43 Jahre Commodore 64: Ein wehmütiger Rückblick auf Brotkasten-Hardware und Spiele

Im Jahr 1982 wurde der Commodore 64, auch C64 oder in Deutschland liebevoll Brotkasten genannt, erstmals vorgestellt und auch ausgeliefert. PCGH wirft einen Blick zurück auf die Hardware und die Spiele.

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43 Jahre Commodore 64: Ein wehmütiger Rückblick auf Brotkasten-Hardware und Spiele
Quelle: PC Games Hardware

Anmerkung: Man könnte fast sagen - der C64 war nie aktueller. Warum? Anfang Juli 2025 hat der Youtube-Kanal Retro Recipes die Übernahme der Markenrechte von Commodore angekündigt und sich - passend dazu - in Retro Recipes x Commodore umbenannt. Jetzt folgt bereits die erste Produktankündigung: Der Commodore C64 Ultimate soll der erste offizielle C64 seit über 30 Jahren sein und Retro-Charme mit modernen Annehmlichkeiten kombinieren. Wir sind gespannt, wie es bei dem Thema weitergeht. Schon im Herbst sollen die Geräte ausgeliefert werden.

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Originalartikel: Wir schreiben das Jahr 2023 und wer die nötige Zahl an Jahren auf dem Buckel hat, wird sich noch mit etwas Wehmut an das Jahr 1982 erinnern. In diesem Jahr wurde der C64 erstmals öffentlich vorgestellt und auch ausgeliefert. Der Commodore 64 war ein großer Erfolg und selbst heute gibt es noch Nachbauten, um die Spiele von damals genießen zu können.

Wie alles anfängt

Auf der CES in Las Vegas stellt Commodore Business Machines am 7. Januar 1982 den Commodore 64 vor, einen günstigen Heimcomputer. Die "64" im Namen deutet auf den zu dieser Zeit sehr großzügig bemessenen Arbeitsspeicher von 64 KiByte hin. Als Hauptprozessor kommt ein 6510 von MOS Technology zum Einsatz, der mit etwa einem Megahertz läuft; der Grafikchip schafft immerhin 16 Farben mit einer maximalen Auflösung von 320 x 200 Pixeln. Beeindruckend ist auch der Soundchip namens SID, der deutlich mehr Fähigkeiten zur Klangerzeugung mitbringt als andere Heimcomputer dieser Ära.

Competition Pro (Nachbau) Quelle: Retro Games Competition Pro (Nachbau) Doch spulen wir noch weiter zurück in die Vergangenheit. Als Jack Tramiel sein Schreibmaschinengeschäft 1962 durch Konkurrenz aus Japan bedroht sieht, muss er sich etwas einfallen lassen. So produziert sein Unternehmen, die Commodore International, fortan mechanische, später auch digitale Taschenrechner. Sein Chiplieferant Texas Instruments entdeckt alsbald selbst den Markt der digitalen Rechner und kann die eigenen Geräte wesentlich preiswerter an den Mann bringen, während Tramiel seine Chips teuer einkaufen und deshalb hohe Preise verlangen muss.

Statt aufzugeben, erkennt der Kopf hinter Commodore, dass man am besten möglichst viele Komponenten selbst produziert, wenn man am Markt erfolgreich sein will. So erwirbt er neben diversen kleineren Firmen 1976 den Chipentwickler MOS. Dieser hat bereits im Jahre 1974 den überaus preiswerten Mikroprozessor 6502 entwickelt, mit welchem Commodore alsbald auch eigene Computer produziert. Dieser kommt etwa im PET 2001 zum Einsatz - einem der bekannten Vorläufer des C64. Warum Commodore auf einmal Mikrocomputer baut? Mit der Übernahme der MOS Technologies wechselt Chuck Peddle zu Commodore, der Tramiel solange mit dem Thema beackert, bis dieser grünes Licht gibt.

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Das sind die Hardwarevorteile des C64

Preisvorteile zieht Jack Tramiel auch aus einer hochintegrierten Bauweise, die fast ausschließlich auf Custom-Chips setzt. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb im Gegensatz zu Konkurrenzsystemen keine Nachbauten aus dem Ostblock oder asiatischen Staaten aufkommen. Was das Betriebssystem des Rechners angeht: In dem Punkt ärgert sich Microsoft wahrscheinlich bis heute. Denn obwohl Commodore eine Variante von Micro-Softs - so die damalige Schreibweise - Basics mitliefert, geht der heutige Softwareriese leer aus. Dummerweise hatte man nur eine Einmalzahlung für eine zeitlich unbeschränkte Lizenz vereinbart. Hätten die Verantwortlichen in Redmond den Erfolg vorausgesehen, hätte Commodore seinen C64 wohl teurer anbieten müssen.

Zur Auflockerung: 111 bekannte C64-Spiele in der Galerie

Bildergalerie

Zur Zeit des C64 ist Kompatibilität zwischen unterschiedlichen Rechnern - teilweise sogar ähnlichen Baureihen desselben Herstellers - unüblich. Auch hier macht Commodore Nägel mit Köpfen und baut den C64 so, dass er all die Jahre, in denen er verkauft wird (bis 1994), im Prinzip gleich bleibt. Dabei wird das Innenleben in der unvorstellbar langen Produktionsphase von 11 Jahren mehrfach, teilweise massiv umgestaltet. Sei es das Platinendesign, die CPU oder der Soundchip. Im Endeffekt bleibt aber ein Großteil der Software kompatibel. Sony und Microsoft machen es heute mit ihrer "aktuellen" Konsolengeneration nicht anders. Auch dort ändern sich die Leistungsdaten nicht. Trotzdem gibt es bis dato verschiedene, dem aktuellen Produktionsstandard entsprechende Modelle.

Letztlich kann Tramiel den C64 1983 für seinerzeit konkurrenzlos günstige 1.500 Mark (in den USA bereits Ende 1982 für 595 Dollar) an den Mann bringen. Das klingt nach weniger als es ist, denn rechnet man die Inflation mit ein, kann man fast das D-Mark- durch das Euro-Zeichen tauschen. Vergleicht man den Wert aber mit der Konkurrenz des Kassenschlagers, ist das ein unschlagbar preiswertes Angebot. Im Endeffekt ist es also der C64, mit dem Heimcomputer die Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer erobern. Zwar gab es schon vorher halbwegs preiswerte Computer, doch erst der Commodore 64 bietet zum günstigen Preis auch einen soliden Funktionsumfang. Laufwerke muss man damals allerdings noch zusätzlich erwerben. Dieser Nachteil relativiert sich durch rasch fallende Preise. Schon 1984 schlägt der C64 hierzulande mit nur noch 700 DM zu Buche.

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C64: Die Technik

Mit seinen Leistungsdaten kann sich der Commodore 64 gar nicht gut genug vor aktuellen Rechnern verstecken. Herz des Brotkastens ist ein 6510-Prozessor, der mit rund einem MHz zur Tat schreitet. Genau genommen rechnet er mit 0,985249 MHz in der PAL- und 1,022727 MHz in der NTSC-Version. Dazu gesellt sich ein scheinbar schwach dimensionierter Arbeitsspeicher mit der namensgebenden Kapazität von 64 KiByte. Für damalige Verhältnisse ist dies tatsächlich außergewöhnlich üppig.

Auch der Farbraum des C64 ist aus heutiger Sicht recht mager, in vergangenen Tagen aber machen 16 Farben viel her - von denen insbesondere Spieler profitieren. Insgesamt lassen sich bis zu 320 mal 200 Pixel realisieren, in dem Fall pro 8x8-Pixelblock jedoch nur mit zwei individuellen Farben. Etwas wie eine Festplatte besitzt der C64 nicht. Stattdessen begnügt er sich mit einem 20 KiByte großem ROM, in dem unter anderem das schlicht gestaltete Betriebssystem seinen Wohnsitz hat. Noch dieser Tage befinden sich solche Read-Only-Memory-Chips auf Computermainboards - zum Beispiel als Träger für das BIOS/UEFI.

**UPDATE** C64-Quiz: Wie gut kennen Sie sich aus?

Als kleinen "Test" für zwischendurch möchten wir Ihnen an dieser Stelle unser C64-Quiz ans Herz legen. Nach der Lektüre des Artikels oder durch Ihr Allgemeinwissen sollten Sie in der Lage sein, die folgenden acht Fragen korrekt zu beantworten. Wir sind gespannt auf Ihr Ergebnis.


Will man Daten in den C64 laden, führte kein Weg an Steckmodulen, Disketten und teilweise sogar Datasetten ("1530") vorbei - bei denen die Daten tatsächlich auf einer Kassette lagerten. Die meisten Nutzer bevorzugen ein 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk ("VC1541") als externe Erweiterung des C64. Die passenden Disketten bieten pro Seite 165 KB Speicher und können ihre Daten aufgrund der seriellen Schnittstelle sowie umständlicher Programmierung nur im Schneckentempo auf den Rechner spielen. Für größtmögliche Kompatibilität kauft man am besten ein Laufwerk von Commodore. Zwar gibt es zahlreiche Konkurrenzlaufwerke - da der ROM des Rechners diese aber nicht direkt steuert und es sich bei den Laufwerken im Prinzip um eigene, kleine Computer handelt, verstehen sich hauptsächlich Modelle aus eigenem Hause auf alle Finessen der Kompatibilität. Verpassen Sie nicht die zweite Seite des Artikels mit Fokus auf die Spiele für den C64.

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  1. Seite 1 Commodore 64: Wehmütiger Rückblick auf Hardware und Spiele
  2. Seite 2 Commodore 64: Das waren bekannte Spiele
    • Kommentare (92)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Undesirable-Alien Freizeitschrauber(in)
        Mein Pflegebruder hat mal übelst verkackt - ich glaube bei Aztec Challenge - und hat dann mit beiden Fäusten auf den Fernseher eingehauen, sodaß dieser für mehrere Tage den Dienst quittierte. Ich glaube, dieses Ereignis hat seine Hingabe für den C64 derart beflügelt, daß er das Teil mit allem drum und dran auf dem Flohmarkt verkauft hat - für 10 Mark.
      • Von Undesirable-Alien Freizeitschrauber(in)
        Mein Pflegebruder hat mal übelst verkackt - ich glaube bei Aztec Challenge - und hat dann mit beiden Fäusten auf den Fernseher eingehauen, sodaß dieser für mehrere Tage den Dienst quittierte. Ich glaube, dieses Ereignis hat seine Hingabe für den C64 derart beflügelt, daß er das Teil mit allem drum und dran auf dem Flohmarkt verkauft hat - für 10 Mark.
      • Von Independents Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Hier gibt es noch mehr Interessantes zum C64

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Gamer1970 Software-Overclocker(in)
        Wenn ich so drüber nachdenke... ist das jetzt echt schon 43 Jahre her? Oh je.
      • Von sandworm Software-Overclocker(in)
        Zitat von JoM79
        Etwas?
        Über 30 Jahre sind bei dir etwas zeitliche Verzögerung?
        Mein Kurzzeitgedächtnis ist eben etwas ausgeprägter als mein Langzeitgedächtnis
        es scheint mir erst ein paar Jahre zurück zu sein.
        Man ist eben nur so alt wie man sich fühlt. Ich bin schon fast 50 fühle mich aber wieder wie 20.
        Da kann ich so zu sagen mein C64 wieder aus dem Keller holen und nahtlos Monkey island
        auf dem C64 weiter zocken und es wird sich wieder so anfühlen als wären die letzten 30 Jahre erst gar nicht geschehen.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von sandworm
        Allerdings wenn ich gewusst hätte, dass es mit etwas zeitlicher Verzögerung auch noch
        auf dem C64 erscheint, so hätte ich wohl den Amiga 500 komplett ausgelassen.

        Etwas?
        Über 30 Jahre sind bei dir etwas zeitliche Verzögerung?
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