Apple & Samsung bieten (bald) Selbstreparatur von Smartphones an

3
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
iPhone 12 auseinander genommen.
Quelle: ifixit.com

Sowohl Apple, als auch Samsung bieten in den USA ihren Smartphone-Kunden die Möglichkeit, ihre smarten Endgeräte mit originalen Ersatzteilen selbst zu reparieren.

Um Smartphones & Co. nach IP-Zertifizierung wasser- oder staubdicht zu machen und zugleich mehr Geld für die Reparatur verlangen zu können, verfügen die meisten Smartphones seit Jahren über verklebte Bauteile, die sich nicht ohne Weiteres wechseln lassen. Nicht gerade wenige Nutzer haben dann, wenn ein oder mehrere Defekte mit dem smarten Telefon aufgetreten sind, lieber gleich ein neues Gerät gekauft. So oder so ein lohnendes Geschäft für Apple & Co. Der öffentliche Druck nimmt seit geraumer Zeit zu, dass auch eigene Reparaturen wieder möglich sein sollen. Apple und Samsung bieten daher bald Anleitungen, Werkzeuge und originale Ersatzteile an, damit jeder beispielsweise ein defektes iPhone 13 oder Samsung Galaxy S22 reparieren kann.

Was kostet die Selbstreparatur beim iPhone 13 Pro?

Bei Apple nennt sich das Programm Self Service Repair und ist aktuell nur in den USA verfügbar, soll aber noch in diesem Jahr auf Europa ausgeweitet werden. Im neuen Online-Shop offeriert der Hersteller über 200 Einzelteile und Werkzeuge, damit Kunden iPhone 12, iPhone 13 oder iPhone SE (3. Generation) selbst instand setzen können. Für knapp 270 US-Dollar gibt es beispielsweise ein neues Display inklusive Schrauben für das iPhone 13 Pro. Später in diesem Jahr soll das Programm auf Macs mit Apple M1-Chip erweitert werden. Kritik handelt sich Apple für das Self Service Repair von den Reparaturprofis iFixit ein, da Apple jedes Ersatzteil an die Seriennummer beziehungsweise IMEI des reparierten iPhones verknüpft. Somit lassen sich ausschließlich spezielle, originale Ersatzteile von Apple verbauen. Zum Öffnen der iPhones braucht man ein spezielles Tool Kit, welches man sich direkt bei Apple für sieben Tage zum Preis von 49 US-Dollar ausleihen kann. Ein Kauf des Tool Kits ist nicht möglich.

Neben Apple hat auch Samsung bereits ein Self-Repair-Programm angekündigt, das aber erst im Sommer starten wird. Genau, wie der iPhone-Hersteller gilt auch bei den Südkoreanern das Programm - vorerst - ausschließlich in den USA. Samsung kooperiert direkt mit iFixit, die die passenden Werkzeuge vertreiben. Aufgrund des extensiven Einsatzes von Klebstoffen, muss etwa der iOpener erstmal erwärmt werden, ehe man mit diesem Werkzeug das Galaxy-Smartphone vorsichtig öffnen kann. Zum Start können Nutzer der populärsten Samsung-Produkte passendes Werkzeug kaufen. Hierzu zählen alle Modelle der Baureihen Galaxy S20, Galaxy S21, S22 sowie das Tablet Galaxy Tab S7 Plus. Neben Ersatzteilen wird Samsung auch Schritt-für-Schritt-Reparaturanleitungen veröffentlichen. Beide Unternehmen wollen mit ihren Bemühungen wohl dem lange geforderten "Recht auf Reparatur" zuvorkommen und aufzeigen, dass man auch gewillt ist, Geräte leichter reparierbar zu gestalten. Seit 1. Januar 2022 gilt in Deutschland und der EU übrigens bereits die Update-Pflicht bei digitalen Endgeräten für die Hersteller, wobei Software-Aktualisierungen nur für den "üblichen Nutzungszeitraum" verpflichtend sind. Unklar ist also, wie lange tatsächlich Samsung & Co. Updates liefern müssen. Ebenfalls offen ist, wann die Ersatzteilpflicht auf EU-Ebene eingeführt wird. Die EU-Kommission möchte eine Update- und Ersatzteilpflicht für fünf Jahre ab dem Erscheinungsdatum des jeweiligen Geräts einführen. Bislang ist ein entsprechendes Gesetz aber noch nicht verabschiedet worden, doch es könnte bald so weit sein.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ebenfalls lesenswert: Verbraucherrechte: Pflicht für Updates bei Smartphone, Tablet und Co.

Auch lesenswert: Amazon haut Apple raus: Neues iPhone & iPad Air M1 aus 2022 jetzt schon günstiger

Sammlung zu den Programmen zur Reparatur von iPhones & Co.:

  • Apple hat in den USA das Programm Self Service Repair gestartet, damit Nutzer eines iPhone 12, iPhone 13 oder iPhone SE (3. Generation) selbst Bauteile wechseln können.
  • Zum Öffnen der iPhones braucht man ein spezielles Tool Kit, welches man sich direkt bei Apple für sieben Tage zum Preis von 49 US-Dollar ausleihen kann.
  • Ein neues Display inklusive Schrauben kostet beispielsweise für das iPhone 13 Pro knapp 270 US-Dollar. Jedes getauschte Bauteil wird von Apple an die IMEI des iPhones gekoppelt.
  • Neben Apple hat auch Samsung ein solches Programm zur Reparatur von Galaxy-Smartphones angekündigt, welches aber erst im Sommer in den USA starten soll.
  • Beide Hersteller wollen mit diesen Bemühungen wohl einem geplanten Recht auf Reparatur zuvorkommen. Noch in diesem Jahr sollen die Reparaturprogramme auch auf Europa ausgeweitet werden.

Quellen: Apple, Samsung, iFixit (1), iFixit (2)

3
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kupferrrohr BIOS-Overclocker(in)
        Hammer.

        Zitat

        Somit lassen sich ausschließlich spezielle, originale Ersatzteile von Apple verbauen. Zum Öffnen der iPhones braucht man ein spezielles Tool Kit, welches man sich direkt bei Apple für sieben Tage zum Preis von 49 US-Dollar ausleihen kann. Ein Kauf des Tool Kits ist nicht möglich.
        "Ja, ihr habt ein Recht auf Reparatur, aber fi*kt euch halt trotzdem noch!"

        Ich repariere gerne meine "Alt"geräte oder versuche es zumindest. Konnte auch schon so manche Lebensdauer eines Smartphones im Freundeskreis verlängern. Mein OnePlus6 verrichtet seit 2018 täglich seinen Dienst, dank einfacher Reparierbarkeit mittlerweile mit dem 3. Akku und der 3. Backplate.

        Also grundsätzlich finde ich die Richtung gut, was Apple sich da allerdings aus dem Ärmel schüttelt ist einfach komplett am Kunden und dem Prinzip der Sache vorbei und wieder direkt in die eigene Tasche.
      • Von Kupferrrohr BIOS-Overclocker(in)
        Hammer.

        Zitat

        Somit lassen sich ausschließlich spezielle, originale Ersatzteile von Apple verbauen. Zum Öffnen der iPhones braucht man ein spezielles Tool Kit, welches man sich direkt bei Apple für sieben Tage zum Preis von 49 US-Dollar ausleihen kann. Ein Kauf des Tool Kits ist nicht möglich.
        "Ja, ihr habt ein Recht auf Reparatur, aber fi*kt euch halt trotzdem noch!"

        Ich repariere gerne meine "Alt"geräte oder versuche es zumindest. Konnte auch schon so manche Lebensdauer eines Smartphones im Freundeskreis verlängern. Mein OnePlus6 verrichtet seit 2018 täglich seinen Dienst, dank einfacher Reparierbarkeit mittlerweile mit dem 3. Akku und der 3. Backplate.

        Also grundsätzlich finde ich die Richtung gut, was Apple sich da allerdings aus dem Ärmel schüttelt ist einfach komplett am Kunden und dem Prinzip der Sache vorbei und wieder direkt in die eigene Tasche.
      • Von Optiki Software-Overclocker(in)
        Ich weiß nicht, aber Samsung kann sich doch mittlerweile auch mehrere Leute im Marketing sparen, weil sie seit Jahren regelmäßig die Ideen/Strategien von Apple einfach übernehmen. Das einzige Sinnvolle, ist da bis jetzt die längere Updatezeit, aber die mussten sie bei den erhöhten Preise auch anbieten, weil sonst die Kunden doch vlt zum iPhone greifen.

        Echt nett von Apple, dass man mittlerweile Teile kaufen kann und sich ein Werkzeug teuer ausleihen kann, weil sie so viele Softwarespeeren eingebaut haben, so dass man nicht einmal originale Teile ohne eine Fehlermeldung oder den Verlust von Funktionen einbauen kann.
      • Von Andrej BIOS-Overclocker(in)
        Habe gehört, dass bei Apple die Selbstreparatur fast genausoviel kostet wie eine im Shop.
        Somit wird es kaum einer machen, weil die Gefahr einen Fehler zu machen größer ist.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk