Augmented Reality: Magic Leap One mit Lichtfeldtechnik soll 2018 erscheinen
Das Startup Magic Leap hat erstmals gezeigt, wie seine erste Augmented-Reality-Brille aussehen wird. Die Magic Leap One wird voraussichtlich kommendes Jahr als Developer-Kit zum Premium-Preis erscheinen. Sie nutzt Lichtfeldtechnik, um dem Gehirn die falschen Inhalte möglichst real vorzugaukeln.
Schon seit 2010 arbeitet Magic Leap an einer Augmented-Reality-Brille, zeigte seine Hardware bislang aber nie öffentlich. Entsprechend hat sich ein regelrechter Kult entwickelt. Im Hintergrund sind große Unternehmen an dem Projekt interessiert, sodass durch Investoren wie Alibaba, Google, Tencent und Qualcomm schon über 1,9 Milliarden US-Dollar zusammengekommen sind. Inzwischen hat das Startup eine neue Webseite eingerichtet, welche die AR-Brille, einen dazugehörigen Mini-PC und einen Controller zeigt. Rollingstone.com hat das Gerät im Hauptsitz ausprobiert und offenbart einige weitere Details.
Die erste Version hört auf den Namen Magic Leap One und soll sich als Creator Edition an Entwickler richten. Die Brille nutze keine Displays im klassischen Sinne, sondern "optische Prozessoren", die wie Linsen aussähen und die eingehenden Lichtfelder für die Augen manipulierten. Die falschen Inhalte sollen dadurch nahezu echt aussehen, sich aber trotzdem noch von der Realität unterscheiden lassen. Über sechs Kameras und vier Mikrofone in der AR-Brille wird die Umgebung aufgenommen, wobei Erstere zusammen mit Sensoren Positions- und Head-Tracking ermöglichten. Eye-Tracking werde grundsätzlich ebenfalls unterstützt, sodass die Brille wisse, wo der Träger gerade hinschaut. In der AR-Brille sitzt ein Computer-Vision-Prozessor mit Machine-Learning-Funktionalität, um die eingehenden Daten zu verrechnen. Lässt man Lebewesen im Raum laufen (oder schwimmen), sollen sie dadurch nicht mit Gegenständen kollidieren.
Während die AR-Brille auf den Namen Lightwear hört, gehört ein kleiner Mini-PC namens Lightpack dazu. Er lässt sich am Gürtel oder einer Hosentasche befestigen, wird über ein einzelnes Kabel mit der Lightwear verbunden und enthält eine CPU, GPU, RAM und einen Akku. Der PC füttert die AR-Brille mit Bildern, die sie über die Lichtfeldmanipulation darstellen soll. Der kabellose Controller hört auf den schlichten Namen "The Control", ermöglicht die Steuerung in alle sechs Richtungen und enthält ein Trackpad für den Daumen.
Laut rollingstone.com soll der aktuelle Prototyp bereits sehr gut funktionieren. Das Sichtfeld sei zwar etwas größer als bei Microsofts Hololens, aber immer noch recht klein. Magic Leap arbeite im Hintergrund schon an Verbesserungen für die zweite Generation, bei der das Sichtfeld größer ausfallen soll. Im kommenden Jahr möchte das Startup die One als Creator Edition veröffentlichen. Einen genaueren Termin oder Preis nennt es noch nicht, die AR-Brille werde sich jedoch im Premium-Umfeld bewegen, also tendenziell teuer ausfallen.
