Netflix streamt auch weiterhin mit reduzierter Bitrate [Update]
Eigentlich ist die selbstgenannte 30-Tage-Frist zur Drosselung der Bitrate bei Netflix verstrichen, doch das Unternehmen wird auch weiterhin die aktuelle Bitrate beibehalten. In Zeiten des Coronavirus' hatte unter anderem Netflix verkündet, etwas zur Reduzierung des Datenverbrauchs zu tun.
Aktualisierung vom 15.05.2020
Wie die Kollegen von Golem erfahren haben, streamt Netflix für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz nun wieder mit erhöhter Bitrate.
Original-Artikel vom 24.04.2020
Neben immer noch gültigen Ausgangsbeschränkungen gibt es auch weiterhin oftmals Homeoffice, sodass die Internetleitungen erheblich stärker als bislang ausgelastet werden. Schließlich verwenden die Nutzer vor allem diverse Online-Dienste in Zeiten der Corona-Pandemie. Um den Datenverbrauch etwas zu reduzieren, hat Netflix - auf Bitten des EU-Kommissars Thierry Breton - die Bitrate für die Nutzer in Europa gesenkt. Laut Netflix-Chef Ryan Hastings sollte dies eigentlich nur 30 Tage andauern, doch wie unsere Kollegen von Golem auf Nachfrage vom Unternehmen erfahren haben, wird Netflix bis auf Weiteres mit dieser gesenkten Bitrate streamen. Es stehe aktuell nicht fest, wann man mit einer höheren Bitrate streamen werde, so ein Unternehmenssprecher. Alle Inhalte bei Netflix liegen immer in mehreren Qualitätsstufen vor. Aktuell verzichtet Netflix darauf, die höchste Qualitätsstufe bereitzustellen. Nutzer, die sehr genau auf die Videoqualität achten, würden "vielleicht eine sehr leichte Qualitätsminderung innerhalb jeder Auflösung feststellen", so Netflix gegenüber der Webseite Golem.
Reduzierung des Datenverbrauchs durch weniger Bitrate
Video-Streaming-Dienste sind für 60 Prozent des Datenverkehrs im Internet verantwortlich, wie der Branchenverband Bitkom mitteilt. Der größte Verbraucher soll daher auch etwas abspecken und daher war es etwa im Gespräch automatisch von HD- auf SD-Auflösung zu reduzieren, wenn die Netze ausgelastet seien. Netflix muss dies aber nun doch nicht tun, da man mit dem automatischen Absenken der Bitrate eine andere Lösung gefunden hat, die für eine effizientere Datennutzung sorgt. Es geht hierbei darum, eine möglichst gute Balance zwischen Bildqualität und benötigtem Speicherplatz zu finden, dabei aber die Auflösung unangetastet zu lassen.
Jüngst hatte der Vizepräsident von Netflix, Dave Temkin, angekündigt, dass man einige eigentlich für die Weihnachtszeit geplante Server-Upgrades vorgezogen habe. Hierzu gehöre auch eine Funktion, mit der Netflix das Bitrate-Level serverseitig an- und abschalten kann. So kann man dynamisch auf die jeweilige Auslastung reagieren und möglichst effizient Videos streamen, ohne dass es zu Rucklern und Bildfehlern kommt. Der Preis für den Endkunden bleibt gleich im Vergleich zur Zeit vor dem sogenannten Quality Drop. Netflix verzichtet aktuell einfach darauf, die höchstmögliche Qualitätsstufe bereitzustellen.
Reduzierung der Bitrate ala Netflix oder weniger Auflösung wie bei Apple TV?
Auch andere Video-Streaming-Anbieter wie Amazon Video oder Youtube haben Maßnahmen ergriffen, um die Datenlast zu reduzieren. Hierbei handelt es sich entweder um eine reduzierte Bitrate bei Amazon Video oder um eine niedrigere Standardauflösung der Youtube-Videos, die der Nutzer selbständig höher stellen kann. Einen anderen Weg als Netflix geht offenbar Apple. Der iPhone-Hersteller reduziert die verfügbare Auflösung der Inhalte ohne Einstellungsoption für den Nutzer. So werden derzeit keine Inhalte in UHD ausgestrahlt, sondern in niedrigeren Auflösungen, wie die Kollegen von Golem im Test herausgefunden haben. Die niedrigste gemessene Auflösung bei Apple TV war 670p, anstelle von 1.080p, also Full-HD. Wie lange diese Veränderungen aufrecht gehalten werden, ist unbekannt.
Ebenfalls lesenswert: Netflix führt geplanten Quality Drop wegen Corona früher ein
Fakten zum reduzierten Datenverbrauch bei Netflix:
- Vorerst bleibt die reduzierte Bitrate bei Netflix bestehen, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der Webseite Golem erklärte. Ursprünglich sollte die reduzierte Bitrate lediglich für 30 Tage genutzt werden.
- Das Ziel ist es, die Datenlast von Streaming-Diensten zu reduzieren, da diese für 60 Prozent des Datenverkehrs im Internet verantwortlich sind, so der Branchenverband Bitkom.
- Mit einer niedrigeren Bitrate reduziert sich der Datenverbrauch, ohne dass Netflix die Auflösung senken muss.

Geht ratz fatz, bis 20.5. ist noch bezahlt, danach Ende Gelände, bis die bezahlte Qualität wieder da ist.
So taeuscht Disney+ seine Abonnenten: WQHD statt 4K (56% weniger Pixel) - 4K Filme
Da wird Corona und HO Bandbreite vorgeschoben, um selber Gewinne zu maximieren weil man dadurch ja auch nicht unerheblich die eigenen Betriebskosten senkt.
Weniger CPU Verbrauch im Rechenzentrum, weniger Internet Bandbreiten Verbrauch etc etc.
Ich würde ja nix sagen, wenn man dann den Kunden aufgrund der geringeren Qualität dann auch einen Rabatt einräumen täten, das tun die Schweinebacken aber nicht.
Und ich finde es nicht schön, eine schlechtere Bildqualität einfach so hinnehmen zu müssen, dafür habe ich nicht gezahlt...
Es geht um die Miese Bildqualität....
Die Maßnahme war sowas von Weitsichtig Sinn-frei wie du siehst, echt unfassbar das man das verteidigt.