Streaming-Dienste in der Wachstumsfalle: Schon wieder Preiserhöhungen

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Streaming-Dienste in der Wachstumsfalle: Schon wieder Preiserhöhungen
Quelle: Paramount

Nach Netflix und Disney erhöht nun auch Paramount Plus die Preise - die Streaming-Dienste befinden sich in einer Eskalationsspirale.

In den USA droht Kunden von Streaming-Diensten die nächste Preiseskalation. Netflix und Disney haben ihre Erhöhungen bereits durch und nun droht auch bei Paramount Plus eine weitere Erhöhung, die sicher auch auf dem europäischen Markt mit Verzögerung ankommen wird. Die Preiserhöhung wurde diese Woche bekannt gegeben und wird im Laufe dieses Sommers in Kraft treten.

Laut Reuters ist es nur ein US-Dollar pro Monat für Paramount Plus und das im Paket steckende Showtime, das System ist von Netflix und Co. bekannt. Am Ende sind es bei Paramount Plus 12,5 Prozent Preissteigerung für die effektiv gleichen Inhalte. Neukunden sind in den USA ab 20. August betroffen; Bestandskunden trifft es ab 20. September. Auch das ist bei Netflix im Grundprinzip kopiert.

Eine Begründung bleibt man schuldig. Mittlerweile machen sich die Streaming-Dienste nicht mal mehr die Mühe, auf die Inflation oder dergleichen zu verweisen. "Besseren Content" wird man vermutlich nicht argumentieren, weil Paramount zuletzt viel Kritik einstecken musste. Etwa für das Absetzen von Star Trek: Lower Decks. Beim Zugpferd Yellowstone ist Kevin Costner raus, wie er The Hollywood Reporter erklärt. Es wäre wohl einfach nicht klug, die Debatte zu befeuern.

Endloses Wachstum

Die eigentliche Begründung dürfte auch unterschwellig sein und sie wird niemand aussprechen wollen. Die Streaming-Dienste sind in der Regel börsennotiert - Paramount hat gerade erst seinen Deal mit Skydance auf Eis gelegt - und leben im vierteljährlichen Takt der Quartalszahlen. Und da will man Wachstum präsentieren, denn das mögen Anleger. Wenn man nun allerdings bei den Abonnements langsam den Gipfel erreicht hat und hohe Wachstumszahlen nicht mehr möglich sind, muss man andere Stellschrauben finden.

Beim Griff in die Trickkiste endet man dann zunächst immer erst mal bei der Preiserhöhung, weil die bei gleichbleibender Kundenzahl den Umsatz erhöht. Das ist anfangs auch immer erst einmal attraktiver als Kostensenkungen, die nicht ganz so plakativ wirken. Die Kostensenkungen kommen in der Regel erst später, wenn die Hebelwirkungen über Abos und Gebühren schwächer werden.

Unterm Strich darf man eine weitere Eskalationsspirale bei den Abogebühren für Streaming-Dienste erwarten, weil sie auf das Wachstum angewiesen sind. Und so verwundert es auch nicht, dass quasi fast jeder große Streaming-Dienst in den letzten 12 Monaten die Preise erhöht hat, denn die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten bei den Abos sind wohl vorbei.

Konsolidierung oder Fragmentierung

Umso interessanter ist, dass Discovery-Warner sein Angebot laut Variety HBO Max auch in Europa starten will, wo man den Content bislang lizenziert - HBO-Ware in Deutschland sogar exklusiv an Sky. Nach dem Ende des Content-Deals könnte also ein weiterer Service in Deutschland starten. Im Moment sieht es also noch nicht nach Konsolidierung aus: Von den "Großen" würde dann nur NBC-Universal mit Peacock fehlen und Sony, wo man sich offenbar bewusst gegen einen eigenen Service und für das Lizenzmodell entschieden hat. Bei Sky gibt es seit geraumer Zeit Gerüchte, Comcast wäre an einer Übernahme interessiert. In Deutschland haben in den letzten 12 Monaten Netflix, Disney, Apple und Sky Preise erhöht; Paramount wird vermutlich bis Ende des Jahres nachziehen. Auch die lokalen Anbieter wie DAZN oder MagentaTV drehten an der Schraube und Amazon startete Werbung mit indirekter Preiserhöhung. Für viele ist es auch nicht die erste Erhöhung binnen relativ kurzer Zeit.

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    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Farmerbob
        Also, wenn ich daran denke wieviel Geld meine Freunde und ich vor 40 Jahren in der Videothek gelassen haben,
        dann sind die Preise heute immer noch lächerlich niedrig.
        17,51EUR für..... ich weiß es nicht ist immer noch der größte Faktor.
        Ja, nur damals in VT konnte man das leihen was man sehen wollte.
        Heute müsste man bei einem halben Dutzend Anbieter ein Abo abschließen um sich die Genres herauszupicken die man sehen möchte.
        Da wird die alte VT doch gleich viel attraktiver.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Farmerbob
        Also, wenn ich daran denke wieviel Geld meine Freunde und ich vor 40 Jahren in der Videothek gelassen haben,
        dann sind die Preise heute immer noch lächerlich niedrig.
        17,51EUR für..... ich weiß es nicht ist immer noch der größte Faktor.
        Ja, nur damals in VT konnte man das leihen was man sehen wollte.
        Heute müsste man bei einem halben Dutzend Anbieter ein Abo abschließen um sich die Genres herauszupicken die man sehen möchte.
        Da wird die alte VT doch gleich viel attraktiver.
      • Von BikeRider Volt-Modder(in)
        Gibt halt genügend Konsumlemminge, die es (gern) mitmachen.
        Die nächste Runde an Preiserhöhungen wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.
        Einfach mal verzichten, sonnst lernen es die Konzerne nie
        Ich lasse da lieber meine Bluray/DVD-Sammlung weiter wachsen.
      • Von Aeshma-Deva Freizeitschrauber(in)
        Mal abgesehen davon, dass die Menschen halt kündigen, wenn die Preise sich erhöhen, wird das Gebotene immer schlechter.

        Immer mehr Serien von denen die meisten langweilig sind.
        Immer mehr Ideologien, welche in Filmen und Serien verbreitet werden, welche die Menschen nicht ansprechen. Wer das nicht mehr sehen will, wird auch nicht dafür bezahlen.

        Da ist halt der "Go woke, go broke" Effekt.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Frank-Langweiler
        Gut, ich habe früher 50-150 Euro für Misik und Filme ausgegeben und heute zahle ich für Disney, Netflix, Youtube Prime und WOW etwa 65€ für die ganze Familie.
        Musik würde ich auch rausrechnen, durch Spotify oder AppleMusic finde ich die Family Abos einfach sehr günstig und nicht mit dem früher käuflichen Erwerb der Medien zu vergleichen. Musik halte ich heuer für wirklich günstiger als damals, auch wenn qualitativ natürlich teils extrem schlechter.

        Im Film/Serienbereich bin ich nie Sammler gewesen, daher sehe ich Streaming grds als brauchbare Alternative, nur ist dies kostenmäßig heuer sehr teuer im Vergleich zu früher, dafür eben auch endlos viel.
      • Von Major_Fletcher Software-Overclocker(in)
        Ja die Börse und das Märchen vom ewigen Wachstum führen immer wieder zu seltsamen Auswüchsen. Mich kosten sämtliche Erhöhungen mittlerweile nur noch ein verschmitztes Lächeln.

        Wir nutzen Prime unabhängig vom Streaming, allerdings kann man dort jedes Jahr für zig "Channels" (bspw Paramount) einen kostenlosen Testzeitraum nutzen. Mittlerweile gibt es so viele davon, dass wir das etliche Wochen im Jahr nutzen und im nächsten Jahr werden die Testzeiträume erneut angeboten.

        Ansonsten haben wir nach wie vor nur noch einen Streamer/Monat aktiv und das kommt dann unabhängig von den Erhöhungen in jedem Fall immer günstiger als irgendwas zu kaufen, dass dann eh nur als Staubfänger rumsteht.

        Also von mir aus können sie gerne alle weiter die Preise erhöhen und zusehen wie sie allesamt den Markt schrotten. Ich glaube dass selbst die übelsten Konsum Lemminge irgendwann keine Lust mehr auf den Mist haben.
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