Fortnite-Turnier von Dr. Disrespect: Absurde Regeln wegen Twitch-Sperre
Dr. Disrespect ist nach wie vor auf Twitch "permanent gesperrt", was zu recht absurden Regeln für sein Fortnite-Turnier führten, denn die geladenen Twitch-Streamer dürfen ihm keine Plattform geben.
Die noch recht junge Streaming-Welt entwickelt eines ihrer größten Mysterien: Was ist zwischen Dr. Disrespect und Twitch passiert? Eigentlich hätte man ja meinen können, das Thema sei erledigt, nachdem beide Seiten sich darauf verständigt, dass niemand Schuld trägt. Schon das war etwas absurd, wenn sich den Werdegang anschaut und wie viele Säbel gerasselt wurden, aber bisher ist nichts durchgesickert und ganz vom Tisch scheint das Thema auch nicht zu sein.
Herschel "Guy" Beahm, so der Doc mit bürgerlichem Namen, veranstaltete ein mit 100.000 US-Dollar dotiertes Fortnite-Tunier namens Hot Shot Duo Drop, bei dem allerhand illustre Gäste geladen waren. Darunter auch Twitch-Streamer wie "tfue", "summit1g" und "Zemie". Und die übertrugen ihre Inhalte natürlich auf Twitch, wie sollte man es anders erwarten. Und in denen kommt natürlich, es ist sein Turnier, auch ein gewisser Dr. Disrespect vor, dessen Status auf Twitch nach wie vor "permanent gesperrt" ist und das bedeutet laut Satzung auch, dass man sich nicht über Dritte auf Twitch präsentieren darf.
Der Organisator BoomTV, an dem auch Beahm beteiligt ist, musste für das Turnier ein paar doch, sagen wir unterhaltsame Regeln erlassen, um das Problem zu umschiffen. "Es ist verboten, Ihren Kanal zu nutzen, um wissentlich einen gesperrten Nutzer zu zeigen oder zu bewerben", heißt es in den Regeln. "Wir verstehen, dass es Fälle geben kann, in denen gesperrte Nutzer aufgrund von Umständen, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen, in Ihrem Stream auftauchen, wie z. B. durch Gaming-Turniere von Drittanbietern."
Was wären Regeln ohne gute Ratschläge? Nichts! Zu den Empfehlungen zur Vermeidung des genannten Problems gehört::
- einen "anderen Namen für Dr. Disrespect" zu verwenden, wie z. B. "the two-time Blockbuster video game champion",
- ihn im Spiel stumm zu schalten, alle Bilder oder Videos von ihm im Stream zu verstecken und sogar zu vermeiden,
- die Turnier- oder Ranglisten-Seite im Stream zu teilen, auf der Dr. Disrespects Name und Gesicht zu sehen sind.
Dr. Disrespect betonte, dass nach der "Aussöhnung" im März zwischen Twitch und ihm eine Rückkehr ausgeschlossen ist. Kaum verwunderlich, nachdem zuvor die Anwälte in Stellung gebracht wurden. Der Vorfall bleibt aber eines der bestgehüteten Mysterien auf Twitch, wo das Management durchaus auch in der Kritik steht, weil so manche Entscheidung nicht nachvollziehbar ist. Sperren sollen daher, so hat man es sich zumindest vorgenommen, künftig besser kommuniziert werden. Das ist ein Anfang, denn Sperren wurden bisher gar nicht kommuniziert - nicht einmal dem Betroffenen gegenüber. Das wäre wohl nicht so dramatisch, wenn Entscheidungen nachvollziehbar wären, doch eine klare Linie ließ, so die Meinung der Kritiker, Twitch bislang vermissen.

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