C64 Ultimate im Test: Wie nah kommt die "Brotkasten"-Neuauflage dem Original-C64? [Video-Update]
Retro-Spiele und Retro-Computing boomen seit Jahren, und der C64 Ultimate zielt genau auf diesen Trend. Doch was bekommen Sie für aktuell 325 US-Dollar: viel Technik, viel Nostalgie oder beides? Und vor allem: Für wen lohnt sich die Neuauflage des Brotkasten-Klassikers heute noch wirklich?
Inhaltsverzeichnis
Aktualisierung vom 02.05.2026: Mittlerweile gibt es auch ein PCGH-Video zum C64 Ultimate. Frank und Thilo, beide Kinder der 80er-Jahre, schauen sich den aktualisierten Brotkasten gemeinsam an und schwelgen in Erinnerungen. In der Videobeschreibung heißt es: "Der Commodore 64 ist Kult - doch wie viel Original-Feeling steckt im neuen C64 Ultimate? In diesem Video nehmen wir den modernen "Brotkasten" unter die PCGH-Lupe. Ist es die ultimative Hardware-Emulation für Retro-Enthusiasten oder am Ende doch nur eine kostspielige Mogelpackung, die man auch günstiger haben kann?" Viel Spaß mit dem Video.
Retro-Spiele und Retro-Computing boomen seit Jahren. Was mit den ersten Retro-Konsolen-Neuauflagen begann, hat längst auch die Heimcomputer erreicht: Nach NES Classic Mini (2016), SNES Classic Mini (2017), Playstation Classic (2018), Mega Drive Mini (beide 2019) und Ataris 2600+/7800+ (2023/2024) folgten mit TheC64 Mini (2018), TheC64 (2019), The400 Mini und The Spectrum (beide 2024) auch Neuauflagen klassischer Heimcomputer. Der gerade bei den etwas älteren Semestern der PCGH-Leser bestens bekannte Commodore 64 nimmt dabei bis heute eine besondere Stellung ein. Der berühmte "Brotkasten", der sich bis 1994 über 20 Millionen Mal verkaufte, prägte eine ganze Spielergeneration, brachte zahlreiche Klassiker hervor und ist als Spiele- und Computerplattform bis heute präsent.
Genau hier setzt der C64 Ultimate, der seit November 2025 an Vorbesteller ausgeliefert wird, an. Anders als viele bekannte Plug-and-play-Systeme soll er nicht nur Retro-Gefühle wecken, sondern den C64 nach 30 Jahren in moderner Form neu auflegen: offiziell, im klassischen Gehäuseformat und mit aktueller Technik im Inneren. Damit stellt sich schnell die Frage, wie viel Original tatsächlich in dieser Neuauflage steckt - und für wen sie sich lohnt. PCGH wird nostalgisch und prüft im Test, warum der C64 Ultimate einen anderen Ansatz verfolgt als viele bisherige Retro-Geräte und wie nah er dem klassischen Commodore 64 wirklich kommt.
Authentische Nostalgie trifft auf moderne Funktion
Im klassischen Brotkasten-Gehäuse des C64 Ultimate arbeitet ein FPGA (Field Programmable Gate Array)‑System. Als Basis dient ein AMD-Xilinx-Artix-7, in dessen Logik nicht nur die C64-Kernbausteine wie 6510 (Hauptprozessor basiert auf dem MOS 6502), VIC-II (Grafikchip), SID (Soundchip) und CIAs (zwei I/O- und Steuerchips vom Typ MOS 6526 CIA) nachgebildet werden, sondern auch die Laufwerksseite samt 1541/1571/1581-Funktionalität. Dazu kommt eine RISC-V-Soft-CPU, auf der die Firmware mit Menüsystem, Dateiverwaltung und Netzwerkdiensten läuft. Der Aufbau der Platine ist zweigeteilt: Auf dem weißen Mainboard sitzen die klassischen Ports und internen Header, während FPGA, RAM, Flash und Signalwandler auf einem separaten schwarzen Subboard untergebracht sind. Äußerlich bleibt der Rechner sehr nah am Original und verbindet die klassische I/O-Seite des C64 mit HDMI, USB, Ethernet, WLAN, S/PDIF und internem MicroSD-Slot.
Die Technik im Inneren des Brotkasten-Gehäuses
Technisches Datenblatt und Ausstattung
- FPGA und Reimplementation: Im Zentrum sitzt ein Artix-7 XC7A50T mit 52.160 Logikzellen; dazu kommen 128 MiB DDR2-RAM und 16 MiB Flash/NOR. Im FPGA werden die C64-Logik, die UltiSID (Nachbildung der Original-SID-Chips 6581/8580 für den Sound) und die Laufwerkslogik umgesetzt; laut der Dokumentation auf der Homepage des C64 Ultimate beherrscht das System die hardwarebasierte Nachbildung der Laufwerke 1541, 1571 und 1581, während eine 100-MHz-RISC-V-Soft-CPU die Firmware-Funktionen übernimmt.
- Platinenaufbau: Das C64U-Mainboard basiert auf Gideon Zweijtjzers Ultimate-64-Design. Charakteristisch ist die Trennung in ein weißes Trägerboard für Ports und interne Anschlüsse sowie ein separates schwarzes FPGA-Board; auf dem Mainboard sitzen außerdem SID-ZIF-Sockel, LED-Header, der interne MicroSD-Reader, die Tastaturstecker und zwei interne USB-Anschlüsse, von denen Sie jedoch nur den oberen nutzen können.
- Maße und Formfaktor: Das C64-Revival behält das Brotkasten-Format und dessen Maße bei. Wir messen 405 × 205 × 70 mm (B × T × H), das entspricht weitestgehend der Größe des 80er-Originals, die in Dokumentationen mit 400 × 200 × 70 mm (B × T × H) angegeben wird. Die Hauptplatine selbst orientiert sich, wie wir in der C64-Wiki erfahren, am Longboard-Format und passt in originale Brotbox- und C64C-Gehäuse.
- Klassische Anschlüsse: Cartridge-Port, Datassetten-Port, IEC-DIN (6-polige DIN-Schnittstelle des Commodore-IEC-Busses für Laufwerke und Drucker), zwei DB-9-Control-Ports (Gamepad, Joystick, Maus, Spezialcontroller) und ein 8-poliger DIN-A/V-Ausgang (analoger Videoausgang) sind vorhanden. Der User-Port ist beim C64 Ultimate nicht mehr direkt außen installiert, sondern sitzt intern als 26-Pin-Anschluss und wird per Adapter herausgeführt; die Stromversorgung erfolgt über 12 V DC statt über das originale Commodore-Netzteil.
- Moderne Anschlüsse: Hinzu kommen HDMI, 3,5-mm-Line-out, optischer S/PDIF, 100-Mbit-Ethernet, integriertes WLAN, drei USB-2.0-Ports - zwei hinten, einer intern - sowie ein interner MicroSD-Slot. Die neue C64U-Tastatur hängt an einem USB-C-Formfaktor-Stecker, der laut Handbuch kein regulärer USB-Port ist.
Quelle: PCGH
Zu den originalen Ports für das analoge Videosignal, das Diskettenlaufwerk, die Datasette und ROMs respektive Speichererweiterungen kommen in Form von HDMI, USB und Netzwerk moderne Anschlüsse hinzu.
- Kombination aus alter und neuer Technik: Für die Signalausgabe existieren getrennte Pfade. Auf dem FPGA-Board sitzen ein PTN3363 für das digitale Videosignal via HDMI und ein THS8136 für die analoge Videoaufbereitung; fürs WLAN ergänzt ein ESP32 das System. So bleiben DIN-8-Video und klassische Bus-/Controller-Ports parallel zu HDMI, Netzwerk und Solid-State-Speicher erhalten.
Tastatur: Die Tastatureinheit folgt dem klassischen C64-Layout mit 66 Tasten; Commodore gibt an, und das bestätigt auch unser Probetippen, dass hier lineare mechanische Gateron Pro 3.0 Switches mit mittelhoher Betätigungskraft von 55,0 gf/53,9 cN und NKRO zum Einsatz kommen. Gegenüber dem Original ist das ein moderner Neuaufbau: Der historische C64 hatte ebenfalls 66 Tasten, laut C64-Wiki meist Mitsumi-Tastaturen in 8×8-Matrix und hauptsächlich mit Plunger-/Feder-, bei frühen C64-Modellen teils auch Rubber-Dome-Mechanik. Laut C64-Wiki basiert die Tastatur des C64 Ultimate, den wir als BASIC-Beige-Modell für aktuell 325 US-Dollar zuzüglich Steuern testen, auf einer Variante von Jim Drews Blingboard.
- Lieferumfang: Zum Zubehör im Karton zählen das legendäre, spiralgebundene Benutzerhandbuch, ein Quick-Start-Guide, Sticker, ein HDMI-Kabel, ein 12-Volt-Netzteil mit internationalen Steckadaptern sowie die USB-"Kassette" "The Very Second" mit 64 GByte Kapazität. Auf der sind 40 vorinstallierte Spiele, Musik und Demos gespeichert.
- Öffnen erlaubt - Was bringt's: Nach dem Öffnen sind vorwiegend die beiden ZIF-Sockel für echte 6581/8580-SIDs oder Nachbauten, der interne USB-Port (nur der obere der beiden ist aktiv!), MicroSD-Speicher, LED-Header, der interne User-Port, der Anschluss für die neue C64U-Tastatur und der separate Header für klassische C64-Tastaturen erreichbar. Laut Community-Wiki ist der Aufbau mit wenigen Teilen gehalten; dadurch lassen sich Bauteile neu ausrichten, 3D-gedruckte Verstrebungen nachrüsten oder das Board in andere Originalgehäuse umsetzen - genau solche Mods zeigen bereits Community-Teardowns.

Die Redaktion übernachtet bei erreichtem Finanzierungsziel an einem Wochenende ihrer Wahl im Bayer'schen Brotkasten-Bunker (BBB). Und trainiert für die Caveman Ugh-Lympics. Erstes Stretchgoal: Beim Mate-Toss, unten zu sehen ab 3:49, müssen die Lebensabschnittspartner/innen mit ran. Zweites Stretchgoal: Wer verliert, wird zum 8GB-Grakatester auf LEBENSZEIT degradiert. Drittes Stretchgoal: Trip Hawkins (damals EA und mitverantwortlich) fliegt als Live-Kommentator des Streams ein.
Redis trainier'n für UGH-Lympia: Wer ist dabei?
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MfG
Raff
Ja, die Locheraktionen waren legendär.
"Dazu spielt C64 Ultimate Laufwerks- und Datassettengeräusche per Piezo-Lautsprecher ab."
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