Tempest Rising: Performance und Benchmarks
In diesem Artikel
Was ist die beste Grafikkarte für Tempest Rising? Diese Frage beantworten wir anhand von zahlreichen Grafikkarten der Jahrgänge 2015 bis 2025, welche wir in vier Auflösungen testen. Wie gehabt nutzen wir eine überdurchschnittlich anspruchsvolle Testszene, welche wir nach ausgiebigem Spielen gefunden bzw. erstellt haben. Dabei gilt, was prinzipiell bei allen PCGH-Benchmarks gilt: Erreicht eine Grafikkarte und ein Prozessor hier eine gute oder gar tadellose Vorstellung, ist im übrigen Spiel nichts zu befürchten - und das ist gut zu wissen.
Aktualisierte GPU-Benchmarks
Die Messungen erfolgen wie üblich via CapFrameX; aus dem Durchschnitt von drei Runs errechnen wir unsere Ergebnisse. Selbstverständlich entsprechen die Grafiktreiber den zum Testzeitpunkt aktuellen Versionen, in diesem Fall die AMD Software 25.3.2, der Intel Game On Driver 6734 und der Nvidia Game Ready Driver 576.15. Damit Sie die Ergebnisse bestmöglich nachvollziehen können, geben wir auch die während der Messungen durchschnittlich anliegenden Taktraten an und zeigen die Benchmarkszene im Video (unten). Falls Sie unsere Benchmarks am eigenen Rechner nachstellen möchten, sind Sie herzlich dazu eingeladen.
Zum Start des Vorabzugangs am 17. April veröffentlichen wir erste Benchmarks, welche eine durchwachsene Performance mit markanter Radeon-Schwäche zeigten. Da wir mit diesen Ergebnissen aus dem Rahmen fielen, möchten wir das Geschehen erläutern. Vorweg: Unsere Ergebnisse waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung korrekt. Was sich zwischenzeitlich änderte, war das Spiel. Tempest Rising wurde der Presse mit einer angemessenen Vorlaufzeit bereitgestellt und während der Testzeit mehrmals aktualisiert, was zu Wildwuchs führte. So verfügte die "Urversion" von Anfang April noch über einen DirectX-12-Modus sowie XeSS - die am Mittag des 17. April ausgespielte und für die PCGH-Benchmarks genutzte Release-Variante jedoch nicht mehr. Hier stand lediglich DirectX 11 zur Verfügung, mit fatalen Folgen für die Performance. Am vergangenen Wochenende wurde das Spiel nicht nur auf breiter Ebene veröffentlicht, sondern außerdem erneut aktualisiert. Neben DX12 sind nun wieder XeSS-Upsampling sowie FSR und DLSS Frame Generation enthalten. Die Performance explodiert damit förmlich, wie unsere ofenfrischen Benchmarks zeigen:
Während das "Osterei" am unteren Ende keiner weiteren Erläuterung bedarf, verdient die grundsätzlich großartige Performance noch einige Worte. DirectX 12 beschleunigt alle Grafikkarten, doch was bei Radeon-GPUs passiert, ist wirklich außergewöhnlich: Wir messen in CPU-limitierten Szenarien die dreifache, teilweise sogar die vierfache Bildrate (Perzentile)! DirectX 12 ist damit der oft zitierte "No-Brainer", es gibt abseits des höheren Grafikspeicherbedarfs keinen Grund, darauf zu verzichten. DirectX 11 ist nur ein Fallback für ältere Systeme ohne Windows 10+.
Zum Nachlesen: Launch-Performance am 17. April
Die Radeon-Performance in Tempest Rising lässt sich derzeit nur mit einem Wort beschreiben: "kaputt". Auf den ersten Blick und in vielen Szenarien ist alles normal. Wir marschieren mit unserem Trupp durch die Landschaft, schalten Gegner aus und ziehen im Hintergrund unsere Basis hoch. Doch geht es dann richtig zur Sache, mit vielen sich beharkenden Einheiten und Effekten - wie in unserem Benchmark aus dem Gefechtsmodus (Skirmish) -, sinkt die Bildrate mit Radeon-GPUs ins Bodenlose. Man kann dabei zusehen, wie die Fps einbrechen, das Powerlimit heruntergeht und sogar Spulengeräusche verschwinden. Zwar brechen auch Arc und Geforce in derartigen Gefechten ein, das liegt in der Natur der Sache, das Verhalten aller AMD-GPUs ist jedoch nicht normal und wurde von uns an die Entwickler gemeldet.
Da uns das Verhalten mehr als bloß stutzig machte, haben wir das Spiel auf unserem sekundären Grafikkarten-Testsystem mit übertaktetem Core i9-14900K gegengeprüft - gleiches Verhalten, leicht unterschiedliche Bildraten. Auch die RDNA-Generation ändert nichts daran, RDNA 4 und RDNA 1 brechen auf vergleichbare Werte ein. Der heute Nachmittag ausgespielte Patch hebt die Bildraten etwas an, verändert jedoch nichts am gezeigten Verhalten. Mit etwas Glück verschwindet das Phänomen bis zum offiziellen Release am 25. April - PCGH bleibt selbstverständlich am Ball. Bis dahin hilft die Erkenntnis, dass die allermeisten Szenarien besser laufen.
Ihre Grafikkarte keucht unter der Pixellast? Kein Problem, Tempest Rising bietet Unterstützung für TSR, FSR 3 sowie DLSS, jeweils von "Höchste Qualität (= nativ) bis "Ultra Performance". Während Geforce-Nutzer am besten mit DLSS fahren, raten wir Arc- und Radeon-Nutzern zu TSR anstelle von FSR. Letzteres bröselt traditionell stärker. RX-9070-Nutzer können alternativ ihr Glück im Treiber versuchen, um das spieleigene FSR 3 zu FSR 4 aufwerten. Bedauerlicherweise hilft ein anderes Upsampling-Verfahren nicht gegen das oben beschriebene "Radeon-Ruckeln". Das Problem zeugt von deutlichen GPU-Auslastungsproblemen, sobald es zur Sache geht, weshalb noch weniger Pixellast keine Hilfe ist. Frame Generation würde die Beschwerden lindern, wird von der aktuellen Spielversion jedoch nicht unterstützt.
Tempest Rising: CPU-Benchmarks
Wir führen die Prozessor-Benchmarks anhand des gleichen Spielstands durch, welcher ein effektschwangeres Gefecht darstellt. Zunächst haben wir in C&C-Manier eine riesige Basis gebaut, dann etliche Einheiten produziert und diese schließlich in einen Kampf geschickt. Dieses Aufeinandertreffen garnieren wir mit einem Luftangriff und pressen es in eine 10-Sekunden-Benchmark-Szene, die Sie im folgenden Video begutachten können. Wir weisen darauf hin, dass die (CPU-)Last bei solchen Kämpfen überdurchschnittlich hoch ausfällt, die gemächlichen Szenarien laufen wesentlich besser.
*falsche CCD-Zuordnung
Der AMD-Fokus fällt Ihnen sicherlich zuerst auf: Ryzen-CPUs mit 3D-V-Cache sind die Lösung aller Fps-Probleme in Tempest Rising. Alles andere hilft dagegen nur bedingt: Taktfrequenz, RAM-Durchsatz, Kerne, DDR5-Speicher, die angepasste Unreal Engine 5 freut sich in erster Linie über einen großen Zwischenspeicher. Dabei ist eine Skalierung durchaus vorhanden, wie die Zahlen zeigen, doch diese ist einfach absurd: Ein Ryzen 7 5800X3D knackt bereits einen Core i9-14900KS und Arrow Lake in Form des Core Ultra 5 235 schafft es gerade einmal knapp über das Niveau eines eigentlich viel langsameren Ryzen 7 7700X. Tempest Rising favorisiert Ryzen-CPUs somit deutlich. Das ist insofern interessant, als die Performance von AMD-Grafikkarten das genaue Gegenteil aufzeigt. Zwei Welten bei AMD, zwei Welten in unseren Benchmarks.
Update: CPU-Benchmarks mit DirectX 12
Bis zu 84 Prozent mehr Fps? Kein Problem dank DirectX 12. Die Lower-Level-API legt eine Leistung frei, von der Version 11 nur träumen kann. Die AMD-CPU profitiert dabei stärker als der Arrow-Lake-Prozessor, was durchaus an SMT und der Auslastung der Threads liegen kann. Insgesamt empfehlen wir Ihnen, den DX12-Modus von Tempest Rising zu verwenden.
Tempest Rising: Fazit
Tempest Rising fühlt sich wie ein freudiges Wiedertreffen mit einem alten Bekannten, einer verflossenen Liebe, an. Das lange darbende Genre der Echtzeitstrategie, dem RTS der knalligen, explosiven und angenehm leicht verdaulichen Art, hat mit dem C&C der Neuzeit, Tempest Rising, ein verdientes Revival erlebt. Mit der actiongeladenen, treibenden Verbeugung vor den Genre-Klassikern der frühen 2000er, in erster Linie Command & Conquer, ist den Dänen von Slipgate Ironworks ein kleines Kunstwerk gelungen. Kaum ein anderer, moderner Titel fängt den Stil, das Design und auch das Gameplay dermaßen gut ein, kann spielerisch wie gestalterisch solche warm-nostalgischen Emotionen wecken. Allerdings gibt es noch offene Baustellen, was die CPU- und GPU-Performance angeht, die hoffentlich bald angegangen werden.
Tempest Rising in Bildern
Doch Tempest Rising ist nicht nur für betagte Command-&-Conquer-Fans interessant. Die fetzige, effektgeladene, von rockig-elektronischen Beats untermalte RTS-Action dürfte auch generell Strategen, eventuell MOBA- und Multiplayer-Fans ansprechen. Das Gameplay ist schnell, zackig, kurzweilig. Stets ist etwas los, Geschosse zischen über den Bildschirm, Flammen lodern, Detonationen erschüttern das Geschehen. Die aus dem Fps-Genre entliehenen roten Explosiv-Fässer lassen sich in knalligen Kettenreaktionen zum fies-geschickten Taktieren nutzen, und auf der Karte befindliche, neutrale Gebäude können von cleveren Spielern übernommen und für den eigenen Vorteil gegen den Feind eingesetzt werden. Langweilig oder strategisch staubig-trocken wird es nicht, auch dies ist eine Tugend des originalen C&Cs - und ein Merkmal, in dem sich das actionreiche Tempest Rising von Hardcore-RTS-Titeln unterscheidet.
Nicht alles ist perfekt, so verheddert sich die Pfadfindung der Einheiten trotz bereits eingeflossener Überarbeitung durch den Entwickler und nach Community-Feedback der Beta- und Demo-Phasen hin und wieder ein wenig. Allerdings nicht über Gebühr und an die legendär suizidale Wegfindung der Erntemaschinen im originalen C&C kommt Tempest Rising trotz aller Nostalgie keinesfalls heran. Die Renderzwischensequenzen fallen obendrein relativ deutlich hinter die generelle Grafikqualität und insbesondere den Echtzeit-Briefings ab, was allerdings zumindest teilweise daran liegt, dass diese Sequenzen schon zu früherem Entwicklungsstand und noch unter Verwendung der Unreal Engine 4 gerendert wurden. Und natürlich hätte es optional auch ein wenig schickes Raytracing, etwa in Form von feinen Spiegelungen, geben dürfen. Auf der Habenseite ist die Performance allerdings sehr gut, selbst mit schwächeren Systemen und ohne eine top-moderne Grafikkarte können Sie ein Spielchen wagen.
Tempest Rising ist seit dem 17. April bei Steam erhältlich, der Preis beträgt moderate 39,99 Euro. Was halten Sie von Tempest Rising? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.


Baller hoch die Grafik, maximale Details, alle Regler müssen rechts aus dem Bildschirm brechen, der Monitor muss qualmen, die Anlage muss explodieren. Das ist C&C, sozusagen. Das spielt man nicht in mittleren Details mit Sicherheitsweste.
Am Anfang wurde gefragt ob ich es "normal" oder mit DirectX11 starten will.
Ist "normal" dann DirectX12? Im Spiel selber in den Menüs habe ich nichts gefunden wo die DirectX Version angezeigt wird. Ich habe jetzt alles auf "Mittel" gestellt und die FPS auf 60 FPS begrenzt. Sicherheitshalber.
Als ich das erste mal das Spiel gestartet habe war die Anfangssequenz nur am ruckeln und stottern.
Danach nicht mehr.
Danke, weißt du, wie lange ich ungefähr warten müsste? Oder kann man sowas bei der alten Hardware nicht mal schätzen? Und müsste es nur einmal gemacht werden oder beim Laden jeder Mission, also wenn ich Mission 1 abschließe und direkt mit Mission 2 weiter mache. Wenn ich nach Mission 1 das Spiel beende und dann wieder starte, sollte er ja die Shader wieder kompilieren müssen.