Massive Umweltbelastung durch KI: Neue Studie liefert erschreckende Zahlen zu Wasser- und Stromverbrauch

43
News Felix Krauth Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Massive Umweltbelastung durch KI: Neue Studie liefert erschreckende Zahlen zu Wasser- und Stromverbrauch
Quelle: Pixabay/tungnguyen0905

Der aktuell massive Ausbau von KI-Technologie hat einen hohen Preis. Eine neue Studie liefert jetzt erschreckende Zahlen zum steigenden Ressourcenhunger von künstlicher Intelligenz und fordert mehr Transparenz der Unternehmen.

KI ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Unternehmen wie Nvidia verzeichnen dank ihrer Geschäfte mit entsprechender Hardware Rekordumsätze. Um weiterzuwachsen und die Technologie voranzutreiben, planen Unternehmen wie Meta, Google und Microsoft einen massiven Ausbau der Infrastruktur. Doch schon jetzt ist der Einfluss von KI auf die Umwelt durch ihren riesigen Ressourcenverbrauch enorm. Eine neue Studie legt nun eindrückliche Zahlen vor.

KI mit enormem Strom- und Wasserbedarf

Die Untersuchung von Alex de Vries-Gao, Wissenschaftler am Institut für Umweltwissenschaften der Vrije Universiteit Amsterdam, beschäftigt sich mit dem Stromverbrauch, den CO₂-Emissionen und dem Wasserverbrauch von KI-Systemen. Laut den erhobenen Daten kommt die Studie zu dem Schluss, dass bereits 2024 schätzungsweise 15 bis 20 Prozent des globalen Rechenzentrumsstromverbrauchs auf KI entfallen. Für das aktuelle Jahr rechnet de Vries-Gao mit einem weltweiten Leistungsbedarf bei KI-Systemen von 23 Gigawatt. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch des Vereinigten Königreichs und ist damit bereits höher als der gesamte Strombedarf von Bitcoin-Mining.

Dadurch entstünden geschätzte jährliche CO₂-Emissionen von 32,6 bis 79,7 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: New York City mit seinen etwa 8,8 Millionen Einwohnern produziert etwa 50 bis 52 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. KI ist demnach klimatisch mit einer Großstadt oder energieintensiven Industrien vergleichbar. Und auch der Wasserbrauch ist laut der Studie enorm. Für die Kühlung von Rechenzentren und Kraftwerken für KI entstehe ein geschätzter Wasserbedarf von 312,5 bis 764,6 Milliarden Litern pro Jahr. Das entspricht in etwa dem weltweiten jährlichen Verbrauch von Flaschenwasser.

Für den massiven Energiebedarf von Microsofts KI soll sogar das bereits 2019 stillgelegte US-Atomkraftwerk Thee Mile Island wieder hochgefahren werden. Quelle: Office of Nuclear Energy Für den massiven Energiebedarf von Microsofts KI soll sogar das bereits 2019 stillgelegte US-Atomkraftwerk Thee Mile Island wieder hochgefahren werden.

Mangelnde Transparenz

Was bei diesen Zahlen auffällt, ist die enorme Spannweite. Die Daten, auf denen die Schätzungen basieren, stammen aus den Nachhaltigkeitsberichten von Apple, Google und Meta, sowie aus Earnings Calls und öffentlichen Marktquellen. Darin fehlt es allerdings an KI-spezifischen Angaben, wodurch es schwierig wird, den genauen Anteil der Technologie am Gesamtverbrauch zu berechnen. Der Autor der Studie geht aber davon aus, dass die genannten Werte noch "sehr konservativ" sind. Die Schätzungen erfassten nur die direkten Umweltauswirkungen des Betriebs von KI-Geräten, ohne die zusätzlichen Auswirkungen, die entlang der Lieferkette und am Ende der Lebensdauer von entsprechender Hardware entstünden.

De Vries-Gao fordert die Unternehmen daher zu mehr Transparenz und Verantwortungsübernahme auf. Zudem nimmt er auch Regierungen in die Pflicht und plädiert für strengere gesetzliche Berichtspflichten. Nachhaltige KI sei nur möglich, wenn ihre ökologischen Kosten sichtbar gemacht würden. Sonst könnte es in den nächsten Jahren zu ernsten Wasserknappheiten, steigenden Energiekosten und lokalen Umweltbelastungen kommen.

43
    • Kommentare (43)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Brontomimo Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Slolle
        Du solltest deinen Aussagen Quellen aus seriösen Quellen hinzufügen.
        Was Du mit deinen Worten sicher ausdrücken wolltest, findet man in diesem Artikel wieder.
        Das interessiert niemanden wirklich, wie du anhand der unseriösen Antworten herausfinden kannst. Früher hatte man vielleicht Ausreden zur Hand aber per LM ist einfachste Recherche für die meisten Themegebiete ein Klacks geworden.
      • Von Brontomimo Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Slolle
        Du solltest deinen Aussagen Quellen aus seriösen Quellen hinzufügen.
        Was Du mit deinen Worten sicher ausdrücken wolltest, findet man in diesem Artikel wieder.
        Das interessiert niemanden wirklich, wie du anhand der unseriösen Antworten herausfinden kannst. Früher hatte man vielleicht Ausreden zur Hand aber per LM ist einfachste Recherche für die meisten Themegebiete ein Klacks geworden.
      • Von Slolle PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Brontomimo
        Lies dich doch mal in die Materie ein. Die Theorie wurde bereits vor vielen Dekaden postuliert und sie erklärt ziemlich gut, warum grosse Ölfelder sich scheinbar wieder auffüllen.
        Du solltest deinen Aussagen Quellen aus seriösen Quellen hinzufügen.

        Was Du mit deinen Worten sicher ausdrücken wolltest, findet man in diesem Artikel wieder.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Wirklich lesenswert.

        @topic - es ist keine Überraschung, dass die KI Rechenzentren für einen gewaltigen Energieverbrauch stehen.
        In meinen Augen ist es aber keine Alternative sich der Entwicklung zu verschließen.
        Wie das ganze zu lösen ist, weiß ich allerdings auch nicht.

        Vielleicht schafft die Menschheit doch noch mittelfristig (2035) eine saubere unerschöpfliche Energiequelle zu entwickeln.
        Quelle https://t3n.de/news/der-e...
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von inhuman_nature
        Wobei es nicht der Anspruch sein sollte, dass Alle wissenschaftliche Arbeiten durchlesen, verstehen und einordnen können müssen. Dokus (auch auf Youtube zu finden; bspw. von Arte (klar, sind auch nicht alle super, aber allemal besser als zusammengeschnittene Videos von dubiosen Personen)) und journalistisch aufgearbeitete Artikel sind schon okay. Ich schätze, einen solchen Anspruch wolltest Du auch nicht formulieren. Schwierig wird es - und darauf bist Du ja aus, nehme ich an - wenn es an Bildung und Medienkompetenz mangelt bzw. allzu früh auf ideologische Narrative eingestiegen wird und hierdurch Öl-Industriekampagnen, rechter Propaganda u.ä. auf den Leim gegangen wird. Fatal ist es, emotional motiviert (bspw. aus Angst vor der Zukunft, vor Kriseneskalation, vor Wohlstandsverlust, aus Sorge um eigene Kinder, Hass auf "grün-links") selbstüberschätzend meinungsstarken, manipulierenden, teils quaksalberischen (also jenen, die einen gleich die vermeintliche Lösung mitverkaufen wollen wie bspw. Gold) Kanälen zu folgen und sich in deren selbstbezogenen Geschichten zu verirren. Es geht schon Richtung Größenwahn, nach dem Konsum jener Quellen, zu meinen, es besser zu wissen, als der wissenschaftliche Konsens.

        Es wäre also meines Erachtens wichtig, neben dem Aussagegehalt, die Quellen und Autor:innen einzuschätzen bzw. einschätzen zu können, von denen mensch sich Wissen aneignen möchte. Je nach eigenen kognitiven Voraussetzungen und Wissensstand in bestimmten/verschiedenen Themen, kann das sicherlich auch schwerer fallen. Insofern kann es für manche Personen oder auch in bestimmten Lebensphasen (in denen mensch nicht Zeit hat, wissenschaftliche Veröffentlichungen durchzuarbeiten, wie bei Vollzeit-Arbeit, Kindererziehung usw.) auch hilfreich sein, sich bspw. an den ÖRR (so wie dieser aktuell noch beschaffen ist) oder an seriösen Zeitungen zu orientieren und von sozialen Medien, in der Form die Du meintest, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen], Abstand zu nehmen. Das meine ich nicht abwertend. Ich würde mich davon gar nicht mal ausnehmen - also zum einen nicht annehmen, dass ich mit meiner Meinung immer richtig liege, oder dass ich für alles an Wissensaneignung in der Tiefe und Breite Zeit, Muße und Interesse hätte. Ist ja auch völlig okay und menschlich. Aber dann sollte mensch schon auf die Wahl der Quellen achten, würde ich meinen. Etwas mehr Realismus und quasi Demut, wäre diesbezüglich manchmal nicht verkehrt, denke ich.
        Von daher, nehme ich an, ist diese Antwort auf Deinen Beitrag, eine Ergänzung, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] (und kein Widerspruch).

        Edit: etwas überarbeitet nach Deinem Like, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen].
        Korrekt.
        Leider ist die Informations-Überflutung (für mich) heutzutage eine gute Waffe, um sich gegen aktive und gute Recherche zu wehren. Wie hoch kann die Wahrscheinlichkeit denn schon sein, bei einem hypothetischen Konsum-Volumina von täglich sagen wie 30 (?) Reels/Kurzvideos, auch nur eines ernsthaft nach zu recherchieren? Das Problem ist dabei nicht der Inhalt oder das Angebot ansich, gibt ja auch "Gutes" (siehe zB. auch Herrn Prof. Lesch, mit dem ich auch schon mal eMail-Kontakt hatte), sondern, dass einem alles vor die Nase gelegt wird. Seit vielen Jahren sehe ich einen Konsumtrend welcher sich größtenteils auf 2 Prinzipien stützt:
        1.) Du bekommst hier Alles; sofort, ohne Verzögerung und ohne weiteren Aufwand.
        2.) Die Ausnutzung des Prinips des menschlichen Gehirns, die Wahrheit erfahren zu müssen (wollen).
        --
        Das Zweite zog, vermultipliziert durch "dumme Algorithmen", in den letzten Jahren vermutlich am stärksten. Die Leute lasen etwas, dass so nicht stimmen konnte (zB. Clips mit der Überschrift "Warum Du Deine Wäsche niemals mit 30° oder 40° oder was auch immer waschen sollst). Der Algorithmus hat registriert, dass diese Art von Inhalten häufiger und länger konsumiert wird, und packt den Kram halt oben auf die Prioliste für Vorschläge. Denn, und wir reden hier von den reichsten Menschen und Firmen der Welt, mit jeder Sekunde in der wir Social Media, im Idealfall über Smartphones, konsumieren, verdienen bestimmte Personen / Firmen Geld. Sehr viel Geld. 100erte Milliarden mitlerweile.
        Jeder wäscht aber seine Wäsche nunmal mit zB. 40°, weil es die Waschmaschinen(hersteller), die Wäscheproduzenten und die Waschmittelhersteller auf ihre Produkte drauf schreiben. Auf die Idee zu kommen, dass Videos gemacht werden um Unsicherheit zu verbreiten, indem man erst einfache Daily-Business-Dinge und später Politik, Staatsformen etc. derart in Frage stellt, muss man natürlich auch erstmal kommen. Aber das Gehirn möchte halt wissen, warum nicht mehr mit 40° waschen, und damit ist der Einstieg in das Manipulationsuniversum gemacht.
        Das wäre dann eine mögliche Überleitung zu einer Beeinflussungsoption über bestimmte Kanäle.
        (Alles nur meine Theorie, alles nur meine Meinung und Vermutung)

        Das Erstere, dass man alles ganz schnell und ohne großen Aufwand bekommen kann, ist, für mich ein uraltes Prinzip: man verkauft das schnelle Glück. Schau hier! Mit diesen einfach lernst Du extrem schnell und es macht auch noch Spaß! Der kleine "ich bin doch was Wert, weil ich doch was kann"-Snack ist geboren und wird täglich vielfach konsumiert.
        --
        Naja. Alles nur meine Ansichten / Vermutungen. Scheint aber gerade aktuell sein .. mehr als jemals zuvor.
      • Von AatmaN Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich sage es immer wieder - als ob Politiker und Großkonzerne (weltweit) sich um unsere Umwelt scheren. Oder unsere Kinder, oder uns...!
        Wer genug bezahlt darf machen was er will.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Das die KI auch Schattenseiten hat, ist ja nichts neues, aber die Gier der Menschen geht oft über die Verhältnisse der Natur & Co hinaus.
        Eines Tages wird uns das zum Verhängnis werden. Keiner kann mehr irgendeinen Stecker ziehen.
        Ist wie bei einem Schiff, wenn zu viel Wasser eindringt, dann ist es nicht mehr zu retten und das Ende sollte jeder kennen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk