Streaming-Box Sky Q: Ersteinrichtung, Suche, Geschwindigkeit, Fazit
Auf der zweiten Seite des Tests stellen wir die Themen Ersteinrichtung, Suche, Geschwindigkeit bei der Streaming-Box Sky Q vor.
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Ersteinrichtung: Amazon bleibt KISS-Primus
Bei der Ersteinrichtung zeigt sich die IPTV-Box etwas kundenfreundlicher als der TV-Receiver. Während man beim klassischen Sky noch mit einer Karte hantieren und diese freischalten muss, geht die IPTV-Box einfacher zu aktivieren. Nachdem man die Streaming-Box via HDMI mit dem TV verbunden hat, geht es ans Einrichten, wobei man zunächst eine Internetverbindung herstellen muss. Im nächsten Schritt meldet man sich mit seiner Sky-Kundennummer und einer PIN einmalig am Gerät an und das war es auch schon.
Leider ist Sky aber nicht ganz so detailliert, wie Amazons Fire TV Sticks. Beim Konkurrenten gibt es eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man seine Startseite einrichten kann, welche Apps man herunterladen will und wie das Gerät zu bedienen ist. All diese Informationen fehlen bei der Sky Q IPTV-Box, sodass man selbst auf die Idee kommen muss, eines der verfügbaren Videos anzusehen. Hier wäre eine - optional aktivierbare - bebilderte Anleitung beim ersten Start eine hilfreiche Möglichkeit, um Einsteigern die Funktionsvielfalt näherzubringen. Gleichwohl weiß die Bedienung der Streaming-Box von Sky zu gefallen. In Sachen Ersteinrichtung zeigt Amazon jedoch, wie man das KISS-Prinzip anwenden kann, um möglichst vielen Anwendern den Start ins Streaming zu vereinfachen.
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Ubiquitäre Suche als Bonus
Löblich ist die Ausrichtung von Sky Q als Aggregationsplattform, denn es gibt immer mehr Mediatheken und Streaming-Dienste, sodass es praktisch ist, eine zentrale Anlaufstelle zu haben. Perspektivisch wäre es wünschenswert, wenn es analog zur Integration von Netflix auch noch weitere Streaming-Dienste geben würde, die einen rabattierten Preis für Nutzer von Sky Q anbieten. Schließlich ist es schon teuer genug, viele verschiedene Streaming-Services abonnieren zu müssen, um viele Inhalte ansehen zu können. Hier ist eine zentrale Anlaufstelle praktisch, vor allem dann, wenn alles über ein Nutzerkonto läuft beziehungsweise über eine Rechnung zentral abgebucht wird.
Netflix zeigt zudem, wie man sich ins Sky-Ökosystem integrieren kann. Falls man die Suche betätigt, werden einem nicht nur die Treffer der TV-Sender und auf Sky angezeigt, sondern zusätzlich auch noch alle Ergebnisse, die es zur Suchanfrage bei Netflix gibt. Eine derartige ubiquitäre Suche ist - gerade bei der Vielzahl an kommenden Streaming-Apps - eine Erleichterung im Alltag. Perspektivisch könnte hier Sky aber noch mehr bieten. So wäre etwa ein Favoriten-Bereich künftig eine gute Ergänzung, da man dort beispielsweise Lieblingssendungen als Shortcut ablegen könnte. Leider gibt es - derzeit - noch keinen derartigen Favoriten-Bereich bei Sky.
Geschwindigkeitsvorteil für die IPTV-Box
Im Alltagstest über die letzten Monate zeigt sich, dass die IPTV-Box wesentlich schneller startet, als der Sky-Q-TV-Receiver, den Sky zusammen mit Humax entwickelt hat. Ebenfalls macht sich positiv die vergleichsweise stabile Internetverbindung bemerkbar. Während beim TV-Receiver gerne mal die Verbindung zum Internet - temporär - verloren geht, ist die Netzwerkkarte der IPTV-Box stabil und leistet ihren Dienst. Zudem beherrscht nur die IPTV-Box den WLAN-Standard Wi-Fi 6, während der TV-Receiver mit einem älteren Standard auskommen muss.
Allerdings muss einem Abonnenten klar sein, dass man mit der IPTV-Box keinerlei Sendungen aufzeichnen kann. Alles wird aus dem Internet gestreamt. Wer Serien und Filme auf Festplatte aufnehmen will, der muss zum Sky-Q-TV-Receiver greifen. Rechtliche Beschränkungen durch TV-Sender und Filmstudios grenzen jedoch auch beim klassischen Receiver ein, in welcher Qualität aufgenommen werden darf. So verbieten RTL und Pro Sieben etwa, Sendungen in HD aufzuzeichnen. Zudem schränken beide Sendergruppen die Vorspulfunktion ein, sodass keinerlei Werbung übersprungen werden kann, ohne den Sender zu wechseln. Bei derartigen Beschränkungen sind Sky allerdings weitgehend die Hände gebunden, da dies in der Hand der Sender oder Filmstudios liegt.
Wozu gibt es Sky Ticket?
Manch ein Interessent wird sich die Frage stellen, wozu es Sky Ticket gibt, wenn man inzwischen Sky Q auch via Internet empfangen kann. Der entscheidende Unterschied liegt in der Mindestvertragslaufzeit und dem enthaltenen Angebot. Wer monatlich kündigen will, greift zu Sky Ticket, da nur dort ein entsprechendes Kündigungsangebot besteht. Allerdings muss man sich bei Sky Ticket mit einer nicht mehr zeitgemäßen Auflösung und Stereoton zufriedengeben. Wer es verkraften kann, sich zumindest 12 Monate an einen Streaming-Dienst zu binden, für den ist Sky Q übers Internet gedacht.
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Für ein Sky-Abonnement muss man gewillt sein, mindestens 240 Euro pro Jahr auszugeben. Im Vergleich zur Streaming-Konkurrenz von Netflix, Amazon Prime Video, Disney Plus & Co. zeigt sich hier die historisch gewachsene Struktur von Sky. Man muss sich mindestens für 12 Monate vertraglich binden, um Sky Q nutzen zu können und kann nicht einfach monatlich kündigen, wie bei der Konkurrenz. Zwar ist es bei Sky Ticket möglich, monatlich die Mitgliedschaft zu beenden, doch ist Sky Ticket technisch nicht auf der Höhe der Zeit. So gibt es bei Sky Ticket maximal Full-HD-Auflösung und keinen Surround-Sound. Hier bietet Sky Q mit IPTV-Box eine deutlich bessere Bild- und Tonqualität, da Mehrkanalaudio möglich ist und die Streaming-Box Ultra-HD unterstützt.
Kostenvergleich
Sky hat in den letzten Jahren ordentlich Konkurrenz durch kostenpflichtige Streaming-Anbieter bekommen. Die Besonderheit bei Sky ist, dass Sky Q eine vergleichsweise lange Vertragsbindung aufweist. Lediglich Sky Ticket zeigt sich hier flexibler aufgestellt. Die Abo-Kosten von Sky sind aber auch nicht zu vernachlässigen. Sky Q selbst ist teurer als viele Konkurrenten.
- Sky Q Entertainment Plus: Sky Q inklusive Netflix Basis und Peacock kostet 240 Euro pro Jahr. Monatlich sind das 20 Euro, aber man muss mindestens 12 Monate Abonnent bleiben. Darauf aufbauend gibt es noch weitere, optionale Pakete von Sky, die allesamt das Entertainment-Plus-Paket beinhalten und um spezifische Inhalte ergänzen:
- Sky Q mit Filmen und Serien kostet 360 Euro pro Jahr. Monatlich sind das 30 Euro.
- Sky Q mit Sky Sport (mit Bundesliga, Formel 1 & Co.) kostet 456 Euro pro Jahr. Monatlich sind das 38 Euro.
- Sky Q Komplettpaket kostet 636 Euro pro Jahr. Monatlich sind das 53 Euro.
- Netflix kostet als Basis-Paket 7,99 monatlich und lässt sich dafür auf einem Endgerät in SD-Auflösung nutzen. Wer Netflix im Standard-Paket haben möchte, um so in Full-HD auf zwei Endgeräten parallel schauen zu können, zahlt monatlich 12,99 Euro. Für die Bildqualität in Ultra-HD inklusive ausgewählter Inhalte in HDR sowie die gleichzeitige Nutzung auf vier verschiedenen Endgeräten gibt es das Premium-Paket für monatlich 17,99 Euro.
- Dazn als Live-Sport-Streaming-Dienst kostet monatlich 29,99 Euro. Falls man das 1-Jahres-Abo abschließt, zahlt man 275 Euro pro Jahr. Nur Bestandskunden erhalten noch befristet die vergünstigten alten Preise.
- Amazon Prime Video kostet monatlich 7,99 Euro oder im 1-Jahres-Abo 69 Euro.
Bei Sky Q muss man sich nach einem Jahr Vertragslaufzeit entscheiden, ob man zum gleichen Preis um ein weiteres Jahr das Sky-Abo verlängert oder ob man sich für fünf Euro monatlich mehr das Recht einer monatlichen Kündigung erkauft. Beim Entertainment Plus-Abo / Sky Ultimate TV ist Folgendes enthalten:
- Sky-Sender in HD wie z. B. Sky One, Sky Atlantic (mit Inhalten von z. B. HBO wie Game of Thrones), Sky Krimi, Sky Documentaries, Sky Nature, Sky Crime, Sky Comedy,
- Zugriff auf Universal Channel und weitere Inhalte von NBC Universal über die App Peacock,
- Syfy, 13th Street,
- Warner Serie HD, Warner Comedy HD,
- Netflix Basis-Abo,
- Spiegel TV,
- History Channel,
- Inhalte von Discovery, wie z. B. Eurosport, Discovery Channel,
- National Geographic,
- Öffentlich-rechtliche Rundfunksender in HD,
- Private TV-Sender, wie z. B. RTL, Prosieben, Sat1
Traditionell ist bei Sky die Angebotsstruktur vielfältig und damit auch unübersichtlich sowie letztlich durchaus verwirrend. Neben dem umfangreichen Konfigurator rund um das Sky-Q-Paket kommt erschwerend hinzu, dass es Sonderaktionen mit rabattierten Preisen gibt, die Sky via Telefon verkauft, ohne darauf explizit auf der Webseite hinzuweisen. Derartige Angebote gibt es nur für Bestandskunden, doch das könnte man auch transparenter direkt auf der Sky-Webseite lösen.
Fazit: Sky Q
In meinem ersten Alltagstest hatte ich bereits Sky Q als TV-Receiver mit Sky Ticket verglichen. Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen und die Übernahme von Sky durch Comcast macht sich bemerkbar. So gibt es Sky Q neben dem TV-Receiver auch als IPTV-Box. Im Alltagstest der letzten Monate zeigt sich, dass Neueigentümer Comcast auf moderne Hardware samt Wi-Fi 6 setzt und somit die Streaming-Box schneller arbeitet, als der Sky-Q-TV-Receiver. Im Vergleich zum klassischen Empfangsweg bietet Sky Q via Internet immer mindestens Full-HD als Auflösung, sogar bei den privaten TV-Sendern RTL und Pro Sieben. Bei Sky über Satellit hingegen muss man für RTL und Pro Sieben in HD extra für HD Plus zahlen.
Zwar ist die Performance von Sky Q mit IPTV-Box auf einem konkurrenzfähigen Niveau, doch es gibt noch einige Stellschrauben, an denen man zur Verbesserung drehen kann. So fehlt ein Favoriten-Bereich für Apps und TV-Sender/Sendungen und generell müsste man am Service und den vergleichsweisen hohen Kosten arbeiten. Schließlich müssen sich Kunden von Sky Q immer für 12 Monate binden, während Nutzer von Amazon Prime Video & Co. monatlich kündigen können. Zwar ist die monatliche Kündigung mit Sky Ticket möglich, doch nur Sky Q kann es qualitativ mit Prime Video etc. aufnehmen, denn Sky Ticket wirkt wie aus der Zeit gefallen.
