Trine 4 im Technik-Check: Showdown zwischen 5700 XT und RTX 2070, R9 390 schlägt GTX 970
Das finnische Indie-Studio Frozenbyte schickt uns in Trine 4 erneut auf eine fantastische Reise voller Physikrätsel, Hüpfpassagen und Echtzeitkämpfe - selbstverständlich auch im Koop spielbar. Trine 4 zelebriert die Stärken der Reihe, allen voran die märchengleiche audiovisuelle Präsentation, ohne die Schwächen des ungeliebten dritten Ablegers. PC Games Hardware prüft, was Trine 4 technisch auf dem Kasten hat, und gibt Hardware-Empfehlungen.
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Aller guten Dinge sind vier! Seit dem 8. Oktober ist Trine 4 sowohl bei Steam als auch DRM-frei bei GoG.com erhältlich. Einst als Geheimtipp gefeiert, mauserte sich die 2009 gestartete Trine-Serie im Laufe der Zeit zum Millionenseller - und das aus gutem Grund: Das finnische Independent-Studio Frozenbyte zaubert hier eine märchenhafte Spielwelt voller Details auf den Schirm und untermalt diese mit melodischer, stets zur Szenerie passender Musik.
Sie haben es bestimmt schon bemerkt, der Autor dieser Zeilen ist begeistert. Sie lesen hier keinen "klassischen" PCGH-Techniktest mit kiloweise Benchmark-Balken, sondern einen Ersteindruck von einem Spiel am Rande der Triple-A-Produktionen. Indie-Spiele erfreuen sich zurecht hoher Beliebtheit und dieses Kleinod sticht qualitativ in mehreren Punkten heraus. Da Trine 4 außerdem eine sehenswerte Grafik bietet, werfen wir einen kurzen Blick auf die Technik und geben Hardware-Empfehlungen.
Trine 4: Engine, Optionen, Anforderungen
Bei Trine handelt es sich - den dritten Teil ausgenommen - um ein 2,5D-Abenteuer. Zwar wird die komplette Szenerie dreidimensional, also mithilfe von Polygonen dargestellt, die Bewegung im Raum ist jedoch nur nach links und rechts möglich und die Kameraperspektive statisch. Diese begrenzte Art der Präsentation erlaubt es, jedes Level detailliert und doch hochperformant darzustellen. Das krasse Gegenteil ist bei einem 360-Grad-Open-World-Spiel Marke Ghost Recon Breakpoint der Fall, wo jeder Winkel der weitläufigen Welt erreichbar ist und somit modelliert sowie bei Bedarf dargestellt werden muss.
So verwundert es nicht, dass Trine 4 trotz der zweifellos bildhübschen Grafik kein Hardware-Killer ist. Die offiziellen Systemvoraussetzungen bestehen aus einem Zweikern-Prozessor mit 2,6 GHz nebst Geforce GTX 560 oder Radeon HD 57x0 - Hardware, die beinahe zehn Jahre auf dem Buckel hat. Empfohlen werden eine etwas neuere Vierkern-CPU plus Geforce GTX 960 oder Radeon R9 280 (= HD 7950 OC). Der typische PCGH-Leser mit High-End-Hardware (Quellen: #1, #2) muss an dieser Stelle grinsen und freut sich auf dreistellige Bildraten weit jenseits von Full High Definition. Tatsächlich läuft Trine 4 auf sprichwörtlich jedem Taschenrechner, doch erst ein moderner PC lässt den Titel in einer Pracht erstrahlen, den er verdient. Die Umsetzung der Grafik ist grundsätzlich tadellos, sowohl aus künstlerischen als auch handwerklichen Gesichtspunkten: Beleuchtung und Texturierung sind solide bis wunderschön, die Animationen laufen rund, Schatten werden sauber gefiltert, der Comic-Stil wirkt wie aus einem Guss.
Wie bei den Vorgängern setzen die Entwickler auch bei Trine 4 auf eine Inhouse-Engine, welche DirectX 11 verwendet. Die Grafikoptionen sind zwar nicht reichhaltig, beinhalten aber alles, was das Herz begehrt. Neben der Texturauflösung, welche etwas unglücklich ins Deutsche Unverständlich ist, dass sich entweder TAA oder SSAA aktivieren lässt - und nicht beides zusammen.
übersetzt wurde (siehe Bilder oben), dürfen Sie von einer Auflösungsskalierung (nach unten) Gebrauch machen, um Leistung zu sparen, ein frei wählbares Framelimit eintragen und zwischen mehreren Anti-Aliasing-Modi wählen. Neu in Trine 4 ist, dem Zeitgeist folgend, eine temporale Bilddatenverrechnung. Diese ist gelungen und glättet zu minimalen Leistungskosten effektiv. Nur selten fällt der Algorithmus durch Flackern auf, allerdings geht prinzipbedingt ein Teil der Bildschärfe verloren. Ganz anders die aus früheren Teilen bekannten Supersampling-Modi, auch Trine 4 bietet wieder 2x, 3x oder 4x SSAA. Da es sich hier um klassisches "Downsampling" handelt, eine interne Erhöhung der Renderauflösung, sind hier keine Wunder zu erwarten. Unverständlich ist, dass sich entweder TAA oder SSAA aktivieren lässt - dabei brächte erst eine Kombination beider Welten die optimale Bildqualität. Im aktuellen Zustand müssen Sie sich entscheiden: Flimmerfreie, performante Glätte mittels TAA oder ein knackigeres, aber wesentlich rechenintensiveres Bild mittels SSAA? Wir raten grundsätzlich zu TAA, das ab WQHD und erst recht in Ultra HD keine Wünsche hinsichtlich der Bildqualität offenlässt. Besitzer einer High-End-Grafikkarte aktivieren zusätzlich eine DSR-/VSR-Auflösung.
Einen Wermutstropfen müssen Besitzer eines ultrabreiten Bildschirms schlucken: Trine 4 bietet keine Unterstützung des 21:9-Formats. Dies ist dem limitierten Bildausschnitt geschuldet, in dem man sich von Aufgabe zu Aufgabe durchschlägt (und dabei nicht den Rest des Levels sehen soll). Das Höchste der Gefühle ist 17:9, ein wahres Exotenformat, das links und rechts ein paar Pixel mehr zeichnet als 16:9. Sie können Trine 4 jedoch auch in altehrwürdigem 4:3 an einem Röhrenbildschirm spielen, wie der folgende Vergleich zeigt:
Trine 4: Leistungskosten und GPU-Empfehlungen
Temporal-AA und maximale Details: Damit sieht Trine 4 fabelhaft aus und läuft auf den allermeisten Systemen flüssig. Zwar haben wir für diesen Ersteindruck noch nicht alle Levels erkundet, während der ersten Spielstunden zeigt sich jedoch klar, dass Trine 4 in erster Linie grafiklimitiert ist. Jedes zusätzliche Pixel senkt die Bildrate und steigert die Anforderungen an den Grafikkartenspeicher. Diesbezüglich verhält sich Trine 4 interessant: Grafikkarten mit reichlich Kapazität melden in Ultra HD ziemlich genau 8 GiByte Belegung, mit 4x SSAA (das nur die Bildpuffer vergrößert) gar 10 GiByte. Unsere Messungen belegen, dass Modelle mit weniger als 8 GiByte dennoch keine nennenswerten Probleme bekommen. Lediglich Rentner mit lediglich 2 oder 3 GiByte haben mit höheren Auflösungen als Full HD zu kämpfen. Kommt es auf Ihrer Grafikkarte zu sporadischem Stocken, reduzieren Sie die Texturqualität um eine Stufe, das schaufelt Platz frei.
Die Radeon R9 390 deklassiert ihre zeitgenössische Konkurrenz in Gestalt der GTX 970.
Im Folgenden finden Sie Beispiel-Benchmarks grundverschiedener Grafikkarten aus dem Prolog von Trine 4. Komplett anspruchslos ist Trine 4 demzufolge keineswegs; mit steigender Auflösung streckt das Spiel so manche ältere Grafikkarte nieder. Bemerkenswert ist, dass die Trine-Engine sehr gut mit älteren AMD-Grafikchips harmoniert, beispielsweise deklassiert die Radeon R9 390 ihre zeitgenössische Konkurrenz in Gestalt der Geforce GTX 970 - und die mit beinahe 2 GHz Kerntakt arbeitende GTX 1060 6GB. Für mindestens 60 Fps in Full HD genügen alle drei. Um diese Bildrate in WQHD zu halten bzw. ordentlich zu übertreffen, wird bereits ein Kaliber der Größe Geforce GTX 1070 oder Radeon RX Vega 56 benötigt. Ultra HD ist nochmals wesentlich anspruchsvoller, für 60 Fps sollte es eine Geforce RTX 2070 oder Radeon RX 5700 XT sein. In diesem Duell zeigt sich Nvidias Turing-Architektur von seiner schlagkräftigen Seite.
In der abschließenden Bildergalerie finden Sie Screenshots aus den ersten Abenteuern der drei Protagonisten, selbstverständlich in maximaler Qualität. Standbilder werden dem märchenhaften Werk jedoch kaum gerecht, man muss es erlebt haben! Heißer Tipp: Richtig Freude kommt erst mit einem Controller/Gamepad auf - und am meisten im Koop mit Freunden. Dieser Spielmodus ist entweder lokal oder online möglich.

Weiss jemand, kann ich allein spielen? Wie im Trine 2.
Tatsächlich, da bin ich durcheinander gekommen!
Du wolltest vermutlich Ralf345 erreichen.
Ich meine damit: Was müsste ich im Spiel selbst und ggf. in der von dir erwähnten options.txt einstellen, wenn ich das Maximum aus der von mir verwendeten Auflösung von 2560x1440 herausholen möchte, also damit Trine 4 hier bestmöglich aussieht?