie MS das aufzwingen ? Was sie ja tun!
        Kommt bei dir echt alle paar Tage jemand vorbei und zwingt dich mit der Pistole zur Nutzung?
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Recall lässt sich doch abschalten. Und alle anderen Copilot-Funktionen müssen überhaupt erst einmal aktiv aufgerufen werden. Wenn Microsoft vertraut, solche Userwünsche dauerhaft und zuverlässig umzusetzen, sind deine Forderungen also erfüllt.
        Wenn man Microsoft nicht mehr vertraut, ist Copilot allenfalls die Kirsche auf der Datenkrake.
        Ja, natürlich! So steht es auch im Artikel. Aber was wäre ohne Einigung mit der EU ? Was würde MS alles machen ? Wenn es gut integriert ist, es mir gefällt und es sich abschalten lässt, ist alles gut! Vielleicht würde ich es hier und da nutzen.
        Aufgezwungen ist halt immer schlecht!
        Datenschutz ist wieder ein ganz anderes Thema. Wo soll man da anfangen ?
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