The Quarry im Technik-Test: Interaktiver Teenie-Horror-Film meets Unreal Engine 4

Spiel oder ein interaktiver Film? Dies ist bei The Quarry nicht eindeutig zu beantworten, denn das Design-Konzept ist eher an Filmkunst angelehnt, als dass es die aktuelle Spiele-Entwicklung widerspiegelt. Trotz des sehr cinematischen Stils ist The Quarry aber auch technisch interessant, denn es nutzt viele der Film-Tools der Unreal Engine 4. Wir stellen den Teenie-Horror auf die Technik-Probe.

28
Test Philipp Reuther David Krausbauer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
The Quarry im Technik-Test: Interaktiver Teenie-Horror-Film meets Unreal Engine 4
Quelle: PC Games Hardware

Der Entwickler von The Quarry, Supermassive Games, hat in Dingen Werdegang und Spiele-Laufbahn einen etwas anderen Weg eingeschlagen als viele andere Studios. Gegründet wurde 2008 im englischen Guildford, von dem ehemaligen Psygnosis- und Electronic-Arts-Mitarbeiter Pete Samuels. Supermassive Games wurde darauf von Sony als Second-Party-Entwickler beauftragt, zusätzlichen Content und DLCs für unter anderem Little Big Planet zu erschaffen sowie Spiele und Konzepte für Sonys Playstation Move Controller zu entwickeln. Es folgten obendrein einige Auftragsarbeiten für den britischen Fernsehsender BBC. Der ursprüngliche Fokus des Studios war erfolgreich und sicherte Supermassive Games die ersten größeren Einnahmen.

Der erste große Durchbruch folgte 2015 mit dem Horror-Titel Until Dawn, der exklusiv für Sonys Playstation erschien. Until Dawn ist der geistige Urahn der folgenden Spielreihen von Supermassive Games, und bei diesem Titel kann man bereits viele der Elemente erkennen, die auch in späteren Titeln wieder Verwendung finden. Neben der merklich im Zentrum stehenden Geschichte, den vielen Zwischensequenzen und dem Fokus auf die Charaktere respektive deren reale Schauspieler, die mittels aufwendigem Motion Capture digitalisiert wurden, gibt es außerdem viele weitere Anleihen aus Film und Spiel, darunter etwa feste Kamerawinkel. Diese sorgten schon in Resident Evil durch die eingeschränkte Perspektive und die damit stets unterbewusst implizierte Ungewissheit für Nervenflattern, das gleiche Stilmittel findet aber auch in Horrorfilmen Verwendung. Etwa, um dem Zuschauer durch einen Blick durch die Augen eines vermeintlichen Ungetüms die ungeschützte Verletzlichkeit der Charaktere zu suggerieren. Oder um geschickt einen Jump-Scare zu platzieren.

Until Dawn basierte indes noch auf der Decima-Engine des Sony First-Party-Developers Guerrilla Games (u.a. Death Stranding, Horizon Zero Dawn). Nach Until Dawn sorgte Supermassive Games mit der The-Dark-Pictures-Anthology-Reihe für Gruselstimmung bei interaktiven Filmabenden - sowohl alleinigen als auch jenen in Gemeinschaft, online oder auf der Couch. Bei den drei Titeln, die bislang unter dem Label The Dark Pictures Anthology erschienen, handelt es sich um Man of Medan, Little Hope und House of Ashes. Diese drei Spiele greifen den filmischen Fokus des Erstlings Until Dawn auf, werten die Optik dank potenter Unreal Engine auf und erhielten im Verlauf des Erscheinens zusammen mit der zugrunde liegenden Engine obendrein weitere grafische Verbesserungen. Im letzten Teil, House of Ashes, zählen etwa eine sichtbar verbesserte Beleuchtung, hochauflösendere volumetrische Effekte, nochmals qualitativ überzeugendere Motion-Capturing-Aufnahmen der digitalisierten Schauspieler und deren grafische Darstellung im Spiel sowie als kleines Extra-Schmankerl optional DX12 samt Raytracing in Form von Spiegelungen und der Umgebungsverdeckung zu den technischen Neuerungen.

  Minimale Hardware Empfohlene Hardware
Windows Windows 10 x64 Windows 10 x64
CPU AMD FX 8350 oder Intel Core i5-3570 AMD Ryzen 7 3800 XT oder Intel Core i9-10900K
RAM 8 GiByte RAM 16 GiByte RAM
Grafikkarte AMD RX 470/4G oder Nvidia GTX 780/3G AMD RX 5700/8G oder Nvidia RTX 2060/6G
Festplatte 50 GiByte verfügbarer Festplattenspeicher 50 GiByte verfügbarer Festplattenspeicher

Der jüngste Spiel-Film von Supermassive Games basiert wie die The-Dark-Pictures-Anthology-Titel auf der Unreal Engine 4 und erzählt eine sehr filmisch inszenierte Horror-Geschichte mit digitalisierten Schauspielern - im Grunde ist also alles wie gehabt. Doch es gibt einige subtile Abweichungen von den vorherigen The-Dark-Pictures-Anthology-Spielen. Einerseits ist der Umfang bei The Quarry größer, das ganze Spiel ist aufwendiger gestaltet - die schon schicken Umgebungen der Vorgänger wurden nochmals feiner ausgeschmückt und ausgeleuchtet. Die digitalisierten Schauspieler - die nun obendrein mit einem deutlich größeren Star-Aufkommen aufwarten - bieten eine nochmals authentischere Mimik, mit einigen, aber seltener auftretenden Uncanny-Valley -Ereignissen.

Auf der anderen Seite bietet The Quarry abseits einiger frischer Gesichter und einer neuen Story wenig Neues für Fans der Serie - ob Sie als ein solcher mit deutlich höheren Erwartungen an The Quarry herangehen würden, sei einmal dahingestellt. Wirklich schade ist indes, dass der Online-Modus der The-Dark-Pictures-Anthology-Titel bislang fehlt, bei dem ein weiterer Spieler simultan die Geschicke der Protagonisten steuern (oder sie ins Unglück stürzen) kann. Dieser, tatsächlich in gewissem Sinne innovative Modus, entfällt, nur der Hot-Seat-Modus für den gemeinsamen Filme- bzw. Spieleabend bleibt aktuell bestehen. Auf Wunsch können Sie das Spiel sogar damit beauftragen, sich selbst zu spielen respektive es wie einen tatsächlichen Film genießen.

Anmerkung: Der Online-Modus für The Quarry ist nicht komplett entfallen, sondern soll zu einem späteren Zeitpunkt via Patch nachgereicht werden. Allzu lange müssen Sie sich nicht gedulden, laut Twitter-Post der Entwickler soll der Online-Mehrspieler-Patch am 8. Juli erscheinen. Ein wenig ärgerlich ist das zeitweise Fehlen allerdings trotzdem.

Doch genug zu Design und Konzept des Spiels. Im Grunde können Sie sich das "Gameplay" von The Quarry wie eine ausgedehnte Zwischensequenz mit einigen Quicktime-Events und Dialog-Optionen vorstellen, mit denen Sie die Handlung vorantreiben und in denen Sie durch Ihre Eingaben und Entscheidungen die Geschicke der Protagonisten beeinflussen. Zwischen diesen Sequenzen werden immer wieder Abschnitte eingestreut, in denen Sie ähnlich wie in einigen Horror-Klassikern aus fester Kameraperspektive betrachtet unterschiedliche und oft sehr stimmungsvoll gestaltete Umgebungen erkunden, um einige Geheimnisse und Collectibles zu finden oder kleine Puzzles zu lösen. Oft tapsen Sie in solcherart Szene zwecks Auflockerung und Einstreuung von Interaktivität auch nur von einer Zwischensequenz zur nächsten. Das eigentliche Spiel-Konzept ist nicht sehr komplex, allerdings ist die Umsetzung durchaus gelungen und interessant, auch auf technischer Seite. Eine ausführliche Abhandlung zum Gameplay lesen Sie bei den Kollegen der PC Games.

28
  1. Seite 1 The Quarry im Technik-Test - Interaktiver Teenie-Horror-Film meets Unreal Engine 4
  2. Seite 2 The Quarry im Technik-Text: Unreal Engine, Benchmarks und Fazit
    • Kommentare (28)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Ex3cut3r PC-Selbstbauer(in)
        Hat leider auch DENUVO mit an Board, kein Kauf, sry.
      • Von Ex3cut3r PC-Selbstbauer(in)
        Hat leider auch DENUVO mit an Board, kein Kauf, sry.
      • Von owned139 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Ex3cut3r
        Hmm. Schein trotz AMDs Wunder Treiber immer noch Nvidia zu bevorzugen. (DX11)
        Unreal Engine 4 halt.
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von juko888
        Danke für den Test!

        Das sind ja wirklich happige Anforderungen an die GPU, da darf man wirklich nur hoffen, dass DLSS/FSR und DX12 noch nachgereicht werden. Ansonsten hat diese Art Spiel vermutlich ohnehin nicht die allergrößte Zielgruppe und wenn in dieser dann auch noch die Hardwareanforderungen so herausstechen, naja. Mal schauen wie es sich verkauft.
        Habe ich einen anderen Artikel gelesen ? In FHD sind die Anforderungen doch wirklich nicht hoch. Mit einer GTX 980/1650 Super in hoher Qualität sehr gut spielbar. Und den Unterschied zu ultra sieht man fast nicht. In so einem Spiel braucht man doch keine 60 FPS. Wer es natürlich auf 4K zocken möchte, der braucht schon etwas GPU Power
      • Von Firebuster Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Was willst du mit deinem Post aussagen?
        Einfach noch mal verlinken was ich oben schon gemacht habe (ist bei mir halt ein Klick mehr)?
      • Von Ben das Ding Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Firebuster
        Sehe ich es richtig, dass dieser interaktive Film zwar ein 21:9 Bild plus schwarze Balken oben und unten hat (also effektiv 16:9) aber keine 21:9 Monitore ohne Balken unterstützt werden?

        Oh, die Community durfte sich mal wieder um dieses Problem kümmern:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das ist schon armselig vom Entwickler und bedeutet für mich, dass ein Kauf höchstens in einem hochrabattierten Sale stattfinden wird.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk