Gehirnschnittstellen statt VR: Valves Gabe Newell glaubt, dass Spiele eines Tages Emotionen auslesen

16
News Benjamin Gründken Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gehirnschnittstellen statt VR: Valves Gabe Newell glaubt, dass Spiele eines Tages Emotionen auslesen (1)
Quelle: via Youtube

Geht es nach Gabe Newell, können Spiele eines Tages per Gehirn-Interface auf die Gefühle eines Menschen zugreifen und sich an die Stimmung ihres Nutzers anpassen. Vorstellbar sei auch eine Schlaf-App.

Die Virtual Reality hat sich, obwohl mittlerweile zahlreiche VR-Headsets und durchaus auch interessante Spiele veröffentlicht wurden, noch nicht als Gamechanger herausgestellt. Trotzdem forscht Valve offenbar schon an einem Nachfolger. Potenzial sieht das Unternehmen hinter Steam nach Angaben seines Chefs Gabe Newell bei Brain-Computer-Interfaces, kurz BCI.

Gedankenlesen oder gar -kontrolle sei darunter nicht zu verstehen. Vielmehr geht es darum, die Emotionen eines Spielers zu analysieren und ihm die für seine Stimmung passenden Inhalte zu liefern. Gegenüber "1 News" gab Newell bereits an, wie er sich eine BCI-Zukunft vorstellt. Flach, farblos und unscharf werde die reale Welt im Vergleich zu der Erfahrung aussehen, die man direkt im Kopf des Spielers erzeugen kann.

Brain-Computer-Interfaces sollen auf Emotionen reagieren

Zunächst sollten die von Gabe Newell beschriebenen Headsets nur auf die Stimmung des Spielers regieren und zum Beispiel den Schwierigkeitsgrad verringern, wenn er frustriert ist. In fernerer Zukunft könnten derartige Schnittstellen auch Einfluss auf die Emotionen nehmen. Als Erstes werde es wohl gelingen, den Schlaf zu verbessern. Newell könne sich eine App vorstellen, die jemand mit folgendem Argument ausführt: "Oh, ich brauche so viel Schlaf, ich brauche so viel REM." Schlafstörungen sind in unserer hoch technisierten Welt tatsächlich weit verbreitet, unter anderem wegen der vielen künstlichen (Blau-)Lichtquellen, denen sich viele bis spät in die Nacht aussetzen. Auch bis kurz vor dem Schlafengehen stattfindender Medienkonsum lässt Menschen nachts nicht zur Ruhe kommen.

Ohne Weiteres ließen sich solche Techniken jedoch nicht auf den Markt bringen. Alleine schon aus Gründen des Datenschutzes, aber auch, weil eine Beeinflussung des Gehirns sehr viel Vertrauen voraussetzt. Im Zweifel könnten Interfaces sogar körperliche und physische Schmerzen bereiten. Nicht jeder werde ein Brain-Computer-Interface schätzen und besitzen wollen, so Newell. Ob Features, Funktionalität und Preis überzeugen, müsse jeder für sich entscheiden.

Auch der Sicherheitsaspekt sei nicht von der Hand zu weisen. Brain-Computer-Interfaces müssten vor ihrem Einsatz besonders hartnäckig geprüft werden. "Niemand will sagen: 'Oh, erinnerst du dich an Bob? Weißt du noch, als Bob von einer russischen Malware gehackt wurde? Das war übel - rennt er immer noch nackt durch die Wälder?' oder was auch immer. Also ja, die Leute werden viel Vertrauen haben müssen, dass dies sichere Systeme sind, die keine langfristigen Gesundheitsrisiken bergen."

Ebenfalls interessant: Wo steht eigentlich VR? Ein Interview mit HTC

Trotz aller Bedenken sei es ein Fehler, nicht in derartige Schnittstellen zu investieren. Valve will zwar nicht im Detail verraten, in welchem Kontext man genau an Brain-Computer-Interfaces arbeitet. Allerdings haben die Amerikaner bereits Geld in die Open-Source-Lösung OpenBCI investiert. Dort arbeitet man an einer Schnittstelle, um Hirnsignale mit aktuellen VR-Headsets zu verbinden.

Quelle: 1 News

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
16
    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Nun, ...
        wenn es dich stört, dass Größe hier als Kürzel für eine Reihe von Attributen benutzt wird, die sich als besser subsumieren lassen, dann bitte ich um automatische Substitution beim Lesen. Es hätte sich jedoch bislang noch selten die Spezies Mensch durchgesetzt die ein Hirn mit weniger Funktionsumfang besessen hätte. Auch wenn es nicht leicht erscheinen mag eine Subspezies Mensch hinter sich zu lassen die Dank zahlreicher Atombomben, gepaart mit gutem Wissen im Bereich der Gametheory und einer gehörigen Dosis Aggression ausgestattet ist, so wird genau das passieren.
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Nun, ...
        wenn es dich stört, dass Größe hier als Kürzel für eine Reihe von Attributen benutzt wird, die sich als besser subsumieren lassen, dann bitte ich um automatische Substitution beim Lesen. Es hätte sich jedoch bislang noch selten die Spezies Mensch durchgesetzt die ein Hirn mit weniger Funktionsumfang besessen hätte. Auch wenn es nicht leicht erscheinen mag eine Subspezies Mensch hinter sich zu lassen die Dank zahlreicher Atombomben, gepaart mit gutem Wissen im Bereich der Gametheory und einer gehörigen Dosis Aggression ausgestattet ist, so wird genau das passieren.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von 4thVariety
        Im Laufe der Evolution hat sich immer der Typus Mensch mit dem größeren Gehirn durchgesetzt. Neue Hirnregion = neue Evolutionsstufe = die vorherige stirbt aus.
        Nun, das stimmt nicht, die Neandertaler hatten größere Gehirne, als wir. Wobei die Größe nicht soviel aussagt. Frauen haben z.B. ein wesentlich kleineres Gehirn, was aber nicht bedeutet, dass Frauen schwachsinnig sind (auch wenn einige anderes behaupten mögen). Es kommt auch auf die Effizienz an. Das sieht man gut bei anderen Tierarten, gegenüber dem Elefanten stinken die Menschen mit ihren winzigen Hirnen, von gerademal einem Viertel der Größe, geradezu ab. Dennoch sind wir zum Mond geflogen, haben Atombomben gezündet und verstehen das allerkleinste, bis hin zur gigantischen Leere des Universums, sie hingegen nicht.

        Dazu kommt, dass Intelligenz von der Natur nicht unbedingt evolutionär bevorzugt wird. Ein Leopard mag, im Vergleich zu einem normal gebildeten Menschen geistig ein recht simples Geschöpf sein, dennoch standen 99,9% der Zeit, die die Menschen schon auf dem Planeten hausen, die Chancen klar auf Seiten des Leoparden, wenn es zu einem eins gegen eins kam.(und heute sollte man besser und gute Schusswaffe dabei haben und schnell schießen können, damit man überhaupt eine Chance hat) Der weiße Hai dreht schon seit gut 400 Mio Jahren seine Runden in den Ozeanen, wir wären beinahe vor 75.000 Jahren von einem popligem Vulkan ausgelöscht worden.

        Das Hirn ist eine sehr komplexe Sache und immer noch verhältnismäßig wenig verstanden. (unglücklicherweise haben wir einen der weltweiten Hirnforscher aus Deutschland vergrault, dann geht der Nobelpreis eben nach China)
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        #Smobies

        Seitdem die direkte biologische Selektion nachgelassen hat, ist die Entwicklung weitestgehend beendet. Unser Hirnvolumen unterscheidet sich nicht von dem unserer Vorfahren vor ein paar Jahr(zehn)tausenden. Und wenn man nicht aktiv gejagd wird oder jemanden den eigenen Lebensraum systematisch zerstört, stirbt man auch nicht innerhalb einer Menschen-Lebensspanne aus.
        Das war auch mehr so auf Homo Erectus -> Habilis -> Sapiens bezogen mit der Hirnkapazität.

        Die Kapazität des einzelnen Menschen zur Informationsverarbeitung braucht sich auch nicht mehr im Hirn zu steigern, schließlich sind wir jetzt Werkgzeug-Macher und Anwender. Man hackt schließlich auch kein Holz indem man mit der bloßen Hand einen Baum Karate-Chopt. Man hat eine Axt, dann eine Stahl Axt, dann eine Kettensäge und seit neuesten eine vollautomatisierte Erntemaschine die den Baum abknipst wie einen Zahnstocher und in die Hackschnitzelanlage füttert.

        Mit dem Hirm-Maschine Interfaces steht auch unser Denken vor dem gleichen Sprung. Ganz ohne interne Verbesserung, das wird stattdessen alles von außen aufgestülpt. Wer so eine Hardware hat, der wird ganz weit jenseits von allen anderen Menschen sein, die ohne so ein Interface rumrennen. Instant Zwei-Klassengesellschaft. Genau wie ein spontaner evolutionärer Sprung.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von 4thVariety
        Im Laufe der Evolution hat sich immer der Typus Mensch mit dem größeren Gehirn durchgesetzt.
        #Smobies

        Seitdem die direkte biologische Selektion nachgelassen hat, ist die Entwicklung weitestgehend beendet. Unser Hirnvolumen unterscheidet sich nicht von dem unserer Vorfahren vor ein paar Jahr(zehn)tausenden. Und wenn man nicht aktiv gejagd wird oder jemanden den eigenen Lebensraum systematisch zerstört, stirbt man auch nicht innerhalb einer Menschen-Lebensspanne aus.
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Bei Hirn-Maschinen-Schnittstellen sehe ich diese Gefar für Dritte nicht.
        Im Laufe der Evolution hat sich immer der Typus Mensch mit dem größeren Gehirn durchgesetzt. Neue Hirnregion = neue Evolutionsstufe = die vorherige stirbt aus. Eine Schnittstelle ins Hirn wird bedeuten, dass es Leute gibt die mit dem Hirn an eine neue, größere Region des Wissens angebunden sind. Der Rest ist wie gehabt danach überflüssig. Die schöne Schnittstelle in deinem Kopf ist die größte Gefahr die es für Dritte je gegeben hat.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk