RAM-Fresser: Discord, Teams und Whatsapp greifen ordentlich zu

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RAM-Fresser: Discord, Teams und Whatsapp greifen ordentlich zu
Quelle: Fritzchens Fritz

Viele Kommunikationsprogramme wie Discord, Teams und Whatsapp belegen deutlich mehr RAM, als eigentlich notwendig wäre. Hintergrund ist ein Wechsel von nativen Programmen hin zu Web-Apps, die im Hintergrund einen kompletten Browser laden.

Inmitten explodierender RAM-Preise werden sich viele PC-Käufer zweimal überlegen, ob sie wirklich den Aufpreis für ein Arbeitsspeicher-Upgrade inkaufnehmen wollen. Viel Optimierungsspielraum gibt es hier allerdings nicht: Die Programme genehmigen sich, was sie sich genehmigen wollen - und oft ist das mehr, als es sein sollte. Das gilt insbesondere für eigenständig ausgelieferte Web-Apps, wie sie in letzter Zeit immer häufiger zum Einsatz kommen. "Desktop"-Programme wie Discord, Microsofts Teams oder Whatsapp gehen dadurch vergleichsweise verschwenderisch mit Systemressourcen um.

Lieber billig als gut

Laut Windows Latest belegt Discord bei normaler Nutzung bereits 1 GB RAM, bei intensiver Verwendung können es bis zu 4 GB werden. Auch WhatsApp kommt im Idle-Betrieb bereits auf 300 MB. Wenn man schnell scrollt, wurden bis zu 1,2 GB gemessen. Microsoft macht es mit Teams nicht besser: Dieses Programm genehmigt sich im Idle gern mal 1 GB Arbeitsspeicher, ohne dass man groß etwas tut. Und nachdem Kommunikations-Apps wie die genannten möglichst immer laufen sollten, kommt in Summe schnell einiges an Grundlast zusammen. Dadurch wird wiederum die Speicheranforderung des Gesamtsystems hochgetrieben.

Der Grund für den vergleichsweise hohen Ressourcenbedarf ist bei allen drei Programmen derselbe: Sie nutzen Web-Frameworks. Anstelle eines eigens entwickelten Programms wird ein Chromium-Browser geladen, der anschließend die gewohnte Website darstellt. Und das sorgt teils für einen drastischen Mehrverbrauch beim RAM. Zum Vergleich: Die alte, noch nativ entwickelte Version von Whatsapp kam mit 100 bis 250 MB aus. Und dort ist der Sprung sogar noch vergleichsweise gering, da als Basis Webview2 genutzt wird. Dieses verwendet den in Windows integrierten Edge-Browser und muss damit nicht das gesamte Programm laden. Die Discord-App basiert hingegen auf einem anderen Programm namens Electron. Dieses lädt einen kompletten, eigenen Browser. Und das jedes Mal neu - für jede weitere Electron-Instanz.

Passend dazu: DDR5-RAM: Preisentwicklung beliebtester Speicherkits für Spieler

Trotzdem sind entsprechende Lösungen populär, denn sie sind in der Entwicklung extrem günstig. Anstatt dass für jede Plattform eine eigene Version entwickelt werden muss, wird überall die Webversion ausgespielt. Das macht sogar Microsoft selbst so - und zwar nicht nur bei Teams. Auch in Windows selbst kommt inzwischen bereits vereinzelt Webrendering zum Einsatz. Auf absehbare Zeit ist deshalb leider auch kein Umdenken hin zu effizienteren Lösungen zu erwarten. Endkunden müssen deshalb weiterhin mehr RAM kaufen, als idealerweise notwendig sein sollte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Preise bald wieder auf ein zumindest halbwegs vernünftiges Niveau sinken werden.

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Quelle: Windows Latest

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    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Krasser Unterschied. Habe mal geschaut: 3GB/32GB in Verwendung und 1,5GB davon gehören zu Firefox. Ich nutze aber auch Linux und es starten keine 15 Zusatzsoftware-Einträge automatisch. Für Spiele nutze ich ausschließlich TS3 zur Kommunikation.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Krasser Unterschied. Habe mal geschaut: 3GB/32GB in Verwendung und 1,5GB davon gehören zu Firefox. Ich nutze aber auch Linux und es starten keine 15 Zusatzsoftware-Einträge automatisch. Für Spiele nutze ich ausschließlich TS3 zur Kommunikation.
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Svenc
        Jetzt schon.

        PC-Exclusives und Showcases sind halt so selten geworden, dass sie unter Artenschutz gehören. Niemand geht mehr an ein Projekt ran wie Chris Roberts, schon aus kommerziellen Gründen:

        “Star Citizen IS a PC game,” Roberts writes . “It will NEVER be dumbed down for a lesser platform. We will NOT limit the input options or supported peripherals to the lowest common denominator. We will NOT pass on features and technology just because they will only run on some hardware configurations.”

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Die aktuelle Situation könnte den letzten Robertsen der Gaming-Welt den endgültigen Todesstoß versetzen.
        Ach, mit etwas Glück findet man 64GB unter 600€ und das für brauchbare 6000 CL30 (also nichts weltbewegendes, aber Sweetspot für X3D).
        Klar, das ist doppelt so teuer wie vorher, aber noch zu verkraften.
        Und ja, reine PC-Exklusivtitel gibt es nicht so viele. Schon gar nicht mit dem Anspruch von Crysis, Star Citizen usw.

        Dafür haben wir aber drölftausend mäßig optimierte Spiele, die jeder CPU und GPU zeigen wo der Pixerlhammer hängt
        Klar, es gibt auch Beispiele wie BF6 die halt gut aussehen und auf jedem Toaster mit 60FPS lauffähig sind.
        Auf der anderen Seite hat man Beispiele wie Stutterlands 4.. oder war das Borderlands? Wenn die Grafik nicht bis zum Minecraft-Level runtergeschraubt wird, ist das Spiel kaum über 60FPS zu bewegen. Will man 144+, muss man schon Upscaler, Framegen und mindestens obere Mittelklasse an Hardware benutzen. Besitzer von 240Hz Monitoren *hust* meckern leise in der Ecke

        P.S. keine Angst um Star Citizen und den armen (nicht wirklich) Chris.
        Space-Sim Fans sind bereit, tonnenweise Geld in das Setup zu versenken. Und in das Spiel.
        Was die Leute da für Schiffe kaufen und was in Cockpits verbaut wird - da kann man davon noch mindestens einen Mittelklasse-PC bauen. Oder 3. Ein guter Flightstick geht zwischen 250-400€ und die Leute nutzen 2 als HOSAS Setup (Stick+Stick statt Stick+Throttle). Also gerade bei dem Spiel wird es nicht eng. Die Community ist deutlich älter und verdient Geld, muss nicht auf Taschengeld warten um einzukaufen.
      • Von Svenc Software-Overclocker(in)
        Zitat von cryon1c
        64GB kosten nicht die Welt.
        Jetzt schon.

        PC-Exclusives und Showcases sind halt so selten geworden, dass sie unter Artenschutz gehören. Niemand geht mehr an ein Projekt ran wie Chris Roberts, schon aus kommerziellen Gründen:

        “Star Citizen IS a PC game,” Roberts writes . “It will NEVER be dumbed down for a lesser platform. We will NOT limit the input options or supported peripherals to the lowest common denominator. We will NOT pass on features and technology just because they will only run on some hardware configurations.”

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        Die aktuelle Situation könnte den letzten Robertsen der Gaming-Welt den endgültigen Todesstoß versetzen.
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Svenc
        Mit Star Citizen, dem letzten PC-Sexklusive standing? Ja. Mit Games, die man zumodden kann, bis sie keine Speicherbremse mehr kennen? Auch. Bei den Pimmelgames, wie sie auch auf ner "ollen" PS5 und teilweise auch Series S mit ihren 10GB rennen? Eher nicht.
        Na genau das ist doch PC-Gaming.
        Was unterscheidet es von dem üblichen Konsolen/Crossplattform-Krempel?
        PC-exklusive Titel. Unter anderem early access wie Star Citizen und halt diverse andere hungrige Titel. MMOs, City-Builder etc.
        Modding. Etwas was auf Konsolen nicht existiert.

        Generell freue ich mich über Spiele ohne Ladebildschirme, ähnlich wie bei Star Citizen (dort haben die das mit Aufzügen gelöst die einen in die Instanzen bewegen). Das ganze funktioniert nur dann, wenn Unmengen an Daten in den RAM geschoben werden.

        RAM ist halt etwas, woran nicht gespart werden soll.
        64GB kosten nicht die Welt.
        Lieber zu viel als zu wenig.
        Es überlebt mehrere Upgrades.
        RAM ist nahezu unkaputtbar und lässt sich wunderbar auf dem Gebrauchtmarkt verkaufen.

        Selbst wenn jemand nur die besagten "Pimmelgames" spielt, weiß man nie was in ein paar Jahren zocken wird.
        Und was für Hobbys man anfängt, wo der Speicher wichtig wird. Frag mal Premiere oder After Effects was die an RAM haben wollen
      • Von Svenc Software-Overclocker(in)
        Zitat von cryon1c
        Bei 32GB wird es langsam eng
        Mit Star Citizen, dem letzten PC-Sexklusive standing? Ja. Mit Games, die man zumodden kann, bis sie keine Speicherbremse mehr kennen? Auch. Bei den Pimmelgames, wie sie auch auf ner "ollen" PS5 und teilweise auch Series S mit ihren 10GB rennen? Eher nicht.

        Ich habe sogar noch 16 drin. Obwohl ich ein weiteres Kit schon hier liegen habe, von dem sicher manche Games profitieren würden... 32GB werden "grundsätzlich" rein fürs Zocken noch ne ganze Weile reichen. Grundsätzlich, weil: Was bei offenen Systemen wie dem PC bei jedem an Programmen läuft, sieht sehr unterschiedlich aus. Und ein paar Software-Ausreißer gibts immer mal. Wird eh spannend sein, wie die Specs der PS6 aussehen, wenn die Krise länger anhält.

        Hier galt traditionell bis jetzt: Wer den Speicher der Konsolen "matcht", konnte "mitspielen". Ich bin persönlich zum Beispiel erst kurz vor Launch der PS5 überhaupt auf 16GB hoch, als ich auf AM4 gewechselt bin. Wer natürlich mit der doppelten Ausstattung der Konsolen nicht hinkommt, könnte in nächster Zeit so richtig bluten. Und klar lässt sich auch der dickste PC easy auslasten. Offene Systeme sind offene Systeme. Um Rechner ins Schwitzen zu bringen, reichen seit jeher selbst Mods und NextGen-Patches für Games, die drei halbe Jahrhunderte alt sind.

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