Warhammer Vermintide 2 - Schicke Koop-Keilerei im Technik-Test samt DX12-Benchmarks

Warhammer Vermintide 2 lässt sich am einfachsten mit der Koop-Ballerei Left 4 Dead vergleichen, wobei der Fokus stark auf den blutigen Nahkampf-Gefechten liegt. Optisch ist die düstere Fantasy-Keilerei sehr gefällig und muss sich kaum hinter größeren Produktionen verstecken. Mit Prozessor-beschleunigendem DX12-Pfad hat Vermintide 2 tatsächlich so manchem Spiel technisch etwas voraus.

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Warhammer Vermintide 2 - Schicke Koop-Keilerei im Technik-Test samt DX12-Benchmarks
Quelle: PC Games Hardware

Der Coop-Prügler Warhammer End Times Vermintide erfreute sich durchaus einiger Beliebtheit, auch wenn sich für den im Oktober 2015 erschienenen Titel nie eine große Spielerschaft zusammenfand oder das Spiel gar Massen wie ein PUBG mobilisieren konnte. Doch fand das Fantasy-Left-4-Dead im düsteren Warhammer-Universum eine Reihe Fans, die dem Spiel bis zum heutigen Zeitpunkt die Treue hielten. Der Nachfolger, nun ohne den Namenszusatz des End-Time-Szenarios, konnte dagegen bereits kurz nach dem Launch eine Vielzahl Käufer gewinnen, aktuell liegt Vermintide 2 auf Platz 6 der Steam-Charts, zur Zeit frönen gute 50.000 Spieler gleichzeitig dem blutigen Fantasy-Spaß.

Vermintide 2 basiert wie der Vorgänger auf der Bitsquid-Engine, die allerdings zwischenzeitlich von dem 3ds-Max- und Maya-Entwickler Autodesk aufgekauft und umgetauft wurde. Der nun Autodesk Stingray getaufte Grafikmotor sollte zusammen mit den genannten 3D-Editoren sowie der Integration der Stingray-Engine in Maya LT und 3ds Max Interactive die Spiele-Entwicklung begünstigen. Seit dem 7. Januar wurde der Verkauf der Engine allerdings eingestellt, auch der Support wird zurückgefahren. Die Begründung seitens Autodesk ist die starke Konkurrenz in Form der Unity- und Unreal Engine. Falls Sie Vermintide 2 also zu spielen gedenken, schenken Sie der optischen Präsentation ein wenig zusätzliche Beachtung - es könnte sein, dass diese Engine hier das letzte Mal in einem Spiel zum Einsatz kommt.

Bildergalerie

Warhammer Vermintide 2 - Moderne Technik, schicke Optik, viele Optionen

Es ist schon in gewisser Weise schade, dass die eingesetzte Stingray-Engine in Vermintide 2 wohl einen der letzten Auftritte hat, denn optisch präsentiert sich der Grafikmotor von attraktiver Seite und kann dabei mit einer stabilen, gleichmäßigen Performance selbst bei hohen Lastszenarien gefallen. Beim Starten des Spiels begrüßt Sie zuerst ein Launcher, in diesem können Sie die gewünschte API in Form von Direct X 11 oder 12 auswählen, dazu die Auflösung und Detailstufe konfigurieren. Außerdem können Sie Vermintide 2 eine Anzahl CPU-Threads zur Verfügung stellen, im Falle des für den Test genutzten Intel-Achtkerners lassen wir die Einstellung auf den empfohlenen 13 - das Spiel ist offensichtlich auf Mehrkernarchitekturen ausgelegt. Im Spiel selbst können Sie im umfangreichen Grafikmenü dann noch zusätzliche Details konfigurieren oder eine der festgelegten Voreinstellungen wählen. Wir wählten die Detailstufe "Extrem", welche indes noch nicht maximale Details darstellt. Insbesondere die Option der maximalen Lichter, die in Echtzeit Schatten werfen, ist ein potenzieller Leistungskiller und steht bei "Extreme"-Details auf Stufe 6 von 10.
Vor dem Start des Spiels können CPU-Hilfs-Threads zugewiesen (bei unserem Intel Core i7-6900K werden 13 Worker Threads empfohlen), die API gewählt (Direct X 11 und Direct X 12) sowie das Grafik-Preset festgelegt werden. Weitere Einstellungen lassen sich Ingame vornehmen. Quelle: PC Games Hardware Vor dem Start des Spiels können CPU-Hilfs-Threads zugewiesen (bei unserem Intel Core i7-6900K werden 13 Worker Threads empfohlen), die API gewählt (Direct X 11 und Direct X 12) sowie das Grafik-Preset festgelegt werden. Weitere Einstellungen lassen sich Ingame vornehmen. Loot-Box-Alarm? In Warhammer Vermintide 2 sind die kontroversen Kisten mit dem Gameplay verknüpft. Belohnungen, neue Waffen und Gegenstände erhalten Sie in dieser Form. Allerdings lassen sich die Kisten nicht mittels Mikrotransaktionen käuflich erwerben, man kann also weder Geld verspielen, noch durch Investition eine Bevorzugung erzielen – zumindest nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Quelle: PC Games Hardware Loot-Box-Alarm? In Warhammer Vermintide 2 sind die kontroversen Kisten mit dem Gameplay verknüpft. Belohnungen, neue Waffen und Gegenstände erhalten Sie in dieser Form. Allerdings lassen sich die Kisten nicht mittels Mikrotransaktionen käuflich erwerben, man kann also weder Geld verspielen, noch durch Investition eine Bevorzugung erzielen – zumindest nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Einmal im Spiel, werden Sie mit einem kurzen Tutorial empfangen, welches Ihnen Spiel und Figuren vorstellt und mit Steuerung und Mechanik vertraut macht. Diese Einleitung ist als Mini-Mission gestaltet, die anderen Figuren werden von der KI gesteuert. Nach dem Tutorial finden Sie sich in einem Hub-Gebiet wieder, hier können Sie Spielen beitreten, Ihre Waffen und Gegenstände verwalten und aufrüsten oder zerlegen, sowie Ihre Belohnungen in Form von Loot-Boxen einlösen - bei wem nun die Alarmglocken läuten: In Vermintide 2 lassen sich die Loot-Boxen, die neben kosmetischen Gegenständen außerdem Waffen und Gegenstände enthalten, die Auswirkungen auf das Gameplay haben, während dem Spielen gewinnen, nicht aber via Mikrotransaktion käuflich erwerben.

Die leicht comichaft-stilisierte Fantasy-Optik gefällt. In Vermintide 2 kommt offenkundig ein physikbasierter Renderer zum Einsatz, Licht und Schatten interagieren zu weiten Teilen glaubwürdig mit den Materialien, die allermeisten Texturen sind hoch aufgelöst und außerdem mit Parallax-Maps ausgestattet. Dadurch wirken die Texturen sehr plastisch, sehr penible Tapeten-Fans könnten allerdings die sichtbaren Kompressionsartefakte der Normal-Maps bekritteln - auf der Habenseite belegt Vermintide trotz größtenteils schicker Texturen nur verhältnismäßig wenig Speicher. In Full HD bleibt die Belegung unterhalb 4 GiByte, in WQHD werden diese weitestgehend beansprucht, doch erst in Ultra HD werden mehr als 4 GiByte Grafikspeicher gefüllt.

Die eigentliche Levelarchitektur ist ebenfalls schick anzusehen. Die Abwechslung ist trotz wiederholt eingesetzter Assets sowohl innerhalb der Level als auch untereinander recht hoch und so fühlt sich das Vorankämpfen mit den vier Fantasy-Recken auch tatsächlich an, als schreite man voran. Anfänglich dichte Wälder weichen düsteren Ruinen, Sie erkunden verschneite Gebirgspässe, tiefe Höhlen, verwinkelte Gassen, zerstörte Dörfer und finstere Sümpfe. Die Landschaft und Figuren wirken ein wenig polygonarm, doch sind die Fantasy-Level handwerklich ansehnlich gebaut und fangen die Vorlage gut ein. Unterstützt wird die Optik durch die schicke Beleuchtung und eine Vielzahl häufig dick aufgetragener Post-Processing-Effekte. Die Globale Beleuchtung und die Umgebungsverdeckung tragen besonders kräftig auf und betonen die kontraststarke, trotz häufiger Grau-Brauntöne auch von knalligen Farben durchzogene Optik. Volumetrischer Nebel samt Godrays wurde häufig großzügig platziert, ein starker Bloom und eine auffällig dramatische, virtuelle Adaption der Augen betonen Helligkeitsunterschiede. Um die Kantenglättung kümmert sich auf Wunsch ein temporaler Algorithmus, der zudem mit einem optionalen Schärfefilter versehen werden kann. Zusätzliche "Cineasten-Filter" wie die Chroma-Abweichung können ebenfalls deaktiviert werden, der Blickwinkel lässt sich ebenfalls anpassen. Warhammer Vermintide 2 unterstützt des Weiteren 21:9-Auflösungen, auf Benchmarks in diesem Bildformat haben wir zugunsten von Direct X 12 verzichtet.

Die Grafikoptionen im Überblick
Warhammer Vermintide 2 - Grafikoptionen (1)
Warhammer Vermintide 2 - Grafikoptionen (1) Warhammer Vermintide 2 - Grafikoptionen (2)

Warhammer Vermintide 2 - Gute und saubere Performance, funktionales Direct X 12

Die atmosphärischen Fantasy-Gebiete werden von einer Vielzahl Gegnern bevölkert, die zu jedem Spielstart zufällig positioniert werden; dazu rotten sich Chaos-Soldaten und Rattenmänner hin und wieder zu riesigen Horde zusammen und greifen die Helden in Schwärmen an. Während diese die Gegnerflut effektvoll in Einzelteile zerlegen. Dazu eventuell noch großflächige Zauber oder Fähigkeiten von sowohl Gegnern als auch Helden genutzt werden, benötigt Vermintide 2 selbstredend sehr viele Ressourcen, besonders die CPU wird kräftig gefordert. Doch im Großen und Ganzen bleibt die Performance erfreulich stabil, einzig wenn viele der Feuereffekte samt Physikmodell zu sehen waren, etwa nach dem Sprengen eines der häufiger herumstehender Pulverfässer und gleichzeitig eine Vielzahl Gegner bekämpft werden wollen, kann es nach unserer Erfahrung zu etwas größeren und merklichen Leistungseinbrüchen kommen. Selbst eine Vielzahl Widersacher allein brachte unsere CPU nicht zum Schwitzen, wobei aber auch anzumerken ist, dass wir unter Direct X 11 eine generell recht niedrige Framerate erzielen. Die schnellen Grafikkarten werden in Full HD von der CPU ausgebremst und auf rund 90-100 Frames gedrückt. Unter Direct X 12, man mag es nach einer Vielzahl eher enttäuschender Anläufe in anderen Spielen kaum glauben, können wir recht beträchtliche Performance-Gewinne verzeichnen, solange die CPU der Flaschenhals ist. Eine gute Sache, denn Vermintide 2 ist ein CPU-lastiges Spiel, auch wenn es natürlich ein wenig enttäuschend ist, dass unter Direct X 12 die Frameraten ein wenig niedriger ausfallen, sollte die GPU die Leistung bestimmen.

Warhammer Vermintide 2 - Fazit

Wenn Sie gerne zusammen mit anderen spielen und mit Freunden haarige Fantasy-Schlachten bestreiten wollen, Vermintide 2 ist sicherlich einen Blick wert und bietet für den Preis viele Stunden Spaß - allein dürfte die KI in Kombination mit dem doch recht hohen Schwierigkeitsgrad eher für Frust sorgen.

Die technische Präsentation ist mehr als ordentlich, die Optik ist zu weiten Teilen sehr schick, auch wenn natürlich nicht ganz das grafische Niveau einer Triple-A-Produktion erreicht wird. Die Performance ist sauber und stabil, zumindest mit einer potenten CPU sind außerdem störende Einbrüche bei der Bildrate kaum zu befürchten - trotz riesiger Gegnerhorden und hoher Last. Dazu wird unter Direct X 12 der Prozessor - und damit auch die restliche Hardware - messbar effizienter genutzt, das Leistungsbild ist unter dieser API tatsächlich besser, solange die CPU limitierender Faktor ist. Das haben bislang nicht mal Studios wie DICE verlässlich zustande gebracht!

Beschränkt die GPU die Leistung, bringt Direct X 12 aktuell aber eher keine zusätzliche Leistung, sondern bremst die Grafikkarten-Performance etwas ein. Vielleicht können zukünftige Patches auch den Grafikkarten auf die Sprünge helfen, die bessere CPU-Performance ist jedenfalls schon mal erfreulich.

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    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Nightslaver
        Leicht war schon Teil 1 nicht. In denn höchsten Schwierigkeitsgraden musste man schon genau wissen wo man sich an bestimmten Stellen hinstellen muss und wann man knappe Items wie Bomben einsetzt. Noch knifliger wurde das Ganze dann wenn man auch noch die versteckten Bücher, die ja nochmal zusätzliches Handycap geben, alle einsammeln wollte.

        Ich hoffe doch daher sehr das dies in Teil 2 nicht anders sein wird, bzw. das es da mindestens das gleiche Level, bzgl. des SG, hält.
        Teil 1 war breit gefächert und nach oben hin bockschwer. Wenn man weis was man macht war es aber selbst mit Bots bis hinauf auf Albtraum machbar. Bin gespannt wie sich das mit Teil 2 entwickelt.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Nightslaver
        Leicht war schon Teil 1 nicht. In denn höchsten Schwierigkeitsgraden musste man schon genau wissen wo man sich an bestimmten Stellen hinstellen muss und wann man knappe Items wie Bomben einsetzt. Noch knifliger wurde das Ganze dann wenn man auch noch die versteckten Bücher, die ja nochmal zusätzliches Handycap geben, alle einsammeln wollte.

        Ich hoffe doch daher sehr das dies in Teil 2 nicht anders sein wird, bzw. das es da mindestens das gleiche Level, bzgl. des SG, hält.
        Teil 1 war breit gefächert und nach oben hin bockschwer. Wenn man weis was man macht war es aber selbst mit Bots bis hinauf auf Albtraum machbar. Bin gespannt wie sich das mit Teil 2 entwickelt.
      • Von Nightslaver Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Phil
        Es geht im Grunde ganz gut oder vielleicht sind die menschlichen Mitspieler noch nicht deutlich geschickter als die KI, denn bislang gab's in fast allen Fällen ein komplettes Ausrotten der Gruppe - wirklich leicht ist das Spiel jedenfalls schon mal nicht
        Leicht war schon Teil 1 nicht. In denn höchsten Schwierigkeitsgraden musste man schon genau wissen wo man sich an bestimmten Stellen hinstellen muss und wann man knappe Items wie Bomben einsetzt. Noch knifliger wurde das Ganze dann wenn man auch noch die versteckten Bücher, die ja nochmal zusätzliches Handycap geben, alle einsammeln wollte.

        Ich hoffe doch daher sehr das dies in Teil 2 nicht anders sein wird, bzw. das es da mindestens das gleiche Level, bzgl. des SG, hält.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Nazzy
        läuft bei mir besser als Teil 1 und sieht schöner aus. Aber meine Graka wird ungewöhnlich warm bei dem Game...
        Seitdem letzten Patch habe ich auch crashes, Kollege ebenfalls.
        Mir fehlt im ersten Durchlauf (vielleicht ~15h) nur noch die abschliesende Mission und ich hatte nicht einen Absturz. Auf drei verschiedenen Systemen gespielt.

        Vielleicht hat Vermintide 2 ein paar Gene vom Vorgänger mitbekommen: Der hat mir zumindest phasenweise jede auch nur minimalst instabil übertaktete Komponente aussortiert.
      • Von Nazzy Volt-Modder(in)
        läuft bei mir besser als Teil 1 und sieht schöner aus. Aber meine Graka wird ungewöhnlich warm bei dem Game...
        Seitdem letzten Patch habe ich auch crashes, Kollege ebenfalls.
      • Von Sirthegoat Volt-Modder(in)
        Kernskallierung unter DX11 vs. DX12 wäre noch ganz nett gewesen, technisch sieht das Spiel ja sehr ordentlich aus.
      Direkt zum Diskussionsende
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