E-Sports-Kaufberatung (Teil 3): Optimierte Grafik- und OS-Einstellungen für VALORANT

Kein Setup der Welt ersetzt Können. Doch wer mit hoher Latenz spielt, verliert. Im E-Sports entscheidet auch Technik, ob Talent wirklich zur Geltung kommt. Im dritten Teil unseres Guides gehen wir Einstellungen rund um VALORANT durch.

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Special Philipp Reuther Richard Engel
E-Sports-Kaufberatung (Teil 3): Optimierte Grafik- und OS-Einstellungen für VALORANT
Quelle: PCGH

Hardware-Wissen in Kooperation mit Riot Games

Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums von VALORANT unterstützt Riot Games diese E-Sports-Hardware-Kaufberatung mit einem Sponsoring. Abseits des Fokus auf den Free-to-Play-Titel (mit kurzer Erklärung) und der Versalien-Schreibweise bleibt die redaktionelle Umsetzung frei: Alle Inhalte, Tests und Empfehlungen basieren wie gewohnt auf eigenen Messungen und Analysen. Im Mittelpunkt stehen fundierte Einschätzungen und praxisnahe Tipps im E-Sports-Bereich - nicht nur gültig für VALORANT, sondern für kompetitive Spiele allgemein.

VALORANT als E-Sports-Beispiel

Als praxisnaher E-Sports-Titel hält hier der First-Person-Shooter VALORANT her, welcher aktuell auch sein fünfjähriges Bestehen feiert und mit dem Patch 11.0 auch die zwölfte Karte Corrode erhalten hat. Der kostenlos spielbare Taktik-Shooter von Riot Games verzichtet auf Pay-to-Win-Elemente (es gibt rein kosmetische Skins), setzt naturgemäß auf kurze Reaktionszeiten, präzises Zielen sowie strategisches Teamplay - und ist damit technisch wie strukturell ein ideales Beispiel für kompetitives Gameplay am PC (auch wenn VALORANT ebenfalls auf Konsolen wie der Xbox Series oder Playstation 5 vertreten ist). Gespielt wird in einem rundenbasierten 5-gegen-5-Modus mit festen Rollenverteilungen, klar definierten Kartenlayouts und ökonomischen Aspekten beim Kauf-System, was sich direkt auf Spieltempo und Entscheidungsfindung möglicher Strategien auswirkt.

5-jähriges Jubiläum von VALORANT

Bald mit Unreal Engine 5

Zu den künftigen Features gehören das von der Community langersehnte und für September geplante Replay-System für gespielte Matches sowie verstärkte Anti-Smurf-Schutzmaßnahmen (um zu starke Spieler von niedrigeren Rängen fernzuhalten). Spannend wird's auch beim Technik-Unterbau: VALORANT setzt aktuell noch auf die ältere Unreal Engine 4 - ein geplanter Umstieg auf die Unreal Engine 5 erfolgt voraussichtlich mit Patch 11.02 im Juli 2025. Laut Entwickler werden dabei vor allem Ladezeiten verkürzt und Patches effizienter umgesetzt - bei unverändertem Gameplay.

Windows ist Pflicht

Beim Betriebssystem ist zumindest bei VALORANT für Windows-11-Nutzer je nach Vorkonfiguration ein Besuch im UEFI Ihres Mainboards nötig, denn der First-Person-Shooter nutzt beim Einsatz von Windows 11 dessen TPM 2.0 zwecks Anti-Cheat-Maßnahme und verweigert ohne zugeschaltetem UEFI-Secure-Boot (dort meist zu finden unter den Reiter "Security") den Start. Windows-10-Nutzer sind davon nicht betroffen, müssen aber unter Umständen Optionen wie VBS (virtualisierungsbasierte Sicherheit) umstellen. Entsprechende Guides finden sich beim Entwickler und in der Community. Erfahrungsgemäß sollten die Installation und der erste Start von VALORANT jedoch ohne Probleme verlaufen. Wichtig zu wissen: Der in VALORANT eingebaute Anti-Cheat-Schutz "Vanguard" operiert auf tieferer Kernel-Ebene (mit umfangreicherem Zugriff auf Prozesse, Treiber etc.). Linux als OS-Alternative wird unter anderem deshalb bislang nicht unterstützt.

Künstliche Mausbeschleunigung ist ein Nachteil

Standardmäßig aktiviert, aber für Gamer weniger empfehlenswert: Die Zeigerbeschleunigung finden Sie in den Windows-Einstellungen unter 'Bluetooth und Geräte', dann 'Maus' und 'Zusätzliche Mauseinstellungen' weiter unten. Im Reiter 'Zeigeroptionen' kann die Geschwindigkeit des Cursors auf dem Desktop und vor allem die künstliche Beschleunigung ausgeschaltet werden. Quelle: PCGH Standardmäßig aktiviert, aber für Gamer weniger empfehlenswert: Die Zeigerbeschleunigung finden Sie in den Windows-Einstellungen unter "Bluetooth und Geräte", dann "Maus" und "Zusätzliche Mauseinstellungen" weiter unten. Im Reiter "Zeigeroptionen" kann die Geschwindigkeit des Cursors auf dem Desktop und vor allem die künstliche Beschleunigung ausgeschaltet werden. Mauseingaben ohne verzerrende, künstliche Hilfen sind für alle E-Sports-Genres mit Mausfokus praktisch Pflicht. In den erweiterten Mauseinstellungen von Windows sollten Sie die Zeigerbeschleunigung unabhängig Ihrer Maus und Dpi unter dem Reiter "Zeigeroptionen" deaktivieren, ansonsten werden Flicks und andere schnelle Mausaktionen ungleichmäßiger und dadurch schwieriger. Bewegt man die Maus mit "verbesserter Zeigerbeschleunigung" schnell, bewegt sich der Cursor weiter; bewegt man sie langsam, ist die Bewegung feiner/langsamer. Grundlegend sind immer Raw-Input-Eingaben (Raw Input Buffer) in den Spieleinstellungen zu bevorzugen, sofern als Option vorhanden (meist bei den Mauseinstellungen).

Kleiner Hardware-Hunger

Alle E-Sports-Spiele im üblichen Fps- und MOBA-Segment profitieren von hohen Bildraten, die natürlich auch mit der Leistung der genutzten Hardware zusammenhängen. Allerdings setzt VALORANT - wie viele E-Sports-Titel - von Haus aus sowohl auf hohe Performance als auch auf eine große Spielerschaft. Die Hardware-Anforderungen sind dementsprechend eher niedrig. Sie benötigen keinen High-End-Rechner, um gute Bildraten zu erzielen. Selbst Spartipps wie ein Ryzen 5 5600 (für um die 90 Euro) genügen als CPU (je nach Map und restlicher Konfiguration) für über 400 Fps. Diese Frameraten können selbst ältere, leistungsschwache Grafikkarten wie die Geforce RTX 3050 locker halten. Fps-Sorgen sollten Sie sich höchstens bei äußerst alter Hardware oder Mobile-Geräten machen, die für den professionellen Bereich ohnehin nur eingeschränkt empfehlenswert wären. Egal, ob mit "Legacy"-Hardware oder nicht, 60 Fps sind nahezu Pflicht - die Nachteile gegenüber Spielern mit höheren Bildraten werden Ihnen ansonsten den Spaß verderben.

Neben der GPU - die Sie etwa durch Auflösungsverzicht entlasten können - ist insbesondere die CPU ein wichtiger Faktor. Diese können Sie nicht (!) durch ein Reduzieren der Auflösung und nur sehr begrenzt durch Detailverzicht entlasten. Die in den offiziellen Systemanforderungen gelisteten Intel Core i3-4150 und Ryzen 3 1200 sind nicht ausreichend potent für sehr hohe, stabile und deutlich dreistellige Bildraten sowie das Ausfahren von einem hochfrequenten Display. Für Monitore um die 500 bis 600 Hz sind flinke, aktuelle Mittelklasse-CPUs wie der Ryzen 5 7500F (AM5-Einsteiger-CPU mit sechs Kernen) oder Intel Core i5-14600(KF, als Sockel-1700-Preis-Leistungs-Tipp) deutlich besser geeignet; bei der Grafikkarte genügt ein potentes Mittelklasse-Modell wie etwa eine Geforce RTX 4060/5060 oder Radeon RX 7600 für VALORANT. Der sonst von uns als Flaschenhals betitelte Grafikspeicher (etwa 8 GiB) spielt in E-Sports-Titeln wie VALORANT, in den zu erwartenden Auflösungen der jeweiligen Leistungsklassen, nur eine geringe Rolle. Auf der nächsten Seite gehen wir Grafikeinstellungen und Beispiel-PCs durch.

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