Watch Dogs: Legion auf der E3 2019: Wir sind viele

Die Hacker kommen nach Europa: Watch Dogs: Legion spielt im London der nahen Zukunft und erlaubt uns erstmalig, nicht nur einen, sondern gleich 20 verschiedene Helden zu steuern - und mit denen paramilitärischen "Firmen" den Kampf anzusagen.

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Special Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
Watch Dogs: Legion auf der E3 2019: Wir sind viele
Quelle: Ubisoft

Das Hacker-Action-Adventure Watch Dogs geht in die dritte Runde: Zweieinhalb Jahre nach dem Ausflug in die San Francisco Bay Area spielt Watch Dogs: Legion in der britischen Hauptstadt London - in einer nicht allzu fernen Zukunft. Einer Zukunft, in der Politiker versagt haben, Extremisten das Sagen haben und Gangs und paramilitärische Organisationen das Straßenbild bestimmen. Wir reisten auf der E3 2019 in Los Angeles eine knappe Stunde lang nach London, um dort neue Mitglieder der DedSec-Hackergruppe anzuwerben und gegen das Regime zu kämpfen.

Endgültiger Heldentod

Als Watch Dog: Legion am Vortag der E3 2019 in Los Angeles die Ubisoft-Pressekonferenz eröffnete, hielten die Anwesenden den Atem an - nämlich in dem Moment, als der gerade vorgestellte Held nach einem Schlagabtausch mit Ordnungskräften tot zu Boden ging. Und ein Raunen ging durch das Orpheum Theater, als daraufhin das Bild wechselte und 16 weitere Agenten auf ihren Einsatz warteten.

Denn das ist der Clou des Action-Adventures: Statt mit einem Hauptdarsteller wie Aiden Pearce oder Marcus Holloway für die Hackergruppe DedSec zu kämpfen, lenken wir jetzt die Geschicke von bis zu 20 Rebellen. Und wir können nicht nur jederzeit zwischen den DedSec-Mitgliedern wechseln, sondern auch jeden Londoner anwerben, den wir sehen - sei es im Pub, im Park, auf der Straße oder sonst wo. Unsere Mission: Eine schlagkräftige Widerstandsgruppe aufzubauen, die es mit dem Unterdrückungsregime aufnehmen kann.

Die Qual der Rekrutenwahl

Die Entwickler betonen, dass jeder Stadtbewohner Londons komplett simuliert wird und ohne unser Zutun seinen Alltagsgeschäften nachgeht, Freizeitaktivitäten inklusive: Ein Londoner, den wir in einem Pub unter die Lupe nehmen, spielt beispielsweise dort jeden Abend bis 1 Uhr früh Darts. Ob das möglicherweise seine Zielsicherheit verbessern könnte?

Und ja, einmal mehr betonen die Entwickler: Wir können wirklich jeden Stadtbewohner rekrutieren. Dazu müssen wir ihm natürlich erst einmal DedSec und deren Ziele schmackhaft gemacht und dann eine persönliche Ursprungsmission absolviert haben. Wie das alles bei geschätzt mehreren Tausend NPCs im Detail funktioniert, verriet uns Creative Director Clint Hocking (Far Cry 2) in einem exklusiven Interview, das Sie in den nächsten Tagen bei uns lesen können.

Getrennt kämpfen, vereint siegen

Zurück zu den Rekruten beziehungsweise DedSec-Mitgliedern: Alle verfügen über Berufe, Hobbys und Eigenschaften, die unserer Mission nutzen können. Ein ehemaliger MI6-Agent eignet sich beispielsweise besser zum geräuschlosen Vorgehen als ein Mixed-Martial-Arts-Champion, der dafür bessere Reflexe beim Kämpfen besitzt.

Ein Hacker mag hinter dem Steuer eines Sportwagens keine so gute Figur wie ein Fahrer illegaler Straßenrennen machen, umgeht dafür jedoch in Windeseile selbst die kniffligsten Sicherheitssysteme.

Darüber hinaus besitzt jede Person individuelle passive Fähigkeiten, die ihr oder sogar allen Agenten Vorteile verschaffen - etwa mehr Gesundheitspunkte, bessere Treffsicherheit oder höheren Schutz gegen Entdeckung.

Trio mit fünf Hauptgeschichten

Watch Dogs: Legion besitzt nicht nur eine Hauptgeschichte, sondern gleich derer fünf. Dazu kommen über 60 Nebenmissionen. Für das erfolgreiche Absolvieren der Haupt- und Nebenquests gibt's Erfahrungspunkte, mit denen unsere Teammitglieder die Stufenleiter emporklettern - und bei Stufe 5, 10 und 15 neue Perks freischalten. Diese unterscheiden sich je nach Klasse, von denen es drei im Spiel gibt.

Der Hacker lehnt sich an den Helden der zwei Vorgänger an: Mit einem Spinnenroboter und -geschützturm kommt er an entlegene Einsatzorte und schaltet Gegner aus. Außerdem kann er Kampfdrohnen hacken. Der Infiltrator ist ein Schleichexperte: Mit seiner AR-Tarnkappe huscht er unsichtbar an Wachen vorbei, die AR-Decke verbirgt ausgeschaltete Personen. Der Enforcer lässt hingegen die Waffen sprechen - standardmäßig mit schweren Waffen und Haftminen.

Mein Gegner, mein Verbündeter

Wir wollten nicht, dass Schusswaffen den Schwerpunkt des Spiels bilden"Das Nahkampfsystem der Vorgänger krempelten die Entwickler von Ubisoft Toronto komplett um, um es attraktiver zu machen. "Wir wollten nicht, dass Schusswaffen den Schwerpunkt des Spiels bilden", erklärt uns World Director Joel Burgess im Gespräch. Selbst die sahen die Designer sich scharf an: Die Hälfte aller Waffen hat keine tödlichen Folgen. Warum?

"Vielleicht treffe ich bei einem Einsatz einen Gegner, der interessante Fähigkeiten besitzt. Statt ihn zu erschießen, schicke ich ihn schlafen, um dann später zu versuchen, ihn für unser Team zu rekrutieren." Coole Sache! Begegnen wir auf unseren Abenteuern einer Person, die in unser Team passen könnte, setzen wir sie einfach auf unsere Kontaktliste, um uns später um sie zu "kümmern" - Gegner oder nicht.

Im London der Zukunft sind auch Drohnen kein ungewöhnlicher Anblick: Sie befördern Pakete, übermitteln Nachrichten und können mit entsprechend großen Propellern sogar Frachtgüter befördern. Auf solchen Frachtdrohnen dürfen auch wir Platz nehmen, um damit an sonst nicht zugängliche Orte zu gelangen.

Willkommen in London!

Zusammen mit Watch-Dogs-Veteran Norman Lau, der schon als Production Coordinator am zweiten Teil gearbeitet hat, starten wir in unsere etwa einstündige Demo hinter verschlossenen Türen. Wir befinden uns in einem Pub, wo wir nach einem potenziellen neuen DedSec-Mitglied Ausschau halten. Unsere Wahl fällt auf eine ehemalige Mixed-Martial-Arts-Kämpferin, die unserer Gruppe jedoch etwas skeptisch gegenübersteht.

"Um sie von den guten Absichten von DedSec zu überzeugen und ihr Ursprungsquest zu starten, müsst ihr erst noch zahlreiche kleinere Aufgaben erledigen", sagt Lau. Aus Zeitgründen füllt er per Tastendruck den DedSec-Rufbalken der Dame komplett auf, so dass wir sofort mit der Anwerbemission beginnen können: Wir müssen Daten auf einem Server von Scotland Yard für sie löschen.

Schlingernd zu Scotland Yard

Das probieren wir mit unserer Hacker-Oma, die wir zu Beginn unserer Demo steuern, und fahren mit ihr per Motorrad, aber ohne Helm zum Scotland-Yard-Hauptquartier in Westminster. "Du gehst wirklich in der Rolle auf", kommentiert Norman Lau grinsend unsere vorsichtige Fahrweise. Doch wir wollen schließlich kein Aufsehen erregen - und so ganz elegant lenkt es sich auch noch nicht.

Im Foyer von Scotland Yard angekommen hacken wir uns durch diverse Kameras in die erste Etage des Gebäudes, stibitzen einer Wache eine digitale Schlüsselkarte und schalten dann die Sicherheitsschranke am Eingang aus, um uns flink hineinzuschleichen.

Prügel für die Oma

"Die grundlegenden Hackerfähigkeiten beherrschen alle drei Klassen", erklärt Norman Lau. "Doch ein Hacker besitzt noch weitreichendere Fähigkeiten, etwa den Spinnenroboter." Auf den verzichten wir erst einmal und schleichen uns persönlich in die erste Etage, um die kompromittierenden Daten zu löschen - wie gehabt lassen sich nicht alle Server, Türen und Gerätschaften aus der Ferne bedienen.

Doch weil die Oma nicht so flink auf den Beinen ist, entdecken uns die Wachen auf der Treppe und schlagen sie zu Boden - einfach unerhört! Nun haben wir die Wahl, weiterzukämpfen oder aufzugeben. Wir entscheiden uns für die zweite Option und kommen immerhin mit dem Leben davon.

Schleichen und Schlagen

Unser nächster Kandidat vertritt die Infiltrator-Klasse: Mit seinem Tarnmantel gelingt es uns nach dem Hacken der Sicherheitsschranke problemlos, in den ersten Stock zu kommen. Allerdings haben wir vergessen, die elektronische Schlüsselkarte des Wächters auszulesen, was wir jetzt hinter einem Schrank versteckt vor Ort machen. Das klappt zwar, doch wir werden entdeckt. Gut, dass wir uns mit ein paar beherzten Schlägen Luft verschaffen können.

Schleichend und prügelnd verlassen wir das Gebäude, eilen auf einer Gasse hinter dem Gebäude in Richtung Straße und rufen die MMA-Kämpferin an, um ihr die frohe Kunde zu unterbreiten: Ihre Daten sind gelöscht. Dankbar ist sie bereit, sich DedSec anzuschließen. Wir wechseln direkt in ihre Haut und beschließen, dass sie als Enforcer in den Dienst gehen soll. Diese Klasse haben wir schließlich noch nicht angespielt.

Kein guter DedSec-Start

Wir lassen die zahlreichen Klamottenläden links liegen und steigen in ein Auto, um zur Westminster Abbey zu fahren. Dort treffen wir auf einen Informanten, der uns in einer kurzen Zwischensequenz darum bittet, drei Zielpersonen in Camden auszuschalten. Darin sehen wir unsere Freiheitskämpferin in voller Pracht - hätten wir einen anderen Agenten gewählt, wäre er oder sie in der Sequenz gelandet.

Nach Camden begeben wir uns per U-Bahn, der Londoner Form der Schnellreise zwischen den acht Stadtteilen, die wir in Watch Dogs: Legion zu sehen bekommen. Am Rand einer Einkaufsstraße finden wir eine der Zielpersonen: Wir hacken uns per Kamera in ihre Nähe, sorgen mit einer Gasleitungsexplosion für Unruhe, öffnen die Tür zu ihrem Versteck und eilen hinein.

Aber ach: Noch immer gibt es genug schwerbewaffnete Gegner, die nicht so leicht abzulenken sind. Wir sind schnell umzingelt und noch schneller am Boden. Auch unser Entschluss, zu kämpfen statt aufzugeben bleibt erfolglos. "Kein guter erster Tag im neuen Job", kommentiert Norman Lau mit Blick auf unsere nun tote Heldin.

Bildergalerie

Fazit

Spätestens, als nach der Demo von Watch Dogs: Legion Creative Director Clint Hocking auf die Bühne kam, war mir klar: Das wird was! Schließlich gehören auch das prächtige Duo Splinter Cell: Chaos Theory und Far Cry 2 zu seinen Werken. Hocking hatte danach nur das Pech, für Firmen wie LucasArts zu arbeiten, wo seine nächsten Spiele ohne sein Verschulden nie das Licht der Welt gesehen haben.

Zurück zum Spiel: Das Konzept, eine ganze Gruppe von DedSec-Agenten zu rekrutieren, die obendrein bei einem Einsatz das Zeitliche segnen können, lässt mir meine Helden noch mehr ans Herz wachsen - Jagged Alliance und X-COM lassen grüßen. Auch die Location London wurde prächtig umgesetzt - jedenfalls, sofern ich das nach einer Stunde sehen konnte. Und gut, dass wir jetzt den Enforcer als eigene Schützen-Klasse haben: Im zweiten Teil mutete es immer seltsam an, mit friedlichen Hacktivisten herumzuballern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Neben Cyberpunk 2077 ist Watch Dogs: Legion für mich das Highlight der diesjährigen E3 - in dem im Mehrspielermodus sogar vier Personen im Koop-Modus miteinander spielen können. Nehmen Sie sich für den 6. März 2020 besser nichts vor.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cleriker999 Freizeitschrauber(in)
        Und wie fährt es sich auf londons straßen? London ist doch alles so eng parktisch eine stadt voller nebenstraßen........
      • Von Cleriker999 Freizeitschrauber(in)
        Und wie fährt es sich auf londons straßen? London ist doch alles so eng parktisch eine stadt voller nebenstraßen........
      • Von sunyego Software-Overclocker(in)
        Sieht nice aus !
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