Watch Dogs Legion im Techniktest: Die bisher beste Raytracing-Implementierung [Update]
Neue Benchmarks nach dem Patch: Watch Dogs Legion ist nach einer mehr als einer halbjährigen Verschiebung endlich startbereit. Wir haben uns in die stimmungsvollen Straßen des dystopischen Londons begeben, in denen wir als Mitglieder der Hackergruppe DedSec den Aufstand proben. Ein besonderes Schmankerl sind dabei die Raytracing-Reflexionen, welche die nassen Straßen und hell erleuchteten Schaufenster zieren. Dieser Artikel enthält nun weitere Benchmarks, nachdem der Performance-Patch veröffentlicht wurde.
In diesem Artikel
Update vom 08.11.20: Wir haben die zusätzliche Zeit genutzt, um die Performance mit der aktualisierten Version von Watch Dogs Legion zu prüfen. Zudem haben wir die CPU-Messungen überarbeitet, welche nun komplett neu ohne den "Zusätzliche Details"-Regler eingemessen wurden. Die entsprechenden Stellen haben wir farblich markiert.
Watch Dogs Legion sollte eigentlich schon im März erscheinen, doch nach dem (Launch-)Debakel um Ghost Recon Breakpoint wurde das Hacker-Abenteuer um mehr als ein halbes Jahr verschoben. Dies war sicherlich eine gute Entscheidung - zumindest aus Sicht der Spieler. Und auch der Raytracing-Darstellung hat die Verschiebung sicherlich gut getan, gleich in mehrfachem Sinne. Zuerst einmal wirken die Raytracing-Spiegelungen im aktuellen Watch Dogs Legion um Längen besser und sauberer, als jene, die wir bereits auf der Gamescom 2019 während unseres Anspielens von Watch Dogs Legion bei Nvidia begutachten konnte. Auf der anderen Seite sind gerade neue und potente Raytracing-Beschleuniger erschienen - und die Leistung einer 3080 oder gar 3090 werden Sie brauchen, wenn Sie Watch Dogs mit Raytracing und gemäßigt hohen Auflösungen (oder mit DLSS) genießen wollen.
Watch Dogs Legion im Techniktest: Inhalt & Technik
Watch Dogs Legion nutzt die Disrupt-Engine, allerdings gibt es offenkundig einige Überschneidungen mit anderen Grafikmotoren aus dem Hause Ubisoft, so liegen im Spielverzeichnis augenkundig DLL-Dateien der Dunia-Engine, die wohl dem kommenden Far Cry 6 entstammen. Eine gewisse Ressourcenteilung ist bei größeren Entwicklern bzw. mehreren beteiligten Studios indes keine wirkliche Besonderheit, doch es ist ein interessantes Detail, das zudem darauf schließen lässt, dass neben Watch Dogs Legion auch Far Cry 6 Support für die DirectX-12-Schnittstelle erhalten wird.
Die Disrupt-Engine kam bislang einzig in den drei Watch-Dogs-Teilen zum Einsatz und hat einen gewissen eigenständigen Look. Die Präsentation ist selbst ohne Nachregeln der Bildschärfe per Optionsmenü eher auf der knackigen Seite. Allerdings wirkt das Bild dadurch auch vergleichsweise unruhig, gegenüber sehr effektiven temporalen Kantenglättungen in diversen anderen Titeln ist das TAA von Watch Dogs Legion etwas flimmeranfälliger, insbesondere bei feinen Details mit harten Kontrasten.
Wie schon in den ersten beiden Watch-Dogs-Teilen wirkt die Optik in gewisser Weise "dreckig"; einige Farbverläufe beispielsweise bei Schattierungen wirken eher grob und unsauber, beinahe als ob eine zu geringe Bittiefe zum Einsatz käme. Dies ist eventuell eine bewusste Design-Entscheidung beziehungsweise Teil des Post-Processings respektive Tone-Mappings, um Watch Dogs gegenüber anderen Ubisoft-Open-World-Abenteuer Look einen eigenen zu verleihen und die "Untergrundkämpfer"-Atmosphäre zu transportieren. So oder so passt die Präsentation sehr gut in das dystopische London, welches wie in der Realität zudem häufig von Schmuddelwetter geplagt wird.
Die generelle grafische Darbietung ist sehr hübsch, insbesondere die schicke Beleuchtung macht dank der recht auffälligen Globalen Beleuchtung und den vielen Lichtquellen ordentlich was her. Die meisten Texturen machen - zumindest mit dem optionalen HD-Texturen-Paket einen guten Eindruck, hier und dort verunzieren niedrig aufgelöste Pixeltapeten oder sichtbare Kompressions-Artefakte insbesondere bei transparenten oder spiegelnden Oberflächen allerdings das Bild. Pikant: Watch Dogs Legion füllt mit höchsten Details und HD-Texturen bereits in Full HD und ohne Raytracing 8 GiByte Grafikspeicher, es kommt bereits in solch niedrigen Auflösungen zu Aussetzern, Hängern und hier und dort verspätet nachladenden Texturen. Letzteres wird indes erst in höheren Auflösungen auffällig, in denen die Leistung der meisten 8-GiByte-GPUs längst nicht mehr ausreicht, um flüssige Bildraten zu erzielen. Watch Dogs Legion zählt aktuell definitiv zu den Hardware-forderndsten Spielen überhaupt - selbst ohne Raytracing.
Das Raytracing ist sicherlich das optische Aushängeschild von Watch Dogs Legion. Die Präsentation der Raytracing-Spiegelungen ist sehr hübsch und detailliert, wobei der Detailgrad von der gewählten Raytracing-Stufe abhängt, obendrein kommt ein LoD-System zum Einsatz und nicht alle Objekte werden von dem Raytracing erfasst. Welche dies sind, hängt offenbar mit der betreffenden Oberfläche zusammen, denn wir beobachten selbst mit Ultra-Raytracing je nachdem, ob sich eine Spiegelung in einer Pfütze, eines Schaufensters oder der weiten Themse befindet, unterschiedliche Effekte. Auf der weiten Oberfläche der Themse werden beispielsweise einige dynamische Objekte, darunter etwa die Schiffe, in der Spiegelung per Screen-Space-Reflection dargestellt. Dies gilt auch dann, wenn wir uns nahe an ein Boot heranbewegen, während in großen Pfützen ein Teil der Raytracing-Reflektion ab mittlerer Distanz per SSR dargestellt, beim Näherkommen indes durch Raytracing-Spiegelungen ersetzt werden.
In Schaufenstern verschwinden die Raytracing-Reflexionen ab einer gewissen Entfernung einfach, beobachten wir beispielsweise eine Kreuzung in der Spiegelung, so verschwinden die Autos in dieser, wenn sie sich von unserem Standpunkt entfernen. Dies gilt auch für Gebäude und andere statische Objekte im Hintergrund, die stattdessen durch eine grob aufgelöste Cube-Map ersetzt werden. Bei genauer Beobachtung der Spielgelungen können diese Umstände etwas irritierend wirken, allerdings werden Sie beim Spielen wohl eher selten auf solche Details achten beziehungsweise: Sie werden wohl nicht minutenlang in Schaufenster oder Pfützen starren, sondern diese beim vorbeilaufen oder -fahren nur kurz im Blickfeld haben - in diesen Situationen, bei denen Sie nicht allzu genau hinsehen, wirkt das Raytracing sehr überzeugend und die Umsetzung wirkt durchaus, als hätten die Entwickler einen hohen Fokus auf die Technik gelegt - dies wird auch im integrierten Benchmark offenkundig, der auch als Raytracing-Techdemo durchgehen würde.

Dass RT aber überhaupt mit einem Konsolen SoC machbar ist, finde ich jedenfalls dennoch beachtlich.
Insgesamt bin ich bisher absolut zufrieden damit, was die SX mir z.B. in AC Valhalla oder Watch Dogs Legion auf den Screen bringt.
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Was Xzellenz oben über die Settings gesagt hat, hat sich nun also bestätigt.
Das soll sich aber auch jeder Konsolenspieler klarmachen: Er bezahlt seine Konsole in Raten mit jedem Spiel weiter.
Und auch Lästern gegen den PC und seinen Preisen ist mehr als überflüssig.
Wann wird der PC endlich mal 60fps schaffen?
Na wie schmeckt der PC Masterrace mal die eigene Medizin?
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Was Xzellenz oben über die Settings gesagt hat, hat sich nun also bestätigt.