Commodore 64: Tech-YouTuberin bastelt "richtigen" HDMI-Anschluss an die Retro-Ikone

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Commodore 64: Tech-YouTuberin bastelt "richtigen" HDMI-Anschluss an die Retro-Ikone
Quelle: Veronica Explains via YouTube

Wie verbindet man einen über vier Jahrzehnte alten Commodore 64 mit modernen Displays? Eine YouTuberin nimmt sich dieser Frage mit einem Bastelprojekt an und spendiert dem legendären Rechner einen HDMI-Anschluss.

Wenn Besitzer eines Commodore 64 ihr altes Gerät an einen modernen Monitor anschließen wollen, stehen diese vor einem Problem: Die ursprünglichen Videoausgänge des C64 - RF-Anschluss, Composite- und S-Video - liefern auf heutigen LCD-Monitoren oft enttäuschende Ergebnisse. Die Retro-YouTuberin "Veronica Explains" zeigt in einem neuen Video, wie es ihr dennoch gelang, ihren 40 Jahre alten C64 mit einem HDMI-Anschluss auszustatten. Der Schlüsselpunkt: Ein Retro-Projekt von "Side Projects Lab", das den originalen RF-Modulator ersetzt.

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Mit HD-64 zum Erfolg

Anstatt das bereits verschlechterte analoge Signal zu verarbeiten, "erschnüffelt" das HD-64 genannte System die digitalen Datenleitungen zwischen VIC-II-Chip und Hauptplatine. Ein spezieller Interleaver-Adapter wird zwischen VIC-II-Chip und Motherboard eingesetzt, der die relevanten digitalen Signale abgreift.

  • Diese Daten werden an einen FPGA-Chip (Field-Programmable Gate Array) weitergeleitet, der eine zyklusgenaue VIC-II-Emulation durchführt und pixelperfekte Videoframes rekonstruiert.
  • Das Resultat: Full-HD-Ausgabe mit 1080p-Auflösung bei 50 Hz (PAL) oder 60 Hz (NTSC), kombiniert mit digitalisiertem Stereo-Audio über einen einzigen Micro-HDMI-Anschluss.

Die Latenz des HD-64-Systems liegt unter einer Millisekunde, was selbst für reaktionsschnelle Spiele problemlos ist. Nutzer können verschiedene Darstellungsoptionen konfigurieren: "Scanlines" für ein "authentisches CRT-Gefühl", Anti-Aliasing für weichere Darstellung oder verschiedene Seitenverhältnisse von klassischem 4:3 bis modernem 16:9.

Installation: Herausfordernd, aber machbar

Veronicas Installationsvideo demonstriert sowohl die Komplexität als auch die Machbarkeit des Projekts. Der kritischste Schritt ist die Entfernung des alten RF-Modulators, was das Auslöten von acht Signal- und vier Masseleitungen erfordert. Anschließend wird das HD-64-Board mit Abstandshaltern montiert und über Pin-Header mit der Hauptplatine verbunden.

Auch mit älteren "Longboard"-Revisionen ist das HD-64-Board kompatibel, benötigt aber zusätzlich eine 5V-Spannungsverbindung vom Erweiterungsport. Die gesamte Installation dauert etwa eine Stunde und erfordert solide Lötkenntnisse, ist aber für erfahrene Bastler durchaus machbar, wie Veronica in ihrem Video darstellt.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        Jaja, Originalhardware ist toll. Aber wo kriegt man bitte heute noch einen Ersatz-SID her? Eben. Daher gibt es eben sehr wohl gute Gründe und Situationen, in denen man sich über zB einen FPGASID sehr freut, weil man damit eben ein Stück Originalhardware einsatzfähig erhält.
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        Jaja, Originalhardware ist toll. Aber wo kriegt man bitte heute noch einen Ersatz-SID her? Eben. Daher gibt es eben sehr wohl gute Gründe und Situationen, in denen man sich über zB einen FPGASID sehr freut, weil man damit eben ein Stück Originalhardware einsatzfähig erhält.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von bladerunne-r
        Die Latenz bei einem analog->digital converter ist ein Bild. Das wären dann 1/50 = 20ms. Die merkt man nicht.

        Es geht eher darum, dass man sich in alte Hardware keine fpgas einbaut. Dann kann man sich gleich einen fpga computer kaufen und hat dann kein orginal mehr.

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        Je nach Adapter kann die Latenz auch höher oder niedriger sein. Es gibt keinen Grund, die einkommenden Pixel erst nach eintreffen des letzten weiterzureichen, umgekehrt aber leider auch Geräte, die sich noch mehr Zeit zu lassen scheinen – und 20 ms sind schon an der Grenze zu Spürbarkeit.

        Aber Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei diesem Umbau sehe ich auch nicht so richtig. Das in 1080p ausgegebene Signal ist weder das originale, digitale Bild, denn so hohe Auflösungen werden gar nicht unterstützt. Noch ist es das final anzuzeigende Bild, denn die meisten werden heute wohl UHD-Fernseher nutzen. Zwei Interpolationen hintereinander werden auch kein besseres Bild liefern als eine mittelmäßige Direktadaptierung. Dafür den ganzen Aufwand mit dem FPGA und auch noch Teile/Funktionen der Original-Hardware unwiederbringlich entfernen?
      • Von Frank-Langweiler Software-Overclocker(in)
        Zitat von bladerunne-r
        Die Latenz bei einem analog->digital converter ist ein Bild. Das wären dann 1/50 = 20ms. Die merkt man nicht.

        Es geht eher darum, dass man sich in alte Hardware keine fpgas einbaut. Dann kann man sich gleich einen fpga computer kaufen und hat dann kein orginal mehr.

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        Ach, „das macht man nicht“?
        Ich kenne natürlich auch das verlinkte Gerät. Beim Retrogaming sollen möglichst auch Gefühle aufkommen, vielleicht sind die am Originalgehäuse stärker? Ich habe mehrere Röhren hier für das originale Feeling und einen Mister FPGA, wenn es akkurat genug, doch praktisch sein soll. Eine Brücke um das Originale Gehäuse an einem flachen Display zu haben wäre aber für mich noch erstrebenswert, selbst wenn „man das nicht macht“.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Ist zwar schön zu sehen, aber solche Platinen die für HDMI Ausgänge gibt es schon eine ganze Weile. Beim Amiga 500 kann man z. B. den Raspberry Pi Pico verwenden. Diesen schließt man direkt am IC Denise an + Modis und dann hat man auch am HDMI ein super Bild. So etwas kann man beim C64 auch verwenden. Man braucht Zeit und Erfahrung im Umbau.
        Retro live long and prosper...
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von bladerunne-r
        Da die Auflösung des VIC Chips so gering ist, kann man auch gleich einen externen analog->hdmi Adapter anschließen.

        z.B.
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        Aber sieht immer noch besser aus als auf einen Röhrenfernseher oder?
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