Forschung: Computer lief sechs Monate nur durch Blaualgen

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Blaualgen Gehäuse zur Stromerzeugung für einen ARM PC
Quelle: Paolo Bombelli

Mittels Fotosynthese läuft ein Computer seit sechs Monaten mit der Kraft der Blaualgen, wie die Universität von Cambridge erklärt. Wir verraten, wie die umweltfreundliche Stromerzeugung funktioniert.

Im Biologieunterricht hat wohl jeder schon mal etwas von der Fotosynthese bei Pflanzen gehört und den wichtigen Beitrag zu unserer Umwelt. Nun ist es Forschern der Universität von Cambridge gelungen, einen Computer sechs Monate lang mittels Fotosynthese zu betreiben.

So funktioniert der umweltfreundliche Computer mittels Fotosynthese

Zunächst läuft die Lichtreaktion ab, bei der elektromagnetische Energie in Form von Licht geeigneter Wellenlänge absorbiert wird. Danach erfolgt die Umwandlung in chemische Energie durch die Übertragung von Elektronen, die mittels der Redoxreaktion in einen energiereichen Zustand versetzt wurden. Als letzter Schritt erfolgt die lichtunabhängige Reaktion, bei der die chemische Energie zur Synthese energiereicher organischer Verbindungen verwendet wird und die auch zur Gewinnung von Energie dienen. Sprich durch Sonnenlicht und CO₂ wird mittels Fotosynthese Sauerstoff produziert.

Christopher Howe hat mit seinem Team in der Größe einer AA-Batterie ein Gefäß aus Aluminium und durchsichtigem Kunststoff gebaut. Im Inneren platzierte das Team eine Kolonie von Blaualgen mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Synechocystis sp. PCC 6803. Durch den Einfall von Sonnenlicht wird die Fotosynthese angeregt, die Strom an die Anode und Kathode liefert. Auf der Fensterbank von Paolo Bombelli stand von Februar bis August 2021 das Gerät und lieferte in diesem Zeitraum kontinuierlich Strom, um einen Computer mit einem ARM-Chipsatz zu betreiben. Hierbei lief der Computer immer 45 Minuten lang und simulierte verschiedene Rechenaufgaben, wobei 0,3 Mikrowatt an Strom benötigt wurden. Die Konstruktion liefert auch weiterhin kontinuierlich Strom. Noch ist unklar, wie die Stromerzeugung via Fotosynthese in der massenhaft produzierten Geräten genutzt werden könnte. Im Versuchsaufbau hat die Stromerzeugung durch Fotosynthese schon mal funktioniert, nun stehen weitere Schritte an.

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Sammlung zur Stromversorgung mittels Fotosynthese:

  • Wie die Universität von Cambridge ermittelt hat, versorgen Blaualgen einen Computer mit Strom. Über sechs Monate hinweg konnte ein Computer mittels Fotosynthese betrieben werden.
  • Christopher Howe hat mit seinem Team in der Größe einer AA-Batterie ein Gefäß aus Aluminium und durchsichtigem Kunststoff gebaut. Im Inneren ist eine Kolonie von Blaualgen eingebaut, die durch den Lichteinfall zur Fotosynthese angeregt wurden.
  • Als Computer fungierte ein ARM-Chipsatz mit einem Verbrauch von 0,3 Mikrowatt.

Quellen: University of Cambridge, Newscientist, Wikipedia

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    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Pu244
        Kernkraft
        Ich finde man muß von der Kernkraft wegkommen. Die Stromherstellung damit ist zwar sauber und relativ effizient, aber wenn mal was passiert hat man gleich eine Katastrophe. Auch die Endlagerung von Atommüll wird immer ein großes Problem bleiben.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Pu244
        Kernkraft
        Ich finde man muß von der Kernkraft wegkommen. Die Stromherstellung damit ist zwar sauber und relativ effizient, aber wenn mal was passiert hat man gleich eine Katastrophe. Auch die Endlagerung von Atommüll wird immer ein großes Problem bleiben.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Wikpedia hat eine ganz nette Liste von Anlagen:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Die meisten hatte keine größeren Probleme mit der Zuverlässigkeit, wurden aus Kostengründen aber nur als Versuchsprojekt mit wenigen Turbinen realisiert. Die waren erfolgreich, aber bis auf wenige Ausnahmen, die jetzt langsam zu großen Parks ausgebaut wurden, hat niemand eine Umsetzung in großem Maßstab finanziert. Daran würde ich aber nicht die Bezeichnung "Stand der Technik" knüpfen. Autohersteller machen das zwar ("was die Konkurrenz in jedem Fahrzeug hinbekommt und wir selbst bei etwas teureren auch, zählt nicht. Das ihrem Modell Fähigkeiten fehlen ist Stand der Technik, da gibt es nichts nachzubessern."), aber korrekter wäre wohl "Stand der Profitoptimierung". Stand der Technik sind Dinge, die technisch nachweislich problemlos realisiert werden können. Stacked-Chips für zusätzlichen Cache nutzt zum Beispiel kaum eine CPU, aber deswegen ist die Technik doch nicht "Gegenstand der Forschung".
        Den Ausdruck könnte man eher für die von dir so gelobten Atomkraft verwenden; die Kraftwerke dürfen ja nur mit Ausnahmegenehmigung laufen, weil zur Endlagerung noch lange geforscht und probiert werden muss.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Schinken
        Pu at its best:
        Ja, ich bin der beste

        Zitat von Schinken
        Uranknappheit
        Es gibt mehr als genug Uran.

        Zum einen kann man die Abfälle des Phosphatabbaus nutzen, da ist dann noch mal die 10 fache Menge drin und zum anderen kann man es aus dem Meer gewinnen, da ist dann die 1000 fache Menge drin.

        Danach besteht noch die Möglichkeit das abgereicherte Uran in schnellen Brütern zu verwenden. Es gibt heute auf der Welt soviel abgereichertes Uran, damit man damit den Energiebedarf von 10 Mrd Menschen für 700 Jahre decken könnte und das auf dem Niveau der USA, auf dem Niveau der EU würde es für 1400 Jahre reichen.

        Es ist mehr als genug vorhanden.

        Zitat von Schinken
        Atommüll.?
        Ja, die Sache ist gelöst. In Herfa-Neurode wird seit etlicher Zeit Giftmüll eingelagert, da kräht auch kein Hahn danach, obwohl der auch nichtmehr das Licht der Welt erblicken sollte und das sogar ewig. Es kling komisch, aber ewig ist deutlich länger als eine Million Jahre. An und für sich könnte man den ganzen Nuklearmüll sogar dazustellen.

        Zitat von Schinken
        Und dann noch Thorium xD
        Ja, Thorium, davon gibt es doppelt soviel, wie Uran und es fällt in großen Mengen als Abfallprodukt an. Alleine eine Mine für Seltene Erden (die übrigens nicht selten sind), könnte den Thoriumbedarf der ganzen Menschheit decken.

        Zitat von Schinken
        Ist ok, jeder mit Ahnung nimmt es eh nicht für voll, (...)
        Sorry, aber wer ernsthaft den Weltraumlift und PV Analgen im All für die Lösung der aktuellen Probleme hät, der hat einfach keine Ahnung.

        Zitat von Schinken
        (...) da mach ich mir jetzt nicht die Mühe deinen Post aufzubröseln.
        Mit anderen Worten: dir fällt nichts ein.

        Zitat von Schinken
        Ist ja nicht so, dass ich gehofft hätte dir was beibringen zu können.
        Beibringen, du mir? Was denn? Halbwissen und Träumereien, wobei es bei dir eher Zehntelwissen ist.

        Ich lasse mich durchaus mit Fakten überzeugen, aber nicht mit irgendwelchen Käse.

        Zitat von Schinken
        Der Zug ist abgefahren.
        Ich fürchte, für dich ist es da.

        Wobei ich den Tip hab: grab einfach etwas tiefer, lass dich nicht mit irgendwelchen Schlagworten abspeisen und informiere ich.

        Zitat von Schinken
        Nur eins vielleicht noch: Sand ist nicht Sand. Sandknappheit
        Wenn du dir das durchgelesen hättest, dann wüßtest du, dass es hier um Bausand und Sand für Landaufschüttungen geht. Das hat etwas mit der Oberflächenstruktur zu tun, da Wüstensand glattgeschliffen ist.

        Für die Produktion von Mikrochips benötigt man nur SiO2 und das muß auch noch mehrfach gereinigt werden, Mit anderen Worten: dafür ist jeder Sand geeignet

        Das ganze war Thema in meinem Studium (Anorganik II), von daher kenne ich mich da ein wenig aus.

        Aber das ist eben dein Problem, du hörst ein Schlagwort, hast aber keine Ahnung von den Fakten dahinter.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von Schinken
        Ich bin raus.
        Sag doch, wenn dir die Ideen ausgehen.

        Zitat von Schinken
        Wasser ist nicht unbegrenzt verfügbar, tatsächlich ist es sogar recht selten, denn es bedeckt nur eine hauchdünne Schicht des Planeten.
        Die Ozeane sind im Schnitt 2km tief und wir haben es mit einer Schmelze der Polkappen zu tun. Zumindest das Salzwasser wird uns nicht ausgehen. Wenn man davor Angst hat, dann darf man mit der Wasserstofftechnik garnicht erst anfangen.

        Zitat von RyzA
        Nur wie will man daraus Energie gewinnen?
        Ich meine jetzt keine fossilen Energieträger.
        Kernkraft

        In den meisten Gesteinen ist soviel Uran und Thorium enthalten, dass sich das sogar irgendwann lohnen könnte. Nur Momentan gibt es mehr als genug Uran und Thorium quillt und hinten und vorne raus.

        Zitat von Olstyle
        Energie in Steinen speichern ist aber gerade total in. "Einfach" die Steine weiter weg vom Erdkern bewegen wenn Energie übrig ist und im Generator-Betrieb wieder runter lassen wenn die Energie benötigt wird.
        Hallo Gravitationsbatterie.
        Daran wird schon seit Ewigkeiten gearbeitet, sogar schon bevor es Elektrizität gab. Nur gibt es da gigantische Probleme, was die Wirtschaftlichkeit und technische Durchführung betrifft.

        Das einzige, das sich durchsetzen konnte war der Pumpspeicher, die sind richtig gut und nur schwer zu schlagen.

        Zitat von Schinken
        Allerdings ist die Gravitationsbatterie trotzdem spannend, könnte sie doch theoretisch Solar- und Windenergie speichern und 24/7 bei Bedarf zur Verfügung stellen.
        In der Praxis sind eben alle Projekte gescheitert, zuletzt "Energy Vault" oder es ist bei hübschen Computerbildern geblieben (wie beim Hydraulikspeicher oder dem Ringwallspeicher). Es sieht auch nicht so aus, als würde das auch in Zukunft so bleiben.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich konnte keine globale Angabe finden, aber alleine für die Ferrel-Zellen, also die globale athmospährische Zirkulation in den mittleren Breiten, werden 275 TW mechanische Energie angegeben: https://dash.harvard.edu/...
        Die polaren Zellen haben teils deutlich stärkere Winde und die vergleichbar starken äquatorialen decken eine wesentlich größere Fläche ab, sodass ich wenigens 1.000 TW für die großräumigen globalen Strömungen erwarten würde. Deren Stärke ist aber gering im Vergleich zu den kleineren Windsystemen, die an ihnen entlang wandern und in sich rotieren: Hier in Deutschland schwanken Winde je nachdem, welches Tief oder Hoch gerade durchzieht und den großen, überlagerten Westwind-Trend sehen wir eigentlich nur an der Bewegung dieser Tiefs und Hochs auf der Wetterkarte. Aber das, was wir im Alltag als "Wind" spüren respektive für Windkraftanlagen nutzen können, ist viel stärker als die 1.000-TW-Systeme. Ob es nun eher das 10-, das 100- oder das 1.000-fache an Leistung ist, kann ich nicht einmal raten, aber wir sprechen definitiv vom EW-Bereich, wärend die Menschheit bislang nicht einmal 1-TW-Windenergie nutzt.
        Mea culpa,

        da hab ich eine Studie, die das weltweite Potential der Windkraft mit 20TW beziffert hat, mit den Windsystemen der Erde verwechselt, die natürlich deutlich stärker ein müssen (sonst würde alles stillstehen).

        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber auch bei den Gezeitenkraftwerken liest sich dein Post wie ein Beitrag aus den 70er Jahren.
        Das Problem ist, dass sich seither nicht mehr soviel weiterentwickelt hat, jedenfalls wenn es um praktisch nutzbare Konzepte geht.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Staubecken werden heute praktisch nicht mehr geplant. Das klassische französische Beispiel Rance stammt aus den 60ern; die im letzten Jahrzehnt in Korea in Betrieb genommene Anlage war die erste große seit den 80ern und nutzt ein bereits lange vorher abgetrenntes, eigentlich zur Landgewinnung gedachtes Becken.
        Damit hat sich die Gezeitenkraft auch zu einem recht großen Teil erledigt.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Stand der Technik heute sind freistehende/-schwimmende Turbinen, die ohne Staumauern auskommen.
        Stand der Technik würde bedeuten, dass die im großen Stil gebaut werden können, soweit ich weiß ist das aber Gegenstand der Forschung.

        Die Kohlekraftwerksbetreiber waren froh, dass der Kugelhaufenreaktor gescheitert ist, da der einen trockenen Naturzugkühlturm hatte und das dann um ein Haar Stand der Technik geworden wäre. Damit hätte man bei allen künftigen Kraftwerken einen solchen verlangen können.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Großbritannien sind seit teils 1,5 Jahrzehnten mehrere Anlagen in kommerziellem Betrieb. Einige wurden zwar auch wieder außer Betrieb genommen, weil die Konstruktionen den Belastungen nicht gewachsen waren, aber technisch ist das Konzept gangbar und mit heutigen Mitteln realisierbar.
        Soweit ich weiß gab es da massiven Ärger, die Anlagen sie nie sonderlich zuverlässig gewesen (bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege). Das beste, von dem ich weiß, ist eine Anlage in Kanada, die sich massive Gezeitenströmungen zu nutze macht. Die bietet einen recht hohen Ertrag und man kann sie gut warten. Nur sind diese Strömungen leider sehr begrenzt.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Gegen den billigen Strom aus Windkraft- und Solaranlagen kann man damit nicht konkurrieren.
        Ich finde, dass die Erforschung dennoch gefördert werden sollten, genau wie OTec und das Polarkraftwerk.

        Es ist wie bei den alternativen Ansätzen zur Kernfusion: der Tokamak ist das momentane non plus Ultra, das mit der berühmten an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit funktionieren wird (die kritischen Fragen sind wirtschaftlicher Natur) und der Stellarator die beste Alternative, aber wenn einer der alternativen Ansätze Erfolg hat, dann könnte man schon "sehr bald" Fusionsenergie haben, zu geringen Kosten.

        Deshalb sollte man ungewöhnliche Ansätze im Auge behalten und sie erforschen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Schinken
        Kannte ich gar nicht, zumindest nicht im großen Stil mit Gestein .
        Man braucht auch extrem viel Gestein, weswegen es irgendwie immer bei Überlegungen bleibt und nichts gebaut wird.
        Mal so als Überschlag: 100 Tonnen gut 102 Meter anheben (könnte man vielleicht gerade so in einen WKA-Turm einbauen) entspricht einer Arbeitsleistung von rund 100 MNm = 100 MWs. Also knapp 28 kWh; nicht mehr als ein einzelner Schwungradspeicher schafft, den man einfach unten in den Turm reinstellen könnte. Selbst wenn man nur den Output einer alten 3-MW-Turbine während eines Sturms für eine Stunde zwischenspeichern wollte, müsste man aber die 1.000-fache Materialmenge bewegen respektive 100.000 Tonnen um 100 m anheben.
        Zum Vergleich: Das Bauwerk mit der höchsten potenziellen Energie, dass die Menschheit bislang in regulären Betrieb genommen hat, müsste Schiffshebewerk am Drei-Schluchten-Damm sein. 110 m und 12.000 t – die durch ein Gegengewicht komplett ausgeglichen werden, sodass nur Beschleunigungs- und Reibungsenergien überwunden werden, aber netto gar keine physikalische Hebeleistung erbracht wird. (Brutto haben natürlich nach einem vollen Durchlauf ein Schiff und eine Menge Wasser gleichen Gewichts die Höhenniveaus getauscht.)

        Praktikabel ist das Prinzip aber als Pumpspeicherkraftwerk, wo man Wasser statt Steine bewegt.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Deswegen Batterie . Man kann schwerlich aus Steinen Energie gewinnen, Das wollte ich auch nie sagen. Bei obiger Aussage ging es nur darum, was knappe Ressourcen sind und was nicht .

        Allerdings ist die Gravitationsbatterie trotzdem spannend, könnte sie doch theoretisch Solar- und Windenergie speichern und 24/7 bei Bedarf zur Verfügung stellen.
      Direkt zum Diskussionsende
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