Pile of Shame: The Banner Saga - Das Gefühl, etwas Besonderes gespielt zu haben
Thilo Bayer hat eine Mission: Seine "Pile of Shame" bei Steam auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Bis das nicht passiert ist, kommt kein neues Spiel in die Bibliothek. Zuletzt hat der PCGH-Chefredakteur The Banner Saga durchgespielt. Hier schreibt er, was er dabei erlebt hat und warum The Banner Saga einem das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes gespielt zu haben.
Nein, ich bin eigentlich nicht der typische Steam-Sale-Käufer, der dann irgendwann feststellt, dass er seine Steam-Bibliothek sowieso nicht zu Ende gespielt kommt. Nicht in diesem Leben oder im nächsten, sofern man an Reinkarnation glaubt. Nein, als geborener Schwabe liegt es mir fern, mich mit Spielen einzudecken, die ich sowieso nie spielen werde. Und trotzdem hat sich in meinen sieben Jahren bei Steam das eine oder andere Spiel auf meiner "Pile of Shame", also den ungezockten Spielen, angesammelt. Den Haufen gilt es, wieder abzutragen, denn vorher lade ich mir keine neuen Spiele runter. So einfach ist das. Der Dank an die Idee geht an den geschätzten Kollegen von Seniorgamer. Der hat im Moment aber offenbar eine kleine Sommerblockade. :-)
Beginnen will ich mit The Banner Saga, das bereits - Schande über mich - am 14. Januar 2014 erschienen ist. So recht kann ich mir gar nicht erklären, warum das Spiel 18 Monate quasi ungespielt auf meiner Platte darbte, denn nicht nur ich bin begeistert über das Wikinger-Taktikspiel. Die 90 Prozent Zustimmung bei Steam kommen schließlich nicht von ungefähr. Doch es passte etwas nicht, wie so oft. Der vorab veröffentlichte Multiplayer-Teil Factions konnte mich nicht recht überzeugen und als ich dann zum Release losspielen wollte, empfand ich die eigenwillige Sprache als anstrengend. Warum auch immer, denn die gehörte zur Atmosphäre dazu wie die bedrückenden Bilder und die passende Musik. Im Laufe der Weiterentwicklung kamen dann auch deutsche Untertitel und ein besseres Savegame-System dazu und irgendwann packte mich das Banner-Saga-Fieber dann doch.
Worum geht es in The Banner Saga? Zwischen den Menschen und den Riesenwesen Varl auf der einen Seite entwickelt sich ein Krieg gegen die steinernen Wüter auf der anderen Seite. Die Fantasiewelt wird von nordischen Sagen beherrscht und der Spieler erlebt eine Art Adventure mit sehr vielen Dialogen und noch mehr Entscheidungen, die drastische Folgen haben können. Man zieht mit seinen Kämpfern und Clan-Mitgliedern durch die unwirtliche Spielwelt, immer auf der Suche nach Essen, neuen Rekruten und Überlebenden. Dabei scrollt der Bildschirm mit der Truppe mit und der Spieler schaut quasi zu, bis die nächste Entscheidung ansteht. Zwischenzeitlich wechselt man auch die Party, denn es gibt eine Parallel-Handlung, die der Spieler mitbestimmt. Die wichtigen Hauptcharaktere erhalten durch Kämpfe Erfahrung, die sich aber erst durch mehr Ansehen des Spielers auch in besseren Eigenschaftswerten auszahlen. Ansehen erhält man unter anderem durch Kämpfe und "richtige" Entscheidungen.
Bei den Kämpfen sucht der Spieler seine Mannschaft aus, legt die Reihenfolge der Initiative fest, vergibt gegebenenfalls neue Eigenschaftspunkte und Gegenstände und positioniert die Kämpfer auf dem Spielfeld. Nacheinander werden rundenbasiert die Züge erledigt: Man kann entweder angreifen, sofern man in Reichweite ist, oder eine Spezialfähigkeit anwenden. Beim Kampfsystem muss man sich entscheiden, ob man zuerst die Rüstung des Gegners angeht oder ob man direkt auf die Stärke abzielt - über Willenspunkte kann man seine Attacken noch verstärken. Außerdem sind geschickte, vorausschauende Bewegungen wichtig, denn gerade die großen Varl blockieren sich womöglich gegenseitig.
Die Entscheidungen bei The Banner Saga sind wirklich weitreichend und unumkehrbar. Meistens muss man nach Gesprächen per Multiple Choice entscheiden, wie man mit der neuen Situation umgeht. Verfolgt man die Plünderer? Hilft man der einsamen Gestalt im Dorf? Sucht man lieber nach Nahrung oder verteidigt man den Wall? Dabei gibt es selten die eine richtige Entscheidung, was The Banner Saga so herausfordernd macht. Ich selbst habe ohne großes Nachdenken einen meiner wichtigsten Krieger fortgeschickt. Das war im Nachhinein bitter, aber selten habe ich so intensiv mit einer meiner Spielfiguren gelitten wie hier. Und Leiden ist hier quasi Programm. Schade, dass Teil 1 schon nach rund 13 Stunden vorbei war. Immerhin arbeitet man bereits an Teil 2, wo es weitere Verbesserungen geben soll und wo man den Spielstand von Teil 1 benutzen kann - mit all den weitreichenden Entscheidungen, die man getroffen hat. Ich werde dieses Mal jedenfalls keine 18 Monate warten.

In der Pile of Shame geht´s ja auch eher um die vielen Spiele die man aus zeitlichen Gründen noch garnicht angespielt hat.
Meine Steamliste dürfte ca 60 Spiele umfassen (insgesamt).
Ich habe meine Anzahl immer recht überschaubar gehalten, bei Sales nur das gekauft was ich unbedingt haben wollte. Damit bin ich eigentlich ganz gut gefahren.
Man kann es bei einer großen Spielesammlung so oder so sehen.
Entweder man fühlt sich so als stünde man vor einem Berg, den man erklimmen muss und der einen mit seiner Größe schier überwältigt, oder so wie ich es sehe.
Meine Spielesammlung ist für mich wie eine gut gefüllte Bibliothek.
Noch längst nicht alle Bücher daraus sind durchgelesen, manche noch nicht einmal begonnen, aber man hat jederzeit Zugriff darauf und kann sich mit dem beschäftigen wo nach einem grade der Sinn steht.
Es besteht keinerlei Zwang alle Bücher sofort zu lesen, oder sie gar alle zu beenden.
Viele davon hat man schon mal bessessen (Auf Kassette, Diskette, CD oder DVD) und dann nochmal angeschafft, weil man mit ihnen eine schöne Zeit verbracht hat und ab und zu noch mal reinschauen möchte.
Andere hat man gekauft oder sogar beim Händler bestellt, weil man sie gerne haben wollte, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu lesen.
Wieder andere hat man auf dem Flohmarkt erworben (Sales) und sie kamen teilweise mit einem großen Haufen anderer Bücher, da der Standbesitzer nur im Bundle verkauft hat (Indiegala, Bundle Stars, Humble Bundle). Einige dieser Titel hatte man vielleicht schon in seinem Besitz und diese verschenkt man gerne weiter oder verlost sie bei irgendwelchen Zusammenkünften.
Manche Titel hat man erworben, weil einem die Idee dahinter gefiel und man mal reinschauen wollte (spezielle Spielmechaniken), aber dann plötzlich den ganzen Titel durch hat, weil man davon fasziniert war.
Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie entführen einen in andere Welten und andere Erfahrungen.
Manche Geschichten müssen noch fertig erzählt werden, aber man besitzt schon ein Manuskript (Early Acess) in das man ab und zu reinschaut, oder gar ein Teil des Buches, dass man aber erst lesen möchte wenn es vollständig ist (Telltale Games, Live is Strange, Dreamfall Chapters)
Noch ein Vorteil einer umfangreichen Bibliothek: Man findet für jede Jahreszeit die richtigen Titel. Jetzt im Sommer lieber die leichte Kost, die das System nicht zu sehr belastet. So kommt man auch über die heißesten Tage.
Außerdem (und jetzt verlasse ich die Welt der Metaphern), sind in letzter Zeit immer mehr Betaversionen erschienen, die uns weißmachen wollen, dass sie komplette Spiele sind. Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich erstmal bei Neuveröffentlichungen aussetze und sie erst zu einem späteren Zeitpunkt erwerbe. Ich habe ja genug Spiele um diese Zeit sehr gut zu überbrücken.
Das hat aus meiner Sicht einige Vorteile:
- Man kann es mit neuer Hardware entspannter angehen und ein paar Generationen überspringen bis wieder etwas erscheint, was einen begeistert. Bei mir kommt es meist zu einem Hardwarewechsel, wenn meine alte Hardware bei neu angeschafften Spielen nicht mehr die Leistung bringt.
- Durch Kompletteditionen spart man zum einen Geld, erhält ein komplettes und fertiggepatchtes Spiel. Außerdem sind dann auch alle Vorbesteller-DLCs enthalten.
@Thilo viel Erfolg.
XCOM: Eneym within ist ein Paradebeispiel warum der Pile größer wird. Hauptspiel 90+ Stunden reingesteckt 2x durchgespielt, hardcore versteht sich. und allein die Aussicht mich da nochmal genau so reinzuknien schreckt mich ab. Was mach ich stattdessen? Spiele Dark Souls 2 SotF, auch schon wieder 40h
Weil man das mal "zwischendurch" kann. Ich habe sogar Massive Chalice vorher gespielt
Was stimmt nicht mit mir?
Ja da bin ich als Hohenloher Franke nicht besser.
Die Zeit muss man später eben wieder "rein holen".
TW3 liegt schon seit 3 Wochen im Pausemodus.
Ja da bin ich als Hohenloher Franke nicht besser.